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Iran: Liebesepos soll 800 Jahre nach der Veröffentlichung zensiert werden

Durch das iranische Kulturministerium sind jetzt Teile des Liebesepos "Chosrou und Schirin" zensiert worden. Die Geschichte "Chosrou und Schirin" von Nezami Gandschawi wurde 1180 veröffentlicht. Die beanstandeten Passagen waren zum Beispiel: "Hände halten" und "irgendwo hingehen, wo wir alleine sein können".

Da der Verlag das Layout der achten Auflage ändern wollte, wurde das Buch zur Genehmigung an das Ministerium für Kultur und Islamische Führung in Teheran geschickt. Dort teilte man dem geschockten Verlag die Zensur einiger Passagen mit.

In der iranischen Literatur ist es seit der Revolution 1979 verboten, die Nähe von Mann und Frau zu schildern.


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WebReporter: Klopfholz
Rubrik:   Kultur
Schlagworte: Iran, Liebe, Veröffentlichung, Zensur, Epos
Quelle: www.welt.de

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8 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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15.08.2011 15:26 Uhr von Klopfholz
 
+32 | -1
 
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Wenn es nicht so bitter ernst wäre, müsste man eigentlich drüber lachen. Das man da erst nach 800 Jahren drauf kommt. Das ist schon belustigend.
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15.08.2011 15:31 Uhr von ManiacDj
 
+2 | -2
 
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@ Autor: Naja nicht wirklich 800 Jahre.
Wie du geschrieben hast gibt es ein entsprechendes Gesetz erst seit 1979 das sind daher 32 Jahre.
Aber recht hast du ernst und trotzdem lustig. Man kann hier in der Westlichen Welt sowas einfach nicht nachvollziehen.
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15.08.2011 15:44 Uhr von Atrio
 
+26 | -1
 
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hehe bei denen wachsen die kinder bestimmt auf bäumen....
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15.08.2011 16:23 Uhr von Alice_undergrounD
 
+13 | -1
 
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lol "hände halten" wird zensiert :D: was machen die dann wenn irgendwo "von hinten nehmen und ordendtlich den arsch durchbumsen" steht? selbstmord vor entrüstung? :D
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15.08.2011 16:53 Uhr von menschenfeind
 
+12 | -0
 
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tja: eine aufgeschlossene, fortschrittliche kultur, die sich in der heutigen gesellschaft niederschlägt... bravo...

[ nachträglich editiert von menschenfeind ]
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16.08.2011 01:22 Uhr von ElChefo
 
+1 | -0
 
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benjaminx, chorkrin: benjaminx

Die haben doch auch sonst keine andren Sorgen. Und wenn mal doch der Schuh drücken sollte, zeigt man auf den fiesen, schuldigen Westen. Problem gelöst ;)


chorkrin

Der Hauptgrund meines Erachtes für den Verlust des Anschlusses dürfte wohl eher in den Raubzügen der Mongolen liegen, die plünderten, was sie tragen konnten und den Rest verbrannten. Das dürfte wohl der gesamten arabisch/persischen Kultur der Zeit einen Schlag versetzt haben, von der sie sich kaum mehr erholen konnte.
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16.08.2011 17:51 Uhr von ElChefo
 
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chorkrin: Sprichst da mit Sicherheit einiges an, das durchaus stimmt.

Allerdings waren die Schäden, die die Hunnen, die Pest, der 30-/100-jährige Krieg etc in Europa anrichteten immer relativ reparabel. Sie konnten teilweise sogar "nutzbringend" dahingehend verwendet werden, das Überbevölkerung der relativ gesehen zu großen Städte im Zaum gehalten wurde, die Versorgung der Menschenmassen in den unteren Schichten kein Problem wurde. Was die Hunnen selbst angeht, so fanden sie bei ihren Überfällen auch kein unitäres Großreich vor, sondern einen Flickenteppich aus Herzogtümern und Königreichen, denen sie einzeln möglicherweise grossen Schaden zufügen konnten, allerdings nie der Gesamtheit. Die Überlebenden zogen weiter und stellten sich einfach unter den Schutz des nächsten Lehnsherrens. Eine dermaßen dezentralisierte Kultur ist deutlich schwerer auszulöschen.

Als die Mongolen allerdings ihren Krieg über den gesamten westasiatischen Raum zogen marodierten sie in den Herzen von ebensolchen Großreichen und zerstörten Bibliotheken und mordeten in der Intelligenzia. Siehe zum Beispiel auch, wo im 14ten Jahrhundert die persische Hauptstadt war - Herat, heute Afghanistan.
Auch erst im 13ten Jahrhundert wurde der Tribut in Steuerpflicht umgewandelt so das die Brandschatzerei und das Morden sich reduzierte zu relativer Statthalterei

...den Islam allein für den Stillstand der Kultur verantwortlich zu machen erscheint dann doch zu einfach.
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16.08.2011 23:15 Uhr von ElChefo
 
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chorkrin: Ich würde das jetzt nicht so in schwarzen Farben malen.

Ja, Tatsache, es gab keine Aufklärer, die ihre Thesen an die Tore Mekkas geschlagen haben, aber es braucht immer eine gewisse Zeit, bis sich humanitäre Trends durchsetzen. Im Westen hat es auch rund 1500 Jahre gebraucht, bis mal einer den Mut dazu hatte - was das für ihn persönlich bedeutet, ist ja mittlerweile bekannt.

Immerhin... nehmen wir für das Christentum und den durch ihn geprägten Westen mal das "Jahr 0" annehmen und 1517 für den Beginn der Aufklärung mit dem Thesenanschlag in Wittenberg, dann bleibt dem Islam noch ein beträchtlicher Zeitraum um "gleichzuziehen". Ein rundes Jahrhundert etwa.

Alles halt eine Frage der Zeit - kann man auch daran festmachen, das jeder grosse Wandel in der Menschheitsgeschichte immer durch die Angst einiger begleitet wurde, die sich in überzogenen Traditionalismus geflüchtet haben um einen vermeintlichen Identitätsverlust zu vermeiden.

Dasselbe kann man hier feststellen, auf der einen Seite bei einige, die zur Ausländerfeindlichkeit tendieren, da sie den Verlust der "Volksseele" befürchten, genauso wie bei einigen der Zugewanderten, die bei Integration und Anpassung ihre jeweilige Identität zu verlieren fürchten.
...am Ende allerdings wird sich keiner der normativen Kraft des Faktischen entziehen können.

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