21.07.11 17:07 Uhr
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Eurogipfel: Pleitestaaten sollen weniger Zinsen bezahlen

In Brüssel wird derzeit um Maßnahmen zur Eindämmung der Schuldenkrise in Europa verhandelt. Erste Verhandlungsergebnisse zeichnen sich ab. So etwa soll der Zinssatz für die Notkredite Griechenlands, Portugals und Irlands von 4,5 Prozent auf 3,5 Prozent abgesenkt, die Laufzeit von 7,5 auf 15 Jahren verlängert werden.

Weiterer Tagespunkt ist ein zweites Hilfspaket für Griechenland, wobei zwei Optionen im Raum stehen. Das erste Modell sieht vor, dass Gläubiger Hellas-Anleihen gegen staatlich garantierte Bonds mit längerer Laufzeit umtauschen.

Das zweite Modell sieht vor, dass der Rettungsfond EFSF entweder direkt griechische Bonds erwirbt oder aber über Vergabe von Krediten an Athen entsprechende Mittel für einen Rückkauf der Papiere zur Verfügung stellt. Ein teilweiser Zahlungsausfall privater Gläubiger wird somit in Kauf genommen.


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WebReporter: Baron-Muenchhausen
Rubrik:   Politik
Schlagworte: Kredit, Brüssel, Zinsen, Griechenlandkrise, Gipfeltreffen
Quelle: www.spiegel.de

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7 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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21.07.2011 17:07 Uhr von Baron-Muenchhausen
 
+3 | -1
 
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Faktisch wird dies den deutschen Staat Multimilliarden kosten. Logisch kann eine "Rettung" nur über die Bühne gehen, wenn Deutschland über zusätzliche Milliardenkosten ein schwerer Stein ins Getriebe der Wirtschaft gelegt wird.
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21.07.2011 17:13 Uhr von shadow#
 
+4 | -2
 
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Der Plan ist an dem Punkt Mist, an dem die Griechen weiterhin ohne externe Kontrolle tun und lassen können was sie wollen.
Hilfen ja, aber bitte nicht ohne rigorose externe Kontrolle.
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21.07.2011 17:29 Uhr von ArrowTiger
 
+3 | -0
 
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shadow#: -- "aber bitte nicht ohne rigorose externe Kontrolle."

Würde nicht funktionieren, da sich das erfahrungsgemäß kein Volk lange bieten lassen würde.

Die vielzitierten "Hilfen" gehen ja auch nicht an das griechische Volk, sondern an die Gläubigerbanken. (Die selbst vermutlich nicht zur Rechenschaft gezogen werden für ihr Casino.)

Wenn man die Wirtschaft Griechenlands zu sehr durch Sparzwänge abwürgt, klappt das Rettungsspiel ohnehin nicht. Das Wirtschaftswachstum muss über der Zinsbelastung liegen, sonst knallt das in Kürze gleich wieder.

Wenn man Ökonomen wie Prof. Hankel Glauben schenken kann, wäre es wohl klug, wenn Griechenland sich aus dem Euro verabschiedet. Das böte dem Land, trotz Abwertung der neuen Drachme, eine wesentlich bessere Position gegenüber den Gläubigerbanken und eine deutlich flexiblere Finanzpolitik. Griechenland wäre vermutlich binnen 1-2 Jahre wieder halbwegs fit - ähnlich Argentinien damals nach der Aufgabe der US-Dollar Bindung.
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21.07.2011 17:38 Uhr von Baron-Muenchhausen
 
+7 | -0
 
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Titel durch Checker willkürlich abgeändert: Checker "Maeckes" hat willkürlich den Titel dieser News abgeändert, der Originaltitel hieß:

"Eurogipfel: Pleitestaaten sollen nur noch wenig Zinsen bezahlen"

Angesichts von 3,5% Zinssatz, was einer AAA-Bonität entspricht, ist dies auch völlig gerechtfertigt und auch notwendig so zu erkären. Hier geht es nicht einfach um "weniger Zinsen", sondern um den Skandal, dass hier im 11. Jahr lohn-, sozial- und lohngedumpte Arbeiter in Deutschland anderswo Konsum und somit Absatz der hiesigen Dumping-Export-Industrie stützen.

Vielleicht kennt der Checker sich in der Sachmaterie nicht aus, sonst hätte er seine eigenen Gedanken aus der News ferngehalten. Vermutlich steht er jedoch den gängigen Mediensprache unkritisch und unerfahren gegenüber.

Es ist ohnehin ein Unding, dass solche Änderungen ohne jede Rücksprache auf den News-Einreicher geschehen, in deren Account-Namen sie letztlich publiziert werden. Hier ist in der Vergangenheit schon viel Unfug getextet und eigene geistige Ergüsse eingebracht worden.

Zum Tel ist es den jungen Leuten im Check überhaupt nicht bewusst, dass sie sich der gleichen, verharmlosenden und euphemistischen Sprache bedienen wie die übliche Gehirnwäsche-Presse, welche etwa den Euro kontinuierlich befeuert und Meinungen beeinflusst.

Es mag am Alter, Unerfahrenheit, Ungeduld oder Naivität einzelner Checker liegen, welche sich mit der einzelnen News nicht konkret auseinandersetzen bzw. vor lauter Anatomie-News der Überblick verloren geht. Auch ich war einmal Schüler oder junger Student - blind für unsere Medien.

Gottlob gibt es hier auch einige Checker, die ordentlich ihren Job bei SN erfüllen, sich der täglichen Medienmanipulation bewusster sind und gewisse Textphrasen nicht "automatisch" euphemisieren.

[ nachträglich editiert von Baron-Muenchhausen ]
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21.07.2011 17:38 Uhr von Baron-Muenchhausen
 
+6 | -0
 
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Zur News: PS:
Aufgrund der Titel-Abänderung stelle ich das Einreichen von Politik und Wirtschafts-News unter Checker "Maeckes" ein.

Dieser hat nicht reagiert - so reagiere eben ich und bediene diese ohnehin verwaisten SN-Rubriken unter seinem Check nicht mehr.

Zur News.

Faktisch wird dies den deutschen Staat Multimilliarden kosten. Logisch kann eine "Rettung" nur über die Bühne gehen, wenn Deutschland über zusätzliche Milliardenkosten ein schwerer Stein ins Getriebe der Wirtschaft gelegt wird.

Der Skandal ist, dass die Wirtschaft über ihre Marionetten versteht, dass dieses Ausbremsen nicht über eine angemessene und seit Jahren unterbliebene Lohnsteigerungen erfolgt (...der einzig gangbare Weg aus der "Wettbewerbsklemme"), sondern nun über Transferzahlungen, die letztlich die Pleite- und Schummelstaaten belohnt. Über die Folgen muss man sich keine Illusionen machen: Statt mehr Lohn gibt es demnächst mehr Steuern. Leider auch eine Folge ausbleibender Demonstrationen in Deutschland.

[ nachträglich editiert von Baron-Muenchhausen ]
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21.07.2011 22:12 Uhr von Katzee
 
+1 | -0
 
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Eine Hand wäscht die andere: In Griechenland bestimmt eine handvoll Familien die korrupte Politik des Landes - und diese Familien kassieren nur zu gern zusätzlich zu den Wertabschöpfungen, die sie Jahr für Jahr in Griechenland selbst betreiben die "Zuwendungen" der EU. - Ändern wird sich in Griechenland nichts: Die griechischen Machtfamilien werden bis zum Ende der Zahlungsfähigkeit der noch halbwegs überlebensfähigen (nicht einmal mehr übermäßig finanzkräftigen) EU-Staaten jeden möglichen Cent absaugen und unversteuert in die weltweiten Steueroasen verteilen. Den wertlosen Schrott, der übrig bleibt, dürfen die ohnehin schon an Übersteuerung leidenden EU-Bürger schultern.

Griechenland hat die Bilanzen gefälscht und die Euro-Währungsgemeinschaft von Anfang an betrogen - das ist schon lange bekannt. Und was tun die EU- und die D-Politiker: Gar nichts - oh nein, das stimmt nicht: sie zwinkern den Steuerhinterziehern in Griechenland zu und knüppeln die EU-Steuerzahler unter ihre erstickende Knute.
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21.07.2011 23:09 Uhr von meisterthomas
 
+1 | -0
 
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Die Krise: Höchste Zeit zwischen Wirkungen und Ursachen zu unterscheiden und diese auch in ihren Wurzeln einmal deutlich zu machen.
Eine Wirkung ist, dass die Leitwährungen von gestern auf dem internationalen Kapitalmärkten von heute vergammeln und sich wie Faulgas aufgebläht haben.
Ursache ist zum einen eine Werteverschiebung am Kapitalmarkt, als auch im Gelde selbst, ausgelöst durch die Geldmenge und ihre Verteilung. Zum anderen dass die Arbeitnehmer den natürlichen Konkurrenzkampf zwischen Kapital und Arbeit anscheinend verloren haben, indem sie die Politik der Globalisierung hinnahmen. Diese geht mit der Entwertung des heimischen Arbeitsmarktes und seiner realen Güter einher und konzentriert sich stattdessen auf vermeintlich strategische Werte, nebst Wettgeschäften und Spekulationen.

Anschaulich gesagt, nicht Bauern und deren Felder repräsentieren den Wert, sondern die Burg welche diese beherrscht. Und dass selbst dann, wenn sie eine Ruine ist. – Ganz ähnlich scheint es auch heute wieder, mit den nun multinationalen Kapitalgesellschaften und ihrer Stellung am Markt, ihren Monopolen und Kartellen, ihren repräsentativen Bauten, und nicht zuletzt den Wettgeschäften der Fonds und Hedgefonds.
Unsere Wirtschaftsgeschichte belegt, dass eine einzige Tulpenzwiebel strategisch, spekulative Geldwerte in der Höhe von Familienhäusern in bester Lage erzielen kann und dass sogar völlig unabhängig von einer tatsächlich vorhandenen Nachfrage nach dieser Tulpe am Markt der Verbraucher. Ein Beispiel dieser Art war auch die Internetblase vor einigen Jahren.

Wie kommt das? Stark vereinfacht gesagt, dass zwecks Umverteilung über Jahrzehnte Falschgeld gedruckt und mehr oder weniger nur einer Minderheit zu gute kam, während die Reallöhne der meisten Arbeitnehmer, nicht zuletzt Facharbeitern auf dem Stand von 1966 gedrückt wurden.
Siehe hierzu auch.: ("Nach Bush": Krugman, Paul, Kapitel 5 (S. 91), ISBN: 3593385651) unten!

Anders gesagt, Anleger, Banken und Spekulanten wissen nicht wohin mit ihrem Geld und lassen sich von Marktschreiern, Ratingagenturen und Glücksrittern führen. So geschehen in der amerikanischen Immobilienkrise. Nicht zu vergessen, dass derart riesige Kapitalströme heiß wie eine gewaltige Armee sind und das es hier tatsächlich um einen kalten Krieg geht, indem andere Werte gelten.
_______________

Der Zug scheint abgefahren, jedenfalls solange diese Kriegsmaschine läuft.
Da aussteigen heißt, sich gegen die Welt stellen, seine Mitstreiter und politischen Freunde verlieren, sich isolieren. In Frankreich war man damit schon mal in den Achtzigern politisch gescheitert.

Was Not tut, ist die Rückkehr zu einer souveränen, wenngleich auch europäischen Volkswirtschaft.
Denn nur diese kann in unserer Welt, die zu einem souveränen Markt nötige Stärke auch noch entwickeln.
Aber das liegt weder im Interesse unserer Exportwirtschaft, noch ist es ohne schwere Strukturkrisen zu bewerkstelligen – also gar nicht.

Was bleibt ist durchwursteln, bis dass uns neue Krisen vielleicht einmal zu den richtigen Schritten nötigen. Mit Charakter könnte man mehr erreichen, vielleicht sogar den Zeitgeist verändern. Denn genau der ist es, der uns auszehrt und wirkliche Lösungen verhindert. Aber er ist eben nicht nur Aufgabe der Führung, sondern auch unser aller Schwäche und Aufgabe.


http://www.terrashop.de/...

Der von @Katzee beklagte Geldadel ist eine weitere Wirkung: Siehe auch "Hirten und Wölfe", aber wir können nicht alle Probleme auf einmal lösen
http://www.uni-muenster.de/...

[ nachträglich editiert von meisterthomas ]

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