Forscher erklären, warum uns Gewaltnachrichten nicht schockieren
Berichts-Overkill, dann das kollektive Vergessen: Forscher können nun erklären, warum die mediale Überpräsenz von Gewalt- und Schreckensnachrichten nicht vermehrte Anteilnahme und Bestürzung zur Folge hat. Das Stichwort lautet: Habituation.
Professor Hansjörg Znoj, stellvertretender Leiter des Instituts für klinische Psychologie und Psychotherapie der Universität Bern erklärt, die Überflutung mit Schrecken und Gewalt sorgt dafür, dass die Wirkung auf uns nachlässt und so keine Reaktion mehr abverlangen. Wir stumpfen global ab.
Vergleichbar dazu sei das "Flooding", bei dem beispielsweise ein Höhen-Phobiker solange dem Schreckreiz der Höhe ausgesetzt wird, bis er in Panik verfällt. Da der Körper diesen Zustand nicht beliebig lange halten kann, nutzt er eben die Abstumpfung. Abstumpfung ist somit überlebenswichtig.