02.07.11 08:28 Uhr
 6.916
 

Prof. Stefan Homburg: Ich glaube an die grenzenlose Dummheit der Bundesregierung

Prof. Stefan Homburg der Leibniz-Uni in Hannover wirft der Bundesregierung "grenzenlose Dummheit" vor und ist überzeugt, dass die Rettungspaket-Politik Berlins letztlich das gesamte Euro-System sprengen wird. Es sei ein Fehler gewesen, den Vertrag von Lissabon zu brechen und Pleitestaaten Beistandszahlungen zu leisten.

Berlin befeuere geradezu das Geschäftsmodell von Banken und Hedgefonds, welches darin besteht, konzertiert Anleihen eines Staates abzustoßen, die Bonität des Ziellandes ins Gerede zu bringen, zu niedrigen Kursen zurückzukaufen und anschließend Regierungen mit Schreckensszenarien von Rettungsaktionen zu überzeugen.

Es gebe keinen Grund, warum das kleine Griechenland nicht wie große Staaten wie Argentinien, Uruguay, Russland erfolgreich umschulden könne. Es sei absurd und setze falsche Anreize, dass Gläubiger nicht für ihre Forderungen haften müssen. Athen werde die Schulden niemals bedienen können, dennoch wird Berlin zahlen.


Videoplayer auf dieser Seite ausblenden
WebReporter: Baron-Muenchhausen
Rubrik:   Politik
Schlagworte: Politik, Bundesregierung, Dummheit, Bonität
Quelle: www.spiegel.de

Jetzt Deinen
Kommentar abgeben!

DAS KÖNNTE DICH AUCH INTERESSIEREN

Pro Asyl beklagt Kurswechsel der CDU in Flüchtlingspolitik
Frankreich: Front National fordert, Einwandererkinder sollen für Schule zahlen
Donald Trump lässt sich von Leonardo DiCaprio den Klimawandel erklären

Diese News zu meinen Favoriten hinzufügen Beitrag abgeben

40 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

Kommentar ansehen
02.07.2011 08:28 Uhr von Baron-Muenchhausen
 
+45 | -0
 
ANZEIGEN
Lest Euch das gesamte Interview einmal durch. Dort steht auch, das die Bankstatuten jedweilige Rücksichtnahme auf das Gemeinwohl im Zuge von Rettungsaktionen ausschließt und die Bankenbeteiligung ein reines Schauspiel für die deutsche Öffentlichkeit gewesen sei. Sarkozy habe ohnehin nie Interesse daran gehabt und sich bei der Kanzlerin durchgesetzt.
Kommentar ansehen
02.07.2011 09:34 Uhr von kochtopf1
 
+56 | -8
 
ANZEIGEN
Wir fahren steil dem Abgrund entgegen. Die EU ist eh nicht mehr zu retten. Bürgerkrieg droht
Kommentar ansehen
02.07.2011 09:43 Uhr von sv3nni
 
+46 | -1
 
ANZEIGEN
na logisch: wer noch glaubt dass die parteien im wohle des bürgers handeln der glaubt auch noch an den weihnachtsmann. oder gabs etwa eine volksabstimmung über den euro und die neueste diätenerhöhung?

ausserdem : das zinsmodell der banken sorgt seit jahrhunderten dafür dass die reichen immer reicher werden. warum sollten jetzt gerade diese das bewährte erfolgsmodell abschaffen.

[ nachträglich editiert von sv3nni ]
Kommentar ansehen
02.07.2011 09:52 Uhr von Jlaebbischer
 
+43 | -1
 
ANZEIGEN
@kochtopf1: Abgrund? Meinst du damit diese Kante, die wir vor einiger Zeit hinter uns gelassen haben?

Mir kommts eher vor, als befänden wir uns bereits im freien Fall...
Kommentar ansehen
02.07.2011 10:15 Uhr von kirkpatrik
 
+18 | -2
 
ANZEIGEN
Ich: muss dem Professor recht geben.

Und nicht nur das Rettungspaket an sich ist ein Fehler, sondern der ganze Euro ist ein fehler.

Dies ist meine Meinung und muss dem Rest der Leser hier nicht näher erläutert werden.

Danke.
Kommentar ansehen
02.07.2011 11:11 Uhr von Iskender_
 
+9 | -0
 
ANZEIGEN
Die Vorgehensweise der Regierungen erinnert mich an Finanzhaie.

Das ist so wie wenn ich von einem Finanzhai einen Kredit zu horenten Bedingungen bekomme. Wenn nun der Geldgeber merkt, dass ich wirtschaftlich immer schlechter da stehe, hat er zwei Optionen: entweder er trägt dazu bei, dass ich die Schulden sofort zurückzahlen kann (Teilerlass, Umschuldung) oder er gibt mir immer mehr Geld mit der Hoffnung, dass ich bald wieder auf eigenen Beinen stehe und ihm irgendwann das Geld wieder zurückzahle, natürlich inklusive der Zinsen. Deutschland & Co (Frankreich, IWF). haben einfach zu viel Geld in diesen Staat reingepumpt, als das sie davon ablassen könnten. Und wenn sie hier eine Umschuldung erlauben würden, wäre das ein Presidenzfall für alle anderen Länder (Irland, Portugal, Spanien, etc.) die sich in Schwierigkeiten befinden. Diese Vorgehensweise könnte dann auch von anderen Ländern (zu Recht) verlangt werden.

Also muss man sich fragen, welches Motiv steckt hier dahinter: natürlich die Gier und Kontrolle über Rest Europa. Keine Regierung hat Geld zu verschenken und vor allem möchte keine auf mögliche Zinseinnahmen verzichten. Nur ist das ein gefährliches Ziel, weil die Regierungen sich -genau wie die Spekulanten- auf eine in Zukunft völlig unvorhersehbare Tatsache verlässt: und zwar das Griechenland wieder auf die Beine kommt. Ich persönlich glaube nicht daran. Wenn man sich das Bruttoinlandsprodukt Griechenlands anschaut und dann die jährliche Zinsbelastung, die mit jedem Jahr zunimmt, kann man sich schnell ausrechnen, das es finanztechnisch unmöglich ist. D.h. Griechenland WIRD in den Bürgerkrieg rutschen. Sie werden auch ihre Einnahmen vom Tourismus teilweise verlieren. Und nur durch sparen kann man keine Schulden zurückzahlen. Man benötigt Wachstum. Aber das alles interessiert die Geldgeber nicht. Zur Not wird das eben ausverkauft.

[ nachträglich editiert von Iskender_ ]
Kommentar ansehen
02.07.2011 11:21 Uhr von Iskender_
 
+8 | -0
 
ANZEIGEN
Die Banken sind wichtiger als Griechenland: http://www.zeit.de/...
Kommentar ansehen
02.07.2011 11:21 Uhr von artefaktum
 
+14 | -0
 
ANZEIGEN
"Berlin befeuere geradezu das Geschäftsmodell von Banken und Hedgefonds, welches darin besteht, konzertiert Anleihen eines Staates abzustoßen, die Bonität des Ziellandes ins Gerede zu bringen, zu niedrigen Kursen zurückzukaufen und anschließend Regierungen mit Schreckensszenarien von Rettungsaktionen zu überzeugen."

Wow! Super zusammengefasst!
Kommentar ansehen
02.07.2011 11:22 Uhr von Ich_denke_erst
 
+1 | -31
 
ANZEIGEN
Kommentar ansehen
02.07.2011 11:30 Uhr von artefaktum
 
+13 | -0
 
ANZEIGEN
@Ich_denke_erst: "2. Alle Spekulanten die auf eine Pleite der Griechen und auf eine Krise des Euros gesetzt haben haben sich verspekuliert."

Im Prinzip schon. Doch durch die Rettungspakete bekommen sie ja dennoch ihre Schäfchen ins Trockene.

Das ganze läuft in etwa so, wie wenn du ins Casino gehst und mit hohen Einsätzen spekulierst: Wenn du gewinnst, streichst du hohe Gewinne ein. Wenn du verlierst, zahlen dir die europäischen Steuerzahler den verlorenen Einsatz zurück.

Das ist ein Anreizsystem, welches im Grunde schon hinter der großen Bankenkrise stand (Stichwort "Moral Hazard"). Unter rationalem Aspekt kann man die Zocker da durchaus verstehen. Solange die Politik diesem Anreizsystem keinen Riegel vorschiebt, wird sich da auch nichts ändern.
Kommentar ansehen
02.07.2011 11:56 Uhr von dumm78
 
+10 | -1
 
ANZEIGEN
wenn ich in einer firma einen mitarbeiter habe der die geforderte leistung nicht mehr bringt mahn ich den ab.
wenn sich dann nichts ändert mahn ich noch 2 mal und dann wird er gefeuert.

in der firma eu hingegen giebts ne dicke gehalts erhöhung.

wiso glaub ich nicht dran das das gut ist ?
Kommentar ansehen
02.07.2011 12:12 Uhr von Baron-Muenchhausen
 
+10 | -0
 
ANZEIGEN
@ich_denke_erst: "Alle Spekulanten die auf eine Pleite der Griechen und auf eine Krise des Euros gesetzt haben haben sich verspekuliert."

Wieso "verspekuliert"??? Sind die Kreditversicherungen etwa nicht explodiert? Sie werden gehandelt und zwar zu einem Vielfachen wie noch vor 15 Monaten.

Auf Zahlungausfall kommt es bei den Spiel gar nicht unbedingt an, wenn man "unterwegs" zur Pleite/Nichtpleite die gestiegenen Papiere handelt. Übrigens soll Griechenlands Ministerpräsident selber gegen sein Land gewettet haben und eine eigens dafür gegründete Strohfirma Milliarden damit verdient haben, siehe ---> http://is.gd/...

Doch durch dieses Unterfangen, eine Pleite wegen angeblicher Ansteckungsgefahr unter allen Umständen verhindern zu wollen, pumpt man immer mehr Gelder in die Pleite und destabilisiert die Eurozone erst recht. Und wie Homburg völlig richtig sagt gibt es in einem Nullsummenspiel immer auch Gewinner. Man muss sich fragen, wer diese sind.

Nebenbei: Zwar liegen deutsche CDS noch auf sehr niedrigem Niveau, haben sich jedoch realtiv schon deutlich verteuert.

Übrigens: Einige Ökonomen vertreten sogar die Meinung, der Default-Fall und somit Scharfstellung der CDS sei letztlich für das Pleiteszenarium günstiger als immer weiter gutes Geld schlechtem nachzuschieben.

[ nachträglich editiert von Baron-Muenchhausen ]
Kommentar ansehen
02.07.2011 12:22 Uhr von Ich_denke_erst
 
+1 | -15
 
ANZEIGEN
Kommentar ansehen
02.07.2011 12:26 Uhr von Ich_denke_erst
 
+0 | -16
 
ANZEIGEN
Kommentar ansehen
02.07.2011 12:34 Uhr von rolf61
 
+6 | -0
 
ANZEIGEN
In unserer Regierung: sitzen einfach,viel zu VIELE Dumme.Jeden Tag werden wir nur noch angelogen.Auf der einen Seite ist kein Geld mehr da,auf der anderen Seite leisten sich unsere Abgeordneten eine neue Diätenerhöhung.Griechenland kann eh nicht gerettet werden,also raus mit dem Mitglied Griechenland und noch ein paar ANDERE hinterher.
Kommentar ansehen
02.07.2011 12:42 Uhr von Ich_denke_erst
 
+0 | -16
 
ANZEIGEN
Kommentar ansehen
02.07.2011 12:47 Uhr von artefaktum
 
+11 | -0
 
ANZEIGEN
@Ich_denke_erst: "Wer das versteht wird an den Börsen gewinnen - und was hindert jeden hier daran da mitzumachen?"

Davon mal abgesehen, dass das eine moralische Bankrotterklärung ist, könnten gar nicht alle mitmachen.

Wie du richtig bemerkst, ist das alles ein Nullsummenspiel. Alle können nie gewinnen weil es auch immer welche geben muss, die im Umkehrschluss entsprechend verlieren.

Wirtschaft sollte die Prosperität von Staaten und Menschen unterstützen und nicht den Ausverkauf einzelner Staaten und Menschen, damit einige wenige am Ende mehr haben.
Kommentar ansehen
02.07.2011 12:58 Uhr von Ich_denke_erst
 
+1 | -12
 
ANZEIGEN
Kommentar ansehen
02.07.2011 13:01 Uhr von artefaktum
 
+7 | -1
 
ANZEIGEN
@Ich_denke_erst: "Es gab hier nur die Wahl für oder gegen neue Griechenlandkredite - und beide Entscheidungen rufen Gewinner und Verlierer hervor - eine "Win-Win" Situation war hier unmöglich."

Es gab nur diese Wahl, weil unsere Spekulationsmärkte diese Wahl zuließen. Diese Regeln lassen sich allerdings verändern. Ich bin mal gespannt, wie viele Milliarden von Steuerzahlern hier noch verbrannt werden müssen, bevor die Politik hier regulierend eingreift.
Kommentar ansehen
02.07.2011 13:07 Uhr von Ich_denke_erst
 
+1 | -9
 
ANZEIGEN
@artefaktum: Entschuldigung aber das verstehe ich jetzt nicht - wie willst Du die Regeln verändern? Entweder gibst Du einen Land einen Kredit oder nicht - und damit hast du automatisch immer Gewinner und Verlierer.
Kommentar ansehen
02.07.2011 13:18 Uhr von artefaktum
 
+8 | -0
 
ANZEIGEN
@Ich_denke_erst: Die heutigen Finanzinstrumente an den Finanzmärkten haben nur noch rudimentär mit ihren ursprünglichen Zweck zu tun.

Ursprünglich ließ sich ein Gläubiger mit Zinsen dafür bezahlen, dass er Geld für einen bestimmten Zeitraum verleiht. Das war sein Geschäft. Heute gibt es Finanzinstrumente die so komplex sind, dass du auf alles und jedes wetten kannst, was mit dem eigentlichen Zweck (jemand hat Geld, welches ein anderer braucht) nur noch sehr wenig zu tun hat.

Beispielsweise den hier bereits angesprochenen Handel mit CDS. Das sind Versicherungen, mit denen du Kreditausfälle absichern kannst. Durchaus in Grenzen auch noch legitim. Das ganze ist aber zur reinsten Zocke verkommen, weil CDS-Käufer dann durchaus Interessen an Pleiten haben können. Pikant dabei: Diese CDS kann man auch dann kaufen, wenn man gar nicht der Kreditgeber ist(!). Das ist so, als würde ich eine Feuerversicherung auf eine Eigentumswohung kaufen, deren Eigentümer du bist! Mein Interesse kannst du dir dann wohl vorstellen.

Das ist nur ein Beispiel von sehr vielen. Diese Auswüchse gilt es zu regulieren damit die Investitionen wieder zu dem führen, zu dem sie mal gedacht waren: Geldströme so zu verteilen, wo das Geld auch gerade gebraucht wird.
Kommentar ansehen
02.07.2011 13:28 Uhr von Ich_denke_erst
 
+0 | -12
 
ANZEIGEN
Kommentar ansehen
02.07.2011 13:34 Uhr von artefaktum
 
+11 | -0
 
ANZEIGEN
@Ich_denke_erst: "Warum willst Du jemanden daran hindern auf unsinnige Sachen zu wetten? Wir sind ein freies Land (...)"

Finanzmärkte unterliegen wie jeder andere Bereich auch gewissen Regeln. Finanzmärkte werden von Menschen gestaltet und können somit auch von Menschen gewissen Regeln unterworfen werden.

"(...) und können auch mit solchen Auswüchsen leben."

Was meinst du, wie viele Finanzkrisen die Steuerzahler noch bezahlen können?
Kommentar ansehen
02.07.2011 13:35 Uhr von kirkpatrik
 
+6 | -0
 
ANZEIGEN
@ Iskender_ und alle anderen: Geld ist in dieser Welt wichtiger als alles andere. Und das ist das Problem...

Umweltschutz ist in Ordnung, aber es ist zu teuer. Öko-Strom aus Solar-Parks ist gut, aber zu teuer...

Mit solchen Aussagen macht der Mensch an sich alles kaputt
Kommentar ansehen
02.07.2011 13:41 Uhr von Ich_denke_erst
 
+6 | -0
 
ANZEIGEN
@Artefaktum: Das ist es was ich vorher gesagt habe - Wetten dürfen die auf alles - aber dann müssen sie auch die Konsequenzen tragen. Es darf nicht sein dass der Staat dann mit Steuergeldern eingreift. Lasst die Spekulanten Pleite gehen. Für die Realwirtschaft sehe ich da die wenigsten Gefahren - und für die restlichen Banken wird es eine Warnung sein.

Refresh |<-- <-   1-25/40   -> -->|
Diese News zu meinen Favoriten hinzufügen Beitrag abgeben


Copyright ©1999-2016 ShortNews GmbH & Co. KG

Die News auf dieser Website werden eigenverantwortlich von Nutzern erstellt. Die Shortnews GmbH & Co. KG nimmt keinen redaktionellen Einfluss auf die Inhalte.

impressum | agb | archiv | usenet | zur mobilen Ansicht
SCHLIESSEN

Willst Du die Seite wirklich verlassen?


DAS KÖNNTE DICH AUCH INTERESSIEREN

USA: Astronaut John Glenn ist tot
Pro Asyl beklagt Kurswechsel der CDU in Flüchtlingspolitik
Jeder zehnte Arbeitnehmer hat nur einen befristeten Job


...oder unseren und keine aktuellen News mehr verpassen?