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TV-Fußballrechte: EU-Gericht "Ausländische Decoder-Karten sind erlaubt"

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) sprach am heutigen Dienstag ein Urteil, das die Vermarktung der Fußballrechte in der Fernsehwelt wohl entscheidend revolutionieren dürfte.

Nach dem Urteil des EU-Gerichts sind ausländische Decoderkarten grundsätzlich nicht mehr verboten. Exklusive Fernsehrechte im professionellen Fußball seien ein Verstoß gegen EU-Recht.

Vorausgegengen war ein Streit zwischen einer englischen Pub-Besitzerin und der Premier League. Die Frau hatte in ihrer Kneipe mit einer griechischen Decoderkarte ihren Gästen das Schauen von Fußballspielen ermöglicht.


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WebReporter: Saftkopp
Rubrik:   Brennpunkte
Schlagworte: Fußball, EU, TV, Gericht, Vermarktung
Quelle: www.augsburger-allgemeine.de

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11 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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04.10.2011 11:34 Uhr von artefaktum
 
+1 | -4
 
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Ich versteh das Urteil nicht ganz: Diese Wirtin hat in UK die Karte eines Anbieters benutzt, der nur(!) die Lizenzrechte für Griechenland erworben hatte. Wieso soll die Benutzung in UK dann statthaft sein?
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04.10.2011 11:40 Uhr von Bayernpower71
 
+4 | -0
 
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"Exklusive Fernsehrechte im professionellen Fußball seien ein Verstoß gegen EU-Recht. "


Das könnte wirklich noch eine riesen Welle auslösen. aka Bosman 2.0
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04.10.2011 12:04 Uhr von groehler
 
+12 | -2
 
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@artefaktum: Die Wirtin hat den Decoder und den Sender eines griechischen PayTV Anbieters genutzt um in ihrem Pub die englische Premier League zu zeigen ...

Das war aber, bis heute, nur dem englischem Rechteinhaber BSkyB erlaubt, und der hat die Wirtin darauf hin verklagt.
Das Programm aus Griechenland war natürlich viel billiger für die Pub-Besitzerin (ca. 6000 Euro/Jahr Ersparnis).

Und das Gericht hat nun halt entschieden das die Wirtin weiter den griechischen Sender zeigen darf, da es sonst gegen europäisches Wettbewerbsrecht verstößt.

Das würde heißen das ich mir hier in Deutschland bald auch nen Anbieter aus dem europäischen Ausland suchen kann, der deutlich billiger ist als SKY ...

Kann für uns Kunden nur gut sein. Entweder wird SKY endlich mal ihre Mondpreise senken, oder sie werden massig Kunden an die billigeren Anbieter verlieren (mich eingeschlossen)

[ nachträglich editiert von groehler ]
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04.10.2011 12:09 Uhr von artefaktum
 
+0 | -2
 
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@groehler: Erst einmal danke für deine ausführliche Antwort.

Das hatte ich so weit auch verstanden. Mir ging es aber um einen anderen Punkt: Der griechische Anbieter hatte lediglich eine Lizenz für Griechenland. Ob man jetzt auch im EU-Ausland anbieten darf oder nicht: Eine Lizenz für dieses Land muss man ja dennoch haben, das bleibt von diesem Urteil ja unberührt.
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04.10.2011 12:26 Uhr von tutnix
 
+6 | -0
 
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@artefaktum: die praxis, exklusivlizenzen für bestimmte gebiete zu veräussern, hat das gericht damit für ungültig erklärt. wenn der griechische sender sich eine sendelizenz kauft, kann er sein programm in der gesamten eu anbieten.
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04.10.2011 12:31 Uhr von artefaktum
 
+0 | -0
 
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@tutnix: Okay, das hatte ich auch verstanden. In diesem Verfahren ging es allerdings um etwas, was in der Vergangenheit liegt. Und bisher (zumindest 2007, da liegt der Fall) hatte der griechische Anbieter lediglich eine Lizenz für Griechenland. Und deshalb verstehe ich nicht, wie das das dann rechtens sein konnte, Kunden in UK zu haben. Verkaufen zu dürfen reicht ja nicht aus, man muss ja trotzdem die Lizenzrechte für diese Region haben, und die hatte der Anbieter definitiv nicht.
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04.10.2011 12:52 Uhr von das kleine krokodil
 
+2 | -0
 
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@artefaktum: Naja ist ja auch nicht so ganz klar wie sie Kundin war.Sie hätte ja z.B.: eine Ferienwohnung in Grichenland haben können, dann ein Pay TV abo abschließen und die Karte + Reciver einfach mit nach England genommen haben.

wobei ich momentan das Urteil suche ich finde es nirgendwo im Download. Einige Quellen sprechen davon das Bestimme dinge wie Grafiken wohl noch geschützt sind, aber ein Fussball spiel nicht.

Und momentan ist noch nicht wirklich klar was dieses Urteil genau aufzeigt. Auch wenn dieses Urteil evtl. noch nicht Direkt anwendbar ist, so könnte es doch sein, dass man in Zukunft einfach Ausländisches Pay TV abonieren kann, evtl. werden sogar Geo IP Sperren von Mediatheken illegal (zumindest innerhalb der EU).

Wobei im PayTV ist die Lösung ja eigentlich simpel in Zukunft werden wohl keine Festen Geldbeträge mehr für Sportveranstaltungen gezahlt sondern es gibt dann halt Verträge die sagen Pro Abonent, der es Empfangen kann muss der PayTV anbieter eine gewisse summe an den Sportveranstalter zahlen.
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04.10.2011 13:08 Uhr von artefaktum
 
+0 | -0
 
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@das kleine krokodil: "wobei ich momentan das Urteil suche ich finde es nirgendwo im Download."

Da hast du recht. So lange man da im Detail nichts weiß, ist das vielleicht auch müßig zu überlegen, was gemeint sein könnte.
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04.10.2011 14:00 Uhr von Artim
 
+0 | -3
 
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Der wahre Grund warum Griechenland pleite geht: und die EU verlassen muss. Dann darf man griechische Decoderkarten in der EU nicht mehr benutzen. Und wir lassen uns einen erzählen, es gäb ne Eurokrise.
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04.10.2011 15:50 Uhr von Power-Fox
 
+1 | -0
 
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dann dürfte das ORF sein programm ja auch frei senden in der EU anstatt zu verschlüsseln den die dürfen auch nur aus lizenz gründen nur in Österreich senden.... oder hab ich ein denk fehler?
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04.10.2011 16:52 Uhr von das kleine krokodil
 
+2 | -0
 
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Hier das Urteil: Bei http://winfuture.de/... wurde das Urteil verlinkt
http://curia.europa.eu/...

Wie alle Gerichtsurteile sehr trocken zu lesen. Und als Juristischer Laie kann ich da auch nicht viel zu sagen. Interessant finde ich aber die Unterpunkte 89 der Gebietsklauseln als Verstoss gegene Art. 56 AEUV wertet
Auch Punkt 113 ist nicht schlecht, da man ja die Anzahl der Decoderkarten kennt, kann man auch angemessene vereinbaren

Und der Hammer steckt meiner meinung nach in 144
"Da diese Klauseln von Verträgen über eine ausschließliche Lizenz daher einen wettbewerbswidrigen Zweck haben, ist der Schluss zu ziehen, dass sie eine verbotene Wettbewerbsbeschränkung im Sinne des Art. 101 Abs. 1 AEUV darstellen."

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