05.10.11 06:10 Uhr
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Forscher erklären, warum uns Gewaltnachrichten nicht schockieren

Berichts-Overkill, dann das kollektive Vergessen: Forscher können nun erklären, warum die mediale Überpräsenz von Gewalt- und Schreckensnachrichten nicht vermehrte Anteilnahme und Bestürzung zur Folge hat. Das Stichwort lautet: Habituation.

Professor Hansjörg Znoj, stellvertretender Leiter des Instituts für klinische Psychologie und Psychotherapie der Universität Bern erklärt, die Überflutung mit Schrecken und Gewalt sorgt dafür, dass die Wirkung auf uns nachlässt und so keine Reaktion mehr abverlangen. Wir stumpfen global ab.

Vergleichbar dazu sei das "Flooding", bei dem beispielsweise ein Höhen-Phobiker solange dem Schreckreiz der Höhe ausgesetzt wird, bis er in Panik verfällt. Da der Körper diesen Zustand nicht beliebig lange halten kann, nutzt er eben die Abstumpfung. Abstumpfung ist somit überlebenswichtig.


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WebReporter: FrankaFra
Rubrik:   Gesundheit
Schlagworte: Forscher, Gesundheit, Gewalt, Schock, Geist
Quelle: www.welt.de

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13 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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05.10.2011 06:10 Uhr von FrankaFra
 
+19 | -5
 
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Ja okay, wir wussten es alle. Aber niemand kannte das Fachwort Habituation, und den begriff habe ich als Fachfrau nie mit dem Flooding bei Höhenangst oder Klaustrophobie in Verbindung gebracht.

Daher die News... nur falls jemand fragen will "Wo ist denn da die News?"

:D
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05.10.2011 07:43 Uhr von LLCoolJay
 
+2 | -6
 
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werasd: Gewalt ist etwas alltägliches und war es auch schon immer. Der Mensch muss damit entweder klar kommen oder daran scheitern.

Ist auch ein Teil der natürlichen Auslese.

Gewalt kann nicht nur körperlich sein. Psychische Gewalt wie z.B. Mobbing ist mindestens genauso aggressiv und schädigend wie körperliche.
Vielleicht sogar noch mehr.

Andererseits ist der Mensch auch nicht für eine komplett harmonische Welt geschaffen. Wenn alles ruhig ist und alle glücklich sind kann der Mensch das nicht ewig aushalten und sucht etwas das nicht in Ordnung ist.

Nach meiner Ansicht ist Gewalt in den Medien nicht nur zu dulden, sondern sogar erwünscht.
Lieber diesem Drang in Computerspielen und Fernsehen nachgehen als in der Realität.
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05.10.2011 08:31 Uhr von Observer02
 
+3 | -1
 
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Immer wieder: schön zu lesen für welch logische Banalitäten Forscher bezahlt werden. Dass wir abstumpfen ist nichts neues. Merkt man z.B. auch am MP3 über-konsum. (nicht gegen den Autor gerichtet sondern den Forschungs etat)

[ nachträglich editiert von Observer02 ]
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05.10.2011 09:20 Uhr von JesusSchmidt
 
+4 | -0
 
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Schocktherapie bei Phobien funktioniert nicht. Der dritte Absatz ist gelogen.
Wenn ein Phobiker in Panik verfällt und die Ursache nicht abgestellt wird, stumpft er keineswegs ab. Er wird kollabieren.
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05.10.2011 11:09 Uhr von phiLue
 
+2 | -0
 
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Vielleicht auch ein Grund warum immer mehr Gewalt angewandt wird?
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05.10.2011 11:38 Uhr von Facemeltor
 
+4 | -0
 
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wieso sollten mich solche Nachrichten schockieren? Es trifft doch immer nur die Anderen :)
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05.10.2011 13:18 Uhr von MC_Kay
 
+1 | -0
 
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James Bond: Wie sagte mal der Medienmogul bei dem Film "Tomorrow never dies"?

"Schlechte Nachrichten sind die besten Nachrichten!"

Irgendwann ist die Gesellschaft so abgehärtet/abgestumpft, dass selbst Shows wie "Running Man" oder "Death Race" zum Tagesprogramm in Kinderkanal gezeigt werden.
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05.10.2011 13:43 Uhr von FrankaFra
 
+2 | -1
 
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JesusSchmidt: Da hast du leider unrecht, zumindest teilweise.

Das Über-Reizen wird schon lange erfolgreich als Therapiemaßnahme durchgeführt. Doch muss dies unter strengen Auflagen erfolgen und ist nicht mit jedem Menschen machbar,

LG, Franka
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05.10.2011 17:04 Uhr von mayan999
 
+1 | -0
 
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genau das gleiche: sag ich auch immer.

ich erinnere mich gerade an ein interessanten kommentar von joschka fischer beim philosophischen quartett(zdf). er sagte, die sich ausdehnende entwicklung an informationsflüssen würde die menschen an einer "neuen globalen gemeinschaft" teilhaben lassen, die probleme besser zu regeln weiß, und sich und andere untereinander auf kommunikativer ebene für bestimmte entwicklungen sensibilisiert.

ich finde diese aussage ließe sich verschieden interpretieren. die frage ist, WAS herr fischer konkret unter "bestimmten entwicklungen" versteht, und WIE diese "neue globale gemeinschfaft" eigentlich aussehen soll.

ich(!) denke die wollen eine widerstandsunfähige sklavenrasse züchten, die der heutigen in sachen effizienz weit überlegen ist. wenn diese stark leistungsorientierte und antikapitalistische neue gesellschaft sich auch noch 361° tolleranz(gendermainstreaming usw.) auf ihre fahne schreibt, dann ist dies der weg der die vison von 1984 manifestiert. dann ist´s genau so eingetroffen wies prophezeit war. der kapitalismus sollte die demokratie abschaffen und sich dadurch selbst "reformieren", indem eine undemokratische "partei" demokratisch -aus der not heraus- gewählt wird und die fehler des "demokratisch legitimierten kapitalismus" anprangert und eine bessere, neue welt verspricht, dessen preis die abgabe bestimmter souveränitäten darstellen würde. wir befinden uns auf dem wege in einen wirtschaftsfaschismus, der sich zb. "öko-öko-sozialismus" nennen wird.

ich fordere jeden auf, dies zu widerlegen !!

[ nachträglich editiert von mayan999 ]
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05.10.2011 17:15 Uhr von wildmieze
 
+1 | -0
 
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@FrankaFra: Ja, stimmt schon. Dummerweise wird die Tatsache, daß das eben nicht mit jedem Menschen machbar ist, gerne mal ignoriert. Zum einen leider von unfähigen Psychologen - und zum anderen auch von den Mitmenschen.
In deren Köpfen geistert nämlich der Irrglaube herum, daß jeder jede Angst bekämpfen kann, wenn er sich ihr nur stellt. So nach dem Motto: Du hast Höhenangst? Ach komm, wir gehen einmal auf den Fernsehturm, und schwupps, biste geheilt. Gab auch mal sone bekloppte Fernsehshow, die das quasi propagiert hat. Ich dachte mir da immer nur: ich persönlich würde bei der ein oder anderen Phobie eher mit dem Kopf vor die Wand schlagen und den Moderator beißen als da mitzumachen (zumindest bei den stärksten Phobien).

Zum Thema: OK .. war soweit bekannt. Aber schön, daß ich ein neues Wort gelernt habe ;)

[ nachträglich editiert von wildmieze ]
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05.10.2011 18:21 Uhr von Botlike
 
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05.10.2011 22:09 Uhr von Floxxor
 
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mimimimimi: Quoten regieren die Nachrichten.....wers mag, solls doch schauen
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06.10.2011 00:50 Uhr von cefirus
 
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Mag teilweie stimmen Man muss auch bedenken, dass der Blick in ein Medium kein direkter Einfluss ist. Es wirkt nicht unmittelbar, wie Gewalt, die vor unseren Augen passiert.

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