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Schweiz: Unternehmen will Löhne an den Euro anpassen

Das Schweizer Uhrenunternehmen Sycrilor prüft derzeit, ob es möglich wäre, die Löhne ihrer Angestellten an den Euro anzupassen. Das Unternehmen, dass vor allem durch den Verkauf im Ausland Umsätze macht, hat aufgrund des starken Franken hohe Löhne zu zahlen.

Dadurch, dass der Euro immer schwächer wird, fällt es dem Unternehmen schwerer, ihren Angestellten den Lohn in Franken auszuzahlen. Der Schweizer Franken stieg seit Jahresbeginn um 20 Prozent an Wert.

Eine Ankopplung hätte zur Folge, dass die Angestellten bis zu 30 Prozent weniger verdienen würden. Dagegen wehren sie sich bereits und demonstrierten ihrem Unternehmen mit einem einstündigen Streik, dass sie es ernst meinen.


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WebReporter: azru-ino
Rubrik:   Wirtschaft
Schlagworte: Euro, Wirtschaft, Schweiz, Unternehmen, Firma, Schweizer Franken
Quelle: www.spiegel.de

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11 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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24.08.2011 14:06 Uhr von Freggle82
 
+21 | -1
 
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Würde ich mir auch nicht gefallen lassen! Jahrelang ohne nennenswerte Lohnerhöhungen oder Bonuszahlungen fette Gewinne abschöpfen und wenns mal nicht so gut läuft, dann dürfen die Angestellten ein weiteres Mal durch die Finger schauen und sollen sogar Gehaltskürzungen hinnehmen.

Aus Sicht des Unternehmens klingt dies ja nur all zu logisch, aber dass die Angestellten ihren Lohn zum Leben brauchen (die Lebenskosten in der Schweiz werden durch den starken Franken auch nicht plötzlich um 30% niedriger), daran denken die feinen Unternehmer und BWLer nicht, denn bei ihren Gehältern wird garantiert keine Anpassung erwogen.
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24.08.2011 14:10 Uhr von artefaktum
 
+11 | -0
 
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Ha ha ha! Wie geil! Auf so was Dreistes muss man erstmal kommen.
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24.08.2011 14:16 Uhr von TheRoadrunner
 
+9 | -1
 
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@ freggle: Nur mal so die Frage: woher weißt du, dass es in diesem Unternehmen keine nenneswerten Lohnerhöhungen oder Bonuszahlungen gab?
Interessant übrigens, dass laut Quelle vor allem Grenzgänger streiken. Dabei sind doch genau die verhältnismäßig wenig betroffen.
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24.08.2011 14:27 Uhr von Freggle82
 
+9 | -2
 
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@TheRoadrunner: Ist nur eine Vermutung auf Grund von Erfahrungen aus dem täglichen Leben.

"wenig betroffen" finde ich auch interessant. 30% Lohnkürzung sind 30%. Als Eurolohnempfänger bekomme ich jetzt auch keine 30% mehr Lohn, nur weil der Franken (od. eine andere Währung) gerade so stark ist.

Die Unternehmer drehen es sich immer so wie sie es gerade brauchen. Läufts schlecht werden die Kosten vergemeinschaftet, läufts toll, werden die Gewinne mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht vergemeinschaftet.
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24.08.2011 14:30 Uhr von artefaktum
 
+6 | -1
 
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@Freggle82: Du hast natürlich völlig recht.

Wie man so eine Dreistheit auch noch rechtfertigen kann, ist mir schleiherhaft. Das ganze schlägt dem Faß den Boden aus (wie man so schön sagt).
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24.08.2011 14:54 Uhr von TheRoadrunner
 
+6 | -0
 
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@ freggle: Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass es auch Firmen gibt, die ihre Mitarbeiter unmittelbar am Unternehmensgewinn beteiligen.
Wie es bei diesem Unternehmen konkret aussieht, bezeichne ich mal als Spekulation, sofern nichts definitiv bekannt ist.

Was das "interessante" angeht: bei Schweizern ist der Protest für mich naheliegender, da die Ausgaben schließlich in Franken sind. Wenn der Lohn in Euro bezahlt wird und der Euro schwach ist, haben sie also real ein geringeres Einkommen - um bis zu 30%.
Grenzgänger haben jedoch einen Großteil ihrer Ausgaben in Euro. Man könnte es also so sehen, dass ihnen eher ein Vorteil genommen wird (was natürlich auch einem Nachteil gleichkommt), während die Schweizer Kollegen wohl stärker darunter leiden.

Ich verwehre mich hier nur gegen Pauschalisierungen.
Unabhängig davon ist der Protest der Arbeitnehmer gegen dieses Vorgehen natürlich vollkommen legitim und verständlich.
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24.08.2011 15:29 Uhr von Homechecker
 
+0 | -0
 
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@roadrunner: nunja sicherlich profitieren nen paar grenzgänger davon aber jdesmal bis nach D zu kutschen zum einkauf, das relativiert sich doch auch mit zeit ,km und sprit
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24.08.2011 15:46 Uhr von Really.Me
 
+2 | -4
 
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Es handelt sich um eine Firma mit 80 Mitarbeitern. Ich gehe nicht davon aus das diese Firma ein Millionenpolster hat und rießen Gewinne macht. Gerad bei den kleineren Mittelständlern muss gut kalkuliert werden.

Und es geht ja nicht nur um die höheren Lohnkosten sondern sicher auch darum das es schwerer wird die Ware ins Ausland zu verkaufen da der Franken einfach zu stark ist.

Alternativ könnte der Unternehmer natürlich auch einfach warten bis die Konten fast leer sind und dann ein paar betriebsbedingte Kündigungen aussprechen.

Keine Ahnung ob von euch jemand Unternehmer ist, aber so locker flockig ist das nicht immer...wenn es mal härtere Zeiten gibt geht sowas manchmal sehr schnell das es zu Zahlungsproblemen kommt. Aber sowas sieht ja niemand, alle Firmen sollen super bezahlen, ihre Waren so günstig wie möglich verkaufen und am besten Lebenslange Jobgarantien geben.
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24.08.2011 16:43 Uhr von tulex
 
+0 | -0
 
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@Really.Me: Da muss halt der Betriebsrat tagen, um zu einer einvernehmlichen Lösung zu finden. Es wird bestimmt auch nicht im Interesse der Belegschaft sein durch diesen Umstand Konkurrenzunfähig zu werden bzw. Konkurs zu gehen, schließlich wollen die alle ihren Job behalten.
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24.08.2011 17:26 Uhr von artefaktum
 
+5 | -0
 
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@Really.Me: Wenn der Unternehmer Probleme am Markt hat, dann soll er seine Arbeitnehmer ansprechen (z.B. den Betriebsrat) und man kann darüber diskutieren, wie man das Problem lösen kann. Sollten Arbeitsplätze u.U. auf dem Spiel stehen, kann z.B. Kurzarbeit oder vorübergehende Lohnkürzung durchaus vernünftig für beide Seiten sein.

Was aber nicht geht ist Trick 17, und sich den Wechselkurs aussuchen, der für den Unternehmer bei den Lohnzahlungen am günstigsten ist.

So über seine Angestellten hinweg zu entscheiden ist nicht nur dreist, sondern auch dumm. Als Arbeitgeber sollte ich immer versucht sein, ein gutes Vertrauensverhältnis zu meinen Angestellten aufrecht zu erhalten.

Wer sich so was ausdenkt sollte sich mal überlegen, ob seine soziale Kompetenz für diesen Führungsjob ausreichend ist.
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24.08.2011 21:43 Uhr von jupiter12
 
+4 | -0
 
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sowas passiert wenn ein Land wie Deutschland so aktiv Lohndumping betreibt.
Dank H4 und anderer Arbeitsmarkt Reformen haben unsere Nachbarlaender NIX mehr zu lachen.....

So ruinieren wir nicht nur uns, sondern alle anderen gleich mit!

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