Psychotherapie: Versorgungsstrukturgesetz liefert falsches Bild vom Bedarf
Lange Wartezeiten auf eine Psychotherapie können dazu beitragen, dass sich die Krankheit eines Therapie-Bedürftigen verschlimmert und auch verlängert. Davor warnt Dr. Nicolaus Melcop, Präsident der Psychotherapeutenkammer (PTK) Bayern. In der Folge entstehen höhere Kosten und zusätzlicher Aufwand.
In der Stadt seien Wartezeiten von durchschnittlich 20 Wochen normal, auf dem Land seien es sogar 24 Wochen. Das vom Bundestag gerade beschlossene Versorgungsstrukturgesetz verhindere aber, dass sich die Situation bessere, weil es sich für die Bedarfsplanung auf alte Zahlen stütze.
Resultat: Allein in Bayern müssten bei Anwendung des Gesetzes 1.168 von 2.735 Psychotherapie-Praxen abgebaut werden, weil sich aus den Zahlen eine Überversorgung ergebe. Der Mediziner verlangt daher eine Neuberechnung.