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Frankreich setzt auf Reichensteuer statt sozialem Kahlschlag

Anders als Berlin setzt Paris bei der Konsolidierung der Staatsfinanzen auf die Streichung von Steuervergünstigungen sowie eine Reichensteuer. Dies soll dem Fiskus zehn Milliarden Euro Mehreinnahmen bescheren. Bei den Staatsausgaben wird hingegen nur um eine Milliarde gekürzt.

Künftig sollen Reiche mit Arbeits- und Kapitaleinkommen von über 500.000 Euro im Jahr drei Prozent mehr Steuern entrichten, die Sozialabgaben auf Kapitalerträge um drei Prozent wachsen. Die gesamtsteuerliche Obergrenze von 50 Prozent wird abgeschafft, der Höchststeuersatz wurde bereits 2010 um ein Prozent angehoben.

Weitere 4,4 Milliarden Euro resultieren aus der Streichung von Verlustvorträgen der Unternehmen sowie dem Kappen von Steuervorteilen für Kapitalgewinne aus dem Verkauf von nicht selbst genutzten Immobilien. Damit vermeidet Paris auch künftig weitgehend Ausgabenkürzungen der öffentlichen Hand.


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WebReporter: Baron-Muenchhausen
Rubrik:   Politik
Schlagworte: Frankreich, Grenze, Aufhebung, Kahlschlag, Reichensteuer
Quelle: www.faz.net

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10 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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25.08.2011 06:49 Uhr von Baron-Muenchhausen
 
+17 | -2
 
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Krampfhaft versucht man im Bertelsmann-Blatt FTD unter dem Titel "Frankreich lernt sparen" (siehe: http://is.gd/...) die jüngsten Pariser Beschlüsse in eine vermeintliche Einsicht der Franzosen umzudeuten, nach der man angeblich nun auch in Frankreich nun den deutschen Kurs des sozialen Einschlages für gut heißt.
Doch das Gegenteil passiert: Das Kappen von Steuervergünstigungen, die Einführung einer Reichensteuer sowie Mehrabgaben auf Spitzenverdienste und Kapitaleinkommen.
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25.08.2011 07:06 Uhr von Baron-Muenchhausen
 
+37 | -2
 
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Von den Franzosen lernen: Das Kappen von Steuervergünstigungen, die Einführung von einer Reichensteuer, Mehrabgaben auf Spitzenverdienste und Kapitaleikommen sind im wesentlichen die Schritte, die dafür sorgen werden, dass es der breiten Masse der Franzosen auch künftig wesentlich besser geht als den Deutschen.

So etwa bezieht der Franzose eine um durchschnittlich etwa 50% höhere Rente - bei wesentlich kürzerer Lebensarbeitszeit.

Die Schritte werden ebenfalls dafür sorgen, dass das der Franzose nicht zu "wettbewerbsfähig" (=ausgebeutet) wird und somit später weniger für Transferleistungen zur Kasse gebeten wird.

Das Drama in Deutschland: 90% der Menschen zeigen sich nach wie vor mit den Superreichen solidarisch - vermutlich auch deswegen, weil man sich nicht bewusst ist, das man da nicht zu gehört.

Stattdessen stimmt man der eigenen Rentenkürzung bzw. der Privatisierung der Rente zu mit der Folge, dass sie von Versicherungen und Banken - wie jetzt abermals geschehen - in insolventen Ländern verzockt und anschließend beim Staat absozialisiert wrd.

Die Folge: Per Steuern zahlt man demnächst ein zweites mal für seine Altersvorsorge ( bzw. noch mehr Sozialleistungen werden gekappt) und zahlt gleichzeitig per Transferunion für höhere Sozial- und Rentenleistungen - etwa in Griechenland: Siehe http://is.gd/...

[ nachträglich editiert von Baron-Muenchhausen ]
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25.08.2011 08:43 Uhr von gdi1965
 
+15 | -1
 
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Über eine: halbe Million Euro? Ich finde die Grenze ist zu hoch angesetzt. Da sollte man schon bei 300.000 Euro ansetzen. Aber das würde dann ja die Reichen aus Deutschland vertreiben, wenn man der Politik glaubt.
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25.08.2011 10:19 Uhr von PeterLustig2009
 
+2 | -19
 
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25.08.2011 10:28 Uhr von artefaktum
 
+5 | -1
 
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@PeterLustig2009: "Um Deutschland aus dem Dreck zu ziehen, muss schon ein wenig mehr passieren als ne Reichensteuer!!"

Das ein schließt das andere nicht aus.
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25.08.2011 11:13 Uhr von Baron-Muenchhausen
 
+13 | -0
 
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@PeterLustig2009: Leider nichts verstanden:: "Hartz4 stärker kontrollieren...."

Man hätte sich gewünscht, Du schriebest "Steuerflucht so kontrollieren wie Hartz-IV" - dann hätte Deutschland seine internen Finanzsorgen erst mal los: Allein bei den Steuerflüchtigen reden wir über eine Hausnummer von 100 Millarden(!) jährlich (laut Heise).

Und obwohl mittlerweile eine ganze Armee Uschi von der Leyens im Auftrag von Stammtischen und der BILD-Zeitung an allen Ecken und Enden - bis hin zum Kühlschrank - kontrollliert, muss sie dennoch nüchtern feststellen: Es gibt nichts mehr zu holen.: 72 Mio. in 2010 bei rund 6 Mio. Beziehern - das ist sehr mager, 2011 wurede es mit verschärften Maßnahmen kaum mehr. Wer arbeiten kann, tut es für einen Bettlerlohn und trägt dazu bei, dass Deutschland schön "wettbewerbsfähig" bleibt - sprich sich für die Transferunion empfiehlt.

Leider verfolgt der Staat wenig Interesse daran, Steuerhinterzieher einzukreisen: Obwohl sich Ermittler im Finanzamt mit jährlich einer 7-stelligen Summe für den Fiskus rechnen, werden fleißig weiter Stellen abgebaut, angetragene SteuerCDs verteufelt, mit den klassischen Steuerländern (Schweiz) billige Amnestie-Abkommen gefordert und in Deutschland gezielt Gesetze erlassen, die Steuerhinterziehung obendrein diskret legalisieren. Auch das ist im Interesse der milliardenschweren Verlegerschaft und Werbe-Klientel von BILD, BURDA und BERTELSMANN.

Das bei den Steuerflüchtigen einst ausgerechnet auch noch der Präsident des vorlauten IZA´s (Instituts zur Zukunft der Arbeit) Klaus Zumwinkel ins Netz gegangen war, welches sogar eine Arbeitslosen-Auktion gefordert hatte (Hilmar Schneider), ist natürlich auch eine extrem peinliche Sache und soll mit oben genannten Maßnahmen offenbar in Zukunft vermieden werrden.

Und überhaupt - was nutzt daheim die staatliche Kontrolle von Kühlschränken Arbeitsloser, während man künfig (zum 2. Mal) fortan das 3000-fache (!!!) des "Ermittlungsgewinns" in die Tresore privater Banken, Versicherer alleine in ein Fass ohne Boden in Griechenland pumpt, weil man A) hierzlande den Leuten weis macht, in Hellas würde sich etwas ändern (Hohn 2.0, siehe: http://is.gd/...) und B) ihnen nicht erklärt, dass hier für das z. B. für das gescheiterte - auf Spekulation setzende - private Altersvorsorgemodell deutscher Banken und Versicherer gehaftet wird?

Die Sache ist hochkriminiell, nur wird sie öffentlich dem Volk als "Akt der Solidarität" verkauft...

Solange hierzulande Menschen weiterhin in die falsche Richtung treten und selbstzufrieden über flaschensammelnde Arbeitslose, Rentner und Kinder stolpern, während gleichzeitig eine Transferunion aufgebaut wird, bedingt der geistige Untergang des Landes leider auch den finanziellen - man darf sich also nicht beschweren...

Manche haben eben noch nicht verstanden, das Lohn-, Sozial- und Rentendumping in Deutschland maßgeblich zum Zustandekommen der europäischen Schuldenpleite beigetragen hat.

[ nachträglich editiert von Baron-Muenchhausen ]
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25.08.2011 12:46 Uhr von fallobst
 
+2 | -0
 
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hmm: wieso wird denn kürzung der staatsausgaben mit sozialem kahlschlag gleichgesetzt? man könnte doch idiotische subventionen endlich mal streichen, die steuerreform endlich einführen, damit nicht die reichsten ständig schlupflöcher finden können.

und dass mittlerweile über 50% der staatsausgaben nur für arbeit und soziales draufgehen kann auch nicht die richtige entwicklung sein. deutschland braucht nicht noch mehr konsumtive ausgaben, die nur kosten und außer schulden nichts weiteres bewirken. wir brauchen mehr investitionsausgaben, um in bildung, forschung und entwicklung zu investieren. diese art von ausgaben bringen geld und technologischen vorsprung in der zukunft ein. aber gerade investitions-ausgaben werden runtergefahren und auf einem zwergenniveau gehalten, damit man ganz südeuropa retten, idioten ohne schulabschluss und ohne je einmal gearbeitet zu haben hartz4 und jedem wirtschaftsflüchtling auf der welt aslyhilfe zahlen kann...
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25.08.2011 12:52 Uhr von sesh
 
+6 | -0
 
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Baron-Muenchhausen: hat 100% Recht.

Ohne Steuerverbrecher gäbe es keine neue Staatsverschuldung. Ja! 100 Milliarden Euro pro Jahr klauen uns die reichen Verbrecher!

Deswegen und NUR deswegen muss der Staat neue Schulden machen! Und das ist ja nicht nur seit gestern so, sondern bereits Jahrzehnte.
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25.08.2011 13:55 Uhr von Baran
 
+2 | -0
 
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Denen gehts doch eh: besser als uns mindestlohn, bessere steuer verteilung.

Die wissen die hängen am galgen wenn die Politiker mist bauen, bei uns sollen die Abgeordneten auch sehr sehr sehr viel Angst haben die sollen soviel Panik haben das die Selbstmordrate steigt :)

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27.08.2011 20:20 Uhr von sleipnir67
 
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Es ist an der Zeit: Es ist an der Zeit, dass die Signale der "revoltierenden Reichen" immer Lauter und öfters verkündet werden. Schön zu sehen, dass nicht Alle aus diesen "elitären Kreisen" von den Regierenden um jeden Preis umgarnt werden wollen. Zumal der einfache Bürger, egal welchen €uro-Staates, das Gefühl nicht los wird, nur er soll für eine Krise zahlen, welche er nicht verursacht hat. Von den Gewinnen hatte der einfache Bürger schließlich auch nicht´s. Mal abgesehen davon, das Deutschland am meisten zahlt, und sich das Volk nicht rührt. Es ist nur zu Hoffen, dass es keine hohlen Phrasen bleiben und die finanziell Starken nun ihren Druck auch durchsetzen. Und eines, was für mich leider meistens in den Medien zu kurz kommt: Eingeschleppt wurde uns diese Krise aus den USA durch die faulen Kredite und verantwortungslose Banken, Bänker, Regierungen und PolitikerInnen welche in Vorständen oder Aufsichtsräten einfach "gepennt" haben. Und eines noch: Wo auf der einen Seite ein "Haben" steht, steht auf der anderen Seite ein "Soll". Die Gewinner haben sich schön verkrochen!

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