12.10.11 18:48 Uhr
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Konrad Hummler: Ein Euro-Staat wird die Bürger wohl ärmer machen

Der Schweizer Bankier Konrad Hummler warnt, die Schuldenkrise sei nur Symptom einer viel schwerwiegenderen Problematik: Die weit divergierenden Vorstellungen und Usanzen bezüglich Arbeit und Produktivität. Doch Euro-Zentralismus gefährde den sozialen Frieden und die sicherheitspolitische Stabilität.

Nur über strenge und zentralistische Führung können aus Finanzmarktsicht eklatante Handelsdefizite glaubhaft reduziert werden, etwa über niedrigere Löhne und längere Arbeitszeiten für die ineffizente Seite. Der Rest opfert kompensatorisch Teile seiner Wertschöpfung, zulasten der globalen Wettbewerbsfähigkeit.

Letztlich hemme ein solcher von gesellschaftlichen Spannungen begleiteter europäische Bundesstaat Investitionen und mache die Region ärmer. Derweil gerate der jetzt verfolgte Weg eines gehebelten EFSF zu einer explosiven Ewig-Hypothek, indem Garanten gleichzeitig potenzielle Anspruchsnehmer sind.


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WebReporter: Baron-Muenchhausen
Rubrik:   Politik
Schlagworte: Euro, EU, Staat, Bürger, Finanzkrise
Quelle: www.handelsblatt.com

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3 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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12.10.2011 18:48 Uhr von Baron-Muenchhausen
 
+7 | -2
 
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Interessant auch der durch Hummler erörterte Aspekt, wem die Führung in Europa überhaupt zusteht. Zur existiere überhaupt keine demokratisch legitimierte Grundlage für einen Bundesstaat, so etwa maße sich die EU-Kommission derzeit Führung lediglich an, die Eurozone werde nur mehr über die EZB zusammengehalten. Aufgrund der hohen Opfer stehe Deutschland die Rolle zu, doch treffe "Deutschland und Führung" in Europa auf Skepsis. Die Alternative: "Deutschland saniert und Frankreich befiehlt" den Euro-Bundessstaat - der Rest der EU erfindet sich neu.

Interessant auch Hummlers Vergleich des EFSF-Rettungsschirms mit den US-Immobilienbanken "Fannie Mae" oder "Freddie Mac".

[ nachträglich editiert von Baron-Muenchhausen ]
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12.10.2011 20:27 Uhr von Simon_Dredd
 
+1 | -0
 
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ich frage mich: was haben die Banken konkret davon, wenn der Euro scheitert? Man hört doch immer wieder nur von Banker-Seite oder Leuten, die damit zu tun haben, das der Euro keine Zukunft hat.

Ich traue unseren Politikern in ganz Europa ne Menge Unfähigkeit zu, aber die werden den Euro sicherlich nicht ohne genaue Prognosen einfach so "für Spaß" eingeführt haben. Ich will damit sagen, da stecken mit Sicherheit genug konkrete und auch Intelligente Überlegungen hinter. Wer das anders sieht, ist meiner Meinung nach ziemlich Naiv.

Aber anscheinend ist man damit den Reichen und Mächtigen in der Finanzwelt ziemlich auf die Füße getreten, denn der Euro wird seit der Einführung von allen Seiten der Finanzwelt torpediert und hat sich trotzdem weit besser und länger gehalten, als von den "Wirtschaftsweisen" prognostiziert wurde.

Daher denke ich, dass der Euro letzendlich die Richtige Entscheidung war, denn Nationalstaaten mit eigener Währung werden viel schneller "Eigentum" der Banken, als ein wirtschaftlich starker Staatenbund.
Und die Eurozone ist ein enormer Wirtschaftsmotor, es wird bloß dauernd versucht, ihn abzuwürgen.
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12.10.2011 22:34 Uhr von CoffeMaker
 
+1 | -0
 
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"Daher denke ich, dass der Euro letzendlich die Richtige Entscheidung war, denn Nationalstaaten mit eigener Währung werden viel schneller "Eigentum" der Banken, als ein wirtschaftlich starker Staatenbund."

Nö, man muss nur das perverse System abschaffen das der Staat sich Geld borgt obwohl er es selbst genauso gut drucken könnte wie es jetzt die EZB macht.
Das eigentliche Ziel ist die politische Gleichschaltung, das irgendwann Leute in Brüssel über Europa "regieren" die von den Völkern nicht gewählt wurden und die global agierende Lobby hat es einfacher weil sie nur noch eine Regierung bestechen muss.

Man muss nicht heiraten um miteinander leben zu können.

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