14.09.11 13:04 Uhr
 424
 

Praktikum in Bundesministerien oft ohne Bezahlung

Schon im letzten Jahr hatte das Bundesinnenministerium den Auftrag, eine einheitliche Richtlinie zur Vergütung von Praktikanten in Bundesbehörden zu erarbeiten. Bis heute gibt es dazu noch keine Neufassung, da sich das Ministerium auf den Grundsatz "Gründlichkeit vor Eile" beruft.

Der überwiegende Teil der Ministerien zahlt Praktikanten überhaupt kein Geld. In einigen Behörden kann eine Aufwandsentschädigung von maximal 300 Euro gezahlt werden. Das Innenministerium bestätigt, dass sich bisher auf eine "freiwillige Aufwandsentschädigung" geeinigt wurde.

Allein das Bundesaußenministerium beschäftigte im vergangenen Jahr über 900 Praktikanten und das völlig ohne Bezahlung. Diese hatten teilweise vollwertige Planstellen besetzt. Ein Sprecher der Praktikantenvereinigung fordert derweil eine Mindestaufwandsentschädigung von 300 Euro.


Videoplayer auf dieser Seite ausblenden
WebReporter: Teffteff
Rubrik:   Politik
Schlagworte: Entschädigung, Ministerium, Bezahlung, Praktikum, Vergütung
Quelle: www.taz.de

DAS KÖNNTE DICH AUCH INTERESSIEREN

USA: Donald Trump wirft Sohn von Sicherheitsberater wegen Fake-News aus Team
Barack Obama warnt Donald Trump in seiner letzten Rede vor Invasionen
Thailand: Regierung leitet Ermittlungen gegen BBC wegen Majestätsbeleidigung ein

Diese News zu meinen Favoriten hinzufügen Beitrag abgeben

9 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

Kommentar ansehen
14.09.2011 13:17 Uhr von Freggle82
 
+4 | -0
 
ANZEIGEN
@bertl058: Arbeit wurde ja geschaffen bzw. ist vorhanden. Von angemessener Bezahlung ist in dem Spruch keine Rede.

Ist in etwa wie das unbezahlte "Probearbeiten" in der freien Marktwirtschaft.
Kommentar ansehen
14.09.2011 13:54 Uhr von sicness66
 
+3 | -1
 
ANZEIGEN
Generation Praktikum: Selbst wenn ich den finanziellen Backround hätte, würde ich niemals eine Praktikumsstelle ohne Bezahlung annehmen. Das sind moderne Sklavenhalter.

Das Problem ist die Nachfrage. Solange es noch Deppen gibt, und die scheint es bei 900 Stellen im Außenministerium reichlich zu geben, die diese Jobs machen, wird es diese Stellen auch weiterhin geben.
Kommentar ansehen
14.09.2011 14:04 Uhr von Bigobelix
 
+1 | -0
 
ANZEIGEN
stimmt nicht: Die 900 Praktikanten im Außenministerium sind in Wirklichkeit gut bezahlte Spione...
Kommentar ansehen
14.09.2011 14:10 Uhr von Serverhorst32
 
+2 | -0
 
ANZEIGEN
ist das nicht immer so ??? Die Gewerkschaften die sich für Mindestlöhne einsetzen beschäftigen häufig bsp. für Reinigungsarbeiten Subunternehmer die wiederrum unter den Mindestlöhnen zahlen udn die Leute ausbeuten

Die Kirche ist immer wieder in Kritik geraten weil sie Leute systematisch ausbeutet und teilweise schon fast kriminelle Löhne zahlt.

Und der Staat der eigentlich ein Vorbild sein soll ersetzt VOLLZEIT PLANSTELLEN durch kostenlose Sklaven.

Ein Skandal ... und selbst wenn diese Leute 300€ bekommen was sind 300€ für eine Vollzeitstelle? Das kann man ja kaum "Praktikum" nennen wenn man ausbebeutet wird.
Kommentar ansehen
14.09.2011 14:23 Uhr von Christoph221
 
+3 | -0
 
ANZEIGEN
@ sicness66: Das sagt sich so einfach: "niehmals eine Praktikumsstelle ohne Bezahlung annehmen."
Der Staat zwingt einen doch in solche Praktika´s, zB. für das Fach-Abitur abzulegen!
Schön 1 Jahr lang den Knecht spielen um danach direkt wieder weiter geknechtet zu werden in der Ausbildung, sehr Lohnenswert ! DIESES SCHE... Land!!!
Da macht das Leben doch spass
Kommentar ansehen
14.09.2011 15:24 Uhr von AsSeenOnTV
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
Hinterlässt faden Beigeschmack: Wo wir wieder beim leidlichen Thema der derzeitigen finanziellen Schlechtwetterlage wären..

Anstatt den größtenteils jungen Engagierten, die in dem Alter erst Recht ein kleines Zubrot gebrauchen können, für ihre Arbeit zu entlohnen, wird das Geld fast schon auf gut Glück Staaten überlassen, die von einigen offiziell und insgeheim von noch mehr Politikern schon auf dem besten Weg in den Staatsbankrott gesehen werden..

Andererseits geht es Menschen, die ein Praktikum in solchen Institutionen absolvieren, vermutlich eher untergeordnet um das Finanzielle.
Man sammelt wichtige Erfahrungen, ist durch den Fulltime-Job sturmerprobt. ;-)
Mal davon abgesehen, dass sich ein solches Praktikum durchaus gut im Lebenslauf für Bewerbungen macht. Für Jobs, die dann wirklich das große Geld versprechen..
Kommentar ansehen
14.09.2011 16:29 Uhr von opheltes
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
@Vorposter: Man lernt dann auch die Wege der "legalen" Korrupotion kennen.
Kommentar ansehen
15.09.2011 09:32 Uhr von U.R.Wankers
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
das ist allerdings auch in der Wirtschaft so: im Bestfall bekommen die Praktikanten wenigstens kostenloses Essen und ein Jobticket, viele allerdings gar nichts.

Freggle
unbezahltes Probearbeiten ist illegal.

[ nachträglich editiert von U.R.Wankers ]
Kommentar ansehen
11.01.2012 08:45 Uhr von Wheelmaster
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
Rechtlich zulässig und üblich: Erstens geht es hier um Praktika, und nicht um kostenloses Probearbeiten. Praktika werden vorwiegend von Studenten und Schülern absolviert, die ein solches z.B. für ihr Studium oder erlangen der Fachhochschulreife nachweisen müssen. In diesen Fällen hat der Praktikant den Nutzen, dass er Einblicke in einen bestimmten Beruf oder eine Behörde erhält. Der Betrieb oder die Behörde hat als Ausgleich für den Aufwand mit dem Praktikanten (ja, es muss sich auch jemand um den Praktikanten kümmern, ihn einweisen und beaufsichtigen) die Möglichkeit, kleinere Aufgaben an diesen abzugeben.
Zweitens würde sich die Anzahl an angebotenen Praktikantenstellen wohl stark verringern wenn ein "Mindestlohn für Praktikanten" eingeführt würde. Die wenigsten Praktikanten können eine Vollzeitstelle ausfüllen, und es gibt nicht wenige Stellen, die nach dem Praktikum als Dank für die geleistete gute Arbeit selbige auch finanziell honorieren.

Refresh |<-- <-   1-9/9   -> -->|
Diese News zu meinen Favoriten hinzufügen Beitrag abgeben


SCHLIESSEN

Willst Du die Seite wirklich verlassen?


DAS KÖNNTE DICH AUCH INTERESSIEREN

Tennis: Boris Becker wird nach Trainer-Aus bei Novak Djokovic Eurosport-Experte
USA: Donald Trump wirft Sohn von Sicherheitsberater wegen Fake-News aus Team
Südkorea: Rekordstrafe von 30 Millionen Euro gegen VW wegen Irreführung verhängt


...oder unseren und keine aktuellen News mehr verpassen?