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Arbeitsrecht: Wie Stellenausschreiben zu Diskriminierung führen

Bei Stellenausschreibungen muss der Ersteller auf wichtige Grundsätze achten. Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) muss dringend eingehalten werden, möchte man nicht Gefahr laufen, verklagt zu werden. Bestimmte Kategorien dürfen laut Gesetz keine Rolle spielen.

So sollten z.B. Anfragen nach Geschlecht, der Religion, Belastbarkeit, der Muttersprache und dem Alter unbedingt vermieden werden, ebenso Wunsch nach einem Lichtbild. Das Bild allein könnte schon Probleme bringen, da dieses auf oben genannte Faktoren hinweist.

Die Frage nach "vollständigen Bewerbungsunterlagen" sei eine bessere Variante so Ulf Weigelt, Fachanwalt für Arbeitsrecht in Berlin. Im schlimmsten Fall könnte sonst ein Bewerber, der nicht eingestellt wird, vor Gericht klagen und sogar Recht bekommen.


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WebReporter: FrankaFra
Rubrik:   Politik
Schlagworte: Gesetz, Diskriminierung, Arbeitsrecht, Stellenanzeige
Quelle: www.zeit.de

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7 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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06.10.2011 06:47 Uhr von FrankaFra
 
+12 | -3
 
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Dringend mal die Quelle ansehen! Dort gibts noch einen schönen Fall zu lesen, für den eine Frau 2000 Euro Schadensersatz erhielt. Ich denke, ich mache das hauptberuflich: Annoncen durchgucken, auf alles bewerben und dann verklagen. :)
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06.10.2011 08:13 Uhr von ToH
 
+4 | -2
 
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@ Autorin: nette Idee, die is allerdings nich neu. Was du vorschlägst nennt sich AGG-Hopping und entstand bereits recht schnell nach Einführung des AGG, was mitlerweile so bummelig 4 Jahre her sein dürfte. Die Gerichte durchschauen das mitlerweile recht gut und es hat sich bereits eine gängige Rechtsprechung entwickelt, die das einzudämmen versucht...
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06.10.2011 09:22 Uhr von JesusSchmidt
 
+2 | -2
 
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3. absatz: der herr weigelt hat sicherlich auch eine kluge antwort auf die frage, was "vollständige bewerbungsunterlagen" bedeutet.
wer es auf eine diskrimierungsklage anlegt, wird genau das tun...
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06.10.2011 10:34 Uhr von indyreporter
 
+6 | -6
 
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Kranke Welt: in der man als Unternehmer Angestellte nicht nach Anforderungen einstellen darf.

Was ich nicht verstehe, ist dass man nicht gleich alle Firmen zwangsenteignet und den Kommunismus ausruft, das waere wenigsten ehrlich.

Es sollte sich niemand wundern, wenn irgendwann die gesamte Industrie in das Ausland abwandert...
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06.10.2011 11:20 Uhr von Nebelfrost
 
+10 | -3
 
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was ich bei stellenausschreibungen z.b. immer sehr fies und unmenschlich finde, ist die tatsache, dass als anforderung an den bewerber oft ein abgeschlossenes studium verlangt wird, obwohl die tätigkeit, die er in dem job machen soll, auch jeder mit realschulabschluss ohne probleme machen könnte und ein studium dafür gar nicht nötig wäre. vor allem da die meisten dieser firmen eh eine einarbeitungszeit haben, wo man auf die dortige tätigkeit die ersten paar wochen geschult wird. dies ist in meinen augen ausgeprägte diskrimierung. lustig ist dann vor allem, dass das angebotene gehalt bei der ausgeschriebenen stelle dem niveau eines studienabgängers überhaupt nicht gerecht werden würde und meist weit darunter liegt.

sehr amüsant ist auch die tatsache, dass in vielen stellenausschreibungen das gehalt gar nicht erst genannt wird. warum eigentlich nicht? ich bewerbe mich doch nicht auf eine stelle, wenn ich vorher nicht weiß was ich dort überhaupt verdiene. ich weiß, dass sich viele leute in deutschland trotzdem bewerben, weil viele deutsche kein selbstbewusstsein haben und sich selbst ständig unter wert verkaufen. in diversen anderen ländern würde so eine stellenausschreibung nicht mal beachtet werden.

behindert finde ich auch diese hochtrabenden englischen stellenbezeichnungen, die kaum einer versteht. wo leben wir hier eigentlich? wir leben in deutschland! und in deutschland wird deutsch gesprochen! also haben auch die stellenbezeichnungen in deutscher sprache zu sein. wieso muss man in einer deutschen stellenausschreibung "business unit manager" schreiben, wenn auch man auch "abteilungsleiter" oder "bereichsleiter" schreiben kann? wieso muss man "first level customer care agent" schreiben, wenn man auch "telefonist" schreiben kann?

die meisten unternehmen würden sich am liebsten einen männlichen, 25-jährigen studierten mit 20 jahren berufserfahrung und niedrigem gehaltsanspruch (unter 10 euro/stunde), sowie unbegrenzter bereitschaft für überstunden wünschen. ich denke, das wäre für viele unternehmen das idealbild eines perfekten angestellten.

aber so einen angestellten gibt es nicht, liebe kapitalistenschweine!
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06.10.2011 15:05 Uhr von Rob550
 
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@ indyreporter: Wo liegt dein Problem? Dass alle Bewerber gleiche Chancen auf den begehrten Job haben? Genau DAS finde ich krank... ewig irgendwelche Vorurteile oder Diskrimminierungen. Dabei steckt in einem bestimmten Bewerber, der ewig wegen dem ausländisch aussehenden Bewerber genau der Mitarbeiter, der lange Zeit gesucht wird.

In Niedersachsen gibt es ein Pilotprojekt bei einigen Arbeitgeber des öffentlichen Dienstes, wo anonyme Bewerbungen verlangt werden (also ohne Passbild und Namen) um Diskriminierungen und Vorurteile vorzubeugen - mit Erfolg. Ich hoffe dass dieses Projekt Schule macht und dass dieses Verfahren flächendeckend angewandt wird.

[ nachträglich editiert von Rob550 ]
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14.01.2012 16:23 Uhr von Chris9988
 
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hier macht doch eh jeder was er will.
Arbeitgeber schreiben Stellen aus, wo Sie nicht mal genau wissen was Sie benötigen.
"Da sollen IT-Fachkräfte auch noch geschick mit Grünpflanzen haben (heißt dann, der Parkplatz muß auch mal gereinigt werden)"

Mindestlöhne für Gebäudereiniger werden eingeführt "8,90 EUR" aber ein Netzwerkingenieur wird weiter per Zeitarbeit für 7,29 EUR beschäftigt und soll dem Arbeitgeber noch die Füße küssen.

Will man aber seine Bewerbung nach obigen Gesichtspunkten und trotzdem vollständig abgeben,
der schreibe dann doch einfach:
"Anbei die Bewerbungsunterlagen vollständig nach Gesichtspunkten des AGG" dann braucht auch keiner Angst haben das sein zukünftiger Arbeitgeber sich CIA oder FBI mäßig über seine potentiellen neuen Arbeitnehmer auskennt.

Wobei ich wissen möchte, wer davon überhaupt eine Chance hat ? Denn was macht der Arbeitgeber wohl mit den Bewerbungen, die wirklich komplett sind ?

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