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Schock-Urteil für Universitäten: Lange Studienwartezeiten verletzen Grundrecht

Ein Verwaltungsgericht hat entschieden: Sechs Jahre Wartezeit auf einen Medizinstudienplatz seien unzumutbar. Es bestehe ein Anrecht auf einen solchen Studienplatz, auch bei mittlerer Abiturleistung. Mit zwölf Wartesemestern sei die Grenze überschritten.

Der Kläger schloss sein Abitur mit Note 3,0 ab. Aufgrund des Numerus Clausus waren Wartezeiten abzusehen und so machte er eine Laborassistenz-Lehre. Dann bewarb er sich erneut und wurde wieder abgewiesen. Mit drei weiteren Bewerbern klagte er, mit Erfolg.

Die Gelsenkirchener Richter sahen es als erwiesen an, dass der Anwalt Recht habe, dass die Auswahlsysteme verfassungswidrig seien. Mit diesem Urteil könnte sich ein Hintertürchen geöffnet haben, das anderen Medizinbewerbern nun helfen könnte, an einen Studienplatz zu gelangen.


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WebReporter: FrankaFra
Rubrik:   Brennpunkte
Schlagworte: Urteil, Studium, Wartezeit, Grundrecht, Studienplatz
Quelle: www.spiegel.de
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19 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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30.09.2011 06:08 Uhr von FrankaFra
 
+18 | -37
 
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30.09.2011 07:14 Uhr von Bongolus
 
+27 | -2
 
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@Author: NCs sind keine Notenbeschränkungen, sondern bedeutet einfach nur beschränkte Anzahl (in dem Fall an Studienplätzen). Da gerade in einem Medizinstudium bei der Hochschule gewisse Einrichtungen existieren müssen, z.B. Laborplätze.
Nur deswegen ist es überhaupt erlaubt, dass Hochschulen für bestimmte Studienfächer einen NC haben. Denn das Grundgesetz gewährt ein Recht auf freien Zugang zur Bildung. Und klagen um seine (Grund-)Rechte einzufordern ist auch ein Grundrecht.

Zumal ich persönlich die Erfahrung gemacht habe, dass Noten überhaupt nichts aussagen. Mir hat mal ein Religionslehrer ne 4 ins Zeugnis geknallt mit der Begründung ich wäre hochintelligent und hätte mehr leisten müssen als die "normalen" Schüler.
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30.09.2011 07:33 Uhr von saber_
 
+11 | -7
 
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@Bongolus: du magst ja recht haben, aber es ist davor ja auch schon bekannt wie das ganze gehandhabt wird...

will man also medizin studieren, so muss man sich eben schon im abi anstrengen um den NC zu erreichen...


das krasse gegenteil waeren jetzt zum beispiel ingenieursstudiengaenge ohne NC... da fangen 800 studenten im semester an, und nach kurzer zeit sinds dann nurnoch 200... und alle heulen rum wie unfair das ist und mimimimi...


anscheinend kann mans keinem recht machen... mit NC wird eben schon im abi gesiebt, ohne NC irgendwann vorm vordiplom.... im endeffekt kommts aber aufs gleiche raus...

wenn man was will, dann muss man sich eben hinhocken und lernen....

und wenn dieser besagte herr einen abi schnitt von 3.0 hatte, dann muss er eben so viele wartesemester einschieben bis er mit den leuten konkurrieren kann die sich im abi den arsch aufgerissen haben um ihren medizinstudienplatz zu bekommen...

also ich find es nicht fair das jemand hart an sich arbeitet und die schule mit nem 1er abi verlaesst, um dann keinen studienplatz zu bekommen weil der typ der damals mit nem 3er abi jetzt eben 12 wartesemester gewartet hat und nun seinen platz bekommt?!


p.s.: ich will hier aber nicht ueber die richtigkeit der benotung von lehrern diskutieren... da hast du vollkommen recht - es ist sehr subjektiv! dennoch nicht thema grade ;)
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30.09.2011 08:10 Uhr von FrankaFra
 
+1 | -13
 
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30.09.2011 08:11 Uhr von Dat_Ding
 
+16 | -2
 
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1er-Kanidaten: Ich kenn 1er-Kanidaten die nich mal auf ein Feuer auf passen können und die Ich in sachen Allgemeinbildung gnadenlos in den Bodenstampfen kann.
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30.09.2011 08:12 Uhr von verni
 
+8 | -7
 
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Wenn diese Auswahl: verfassungswidrig ist dann ist es ebenso verfassungswidrig dass jemand mit Hauptschulabschluss nicht studieren DARF!!!
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30.09.2011 09:13 Uhr von Thom-
 
+11 | -0
 
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Was daran verfassungswidrig ist: Wenn du einen Hauptschulabschluss hast, kannst du eine fortführende Schule besuchen (oder Abendschule, oder Fernschule) um die Hochschulreife zu erlangen.

Wenn du ein schlechtes Abitur gemacht hast, als du noch jung warst (sei es aus Faulheit, Dummheit, schwierige Phase im Leben, höhere Mächte), steht diese Note bis an dein Lebensende fest und du kannst daran nichts rütteln. Also kannst du bei einem 4er Abi dein Grundrecht auf Bildung nicht in Anspruch nehmen, obwohl du jetzt 8 Jahre später vielleicht ein hervorragender Student wärst.

Du kannst auch nicht viel tun um deinen NC stark zu verbessern (oftmals nur max. 0,3).
Ich denke es ist tatsächlich ein Problem, dass man seinen Notenschnitt nicht nachträglich verbessern kann.

[ nachträglich editiert von Thom- ]
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30.09.2011 09:14 Uhr von Seridur
 
+4 | -8
 
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na toll: dann klagen jetzt bald noch mehr idioten und ruehmen sich dann so clever einen studienplatz erworben so haben. an den unis rennen schon genug idioten rum die eh nur rumhaengen und sich nicht richtig anstrengen.
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30.09.2011 09:14 Uhr von Seridur
 
+3 | -7
 
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na toll: dann klagen jetzt bald noch mehr idioten und ruehmen sich dann so clever einen studienplatz erworben so haben. an den unis rennen schon genug idioten rum die eh nur rumhaengen und sich nicht richtig anstrengen.
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30.09.2011 09:26 Uhr von Serverhorst32
 
+10 | -0
 
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FrankaFra: "Dein Lehrer hat es total richtig gemacht, zumindest vom lernpsychologischen Gesichtspunkt"

Darum geht es aber nicht. Es geht um gleiche Bewertungen für gleiche Leistungen, denn damit bewirbt man sich um Jobs und Studienplätze! Du kannst weder der Uni noch dem Arbeitgeber erzählen, dass du aufgrund von lernpsychologischen Punkten eben schlechtere Noten hattest obwohl deine Leistungen besser waren. So einem Lehrer sollte man ins Knie schie*en.
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30.09.2011 10:06 Uhr von Pils28
 
+5 | -1
 
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In D bedeutet aber eine 4 in der Geschichts-: und Religionsprüfung schon, dass einen eventuell der Zugang zum Medizinstudium verweht wird. Das kann nicht richtig sein. Und gleichzeitig gibt es einen massiven Ärztemangel und Leute erdreisten sich zu behaupten, dass 60Stunden Wochen für Ärzte zu wenig sei und man ihnen dafür die Entlohnung noch weiter kürzen müsste. Leider ist das Medizin der teuertse Studienganz, daher streuben sich viele Unis zeitgemäße Kapazitäten einzurichten.
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30.09.2011 10:19 Uhr von Petaa
 
+3 | -0
 
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NC = grobe Richtline: Der NC sagt in vielen Fällen absolut nichts über die fachspezifische Eignung eines Kandidaten aus. Ich habe damals mit Abi 2.4 wegen dem NC auch nicht sofort einen Platz bekommen (Wirtschaftsinformatik). Die 2.4 hatte ich, weil ich in Deutsch beinahe durchgefallen wäre und das auch nur weil ich zwischen den Zeilen meist nur chlorfrei gebleichtes Papier sehe. 4 Wartesemester später habe ich meine Chance bekommen und mein Diplom trotz kleiner Nebenjobverzögerung mit 1.4 durchgezogen.

Es gab bei uns einige mit 1.x Abi die aufgegeben haben weil sie zwar die Theorie schön auswendig gelernt hatten aber praktisch die totalen Versager waren.

Soviel zum Thema NC und dessen Aussagekraft über die Eignung eines Bewerbers!

[ nachträglich editiert von Petaa ]
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30.09.2011 10:45 Uhr von Peter323
 
+4 | -0
 
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Noten: Nehmen wir einmal an, alle schlechten Medizinstudenten hätten ein Abischnitt von 1,2 und die besten 1,0 bis 1,1.

Dann heben sie halt den NC auf 1,0 oder 1,1.

Egal wie gut du bist, wenn die Masse auch so erfolgreich iss und selbst wenn die Masse die allerbesten Noten haben, kann Sie nicht studieren, weil nicht genug Einrichtung zur Verfügung steht.

Hier muss einfach nachgebessert werden, ich finde, jemand der nen 2,0er Schnitt hat, sollte auch berechtigt sein, ein Medizinstudium anzufangen.

Jeder von uns weiß doch, wie leicht man auf die "Böse Liste" eines Lehrers kommt und dann haste einen, der dir dein Notenschnitt von 1komma auf 2komma runterzieht. Das geht ratz fatz
Der hat dir dann dein Leben verbaut in Punkto Medizinstudium, nur weil ein anderer an einer einfacheren Schule war oder einfach mehr Glück hatte.

In Bayern isses deutlich schwieriger nen einser Schnitt zu erreichen, als in anderen Bundesländer und es gibt Bundesländer, da kriegstes praktisch geschenkt.
Die Unis machen da keinen Unterschied, woher dein Abschluss kam, die verlassen sich nur ganz primitiv auf die Note.
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30.09.2011 11:06 Uhr von pest13
 
+6 | -2
 
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Man sollte NC ganz abschaffen: und stattdessen eine Zulassungsprüfung einführen, denn wer wirklich Medizin studieren will, wird auch diese meistern.
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