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"Welt-Online" fordert Pleite Griechenlands - allerdings nicht ohne Rettungsfond

In einem Leitartikel plädiert "Welt-Online" für eine Pleite Griechenlands. Die Redaktion vergleicht den Mittelmeerstaat mit den Mist-Ställen des Augias, welche seit über 30 Jahren nicht aufgeräumt wurden und mangels Reformwillen selbst in der Krise des Staates vor sich hindarben.

Die Geberländer stünden nun vor der Entscheidung, Athen erneut eine defizitäre Haushaltslage nachzusehen und somit den "EU-Schuldenbrüder eine Entschuldigung für weiteren Schlendrian" zu liefern. Es sei sinnlos, weiterhin auf Griechenlands Reformversprechen zu hoffen.

Eine Pleite Griechenlands sollte allerdings erst nach Inkrafttreten des neuen Rettungsfonds EFSF erfolgen, so dass Athen "die Konsequenzen seines Handelns spüren" könne. Warum eine Insolvenz erst nach einem erweiterten Euro-Schirm erfolgen sollte, lässt die Zeitung allerdings unbeantwortet.


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WebReporter: Baron-Muenchhausen
Rubrik:   Politik
Schlagworte: Welt, Griechenland, Pleite, Reform, Rettungsfond
Quelle: www.welt.de

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02.09.2011 20:22 Uhr von Baron-Muenchhausen
 
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m Artikel geht es scheinbar nicht um den Steuerzahler, denn Welt-Online plädiert für eine Pleite erst NACH Inkrafttreten des EFSF. Und dieser steht primär für die im Falle einer Pleite entstehenden Verluste von Banken und Versicherungen gerade, da die Branche keine Abschreibungen vorzunehmen gedenkt, wie es sich gehört. Diese Forderung verteidigt das Springerblatt - dies ist mindestens so unmoralisch wie die Schuldenpolitik Athens.

Man kann Griechenland vor diesem Hintergrund also nur zurecht beglückwünschen, keine Hartz-Gesetze, kein Renten- oder massives Lohndumping zu erlassen. Offenbar besitzt das Volk noch Mitspracherechte und so muss Berlin eben die Konsequenzen für seine Förderpolitik eines undurchdachten Dumping-Handelskrieg alleine tragen. Athen trägt Sorge für seine Bürger – so etwas kennen wir in Deutschland gar nicht mehr.

[ nachträglich editiert von Baron-Muenchhausen ]
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02.09.2011 22:03 Uhr von Marie52
 
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Griechenland muss raus aus der EU! Sonst müssen weiter sparen, um uns das Land weiter in der Eurozone leisten zu können.

Die deutliche Steigerung der Hartz-IV-Sanktionen im letzten Jahr und die Kürzung der Renten um 20% sind zwar für die Betroffenen sehr schmerzhaft, könnten dann nur der erste Schritt sein um den Griechen weiter ihren Wohlstand zu finanzieren - wenn wir uns nicht endlich - BITTE! - von diesem Land trennen.
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02.09.2011 23:08 Uhr von TheRoadrunner
 
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@ baron: "von Banken und Versicherungen gerade, da die Branche keine Abschreibungen vorzunehmen gedenkt, wie es sich gehört."
Man mag über die Höhe der Abschreibungen diskutieren. Zu behaupten, dass keine vorgenommen wurden, ist schlicht Unsinn. Nachzulesen z.B. hier:
http://de.reuters.com/...

Und wenn man sich mal wieder darüber beklagt, dass die EZB Griechenland-Papiere aufkauft, dann sollte man doch berücksichtigen, dass die vorherigen Halter der Papiere diese deutlich unter dem Ausgabewert verkaufen müssen und damit indirekt an der Unterstützung für Griechenland beteiligt werden.
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03.09.2011 06:38 Uhr von Baron-Muenchhausen
 
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@TheRoadrunner: Du schreibst:
"Man mag über die Höhe der Abschreibungen diskutieren. Zu behaupten, dass keine vorgenommen wurden, ist schlicht Unsinn".

Du meinst also tatsächlich, dass eine Bank, welche Anleihen hält, die aktuell auf dem Markt gerade mal 50% ihres ursprünglichen Nominalwertes erzielen (....und diesen Wert wohl auch nur in Hinblick auf eine Sozialisierung der Finanzblase), ein "Opfer" bringt, wenn sie dank Hilfen der Steuerzahler nun rund 80% des ursprünglichen Nominalwertes zurückerhält?

Anleihen sind ein spekulatives Finanzprodukt wie jedes andere auch. Es wird zu seinem Marktwert bewertet und gehandelt. Versäumen die Banken rechtzeitig Abschreibungen ist das ihre private Angelegenheit. Ein Aktienbesitzer kann auch nicht auf den ursprünglichen Emissionswert seiner Papiere verweisen. Würden die Banken sich an den Marktrealitäten orientieren, wie es sich gehört, würden wir heute diese Milchmädchenrechnung nicht aufmachen.

Und hier bliebe noch zu berücksichtigen, dass ein inzwischen sowohl IWF-Chefin Christine Lagarde als auch EBA-Chefin Andrea Enria auf Kapitalspritzen Brüssels für jene Gelhäuser drängen, die durch überbewertete Ramschanleihen besonders in die Bredouille kämen - davon abgesehen, dass ein Forderungsverzicht offiziell ohnehin "freiwillig" erfolgt.


Die neuerliche Sozialisierung durch Enteignung der Steuerzahler dieser Finanzblase ist der Garant dafür, dass sich dieses Spiel bald wiederholen wird, da sowohl Instutitionen als auch Anleger kaum Veranlassung sehen, ihr Investitionsverhalten zu ändern, wenn es eine staatliche Payback-Garantie gibt.

Indem man das Korrektiv einer Insolvenz für einen priviligierten Teil der Marktteilnehmer nicht zulässt, verzerrt sich das gesamte Gefüge, verkommt die gesamte ach so freie Marktwirtschaft zu einem Witz. Dies ist faktisch die Diktatur der Banken.

[ nachträglich editiert von Baron-Muenchhausen ]
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06.09.2011 10:29 Uhr von Sobel
 
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Eine Online-Zeitung fordert? Ach stimmt ja, die Welt gehört ja dem allbekannten Politik- und Panikmacher, der Springer-AG an. Mich wundert es eigentlich, dass diesem Monopol noch kein Riegel vorgeschoben wurde, so offensichtlich wie diese Schindluder in ihren Medien betreiben und Lobbyarbeit schon an deren Artikeln erkannt wird.

Gut, Rupert Murdoch wurde auch lahm gelegt. Es besteht also noch Hoffnung.

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