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Gerichtsurteil: Chef darf Mails von kranken Angestellten checken

Ist ein Arbeitnehmer aus gesundheitlichen Gründen abwesend, hat der Arbeitgeber das Recht dessen Mails einzusehen, um dienstliche Angelegenheiten zu regeln. So urteilte das Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg und wies damit eine Klage eines Mitarbeiters ab.

Hintergrund: Der für längere Zeit krankgeschriebene Angestellte hatte weder eine automatische Abwesenheitsnotiz für sein Mail-Postfach eingerichtet, noch für eine Vertretung seiner Person gesorgt. Auch habe er nicht auf mehrere Versuche seiner Firma reagiert, mit ihm Kontakt aufzunehmen.

Um Kundenfragen zu beantworten, verschaffte sich die Firmenleitung schließlich unter Zeugen Zugang zu den Mails des Mitarbeiters. Auch für dienstliche Mail-Postfächer gilt das Fernmeldegesetz. Das Gericht sah jedoch in diesem Fall weder eine Verletzung des Arbeitsvertrags noch eine Straftat.


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WebReporter: kickingcrocodile
Rubrik:   Brennpunkte
Schlagworte: Chef, Mail, Gerichtsurteil, Angestellter, Kranker
Quelle: www.zdnet.de

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13 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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29.07.2011 11:26 Uhr von Major_Sepp
 
+8 | -5
 
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Schön: blöd der Chef. E-Mail Nutzung sollte im Unternehmen generell durch einen Zusatz zum Arbeitsvertrag geregelt werden. Dann ist der Chef auch in einer rechtlich einwanfreien Position die Mails zu checken.

Alles andere ist grob Fahrlässig, gerade schon wegen den vielfachen Missbrauchsmöglichkeiten die Sicherheit betreffend.
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29.07.2011 11:39 Uhr von Phyroad
 
+46 | -1
 
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@kanzlerin: Nachdenken?!?

Wer krank ist bekommt trotzdem noch Mails...
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29.07.2011 11:47 Uhr von Homechecker
 
+22 | -2
 
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richtig so: wer keine abwesenheitsmeldung schreibt bzw keine vertretung angibt von dem wird halt der email acc geöffnet, schließlich sind die mails und das ganze drum herum immer noch eigentum der firma!
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29.07.2011 11:58 Uhr von Trekki1990
 
+28 | -1
 
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ausserdem: E-Mail Postfach in der Firma kommen auch nur Firmensachen rein. Ende der Diskussion. Wer private Sachen darüber abwickelt ist selber ganz schön deppert.
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29.07.2011 12:25 Uhr von DJGeorg
 
+12 | -1
 
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ich: finde auch, das der Chef das Recht hat, das E-Müll Postfach eines Kranken Angestellten zu checken. Jenachdem welchen Posten der Angestellte im Betrieb hat, braucht man eingentlich keine Genemigung. Es können dem Unternehmen ev. Umsatzeinbußen entstehen, oder noch schlimmer, Klagen von Kunden.
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29.07.2011 13:37 Uhr von JesusSchmidt
 
+1 | -15
 
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29.07.2011 13:46 Uhr von Trekki1990
 
+5 | -0
 
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@JesusSchmidt: Ja klar da hast du Recht. Aber wirklich privat gehts bei meinen Mails nie zu. Klar wird der ein oder andere Kunde mal gefragt wie es so geht usw. Aber keine wirklich privaten Sachen, wie seine E-Mails von iwelchen Foren oder eBay oder oder oder.
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29.07.2011 14:06 Uhr von Homechecker
 
+5 | -0
 
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@JesusSchmidt: dann forumuliere ich das eben um damit das dir auch passt:

in jeder firmenmail die mit der arbeit zu tun haben sind teilweise vertrauliche informationen enthalten die unbefugten 3. nicht zugänglich gemacht werden dürfen

somit sind die informationen die dort enthalten sind firmeneigentum

alle emails die privat von diesem konto versendet werden erhöhen das sichheitsrisiko für die firma (z.b. newsletter von dubiosen registrierungen)

desweiteren hat der arbeitnehmer, sofern nicht anders geregelt, seine arbeitszeit genutzt um während seiner arbeitszeit private sachen zu erledigen (pausen hier ausgenommen) oder wrum sollte der angestellte sonst klagen wenn der arbeitgeber den account öffnen möchte?


zur abwesenheitsmeldung, wenn ich über längere zeit krank werde habe ich für vertretung zu sorgen, siehe hier meinen ersten eintrag. so regelt das jeder größere arbeitgeber der geschäftskunden hat

generischer email-accout:
kennst du "anprechpartner" und " personalisierte betreuung" ? da gibts keinen verteiler weil dem kunden es so angeboten wird das er nur einen asp hat und nicht mehrere damit er sein anliegen nich jedesmal erneut vortragen muss
hier in meinem 3. mann betrieb wird das sogar so geregelt!
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29.07.2011 14:13 Uhr von LLCoolJay
 
+1 | -6
 
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Moment mal: 1. Für die Vertretung ist NICHT der Arbeitnehmer zuständig. Die Vertretung muss von dessen Vorgesetzten geregelt werden.

2. Wenn jemand krank wird kann er schlecht seine Abwesenheitsnotiz einsetzen.

3. Die Firma hat nur dann das Recht auf die Emails zuzugreifen, wenn die Emailadresse nicht personalisiert ist.
Also z.B. service.berlin@blabla.com ist kein problem einzusehen, auch wenn die normal zuständige Person nicht da ist.
Aber z.B. Vorname.Nachname@blubb.de fällt unter den Datenschutz und darf NICHT ohne Erlaubnis des AN eingesehen werden.


Man hätte das Problem auch anders lösen können. Die IT-Abteilung kann sicher eine automatische Abwesenheitsnotiz einstellen auch ohne auf die Emails zuzugreifen oder sie abzufangen.

Und falls der Kranke einen festen Kundenstamm hat, kann man dessen Kunden informieren und sie bitte die Emails an eine andere Adresse zu schicken.

Probleme haben die Leute....
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29.07.2011 14:14 Uhr von Klecks13
 
+2 | -1
 
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@ JesusSchmidt: Erstens wissen wir nicht, welche Art von Erkrankung es war; u.U. hätte er durchaus Kontakt mit der Firma aufnehmen können.

Zweitens geht es in dem Urteil nicht daum, ob der Kläger vielleicht irgendetwas schuldhaft unterlassen hätte sondern darum, dass das Einsehen seiner E-Mails während seiner krankheitsbedingten Abwesenheit rechtens war. Und das war es eben genau deshalb, weil die Kunden nicht über seine Abwesenheit informiert waren, die Mails nicht weitergeleitet und bearbeitet werden konnten und es offensichtlich nicht möglich war, ihn zu kontaktieren.

Also nicht gleich dem Richter mangelnden Sachverstand unterstellen. Der musste hier zwischen persönlichen und Firmeninteressen abwägen und kam zu dem Schluß, dass der mögliche Schaden für die Firma im Zweifel höher zu bewerten ist als das -bei einem Firmen-Account sowieso schon eingeschränkte- Telekommunikationsgeheimnis des Klägers.

Eine generelle Erlaubnis, wie der Titel der News sugeriert, lässt sich m.E. aus dem Urteil aber nicht ableiten.
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29.07.2011 14:47 Uhr von pest13
 
+2 | -1
 
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An alle die sich jetzt aufregen und: dem/den Richter(n) mangelnde Sachverstand vorwerfen. Lest lieber das eindeutig bessere Artikel bei Heise.de
http://www.heise.de/...

[ nachträglich editiert von pest13 ]
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29.07.2011 15:24 Uhr von Johnny Cache
 
+2 | -0
 
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Wow: Es ist schon immer wieder erstaunlich mit welchem Einsatz manche Leute versuchen ihre abgedrehten Rechtsvorstellungen durchzusetzen. Wenn sie mit tatsächlich mit dem gleichen Einsatz arbeiten könnten die Arbeitgeber wirklich froh sein... wird aber sicher nicht so oft vorkommen.

Fremder Zugriff auf persönliche Accounts ist aber in jedem Fall eine recht heiße Nummer, welche man nicht unbedingt auf die leichte Schulter nehmen sollte. Mir war damals auch nicht sonderlich wohl bei der Sache als ich das Account meines ausgefallenen Chefs der leider überhaupt nicht vertrauenswürdigen Geschäftsleitung zugänglich machen sollte. Und selbst nachdem ich eine entsprechende schriftliche Anweisung hatte, wurde nur ein ein Teil der mails für lesezugriff freigegeben. Daß er über paßwortgeschützte persönliche Ordner verfügte habe denen gleich verschwiegen, waren ja schließlich bereits bearbeitete Mails... auch wenn sie ihm gerade aus denen einen Strick drehen wollten. ;)
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29.07.2011 17:34 Uhr von Götterspötter
 
+3 | -0
 
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Warum zur Hölle ???? Muss in so einem Fall ein Gericht beauftragt werden ??

Gehen wir mal davon aus, das der Arbeitnehmer nicht ins Koma gefallen ist und noch mit seiner Umwelt kommunizieren kann.
Dann hat der Arbeitnehmer die Pflicht für den Arbeitnehmer erreichbar zu sein und zwar für die Dauer der Arbeitzeit!

Die genauen Hintergründe sind hier zwar nicht genau bekannt - aber so ein "Kollege" wäre bei uns schneller "ausgewechselt" als er "Gesundheit" sagen könnte.

Immerhin handelt er hier "unverandwortlich" und gefährdet seinen eigenen Arbeitsplatz, wenn man an wichtige Kunden-Daten nicht herankommt.

Und "Kunde weg" = "Sachbearbeiter für Kunde arbeitslos" = "und tschüss"

Arbeitswelt ist immer noch kein Streichelzoo mit Ponyreiten !

[ nachträglich editiert von Götterspötter ]

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