12.09.11 19:00 Uhr
 198
 

Neuer EZB-Chefökonom? Merkel-Favorit Jörg Asmussen war noch nie Notenbanker

Mit dem Rückzug von Jürgen Stark steht für Berlin die Position des EZB-Chefvolkswirts, die bislang immer einem Deutschen zukam, insgesamt zur Disposition. Grund sind Zweifel an der Qualifikation von Merkel-Favorit Jörg Asmussen, der im Zentralbankbereich über keinerlei Erfahrungen verfügt.

"Das ist kein Themenfeld, auf dem er sich bislang betätigt hat", urteilt Markus Ferber, CSU-Mitglied im Wirtschaftsausschuss über den 44-jährigen Volkswirt und Finanzmanager. "Als ökonomischer Denker ist er bislang nicht aufgefallen", so EU-Wirtschafts- und Währungsausschussmitglied Wolf Klinz (FDP).

Innerhalb der Euro-Gruppe werden Zweifel laut, dass sich der kommende EZB-Chef Mario Draghi, ein Ökonom von internationalem Ruf, ratsuchend an Asmussen wenden würde. Zudem soll auch Paris Interesse zeigen, nach den Deutschen Otmar Issing und Jürgen Stark Berlin in dieser Position zu beerben.


Videoplayer auf dieser Seite ausblenden
WebReporter: Baron-Muenchhausen
Rubrik:   Politik
Schlagworte: Neuer, Angela Merkel, EZB, Favorit, Jörg Asmussen, Jürgen Stark
Quelle: www.ftd.de

DAS KÖNNTE DICH AUCH INTERESSIEREN

Angela Merkel wohl auch gegen weitere EU-Beitrittsverhandlungen mit Türkei
Heidelberg: Flüchtlingsjunge aus Afghanistan dankt Angela Merkel
Erste deutsche Charlie-Hebdo-Werbung zeigt Angela Merkel auf dem Klo

Diese News zu meinen Favoriten hinzufügen Beitrag abgeben

3 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

Kommentar ansehen
12.09.2011 19:00 Uhr von Baron-Muenchhausen
 
+4 | -0
 
ANZEIGEN
Trotz SPD-Parteibuch dient Jörg Asmussen, ehemalige rechte Hand Peer Steinbrücks und in dieser Funktion Mitarchitekt der Finanzkrise 1.0, heute weiterhin als Staatssekretär unter Wolfgang Schäuble. Was offenbar zählt, ist ein klares Bekenntnis zum Neoliberalismus, milliardenschwerer Totalschaden hin oder her. Weiteres siehe im Postingbereich...
Kommentar ansehen
12.09.2011 19:30 Uhr von Baron-Muenchhausen
 
+8 | -0
 
ANZEIGEN
Asmussens verfasste u. a. 2006 für das Steinbrück-Merkel-Ministerium den Aufsatz "Verbriefungen aus der Sicht des Bundesfinanzministeriums". Mit dieser Lobesrede auf (toxische) Derivate verdiente er sich nicht nur Lob aus der Investment-Bankbranche, für die er unermüdlich Regulierungsschranken aus den Weg räumte und "erfolgreich" für die Liberalisierung der Märkte eintrat (Anm: "liberal", solange es um die Gelder anderer geht...), sondern mit ihr tritt er aus historischer Sicht unfreiwillig den unverrückbaren Nachweis an, wie die verfehlte Politik des Trios Steinbrücks, Asmussens und Merkels unmittelbar in Finanzkrise 1.0 mündete. Darin scheint auch die enge Verbundenheit des Trios in Berlin und vor der einschlägigen Presse zu gründen.

Nachzulesen ist der Offenbarungseid hier: http://is.gd/...

Asmussen verbrannte sich übrigens auch die Finger als Aufsichtsrat der Mittelstandsbank IKB, die im Zuge von US-Inmobiliengeschäfte anschließend mit Steuermilliarden gerettet werden musste.

Etwas "übereifrig" sei er gewesen, räumte Finanzmanager Asmussen später ein. Im Zuge der Finanzkrise mutierte er als enger Vertrauter Angela Merkels prompt vom Brandstifter zum Feuerwehrmann – indem er durch die Kanzlerette als Mitglied in die Expertengruppe zur neuen Finanzmarktarchitetkur umettiketiert wurde.

Desweiteren durfte er sich als Euro-Retter betätigen und zur Abwechlsung demnächst eben als EZB-Chefsvolkswirt – Qualifikation Nebensache, Hauptsache loyal in einem Umfeld, indem sich die Kanzlerette offenbar immer weniger auf williges Fachpersonal stützen kann.

Pikant übrigens die Verbindung Asmussens, der nebenbei auch Verwaltungsrat der Bankenaufsicht BaFin ist, zu seiner langjährigen Lebensgefährtin Henriette Peucker, Leiterin der Berliner Repräsentanz der Deutschen Börse - eine der Cheflobbyistinnen der Finanzwirtschaft.

Doch bei soviel politischer-wirtschaftlicher Verdrahtung der Personalie Asmussen, die auch Finanzsekretär Heiner Flassbeck einst als persönlicher Referent beschäftigte und von ihm anschließend mit "mittelmäßig" bewertet wurde, kommt es auf Details nicht mehr wirklich an...
Kommentar ansehen
12.09.2011 20:52 Uhr von zhnujm
 
+5 | -0
 
ANZEIGEN
Ist "Merkels-Favorit" zu sein, in diesem Zusammenhang nicht generell ein Ausschlusskriterium …