05.10.11 23:26 Uhr
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Unzumutbar: Regierung nimmt Weihnachtsgeld-Kürzung für Beamte zurück

Deutschland ächzt unter Sozial- und Rentenkürzungen, doch die Beamten dürfen sich nun über eine vorzeitige Rücknahme ihres Beitrages zur Haushaltskonsolidierung freuen. Die Kürzung der Weihnachtsfest-Sonderzahlung für Beamte von 60 auf 30 Prozent des Monatslohns wird bereits 2012 Geschichte sein.

Innenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) erklärte, mit dem für ursprünglich 2015 geplanten Schritt werde der Beitrag der Staatsdiener zur Überwindung der europäischen Krise gewürdigt. Die Wirtschaftsflaute sei noch "besser gemeistert" worden, "als es im Frühjahr 2010 absehbar war", so Friedrich.

Michael Hartmann, stellvertretender innenpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, nannte den Beamten-Obolus einen nicht mehr gut zu machenden Schlag ins Gesicht jener Betroffenen, die "über ihre Grenzen gehen, um diesem Land zu dienen". Der "Vertrauensbruch" zum Staat sei nun nicht mehr korrigierbar.


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WebReporter: Baron-Muenchhausen
Rubrik:   Politik
Schlagworte: Regierung, Beamte, Kürzung, Weihnachtsgeld
Quelle: www.rp-online.de

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10 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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05.10.2011 23:26 Uhr von Baron-Muenchhausen
 
+12 | -3
 
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Einfach nur noch Satire pur – offenbar will man keinen Beamtenneid zwischen den Staatsdienern Griechenlands und Deutschland aufkommen lassen.

Und so verteilt man – mit Blick auf die Bayern-Wahl und schwindenden Beliebtheitswerten Angela Merkels - schon mal fleißig Wahlkampfgeschenke ans Wähler-Klientel, obwohl die Milliarden-Rechnungen beinahe stündlich ins Haus flattern.

Derweil ächzt das Millionenheer von Outgesourcten unter immer neuen Lohn-, Sozial- und Rentenkürzungen.

[ nachträglich editiert von Baron-Muenchhausen ]
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05.10.2011 23:36 Uhr von ElChefo
 
+6 | -10
 
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Korrektur die Maßnahme wurde als "befristet" und "notwenig" beschlossen, aber nie zurückgenommen.

Der Kommentar Hartmannns ist mehr als zutreffend, da zur Zeit der Kürzung so ziemlich alle privatwirtschaftlichen Branchen Rekordprämien an ihre Mitarbeiter, auch ausserhalb der Führungsriegen zahlten - nur der Staatsdiener blieb mit der erzwungenen "Solidaritätsleistung" auf der Strecke.

Die Frage sollte also lauten: Wieso sollten ALLE Anderen mehr erhalten, während diejenigen, die dem Staat dienen, unter dessen Fuchtel die provisionszahlenden Unternehmen Gewinne erwirtschaften, rein nichts abbekommen - im Gegenteil, noch Abzüge hinnehmen müssen?

Kleiner Auszug meiner Dienstzeit:
Anfangs gabs Urlaubsgeld - gestrichen, doofe Wirtschaftslage.
Anfangs gabs Weihnachtsgeld - von 100% auf 60% auf 30% auf 0% gestrichen, "man kann es ja nicht erklären". Schwachsinn.
Überstunden - wenn überhaupt, dann Freizeitausgleich. Geht aberr nicht wegen gespannter Personallage. Also Geld. Geht aber auch nicht, weil kein Geld da. Da sogar noch die rechtswidrige Nötigung zur Freizeitregelung bei gleichzeitiger Urlaubssperre für Schlüsseldienstposten.

...haha. Genau. Totale Satire. Nur halt anders, als der Autor glaubt.

Diese Rückführung auf einen Teil des alten Modells ist nebenbei kein Stimmenfang, sondern ein langfristig erarbeiteter Erfolg des Bundeswehrverbandes - langfristig im Sinne von "seit der Streichung". Mal sehen, was es den Berufsstand mal wieder kosten wird.
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05.10.2011 23:56 Uhr von Baron-Muenchhausen
 
+13 | -4
 
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@ElChefo: "Wieso sollten ALLE Anderen mehr erhalten..."

Du vergisst, dass hierzulande mittlerweile 23% der Beschäftigten im Niedriglohnsektor angelangt sind, drei von vier bringen eine Berufsausbildung mit (siehe http://is.gd/...). Sie mussten seit 2000 Reallohn-Kürzungen von durchschnittlich 14 Prozent - einige Quellen sprechen sogar von über 20 Prozent - hinnehmen.

Im Mittel aller bundesdeutschen Beschäfigtigen sanken die Reallöhne laut Hans-Böckler-Stiftung zw. 2000 und 2010 um immerhin noch 4,5%.

Deutsche Löhne liegen mittlerwile weit unter EU-Durschnitt (siehe http://is.gd/...), ergo muss auch bei den Beamten, die nur Dienstleister dieser Menschen sind, gespart werden.

Dazu kommt: Ein männlicher Beamter wird im Durchschnitt 77 Jahre alt, ein männlicher Arbeiter im Schnitt nur 70 Jahre alt. Dabei erhält letzerter nur noch ein Armutsbrot - der Beamte ein Vielfaches. Bei einem Renteneintrittsalter von mittlerweile 67 (mittlerw. sind schon 69 angedacht) stellt sich hier zwangsläufig also die Frage, wer hier wem auf der Tasche liegt.

[ nachträglich editiert von Baron-Muenchhausen ]
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06.10.2011 00:00 Uhr von Polyhymnia
 
+5 | -9
 
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Weg mit religiösen Einflüssen. Allgemein bin ich gegen Weihnachtsgeld und für alle verbindliche christliche Feiertage. Das sollte jedoch nicht in einem Minus an Freizeit und Geld enden. Statt Weihnachtsgeld, erhöht das Monatsgehalt der Menschen, bis sie auf denselben Lohn kommen. Anstatt religiöser Feiertage gebt den Menschen mehr frei wählbaren Urlaub. Staat und Religion müssen endlich getrennt werden.
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06.10.2011 00:05 Uhr von FirstAdvocat
 
+3 | -5
 
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Wenn man bedenkt das sich das Weihnachtsgeld der Beamten ursprünglich aus den Beträgen zusammen setzt, die vom Monatsgehalt einbehalten bzw. 12 Monate lang vorenthalten wurden, und die Kürzung des Weihnachtsgeldes auf unter 100% über den dem Staat gegebenen 12-monatigem Kredit bei Nullrunden oder gerade Mal Inflationsausgleich hinaus eine Unverschämtheit gegenüber den Beamten bedeutet, sollten sich diverse Journalisten mit ihrer Hetze gegen den Beamtenstand ruhig einmal ein bischen zurückhalten; schließlich stand es ihnen ja selbst mehr oder weniger frei, den ach so tollen Beamtenberuf zu ergreifen. Das einzig sichere ist inzwischen nur noch der Arbeitsplatz, all die gepriesenen sonstigen "Privilegien" sind seit Jahrzehnten abgeschafft. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis der erste Beamte Aufstockungs-Hartz-IV bekommt, weil er seine Familie sonst nicht mehr ernähren kann.
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06.10.2011 00:07 Uhr von ElChefo
 
+2 | -7
 
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Baron und warum sollten sich Bundesbeamte am untersten Niveau orientieren müssen? Das ist doch der absolute Futterneid, ehrlich mal, das macht doch keinen Sinn.

Es gibt IMMER im Leben Menschen, denen es schlechter als einem selber geht. Ist das jetzt ein Grund, sich schlecht zu fühlen und sich per se unter Wert zu verkaufen?

Ich hätte auch bei einem namhaften Flugzeug-Hersteller arbeiten können mit meiner Ausbildung, für 300-400 Netto mehr als beim Bund. Hab ich aber nicht - weil mir mein Job Spass gemacht hat und Arbeitszufriedenheit mehr wiegt als Einkommen.
...aber im Ernst: Schliesst das auch ein, das ich Ungerechtigkeit hinnehmen muss? Wohl kaum. Erst recht nicht, wenn es darum geht, eine Maßnahme, die als kurzfristig hinzunehmen angekündigt wurde, dann aber als dauerhaft instituiert wurde, aufzuheben.
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06.10.2011 00:27 Uhr von Gebirgskraeuter
 
+6 | -2
 
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"Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis der erste Beamte Aufstockungs-Hartz-IV bekommt, weil er seine Familie sonst nicht mehr ernähren kann"

Ich kenne 2 Beamte, Schwiegervater=ehem. Stellvertretender Landrat, Dezernent für alles mögliche und jetzt, im Alter, nur noch Teamleiter bei der bunten Agentur. Sowie den Vater von nem Kommilitonen und Freund aus Schultagen, Dezernent mittlerweile für alles was mit Umweltfragen und Asylbewerbern (tolle Mischung) zu tun hat. Beiden geht es finanziell vortrefflich, tolles Haus, tolles Auto, jedes Jahr schicker Urlaub, weder meine Freundin noch mein Kommiliton müssen ihr Studium selbst finanziert bekommen, Alterteilzeit mit ich glaub 59 oder so...

Find ich das jetzt verwerflich? Mit nichten! Nem geschenkten Gaul schaut nunmal keiner ins Maul, aber schlecht geht es den beiden bei weitem nicht.
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06.10.2011 08:01 Uhr von UICC
 
+1 | -0
 
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Na da freue: ich mich ja schon auf die nächste TvÖD Tarifrunde Anfang nächstes Jahr. 5% Erhöhung ick hör dir Trapsen :D:D:D
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06.10.2011 09:08 Uhr von maki
 
+6 | -2
 
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*kopfkratz*: Was ist "Weihnachtsgeld"?

Staatsdiener? Unproduktive Steuerverschwender, die mehrheitlich nur der Unterdrückung der Normalbürger dienen (Ja, auch eine Anlage A3-XI zu Antrag JbGmfhXL dient der Unterdrückung - egal ob beabsichtigt oder einfach nur der Bürokratie geschuldet)
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07.10.2011 20:07 Uhr von FirstAdvocat
 
+0 | -0
 
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@maki: Hättest Du meinen Kommentar gelesen, wüsstest Du jetzt, dass Weihnachtsgeld die Beträge sind, die einem in den ersten 11 Monaten des Jahres vorenthalten werden und dann als tolles Geschenk im Dezember verkauft werden.

Würdest Du Dich weniger unterdrückt fühlen, wenn Du Deinen Führerschein von der Tankstelle bekommen hättest oder bei einem Einbruch Deine Nachbarn und Freunde zusammentrommeln müsstest um die Straftat aufzuklären? Deine Kinder würden natürlich von Privatlehrern, die Du selbst einstellst, unterrichtet, damit sie nicht dumm sterben.

Beamte sind immer noch die billigste Alternative für den Staat. Ausnahmen wie die oben genannten Dezernenten und Teamleiter gibt es immer, nur, es sind eben Ausnahmen.

Das Gros der Beamten ist nicht im höheren, sondern im mittleren und einfachen Dienst, der Polizist, der Feuerwehrmann, der Standesbeamte, der Straßenmeister und wie sie alle heißen. (Ach ja, bald wird es Winter und Du hättest doch sicher gerne geräumte Straßen?)

Diesen einfachen Leuten das Weihnachstgeld zu kürzen oder die Kürzung nicht zurückzunehmen, bedeutet einfach nur eine Unverschämtheit.

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