11.10.11 15:50 Uhr
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Sozialbericht 2011: Wer in Deutschland einmal arm ist, bleibt es immer

Wer in Deutschland in eine soziale Notlage gerät, hat nach einer aktuellen Studie des statistischen Bundesamtes in Zusammenarbeit mit führenden Sozialforschern kaum eine Chance, dieser Situation zu entkommen. Besonders drastisch gestaltet sich die Lage für Menschen, die zur Miete wohnen.

Die soziale Mobilität nehme seit den 80er Jahren kontinuierlich ab. Verharrten damals 57 Prozent dauerhaft im sozialem Abseits, beträgt dieser Wert heute 65 Prozent. Als "armutsgefährdet" gilt, wer über weniger als 929 Euro Einkommen monatlich verfügt, staatliche Transfereinkommen eingeschlossen.

Außerhalb dieser Grenzen sehen sich weitere 18 Prozent ebenfalls von Armut bedroht. Viele Menschen dieser Gruppe, so die Studie, hätten Probleme "ihre Wohnung angemessen warm zu halten", fast jeder Dritte hält sich finanziell überfordert, an mindestens jedem zweiten Tag warm zu essen.


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WebReporter: Baron-Muenchhausen
Rubrik:   Wirtschaft
Schlagworte: Deutschland, Risiko, Armut, Arm, Notlage
Quelle: www.focus.de

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10 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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11.10.2011 15:50 Uhr von Baron-Muenchhausen
 
+13 | -4
 
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Dies ist das Debakel in Deutschland: Im Gegensatz zu Südeuropa, wo eine hohe Eigentumsquote von über 80 Prozent weitgehend für Unabhängigkeit auf dem Wohnungsmarkt herrscht (in Spanien etwa herrschte in den vergangenen Jahren ein gigantischer Bauboom), darben hierzulande Niedriglöhner und Armutsrentner vor sich her, da oft 80 Prozent der Rente nur für das Wohnen und Nebenkosten (höhere Heizkosten in Zentral- und Nordeuropa) draufgehen. Daher hinken europäische Sozial- und Rentenvergleiche vorne und hinten.

Weiteres Studienergebnis:
Während es bei der Einkommenssituation armer Menschen kaum Hoffnung gibt, sieht dies für Wohlhabende anders auch. Statt 38 Prozent in den 80er Jahren gelingt es heute 51 Prozent der Bezieher von Spitzeneinkommen ihr Lohnlevel dauerhaft zu halten.

[ nachträglich editiert von Baron-Muenchhausen ]
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11.10.2011 16:03 Uhr von Baron-Muenchhausen
 
+22 | -4
 
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@Tillamoook: Genau diese Illusion wird im Sozialbericht widerlegt.

Ich erinnere daran, dass zwei von drei Niedriglöhnern über eine abgeschlossene Berufsausbildung verfügt. Der Rest ist BILD-Endloskassette, die sich offenbar doch sehr, sehr verfestigt hat.

[ nachträglich editiert von Baron-Muenchhausen ]
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11.10.2011 16:33 Uhr von alexanderr
 
+0 | -10
 
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11.10.2011 16:45 Uhr von artefaktum
 
+16 | -1
 
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@Tillamoook: "und mein persönlicher Werdegang zeigt mir, dass man auch mit einem Hauptschulabschluss aber viel Fleiß, Willen, Willen und nochmals Willen nach oben kommen KANN."

Hier geht es nicht um Einzelfälle sondern um eine gesamtgesellschaftliche Betrachtung.
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11.10.2011 17:06 Uhr von Baron-Muenchhausen
 
+11 | -2
 
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@alexanderr: Und Du glaubst wirklich, die Industrie hat ernshaft ein großes Interesse an steigenden Löhnen in Deutschland?

Euro, Agenda 2010, Privatisierung von Renten-, Gesundheits- und Pflegeversicherung dienen nur einen Zweck: Genau dies zu verhindern.

Gerhard Schröder, Rede vor dem World Economic Forum in Davos, 2005:

"Wir müssen und wir haben unseren Arbeitsmarkt liberalisiert. Wir haben einen der besten Niedriglohnsektoren aufgebaut, den es in Europa gibt".


[ nachträglich editiert von Baron-Muenchhausen ]
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11.10.2011 17:43 Uhr von Allmightyrandom
 
+6 | -2
 
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Und: dafür hat Schröder auch noch Geld bekommen, der Vaterlandsverräter!
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11.10.2011 18:38 Uhr von Artim
 
+6 | -1
 
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Wie soll man da auch raus kommen, wenn jeder dazuverdiente Euro sofort angerechnet wird. Ansparungen für einen Neuanfang oder Absicherung werden somit gleich verhindert. Und die Bürokratie nimmt einem die Zeit aus dem Kreis auszubrechen.
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11.10.2011 19:37 Uhr von FrankaFra
 
+0 | -8
 
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Gesellschaftliche Entwicklung: Ja, nun kann die aber auch im Volk selbst begründet sein.

Wenn man nun schon ohne Abi in Niedersachsen studieren kann oder mit 3,0 im Abi sich in Medizin reinklagen kann... es steht jedem frei, in der Schule gut zu sein, Abitur zu machen.
Studium ist natürlich aufwendig, man hat eben nur wenig Geld, aber es ist alles möglich.
Jeder Mensch kann sich fortbilden.
Jeder Mensch kann sich verbessern.
Nur man darf sich nicht hängen lassen und nur noch auf "die da oben" schimpfen.
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16.10.2011 14:48 Uhr von Summersunset
 
+0 | -1
 
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Interessant wäre noch zu wissen: wie sich denn die Zusammensetzung derer geändert hat, die in Armut leben.

Es gibt leider immer mehr Migranten, die ohne nennenswerte Sprach- und Schulkenntnisse auf den Arbeitsmarkt entlassen werden. Dass deren soziale Mobilität gen Null tendiert, wundert nicht, weil dort schon die Grundlage fehlt.

Auch erheblich sollte der Wandel von der Industrie- zur Dienstleistungsnation sein. Wo man früher mit Maloche noch ein Auskommen schaffen konnte, fehlt heute einfach die Jobs in diesem Bereich. Dienstleistungsberufe haben hingegen ein anderes Anforderungsprofil.

Was mich dann aber doch wundert ist das warme Essen. Mit Einrichtungen wie der Tafel oder Aldi kann man schon in sehr geringen Preiskategorien warm essen.
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17.10.2011 10:03 Uhr von dgtell
 
+0 | -0
 
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Summersunset: Aldi ist leider nicht mehr so billig wie er einmal war, noch viel schlimmer ist es bei den Tafeln, wer sich mit dem Thema auseinandersetzt/ setzen muss weiss wie übel es wirklich ist.
Es gibt mittlerweile WARTELISTEN. Traurig aber wahr.

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