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Studenten enttäuscht: Krise kein Thema in VWL-Vorlesungen

Sehr enttäuscht sind Studenten der Volkswirtschaftslehre vom Vorgehen ihrer Professoren: Es wird viel gerechnet in den Vorlesungen, aber die Finanzkrise wird, wenn überhaupt, nur am Rande behandelt. Berichten zufolge genau 90 Minuten lang im gesamten Grundstudium.

Viele Theorien, die bisher als fundamental für die VWL angesehen wurden, wurden durch die Finanzkrise erschüttert. Das ist das Problem: Die Fakultäten fahren mit demselben Lehrplan fort wie vor der Krise und arbeiten mit Faktoren, die so in der Realität momentan nicht gegeben sind.

Arif Rüzgar, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Erfurt sieht das ähnlich. Zur Thematik der Krise gibt es kaum geplante Kapazität. Rüzgar selbst hat den Arbeitskreis Postautistische Ökonomie mitbegründet, der sich für ein moderneres Vorgehen in diesem Fach einsetzt.


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WebReporter: FrankaFra
Rubrik:   Wissenschaft
Schlagworte: Krise, Thema, Studium, Volkswirtschaft, Lehrplan
Quelle: www.zeit.de

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12 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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06.10.2011 06:21 Uhr von FrankaFra
 
+8 | -2
 
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Tja, so ist es. Die, die es eigentlich in Zukunft besser machen sollten, können aus den Fehlern nicht lernen.

Business as usual. Schade eigentlich, dabei zeichnen sich Professoren meist durch Flexibilität aus.
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06.10.2011 07:49 Uhr von lowlander
 
+3 | -2
 
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Die Gründe für die Krise kommen schon vor! Als Akademiker bekommt man die Dinge nur nicht auf dem Tablett serviert sondern muss Zusammenhänge erkennen. Liebe VWL-Studenten, folgende Aussagen bitte mal unter dem Gesichtspunkt eines Mindestpreises (hier Zins auf Geldbasis, der heute nominal immer 0% und real der umgekehrten Inflationsrate entspricht):

- Prof. Otmar Issing schreibt in seinem Buch "Einführung in die Geldtheorie" (S. 284 in der 14. Auflage) dass es Konjunkturphasen gibt, in denen kein positiver [also wohl nur ein negativer] Zins Angebot und Nachfrage zum Ausgleich bringt.

- Prof. Greg Mankiw (Harvard) erwähnte explizit die Möglichkeit eines negativen Gleichgewichtszinses, z.B.:
http://gregmankiw.blogspot.com/...

- Prof. Willem Buiter (London School of Economics) dito, z.B.:
http://blogs.ft.com/...

- Prof. Ulrich van Suntum (INSM und Uni Münster) sprach nicht von negativem Gleichgewichtszins, aber nimmt die Notwendigkeit eines negativen Zinses an, z.B.:
http://www.insm-oekonomenblog.de/...

- Prof. Gerhard Illing schrieb u.a. in der FAZ (Kopie liegt vor) dass er nicht verstehe, warum die FED keine negativen Zinsen für Einlagen der Geschäftsbanken nehme. (Heute kann man das auf den Euro übertragen. Er ist aber auch kritisch, was die Einführung eines solchen im Alleingang eines Währungsraumes betrifft.)

- Prof. Paul Krugman (Princeton und Wirtschaftsnobelpreisträger 2009) nahm 2009 einen negativen Gleichgewichtszins an, z.B.:
http://krugman.blogs.nytimes.com/...

Schon 2003 schrieben drei isralische Wissenschaftler von dem Phänomen:
http://papers.ssrn.com/... (Der komplette Artikel kann aber über http://www.cfapubs.org/... bezogen werden.)

Auch ähnliche Aussagen von Prof. Paul A. Samulesson und sogar Milton Friedman lassen sich finden, wenn auch letzterer aus der Unerreichbarkeit eines negativen Nominalzinses (im derzeitigen Geldsystem) schloss, dass es einen solchen gar nicht geben könnte.

Mal nachdenken, was würde passieren, wenn der Nominalzins von Geldbasis nicht 0%, sondern z.B. 5% wäre? Warum sollte bei 0% nicht dasselbe passieren können? Wie kann heute der Realzins von Geldbasis gedrückt werden? Vielleicht nur durch Neuverschuldung? Also Feuer mit Feuer löschen? Steht alles in den Lehrbüchern, man muss es nur richtig interpretieren!
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06.10.2011 09:53 Uhr von Lucianus
 
+5 | -1
 
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"Schade eigentlich, dabei zeichnen sich Professoren meist durch Flexibilität aus."

Muahahahahahahahahahahahahahaha .... ne iss klar ...
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06.10.2011 09:53 Uhr von meisterthomas
 
+5 | -0
 
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Wenn Volkswirtschaft kurze Beine kriegt: Das Problem unserer Studenten ist, dass sie nach wie vor nur Halbwahrheiten lernen.
Und das Problem ihrer Professoren ist, sie sind und waren die Helfer und Helfershelfer dieser Krisen.

Wenn Lügen wirklich kurze Beine hätten, dann wären unsere Volkswirtschaftler allesamt einbeinig.

[ nachträglich editiert von meisterthomas ]
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06.10.2011 10:11 Uhr von Jaegg
 
+4 | -0
 
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jeder: VWLer sollte doch durch ein bisschen logik und ein wenig geschichtskenntnis erahnen können, dass diese finanzkrisen nunmal nicht verhindert werden können.
sie können den finalen breakdown um einige jahre hinauszögern(geschieht ja zur zeit), aber definitiv nicht umgehen.
man muss doch erkennen, dass sich die geschichte immer wiederholt. die definition des kapitalismus lässt doch schon gar nichts anderes zu. ewiges wachstum ist nicht möglich.
"irgendwann muss man sich den bebauten platz wieder frei räumen, um ihn erneut zu bebauen." dafür sorgen die krisen und kriege.
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06.10.2011 10:23 Uhr von raterZ
 
+7 | -0
 
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haha so weit kommts noch: dass VWLer etwas über reale Volkswirtschaften lernen.

das ist ja so, als ob Mediziner etwas über Krankheiten heilen lernen würden ;)
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06.10.2011 10:30 Uhr von achjiae
 
+4 | -0
 
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Jeder halbwegs vernünftige Student: sollte genug Neugier und Verständnis haben, um die gelernte Theorie mit der Realität zu verknüpfen. Es ist eben keine Schule mehr ....

Es tut mir leid, wenn ich hier jemanden auf den Schlips trete, aber von den WiWis habe ich selten etwas gutes gehört.
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06.10.2011 10:44 Uhr von Misuke
 
+4 | -0
 
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da müsste man: ja seine skripte umschreiben und aaaaaaaaaaaaaaahhhhhhhhhhhhh Stoff nachpauken ^^
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06.10.2011 12:06 Uhr von sicness66
 
+1 | -1
 
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Richtig so! Der Professor soll mir werturteilsfrei die Theorien inlusive Kritik vermitteln. Diese Theorien kann ich dann im Selbststudium hinterfragen oder weiter erforschen. Zu den Ursachen der Finanzkrise gibt es vielfältige Ansichten, die teilweise von der Ideologie des Professors abhängen. Deswegen gibt es im Fernsehen auch so viele unterschiedliche Profs mit unterschiedlichen Aussagen, geschweige denn von den Profs die überhaupt keine Ahnung haben...

Ich fand es an meiner Uni sehr gut, dass sich zum Beispiel der Prof. immer zur Theorie Keynes vs. Chicago/Havard-School zurückgehalten und uns lieber Literatur empfohlen hat, um uns selbst weiter zu informieren...
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06.10.2011 12:37 Uhr von Alice_undergrounD
 
+0 | -0
 
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lol: sollen erstmal die theorie und und grundwissne lernen, dann kann man über aktuelle sachen diskutieren.

wir im physikstudium würden auch nicht wochenlang nur über diese neutrinos, die angeblich schneller als das licht sind unterrichtet werden, während zB. mechanik dran is, bloss weils auf allen titelseiten steht -.-
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06.10.2011 13:51 Uhr von J4ck3D
 
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vwl: ich verstehe immernoch nicht wie man vwl studieren kann und dabei habe ich selbst wirtschafts studiert. jobaussichten gibt es bei den reinen vwlern keine. die theorien sind veraltet und trockener als trocken. einzig makroökonomie ist da ein kurzer lichtblick...
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06.10.2011 14:23 Uhr von MC_Kay
 
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Lernen: Im Studium bekommt man "allgemeines Wissen" und Arbeitsmethodiken vermittelt, auf die man aufbauen kann.

Schließlich ist man nicht an der Hochschule um dort das Wissen vorgebetet zu bekommen, sondern um sich selbst Wissen anzueignen.
Kommen nun neue Sachverhalte oder Problematiken im späteren Berufsleben kann man auch nicht argumentieren, dasss man es im Studium nicht hatte! Darum ist die Argumentation der Studenten in dem Fall für mich unverständlich. Natürlich kann man solche aktuellen Themen nebenbei mal ansprechen oder kleinere Projekte laufen lassen in denen diese Vorfälle thematisiert werden, aber Basisstoff in der Lesung ist es eher weniger.

Darum liebe Studenten. Lest euch ein und betrachtet die Folgen eines solchen Ereignisses auf das gelernte Wissen.

PS.: Ich war selber Student
PD. M.-Sci. M.-Eng. Dipl.-Ing. B.-Eng.

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