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Hamburg: 61-jähriger Graffiti-Sprayer OZ steht vor Gericht

120.000 Mal hat sich der 61-jährige Graffiti-Sprayer "OZ" auf Hamburgs Wänden verewigt und steht nun wegen der illegalen Sprühaktionen und Sachbeschädigung vor Gericht.

Seine Anwälte wollen das Verfahren als Exempel führen und auf Kunstfreiheit pochen: "Wer mag, stelle sich vor, Banksy hätte nicht im hippen London, sondern im schillernden Hamburg gelebt", so die Verteidiger. Sie stellen die Frage, ob man den anonymen Street-Art-Star auch verurteilen würde.

Banksy hat sich allerdings nicht auf frischer Tat ertappen lassen, OZ hingegen schon. Die juristische Antwort wird schließlich auf das Dilemma Kunstfreiheit vs. Eigentum hinauslaufen und ist mit Spannung zu erwarten.


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WebReporter: mozzer
Rubrik:   Brennpunkte
Schlagworte: Gericht, Hamburg, Graffiti, Sprayer, Banksy
Quelle: www.sueddeutsche.de

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7 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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27.07.2011 11:12 Uhr von heinzelmann12
 
+6 | -11
 
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Sachbeschädigug als Kunst? Gehts noch? Natürlich ist er zur Wiedergutmachung des Schadens zu verurteilen.
Pfändung der Rente bis zum absoluten Existenzminimum, und falls das nicht reicht, schauen was an Sachwerten zu holen ist. All zu lang wird er ja wohl nicht mehr leben.
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27.07.2011 11:19 Uhr von Iron_Maiden
 
+2 | -3
 
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@heinzel: "Pfändung der Rente bis zum absoluten Existenzminimum"


*weglacht*
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27.07.2011 11:23 Uhr von Jaecko
 
+8 | -0
 
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Vor kurzem war mal ein Strassenkünstler da, der einfach alte Kaugummis auf der Strasse bemalt hat. Da er nicht die Strasse darunter "beschmiert" sondern nur den eh schon draufliegenden Kaugummi, kann ihm niemand was.
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27.07.2011 12:09 Uhr von Dark_Itachi
 
+1 | -0
 
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"Die juristische Antwort wird schließlich auf das Dilemma Kunstfreiheit vs. Eigentum hinauslaufen und ist mit Spannung zu erwarten."

Naja, das wird noch einige Jahre dauern, da OZ vor einem Strafgericht steht, wo sich diese Frage gar nicht stellt. Strafrechtlich hat er schlicht die Sachbeschädigung (§ 303 II StGB) begangen, genau dafür hat man ja den Absatz 2 eingeführt (sog. "Graffiti-Paragraph").

Er könnte allenfalls gegen das Urteil vorgehen und so den Rechtsweg bestreiten um später vor das BVerfG zu ziehen und Verfassungsbeschwerde einzureichen.

Kunstfreiheit vs. Eigentum sehe ich nicht problematisch: Kunstfreiheit (Art. 5 I GG) und Eigentum (Art. 14 I GG) sind beide Grundrechte, daher wird im Zuge der Konkurrenz geschaut, welches hier wohl schwerer wiegen wird --> Art. 2 I GG (Allg. Persönlichkeitsrecht) sieht vor, dass man seine Grundrechte ausleben kann, solange man nicht in Grundrechte anderer eingreift. Da OZ aber unbefugt in das Eigentum anderer eingriff, wird man wohl sagen müssen, dass das Eigentum anderer Grundrechtsberechtigter schützenswerter als die Kunstfreiheit ist. Diese kann man schließlich nur in den Grenzen des Art. 2 I GG ausleben, was OZ nicht gemacht hat.
Also gehe ich stark davon aus, dass die Frage Kunstfreiheit vs. Eigentum zu Gunsten des Eigentums geklärt werden wird ;-)
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27.07.2011 12:12 Uhr von Serverhorst32
 
+2 | -1
 
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Unglaublich Demnächst kommt dann ein Punker der kunstvoll von Autos die Sterne abreißt und will auch straffrei ausgehen ... ist ja immerhin kunst.

Wenn ein Hausbesitzer dem 61 jährigen für seine Aktion mal die F****e poliert ist das sicher auch Kunst oder dann doch eine Straftat?!
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27.07.2011 12:54 Uhr von bow13
 
+0 | -0
 
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Free OZ!!! Free OZ!!!
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28.07.2011 12:11 Uhr von Treasurer
 
+1 | -1
 
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Sprayer sind Schädlinge: Mir haben Sprayer einen Schaden von über 50.000 € verursacht.
Der nicht durch eine Versicherung gedeckt war (das deckt nämlich keine Vers. ab).
DAS hat nichts mit Kunst zu tun.
Wer an freigegebenen Wänden sprayt... OK.. DAS schon eher, damit kann ich mich anfreunden. Aber Wildes Sprayen ist und bleibt einfach nur Sachbeschädigung und wenn ich mal einen erwische schlag ich ihn grün und blau bis er den Scheiss entfernt hat. (DAS ist zwar dann Körperverletzung mir aber genauso egal wie dem Sprayer wenn er eine Sachbeschädigung begeht)

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