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Ehemalige Wehrmachtssoldaten: Lebenslang für Kriegsverbrechen

Neun ehemalige Wehrmachtssoldaten wurden von einem italienischen Gericht in Abwesenheit zu lebenslanger Haft verurteilt. Fallen gelassen wurde die Anklage gegen mittlerweile drei verstorbene Männer.

Die ehemaligen Mitglieder der Division "Hermann Göring" wurden von dem Tribunal in Verona für schuldig befunden, 1944 Hunderte Zivilisten in Norditalien getötet zu haben. Insgesamt sollen über 400 Menschen bei den Massakern getötet worden sein.

Nach fünf Jahren dauernden Ermittlungen begann der Prozess im November 2010. "67 Jahre sind vergangen, aber wenigstens sind sie nicht umsonst vergangen", so einer der Kläger. Zahlreiche Hinterbliebene der Opfer waren im Gerichtssaal anwesend.


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WebReporter: Haecceitas
Rubrik:   Brennpunkte
Schlagworte: Urteil, Kriegsverbrechen, Wehrmacht, Lebenslang, Lebenslänglich
Quelle: www.n-tv.de

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19 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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07.07.2011 10:02 Uhr von Wachsames.Auge
 
+30 | -16
 
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und wollen nun: sicherlich entschädigt werden - vom deutschen Steuerzahler, gelle ?

[ nachträglich editiert von Wachsames.Auge ]
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07.07.2011 11:58 Uhr von gdi1965
 
+3 | -6
 
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Die Verurteielten: lachen sich doch ins Fäustchen. Die haben ihr Leben gelebt.

Ich will die Gräultaten nicht verniedlichen, aber irgendwann muss auch mal Schluss sein.
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07.07.2011 12:09 Uhr von JesusSchmidt
 
+5 | -22
 
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07.07.2011 12:21 Uhr von RickJames
 
+2 | -1
 
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Jimboooo: Zitat aus der Quelle:
"Deutschland weigere sich bis heute, Täter aus der NS-Zeit ohne ihr Einverständnis auszuliefern, hatte die Arbeitsgemeinschaft Reggio-Emilia als Prozessbeobachterin vor der Urteilsverkündung kritisiert."
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07.07.2011 12:22 Uhr von Frudd85
 
+6 | -8
 
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@DerBelgarath: Deine Sichtweise nivelliert und unterschlägt damit gewichtige qualitative Unterschiede in der Beurteilung des Zweiten Weltkrieges.

Dieses unglaubliche Opfergeheule erinnert an einen Hund, der sich - mit dem gerissenen Hasen im Maul - wundert, warum man ihn tritt. Keinerlei Spur von Reflexion oder kritischer Thematisierung der Vergangenheit - stattdessen Gleichmachererei nach dem biblischen Auge um Auge.

Nun sollte dir nicht entgangen sein, dass Vergleich nicht Gleichsetzen sein kann und darf.
Sicherlich ist es wichtig und richtig, auch auf Verbrechen der Alliierten an den Deutschen hinzuweisen und sie vergleichend aufzuarbeiten - aber falls dir das nicht aufgefallen ist, das tut die Geschichtswissenschaft seit Jahren und hat eben noch mal durch diese Vorgehensweise die einzigartige Qualität der deutschen Verbrechen im Zweiten Weltkrieg herausstellen können.

Ja, es fand kein Prozess in Großbritannien statt, aber die gerade in den letzten Jahren aufkommende Debatte um die Rechtmäßigkeit des Bombenkriegs unterschlägst du - als ob es dort null Reflexion über die eigene Rolle im Krieg gebe.
Und das Fehlen von Prozessen in den Siegernationen als Indiz für eine "Rache" derselben an Deutschland zu werten - mein Freund, das ist nicht nur dumm, das ist revisionistisch und gefährlich nahe am rechtesten Rand der Gesellschaft.

Die so genannte "Siegerjustiz" nach dem Zweiten Weltkrieg war ein historisch einmaliger Vorgang als Reaktion auf ein historisch einmaliges Verbrechen. Kein Wunder, dass man Vergleichbares nicht mehr findet, denn Vergleichbares gab es schlichtweg nicht.
Die markante Imbalance in der justizialen Aufarbeitung des Zweiten Weltkrieges hat ihren Ursprung also mitnichten in subversiven Rache- und Vernichtungsphantasien der Siegermächte (und das meine ich institutionell, individuell zu argumentieren bringt in einem solchen Zusammenhang schon mal gar nichts, denn dann könnte man ebenso postulieren, dass Deutschland immer noch ein aggressiv-expansiver Machtstaat ist - weil einige wenige Individuen das so wollen).

Aber was der entscheidende Unterschied ist und bleibt - Briten wie Italiener verteidigten sich gegen eine deutsche Aggression.
Da tut auch nichts zur Sache, dass der italienische Faschismus anfangs an der Seite Hitlers stand, 1943 schied Italien aus der Achse aus und wurde somit (teilweise) von Deutschland besetztes Gebiet. Und was du "Mord" an deutschen Soldaten nennst, ist nichts Anderes als asymmetrische Kriegführung und Ausnutzung der gegebenen Möglichkeiten. Die italienische Armee war zerschlagen bzw. nicht in der Lage, gegen die deutschen Truppen vorzugehen - genauso wie es auf dem Balkan und in der besetzten UdSSR geschah, formierten sich also Partisanengruppen, um gegen die Besatzer zu kämpfen.

Wenn man also mit Recht(!) anprangert, dass von mir aus sogar viele Partisanen dabei die Verhältnismäßigkeit oder sogar das Kriegsrecht verletzten und brutal wie auch rücksichtslos gegen einzelne womöglich sogar komplett unschuldige und arme Landser vorgingen - so darf man nie vergessen, dass die größte Rechtsverletzung die deutsche Aggression war.

Um auf deinem biblischen Niveau zu bleiben: Man erntet, was man sät.
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07.07.2011 12:42 Uhr von ElChefo
 
+5 | -0
 
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frudd: Auch wenn du überwiegend treffend formulierst, machst du es dir gegen ende doch recht einfach.

Bis zum ausstieg aus der Achse befanden sich Wehrmachtsverbände mit ausdrücklicher Billigung und als verbündete in Italien. Mit dem Ausstieg kam es tatsächlich zu Verhaftungen von deutschen Soldaten. Auch zu Ermordungen, als italienische ´ex-kameraden´ sich plötzlich gegen die deutschen wanden.
Besatzung ist auch hoch gegriffen, was sollten sie schon gross tun? Sich in Luft auflösen? Selbst heute ist die Verlegung von Grossverbänden ein logistisches Meisterstück.
Schliesslich geriet man mit OP Husky von regen in die Traufe: vorne die alliierten, hinten die umgedrehten Italiener.

[ nachträglich editiert von ElChefo ]
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07.07.2011 13:15 Uhr von Frudd85
 
+3 | -4
 
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@elchefo: Ja, du hast Recht, gegen Ende wurde ich auch plakativ. Das liegt daran, dass ich im Grunde an der Sinnhaftigkeit meiner Ausführungen zweifle, da sie ja sowieso nichts ändern. Ich rege mich nur über diese rechtspopulistische Geschichtsverzerrung extrem auf.

Aber um inhaltlich darauf einzugehen:

Die Wehrmachtführung war auf den Ausstieg Italiens aus der Achse vorbereitet und verlegte deshalb schon vor dem September 1943 Verbände nach Italien und auf den Balkan mit der expliziten Aufgabe, italienische Truppen bei Eintreten des Falles zu entwaffnen und festzusetzen. Diese Truppen kann man durchaus auch bereits vor dem 8.9.1943 als Besatzungstruppen bezeichnen.
Wie du von Fällen erzählst, in denen Italiener plötzlich gegen ihre deutschen Ex-Kameraden vorgingen, gibt es zahlreiche Berichte vom umgekehrten Falle.
Bei der Division "Hermann Göring" kam es sogar bereits im Juli (!!!!) 1943 zu Morden an italienischen Soldaten auf Sizilien, also zu Morden an Kameraden. Zahlreiche weitere Berichte über brutales Vorgehen der Deutschen bestätigen das Bild, Kefalonia ist doch nur das bekannteste Beispiel. Es bringt m.E. also nichts, Einzeltaten gegen Einzeltaten aufzuwiegen, denn das führt nur zu einem summarischen Vergleich der Opfer (und du kannst mit Sicherheit davon ausgehen, dass die Deutschen diesen unrühmlichen Vergleich gewinnen).
Auch sollten solche militärjuristischen Feinheiten wie die Titulierung einer Einheit als Besatzungstruppe nicht das grundlegende Urteil revidieren, denke ich.
Wichtig in diesem Zusammenhang ist viel eher der ideologisch-weltanschauliche Hintergrund der begangenen Verbrechen.
Ein Mord wird nicht weniger Mord, wenn er aus hehren Motiven geschieht, aber die Verbrechen italienischer Partisanen lassen sich doch sehr gut durch das brutale Vorgehen deutscher Verbände in Italien vor und nach dem 8. September 1943 erklären.
Ob nun in Marzabotto, St.Anna di Compostela oder sonstwo, die Wehrmacht und Waffen-SS verletzten beim "Partisanenkampf" systematisch die geltenden Kriegsrechtskonventionen - dass das zu Reaktionen führt, die ebensowenig dem Kriegsrecht entsprechen, ist zwar nicht entschuldbar, aber erklärbar.

Zu deinem letzten Punkt: Die meisten Verbrechen an italienischen Zivilisten geschahen weit abseits der Front, v.a. in der Toskana in der Region um Bologna/Florenz, bevor die Alliierten soweit vorgedrungen waren. Die Verbrechen geschahen also nicht im Chaos der Frontkämpfe, sondern weit hinter der Front. Es waren vielerorts planmäßig durchgeführte Vernichtungsaktionen, denen insgesamt über 10.000 italienische Zivilisten zum Opfer fielen.

Ich denke, wenn man sich über die schreckliche "Rachejustiz" der Sieger so aufregt, sollte man wenigstens genug Anstand haben, das nicht unter den Tisch fallen zu lassen.
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07.07.2011 13:23 Uhr von Nullachtfuffzehn
 
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@ Frudd85: "hat eben noch mal durch diese Vorgehensweise die einzigartige Qualität der deutschen Verbrechen im Zweiten Weltkrieg herausstellen können."

Was soll daran bitte so "einzigartig" sein? Kriegsverbrechen sind so alt wie der Krieg selbst:

Massaker an Zivilisten, Ermordung von Kriegsgefangenen etc., all das hat es in der Geschichte IMMER gegeben...
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07.07.2011 14:14 Uhr von CSN-Nicki
 
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Fakt ist: Ich lebe seit über vierzig Jahren auf dieser Welt. Meine Mutter mittlerweile seit 65 Jahren. Wir beide, das kann ich versichern, dass wir keine Menschen gequält und getötet haben. Auch unsere zurückliegenden Generationen nicht. Mir geht es fürchterlich auf die Nerven, wenn man mir dann eine Generalschuld auferlegt, nur weil ich 100 km vor der holländischen Grenze geboren bin?
Ich denke, die Siegerstaaten haben sich nun wirklich genug schadlos gehalten. Und ausgerechnet die USA, die bis in die 70er Jahre die schwarzen Bürger diskreminierte, war bei den Prozessen geegn Deutschland führend. Ein Witz!
Und deshalb war dieser Prozess nun eindeutig unnötig und vor allem sinnlos?
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07.07.2011 15:20 Uhr von Nullachtfuffzehn
 
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Angemerkt sei hier noch, dass - so grausam es klingen mag - Vergeltungsaktionen an Zivilisten für getötete Soldaten vom Kriegsvölkerrecht gedeckt waren. Nachkriegsurteile der Alliierten bestätigten die Rechtmäßigkeit solcher Aktionen, die oft Quoten von 10:1 beinhalteten. Das berühmt-berüchtigte Massaker in den Ardeatinischen Höhlen bei Rom wies auch diese "übliche" Quote auf, jedoch wurden "aus Versehen" eine Handvoll Zivilisten zuviel getötet, weshalb daraus ein Kriegsverbrechen wurde. Was der historisch interessierte Laie heute pauschal als Kriegsverbrechen empfindet war nach damaligen Recht also in Ordnung, wenn auch fürchterlich...
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07.07.2011 15:43 Uhr von all_in
 
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@CryTek: "aber was das russenpack damals gemacht hat mit DEUTSCHEN zivilisten und zivilistinnen, das juckt niemanden."

Das sogenannte "Russenpack" hat zumindest ab einem bestimmten Zeitpunkt angefangen die Vergewaltiger aus ihren eigenen Reihen ohne Wenn und Aber zu exekutieren, während deutsche Soldaten bis zum Ende hin "rassisch minderwertige" Frauen nach Belieben vergewaltigen konnten, ohne in geringster Weise irgendeine Strafverfolgung befürchten zu müssen. Und es wurde vergewaltigt und nicht nur in Einzelfällen. Teilweise wurden die Frauen vor den Massenexekutionen vergewaltigt und dann erschossen. Hat kein Schwein geschert. Bei der Besetzung Polens gab es nur einen Vergewaltigungsfall, der strafrechtlich geahndet wurde. 3 Wehrmachtssoldaten vergewaltigten die Frauen einer jüdischen Familie, wurden aber nicht wegen Vergewaltigung, sondern wegen Rassenschande verurteilt.
In der Sowjetunion soll es bis zu 10.000.000 (zehn Millionen) Vergewaltigungsfälle seitens der deutschen Wehrmachtssoldaten gegen sowjetische Frauen gegeben haben.

Denk mal drüber nach!
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07.07.2011 16:03 Uhr von angryman
 
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@DerBelgarath: "Wann wurde denn zuletzt in Italien, Großbritannien, Frankreich oder den USA ein e i g e n e r Kriegsverbrecher verurteilt?"

schonmal was vom Irak-Krieg gehört?

http://www.focus.de/...

http://www.focus.de/...

http://www.n-tv.de/...

http://www.aktivepolitik.de/...
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07.07.2011 16:39 Uhr von Nullachtfuffzehn
 
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@ angryman: Irre ich mich oder geht es hier ausschliesslich um den 2. Weltkrieg? ;)
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07.07.2011 16:49 Uhr von angryman
 
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