Gutachter zum tödlichen Zugunfall in Hordorf: Lokführer übersah rote Signale
Jetzt steht es fest: Der Lokführer des Güterzugs, der bei Hordorf (Sachsen-Anhalt) mit einem entgegenkommenden Personenzug zusammenstieß, hat auf der eingleisigen Strecke zwei Signale übersehen. Das schreibt die Eisenbahn-Unfalluntersuchungsstelle (EUB) des Bundes in ihrem Abschlussbericht.
Die Behörde hat den Bericht gestern im Internet veröffentlicht. Technisches Versagen schließt sie aus. Allerdings hätte ein automatisches Bremssystem den Unfall verhindert, wird im Bericht betont. Der Zusammenstoß der beiden Züge forderte am 29. Januar zehn Tote. 23 Menschen wurden dabei verletzt.
Der Untersuchungskommission zufolge werden rote Haltesignale häufig missachtet - monatlich 33 Mal im Durchschnitt. Die Experten empfehlen daher, auf allen Strecken ohne automatische Bremssysteme zwei Lokführer einzusetzen, die Geschwindigkeit herabzusetzen und die Zugdichte zu verringern.