15.09.11 06:14 Uhr
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Transrapid endgültig vor dem Aus: Teststrecke im Emsland soll abgerissen werden

Der Transrapid galt einst als Hoffnungsträger der Schienenmobilität, Exportschlager und Beispiel für deutsches Ingenieurs-Knowhow. Nun aber wird die Magnetschwebebahn wohl für immer Geschichte sein. Die drei Kilometer lange Teststrecke bei Lathen im Emsland soll abgerissen werden.

Die Bundesregierung hat in dem Entwurf für den Finanzhaushalt 2012 neun Millionen Euro für den Rückbau der Strecke veranschlagt. 40 Millionen Euro kostet der Abriss insgesamt. Industrie und Ministerium haben sich offenbar darauf verständigt, das Projekt Transrapid ad acta zu legen.

Mit 1,5 Milliarden Euro subventionierte die Politik die Entwicklung der Magnetschwebebahn. Bis auf eine 30 Kilometer lange Strecke in Shanghai ist der Zug jedoch nie zum Einsatz gekommen. Als dann noch im Emsland ein Testzug in einen Werkstattwagen fuhr, war das quasi die Besiegelung für das Aus.


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WebReporter: no_trespassing
Rubrik:   Wirtschaft
Schlagworte: Aus, Strecke, Abriss, Emsland, Transrapid
Quelle: www.rtl.de

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11 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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15.09.2011 06:14 Uhr von no_trespassing
 
+25 | -6
 
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Haushalt 2012: Wir brauchen Geld für die Griechenland-Garantien. Da wird selbst davor nicht halt gemacht, die besten Technologien zu verschachern. Siemens und ThyssenKrupp werden dann wohl die Blaupausen nach China verkaufen, um wenigstens noch was zu erlösen.

Leute, das ist erst der Anfang! Fragt nicht, was die noch alles zu Geld machen werden. Straßen und Schulen werden nicht mehr saniert, Bundeigentum verkauft, Steuern erhöht, usw.

Sind DAS Deutschlands Vorteile des Euro?
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15.09.2011 07:06 Uhr von saber_
 
+25 | -2
 
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armes deutschland deutschland glaenzt in der ganzen welt mit seinen ingenieuren... aber keineswegs will man dafuer auch paar euro auf den tisch legen...

man haette ohne zu ueberlegen direkt die strecke muenchen hbf - flughafen realisieren sollen ... und man koennte sich die naechsten 20-30 jahre damit bruesten wie technologisch fortschrittlich man ist..

aber nein... so tuts eben jetzt shanghai.... warum sollte man denn auch die werbetrommel fuer deutschland ruehren wenn man auch allen anderen laendern der welt finanziell aushelfen koennte...


also ich haette meine steuergelder lieber in der forschung und entwikclung gesehen als in der politik...
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15.09.2011 07:14 Uhr von Sarah0117
 
+15 | -1
 
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Ab nach China? :o: Nun ist es also schon so weit gekommen das wir die Technik komplett aufgeben und den Chinesen überlassen zum nachbauen?
Armes Deutschland, so eine Technologie einfach wegzuwerfen anstatt sie weiterzuentwickeln und günstiger zu machen...
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15.09.2011 07:48 Uhr von borgworld2
 
+14 | -0
 
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Vielleicht machen: die Chinesen ja was draus, wir Deutschen sind ja eindeutig zu blöd dazu!
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15.09.2011 08:25 Uhr von Perisecor
 
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@ no_trespassing: Das Transrapid-Aus hat doch mit dem Euro oder Griechenland überhaupt nichts zu tun.

Gescheitert ist das Projekt, als Deutschland sich dazu entschieden hat, keine größeren Test- und Einsatzstrecken zu bauen und damit einerseits die Technik zu nutzen, andererseits aber auch anderen Ländern vor Augen zu führen, wie toll das alles ist.



Du bist also entweder ein Depp, denn dann denkst du ernsthaft, dass die Transrapidentscheidung eine spontane war und mit Griechenland zu tun hat, oder du weißt es besser und wolltest einfach nur mal sinnlos hetzen.


Die Leute, die jetzt über "armes Deutschland" weinen, sollten sich mal vor Augen führen, dass Technologien in Deutschland immer ausgebremst werden.
Atomkraft? Vom absoluten Welttechnologieführer zu einem Land, welches alles Firmen indirekt zwang, ihre Nuklearsparten in´s Ausland - vor allem Frankreich - zu verkaufen.
Stuttgart21 bzw. die Kompetenz zum Bau hochmoderner und innovativer Bahnhöfe ist ja, zumindest von den Grünen und Anhängern, ebenfalls nicht erwünscht.

So zieht sich das eben durch alle Branchen.



@ wil

http://www.shortnews.de/...

Jaja, das du so überhaupt keinen Plan von irgendwas hast, wissen wir ja mittlerweile.

Und so viele dämliche Michel und eventuell den Autor sehe ich hier eigentlich nicht.
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15.09.2011 08:47 Uhr von Urrn
 
+6 | -5
 
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@Perisecor: Mach dir keine Mühe hier, es werden doch nur Kommentare beachtet, die von Apokalypse, Euro-Untergang und Verschwörung künden ;-)
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15.09.2011 09:44 Uhr von derSchmu2.0
 
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@Perisecor: Solange sich Innovationen: auch in Zukunft bezahlt machen habe ich nichts dagegen, bei Projekten, wie S21 bin ich mir da nicht so sicher...selbst die Planungen dafuer sind teilweise, was den Tunnelbau angeht, so ungenau oder nicht den Umstaenden angepasst, dass das schnell in die Hose gehen kann oder der Bahnhof nachher nich den gestellten Anforderungen gerecht wird.

Bei der Atomkraft nehme ich die Technik als Brueckentechnologie an, die ueber einen gewissen Zeitraum gut Energie liefert und Ansaetze fuer weiterfuehrende Forschung gibt. Darueberhinaus sollte man von ihrem Gefahrenpotential und den damit verbundenen Konsequenzen dieses Mittel auch wirklich nur als Brueckeloesung verstehen. Das geht nun aber schon 40/50 Jahre so, weil es der Wirtschaft dient, daher kann ich hier auch nur zu gut verstehen, dass man das Projekt schliesst.

Beim Transrapid kann ich dir aber voll und ganz zustimmen. Darueberhinaus kann man vieleicht noch erwaehnen, dass bei den immer weiter angestiegenen Rohstoffpreisen eine solche Bahn nicht mehr (hier) realisierbar ist, was alleine der ganze Kupfer fuer die Zuege und Strecken kosten wuerde, moecht ich garnicht wissen...aber es ist halt toll, wenn man keine Ahnung hat, sowas auf Griechenland und den Euro zu schieben. Deutschland hat sich hier als Exporteur aufgetan und sich mit ingeneurueblichen ausgiebigen Tests beschaeftigt, um eine ausgereifte effiziente Technologie vorzustellen.

Leider kollidiert der Forscherdrang immer mehr mit der Wirtschaft, da Forschung kurzfristig keine Rendite bringt und langfristig der Erfolg nicht sicher ist. Die einzige Zeit, wo in der Forschung nur der Erfolg zaehlt, nicht aber der Erloes, ist zu Zeiten von Kriegen....
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15.09.2011 10:20 Uhr von phal0r
 
+0 | -1
 
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Sinnlose Argumentation: Nur weil der Transrapid neu ist, muss er nicht besser sein.

- Es gibt nur eine Firma, die die Züge baut -> Monopol
- Es müssen neue Trassen gebaut werden, die ca 6 m hoch sind
- Der Transrapid verbraucht genausoviel Strom wie ein ICE
- Der Transrapid verbraucht sogar Strom wenn er steht durchs Schweben
- ab 300 km/h steigt der Energieverbrauch exponentiell, im Regelbetrieb würde der Transrapid also nicht wesentlich schneller als ein ICE fahren

Es würde also Milliarden kosten undbringt eigentlich keine Vorteile. Oder wo seht ihr die Vorteile, außer das er "neu" ist?
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15.09.2011 10:22 Uhr von derNameIstProgramm
 
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tja: wer kauft schon Technik ein, wenn das Hersteller-Land die Technik selbst gar nicht verwenden will. Nach dem Aufruhr in München & Co hätte es mich schon gewundert wenn den noch irgendjemand in Auftrag gegeben hätte.

Schade, wieder ein paar Millionen zum Fenster herausgeworfen, weil ein paar idiotische Münchner das Projekt nicht wollten (ich darf das sagen, bin selbst Münchner).

@phal0r
"Oder wo seht ihr die Vorteile, außer das er "neu" ist? "

z.B. in dem Lautstärken-Unterschied von 10dbA. Ist sicherlich für alle Anwohner einer solchen Strecke ziemlich wichtig.

[ nachträglich editiert von derNameIstProgramm ]
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15.09.2011 12:57 Uhr von uss_constellation
 
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au contraire phal0r: Der Transrapid ist ein Gemeinschaftsprojekt. Da war nicht nur Thyssen mit dran. Es verdienen also mehrere Firmen.

Die neuen Trassen sind sehr viel weniger störend und zerstörend für die Landschaft als eine ICE-Trasse mit 50m Landschaftsverbrauch. Die paar Stelzen alle paar Meter stören nicht mal einen Bauern auf nem Heufeld darunter. Außerdem kann der Transrapid sich viel besser an Steigungen und Gefälle anpassen und engere Kurven fahren als ein ICE. Der Transrapid hat hier nur Vorteile gegenüber dem ICE. Die Geräuschentwicklung und Vibrationen für die Anwohner sind zudem enorm viel weniger. Trassen könnten mit dem Stelzenkonzept nahezu überall geführt werden.

Nein, der Transrapid verbraucht extrem viel weniger Strom als der ICE. Je nach Betriebsart über ein Drittel weniger. Der Hauptvorteil ist nämlich die reduzierte Reibung gegenüber dem klassischen Antriebskonzept des ICE. Außerdem kann er in einer Kurve ohne Hilfslok anfahren. Die Erdbewegungen, die bei mir in der Gegend für die Neubaustrecke Stuttgart München derzeit/demnächst für den ICE am Albaufstieg gemacht werden, entbehren jeglicher Sinnhaftigkeit.

Der Transrapid verbraucht keinen Strom wenn er steht, denn dann wird er abgesenkt.

Ab 300km/h steigt der Stromverbrauch genauso exponentiell, nämlich sinnigerweise quadratisch, weiter, wie er es von 0-300 getan hat. Bei 300 braucht ein Transrapid aber deutlich weniger Strom als ein ICE. Dass er bei 400 mehr braucht sollte nicht weiter wundern, da ist ja auch der Luftwiderstand um 75% höher und nicht nur ein Drittel. Aber das muss man ja auch nicht immer fahren.

Wenn man den Transrapid so einsetzen würde wie den ICE jetzt, dann hätten wir intakte Landschaften und einen deutlich reduzierten Energieverbrauch und einen höheren Fahrkomfort. Außerdem hätten wir einen Technologieträger, den wir exportieren könnten.
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17.09.2011 20:00 Uhr von phal0r
 
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@uss_constellation: So einfach ist es dann doch nicht.

Es ist ein Konsortium, also auch wenn es mehrere Firmen sind, kann man Teile, Fahrwege und Züge nur dort beschaffen. Es gibt somit keine Konkurrenz und keinen Preisdruck. Wann das Konsortium irgendwann die Preise für Ersatzteile oder Züge verdoppelt, hat der Betreiber Pech gehabt.

Die Hochstrecke traf z.B. bei der Planung für den Müchner Transrapid auf Widerstand aus der Bevölkerung.

Die 30% Energieeinsparung waren theoretische Werte des Herstellers. Praxisnäher sah es eher so aus: "Eine Analyse des Energieverbrauchs der ehemals geplanten Magnetschwebebahn Berlin–Hamburg kam zu dem Schluss, dass der Energieverbrauch des Transrapid bei Geschwindigkeiten unter 300 km/h um bis zu 10 % höher sei als der des ICE 3. Bei Geschwindigkeiten über 300 km/h bis 350 km/h sei der Energiebedarf des Transrapid etwas günstiger. Der Roll- und Lagerreibungswiderstand der Eisenbahn sei im Bereich der üblichen Geschwindigkeiten mit weniger als 0,2 % der Gewichtskraft kleiner als der magnetische Widerstand der Führungsmagneten des Transrapid mit 0,25 % der Gewichtskraft." (Wiki)

Auch mit den Schallemissionen ist es etwas komplizierter: "Die Vorteile des Transrapid gegenüber dem ICE im Bereich hoher Geschwindigkeiten sind nicht so ausgeprägt, dass eine höhere Akzeptanz bei Anwohnern der Strecke oder ein Entfall von Lärmschutzwällen oder Lärmschutztunneln zu erwarten ist" (Wiki)

Auch wenn dies beim Transrapid um etwa 10 dB reduziert ist, ist es immer noch auf einem hohen und damit belästigenden Niveau.

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