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"Schnitzel-Krieg" in Sachsen hat gerichtliches Nachspiel

Der Mitte September vergangenen Jahres in Sachsen entbrannte "Schnitzel-Krieg" (ShortNews berichtete) hat jetzt ein gerichtliches Nachspiel: Die Wirte eines Imbisses in Hammerbrücke (Vogtland) müssen sich gegen den Vorwurf der Steuerhinterziehung zur Wehr setzen.

Einen im April vom Finanzamt erteilten Strafbefehl über 35.000 Euro wegen dieses angeblichen Delikts akzeptierten die Gastronomen nicht. Jetzt kommt die Angelegenheit vor das Amtsgericht Chemnitz.

Was die Portionsgrößen angeht, bezweifelt das Finanzamt, dass die Schnitzel wie von den Wirtsleuten angegeben tatsächlich 200 Gramm wiegen. Die Beamten legen ihren Berechnungen nur 165 Gramm zu Grunde. Es besteht der Verdacht, dass hunderte Essensportionen "schwarz" verkauft wurden.


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WebReporter: kickingcrocodile
Rubrik:   Kurioses
Schlagworte: Gericht, Krieg, Sachsen, Schnitzel, Nachspiel
Quelle: www.focus.de

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13 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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27.06.2011 09:37 Uhr von Floppy77
 
+24 | -3
 
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Vielleicht werden aus 200 g rohem Fleisch: ja 165 g Schnitzel? Ja die beim Finanzamt mit ihren Berechnungen, da kann man sich beim Imbiss seine Sachen auch nicht doppelt in Alufolie einschlagen lassen, weil die berechnen, wieviele Portionen Pommes man in so eine Rolle einwickeln kann.

Kannte da mal einen Imbißbesitzer dem ging das so, weil er immer etwas großzügig mit der Folie war wollte das FA dann eine saftige Nachzahlung.
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27.06.2011 10:09 Uhr von w0rkaholic
 
+8 | -10
 
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Gewinne der Schnitzelverkäufe laut Quelle: [...]Für das Jahr 2006 waren es 448 Euro, für die beiden folgenden Jahre rund 9000 und 5600 Euro. Das Finanzamt bezweifelte die Richtigkeit der Angaben ebenso wie die von den Wirtsleuten angeblich zubereiteten Portionsgrößen.[...]

Im besten Fall 375 EUR pro Person und Monat. Das ist schon sehr wenig, da ist es doch kein Wunder wenn das Finanzamt misstraurisch wird, die fragen sich natürlich zu Recht "Wovon leben die beiden denn?" Vom Gewinn muss dann in der Regel auch noch die Krankenversicherung etc. bezahlt werden. Im Folgejahr sind es nur noch 233,- EUR pro Monat! Da kann wirklich etwas nicht stimmen. Es wäre für die Betreiber der Imbissbude ja lukrativer, wenn sie auf der Straße Flaschen sammeln gehen.

Ich bin ja auch kein großer Freund vom Finanzamt, aber bei all den Geschäften die direkt bar abgewickelt werden, ist es natürlich für den Imbissbetreiber auch ein leichtes sich das Geld schwarz in die Tasche zu stecken. Es geht hier auch nicht darum, dass das Amt eine Schnitzelgröße vorschreibt, sondern eher, dass es davon ausgeht, dass "kleinere", dafür aber mehr Schnitzel verkauft wurden als angegeben. Ganz weit hergeholt erscheint mir das bei diesen Zahlen nicht.

[ nachträglich editiert von w0rkaholic ]
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27.06.2011 10:35 Uhr von no_trespassing
 
+30 | -3
 
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Auf sowas wird dann eingedroschen - FEIGLINGE! Sollen lieber mal einen Georg Funke von der HRE oder Dirk Nonnenmacher von der HSH Nordbank verurteilen.
Bei den Millionenbeträgen entspricht das so vielen Schnitzelportionen wie in ganz Sachsen nicht in zehn Jahren verkauft werden.

Aber an die Finanz-Größen trauen sich diese elenden Feiglinge nicht ran.

Da ist es einfacher auf einen einfachen Gastronomen einzudreschen. Der hat kaum finanzielle Mittel sich zu wehren. Die anderen können sich nämlich ein ganzes Rudel bissiger Anwälte leisten. So funktioniert das Spiel.

Wortwörtlich soll der Finanzbeamte gesagt haben:
"Wagen Sie es nicht, gegen meine Rechnung vorzugehen, ich habe schon andere Gaststätten im Vogtland vernichtet."

Die ganze Sache kann man hier nachlesen:
http://www.spiegel.de/...

Hier geht es wenn um ein paar hundert Euro. Solche Bagatellen kosten mehr Bearbeitungszeit als es einbringt.
Die scheiß Bagatellen beiseite geschoben und echte Finanztricksereien verfolgt, dann hätte der Staat einige Sorgen weniger.

Hätten sie mal bei der SachsenLB rechtzeitig ein paar Prüfer hingeschickt. Dann wäre das Kartenhaus mit Ormond Quay und wie die Scheinfonds auf Irland hießen vielleicht nicht passiert.

Aber Schnitzelgrößen lassen sich ja auch einfacher nachvollziehen als Credit Default Swaps bei denen man von Tuten und Blasen keine Ahnung hat.

Genau solche Fälle sind exemplarisch, warum es hier im Land vor die Hunde geht. In so strukturschwachen Regionen wie in Ostdeutschland sollten die Ämter froh um jeden sein, der sich noch mit Selbstständigkeit über Wasser hält.
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27.06.2011 10:41 Uhr von Python44
 
+11 | -0
 
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Das müsste sich doch ganz leicht lösen lassen ? Da die Imbiss-Besitzer kaum eine eigenen Schweinefarm betreiben, gibt es einen Lieferanten und der MUSS ja selber für die Steuer dokumentieren wieviele Schnitzel er mit wieviel Gewicht wem geliefert hat !

Und ich glaube kaum, dass die Imbiss-Betreiber aus jedem 200g Schnitzel 35g rausschneiden würden, um aus Fünf noch ein Sechstes zusammenflicken zu können ;o)))
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27.06.2011 10:51 Uhr von jpanse
 
+5 | -1
 
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Nur gut das es sonst nichts gibt worum man sich: kümmern müsste...
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27.06.2011 10:55 Uhr von w0rkaholic
 
+3 | -1
 
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@globi123: Hey Globi :-)

In der Quelle wird von Gewinn gesprochen und vom Umsatz abgezogen werden darf nur, was dem Unternehmen zugehörig ist. Also Strom + Miete etc für den Imbiss selbst, nicht aber Krankenversicherung, Strom + Miete für die Privatwohnung.

Die Kosten für die private Lebensführung müssten in der Tat vom übrig gebliebenen Gewinn bezahlt werden, der wäre dann fast so etwas wie der klassische Nettolohn, wobei wie gesagt in der Regel noch die Krankenkasse davon abzuführen ist, was beim "normalen" Netto ja nicht der Fall ist. Da erscheinen mir die 375,- EUR pro Monat und Person immer noch zu wenig, es ist fast nicht möglich davon zu leben, es sei denn die beiden schlafen vielleicht noch in der Imbissbude, denn eine eigene Wohnung ist damit in der Regel nicht mehr zu bezahlen, auch die Krankenversicherung ist nicht billig.

Vielleicht stehe ich aber auch auf dem Schlauch und raff´s gerade nicht, dann bitte ich um weitere Hilfestellung ;-)
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27.06.2011 11:08 Uhr von nobody4589
 
+3 | -2
 
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@worcaholic: Ein kleines Unternehmen kann in manchen Monaten froh sein überhaupt positive Gewinnzahlen zu haben.
Wenn sich das über die Monate gesehen zu einem plus ausgleicht, von dem man leben kann, ist das unternehmen erfolgreich.
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27.06.2011 11:50 Uhr von jens3001
 
+2 | -0
 
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w0rkaholic: Es kommt drauf an wie der Wirt das aufzieht.

Wenn er sich selbst als Angestellten (z.B. Geschäftsführer) einsetzt, kann er sein Gehalt vom Umsatz abziehen.

Der Gewinn bleibt auch im Unternehmen, als Inhaber hat er aber das Recht den Gewinn als Privatentnahme rauszunehmen. Geht übrigens auch dann wenn man Verlust macht.
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27.06.2011 11:58 Uhr von w0rkaholic
 
+1 | -0
 
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@jens3001: Stimmt, allerdings gibt er ja laut Quelle an, von den Krediten gelebt zu haben, was der Annahme das er sich selbst ein Gehalt bezahlt widerspricht.
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27.06.2011 12:33 Uhr von Python44
 
+4 | -0
 
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@ globi123: Selbst in der Großstadt in der ich wohne kenne ich keinen einzigen Laden, der sein Fleisch noch selbst schneidet und paniert, seine Kartoffeln selbst schnippelt, seinen Dönerspieß selbst stapelt. Die meisten machen nichtmal ihre Soßen mehr selbst, sondern alle kaufen die Eimer bei der Metro - weshalb der Fraß inzwischen Deutschlandweit absolut gleich laff schmeckt ! (Ausnahmen bestätigen die Regel)
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27.06.2011 13:53 Uhr von jens3001
 
+0 | -1
 
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w0rkaholic: es ging auch mehr um deine Rechnung mit dem Gewinn pro Monat.

Er kann durchaus vom Umsatz abschöpfen und diesen als Privatentnahme verbuchen und das Unternehmen mit Krediten "suventionieren".
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27.06.2011 14:18 Uhr von Ginseng
 
+7 | -1
 
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Idee: Können wir Griechenland statt etlicher Mia € nicht eine par unserer Finanzbeamter schicken? Was glaubt ihr wie schnell die Griechen dann ihren Staatshaushalt saniert haben.
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27.06.2011 23:42 Uhr von regionalist
 
+0 | -1
 
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Schwarzgeld in der Gastronomie - erschreckend !! Sowas hats ja noch nie gegeben ! [/ironie off]
Ich bin selbst gelernter Gastronom und habe bisher noch bei keinem Arbeitgeber gearbeitet, der kein Schwarzgeld gezogen hat - und das waren einige.

Der einen aus lauter Profitgier (der ist nicht mehr am Markt und auch nicht mehr in Deutschland) die anderen, um zu überleben (davon gibts die meisten noch).

@ Ginseng
Wieviel Gramm darf denn eine Portion Tzaziki haben ? ;-)

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