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Gigaliner-Feldversuch startet noch in diesem Jahr

Noch im laufenden Jahr wird das Bundesverkehrsministerium grünes Licht für den Feldversuch mit überlangen Lkw geben. Das erklärte eine Sprecherin des Ministeriums am Montag. Eine Zustimmung des Bundesrates dafür sei nicht erforderlich, heißt es im Verordnungsentwurf für das Vorhaben.

Der Interessenverband Allianz pro Schiene äußerte sich skeptisch. Er geht davon aus, dass dafür ein von Bundestag und Bundesrat verabschiedetes Gesetz notwendig ist. An dem Versuch werden nur sieben Länder teilnehmen; die übrigen lehnen die sogenannten Gigaliner ab.

Bisher dürfen auf deutschen Straßen Lkw mit 18,75 Meter Länge fahren. Für den Feldversuch dürfen sie bis zu 25,25 Meter lang sein. Die Befürworter rechnen dadurch mit weniger Lkw auf den Straßen und geringerem Treibstoffverbrauch. Gegner befürchten eine höhere Gefährdung der Verkehrsteilnehmer.


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WebReporter: kickingcrocodile
Rubrik:   Auto
Schlagworte: Straße, Lkw, Gigaliner, Feldversuch
Quelle: www.handelsblatt.com

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8 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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16.08.2011 13:11 Uhr von Petaa
 
+6 | -4
 
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Solange die Dinger die Straßen nachweislich nicht mehr schädigen als normale LKW geht das. Dann sollte für diese Riesen aber ein absolutes Überholverbot bestehen und sie dürfen wirklich nur die rechte Spur benutzen.
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16.08.2011 13:18 Uhr von Sag_mir_Quando_sag
 
+8 | -6
 
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"STIMMT´S? Beansprucht ein Lkw die Straße 10000-mal so stark wie ein Pkw?

... fragt Gunhild Wilms aus Kirchheim-Teck

Welche Tortur würden Sie lieber ertragen: zehn Schläge ins Gesicht mit einer Kraft von je einem Kilo oder einen Schlag mit zehn Kilo?

Eben. Die verheerende Wirkung, die eine Kraft entfaltet, steigt nicht linear mit ihrer Größe, sondern erheblich stärker an - eine zehnmal so große Kraft erzielt mehr als die zehnfache Wirkung.
Das wissen auch Straßenbauingenieure. Sie rechnen seit Jahrzehnten mit dem sogenannten Vierte-Potenz-Gesetz. Das besagt, dass der Verschleiß der Straße durch eiin Fahrzeug mit der vierten Potenz seines Gewichts steigt, jeweils bezogen auf eine Achse. Ein Rechenbeispiel: Ein gewöhnlicher Pkw mit einer Tonne Gewicht drückt mit 500 Kilo pro Achse auf die Straße. Bei einem vierachsigen 30-Tonner lasten pro Achse 7,5 Tonnen auf der Straße, das ist das 15-Fache. Das Vierte-Potenz-Gesetz sagt nun: Die Belastung für die Straße und damit der angerichtete Schaden ist pro Achse nicht 15-mal so groß wie beim Pkw, sondern der Faktor beträgt 15**4, also 15 * 15 * 15 * 15, das ist 50625. Da unser Beispiel-Lkw außerdem doppelt so viele Achsen hat wie der Pkw, schädigt er die Straße sogar mehr als 100000-mal so stark.
Und das heißt: Bei ihren Berechnungen können die Ingenieure die Personenwagen eigentlich vernachlässigen, die Abnutzung der Straße erfolgt im Wesentlichen durch die Laster. (...)
CHRISTOPH DRÖSSER"
DIE ZEIT vom 28. Juli 2011, S. 32

Wenn jetzt schon normale langsamfahrende Lkws in Wohngebieten und schnellfahrende Lkws am Rande von Wohngebieten durch Erzeugung von Vibrationen in der Bausubstanz enorme Bauschäden verursachen, stellt sich doch die Frage, warum die Hausbesitzer-Verbände keinen Einspruch gegen diesen Gigaliner erheben. Von den Bauschäden an Brücken ganz zu schweigen.

[ nachträglich editiert von Sag_mir_Quando_sag ]
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16.08.2011 13:19 Uhr von oeds
 
+4 | -4
 
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Überholen: Das problem ist nicht, dass die überholen, sondern dass andere Verkehrsteinehmer diese Extrem langen gefährte überholen ->
Sprich Elefantenrennen dauern noch länger, auch wenn ein normal-langer LKW so einen Gigaliner überholt.
Und auf der Landstraße wird es extrem gefährlich, wenn man als Auto-/Motorradfahrer beim Überholen sehr lange auf der Gegenfahrbahn fahren muss und keine möglichkeit hat einzuscheren....
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16.08.2011 13:27 Uhr von Kappii
 
+4 | -1
 
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auch wenn: der Interessenverband Allianz pro Schiene natürlich eine gefestigte (vor)Meinung hat, finde ich auch dass das Schienennetz in Deutschland erstmal effektiver genutzt werden sollte, bevor man über Gigaliner nachdenkt. Leider stehen die Prioritäten bei der deutschen Bahn eher im Personenverkehr.
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16.08.2011 13:29 Uhr von Petaa
 
+2 | -2
 
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Mal abgesehen von der Straßenschädigung sollte ebenfalls alles über 7,5 Tonnen auch die Gigaliner nicht überholen dürfen da hast Du Recht.

Was Landstraßen und Orte angeht so würde ich mir weniger Sorgen machen. Ein gut platzierter Kreisverkehr wie bei uns vorm Ort und KEIN längerer LKW kommt mehr rein und so ein Gigaliner erst recht nicht ;-) Die Dinger sind für die Autobahn und sonst nix...
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16.08.2011 15:35 Uhr von kickingcrocodile
 
+7 | -2
 
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@ Sag_mir_Quando_sag: Was an der allgemeinen Bevölkerung bislang vorbeigeht, weil es niemand ausdrücklich sagt: Die Gigaliner wären nur länger als herkömmliche Lkw, nicht aber schwerer. Das zulässige Gesamtgewicht läge, wie bei den herkömmlichen Lkw, bei 40 t respektive 44 t wenn sie im Vor- oder Nachlauf für Kombinierte Verkehre eingesetzt würden. Somit würde sich das Gewicht ganz anders auf die Straße verteilen und weniger (!) Druck ausüben.

Die Boulevardpresse, aber auch seriöse Tageszeitungen, schreiben einen ziemlichen Mist zusammen, wenn sie in ihren Schlagzeilen von Monster-Trucks, Riesen-Lkw etc. redet. Das ist reine panikmache und weit entfernt von sachlicher und seriöser Berichterstattung.

Ich selbst bin übrigens kein Befürworter der 25-m-Lkw. Aber ein Befürworter sachlicher Diskussionen. Der Feldversuch wird zeigen, ob die Dinger für Deutschland was taugen, oder nicht. In einigen Nachbarländern werden sie schon jahrelang eingesetzt - ohne dass es noch ein Riesengeschrei darum gibt.

Erwähnt sei noch, dass Überholverbot und Rechtsfahrgebot sowie der Einsatz erfahrener Trucker für den Versuch bereits vorgeschrieben sind.

[ nachträglich editiert von kickingcrocodile ]
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16.08.2011 17:41 Uhr von Peter323
 
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Gute Sache: Da sich das Gewicht nicht erhöht und wahrscheinlich sogar noch mindestens ne Achse mehr auf die Straße kommt, ist die Belastung deutlich niedriger für die Straße.

Find´s ne gute Sache, aber es muss ein Überholverbot her, die sollen rechts bleiben, da gefährden die riesigen Aufhänger auch Niemanden :)
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16.08.2011 19:41 Uhr von pLu3schba3R
 
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full ack! @ kickingcrocodile: Endlich einer der es begriffen hat und auch sagt (:

Und an den Helden der da vorhin von tollen Kreisverkehren geschwafelt hat ... hoffentlich brauchst du mal für dein Haus 20 Tonnen Steine oder Langholz und musst es mit deinem PKW Anhänger mit 1000 Fahrten selber rankarren und wirst dabei noch ca. 500x von der Schwerlastgruppe der Polizei kontrolliert und bekommst wegen Überladung und fehlender Ladungssicherung noch 100 Strafzettel ...

Und nochwas: Kreisverkehre haben einen sogenannten Kraftkreis, und der ist immer so bemessen das ein Standart LKW auch mit Anhänger dort durch fahren kann ... auch wenns es langsam und ordentlich ausgefahren werden muss ;)

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