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Silvana Koch-Mehrins Doktorvater ist über Anfechtung der Aberkennung erbost

Silvana Koch-Mehrin wurde der Doktortitel wegen zu vieler Plagiate in der Arbeit aberkannt. Die FDP-Politikerin will diese Entscheidung der Uni Heidelberg rechtlich prüfen lassen, weil ihr Doktorvater die Dissertation schließlich anerkannt hatte.

Ihr Doktorvater Volker Sellin meldet sich nun zu Wort und ist über diese Argumentation erbost und "irritiert". "Ich habe damals selbstverständlich nicht geahnt, dass sie abgeschrieben hat und habe dies daher mit meiner Kritik an ihrer Arbeit auch nicht ausdrücken können", so der Historiker.

Auch der Dekan der Universität nennt die Anfechtung Koch-Mehrins eine "haltlose Verteidigungsstrategie". Dies unterstelle der Universität und dem Doktorvater, dass sie gewusst haben, dass sie abgeschrieben hätte und sie dennoch bestehen lassen.


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WebReporter: mozzer
Rubrik:   Politik
Schlagworte: FDP, Silvana Koch-Mehrin, Aberkennung, Doktorvater
Quelle: www.sueddeutsche.de
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14 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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17.06.2011 11:22 Uhr von artefaktum
 
+32 | -2
 
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@BastB: "Eine wissenschaftliche Arbeit sollte immer sehr genau überprüft werden - vor der Bewertung!"

Natürlich sollte sie das. Man kann allerdings keinem Doktorvater zumuten, monatelang Recherchen anzustellen, ob irgendwo irgendwas vielleicht "geklaut" wurde.

Das ist auch mit ein Grund, warum der Doktorand dafür unterschreibt, seine Promotion nach bestem Wissen und Gewissen erstellt zu haben.

Das hat was mit akademischer Ehre zu tun, hier nicht zu lügen. Das ganze ist auch ein Vertrauensverhältnis, auf dass sich der Doktorvater verlassen können muss.

Die Sache jetzt umzudrehen nach dem Motto "Der Betrogene ist schuld und nicht der Betrüger" ist schäbig und mit ein Grund, die Promotion abzuerkennen.
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17.06.2011 11:36 Uhr von artefaktum
 
+1 | -0
 
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@Siel: "Dann darf der Doktor kein besonderes Prestigeobjekt oder Status sein."

Das verstehe ich nicht.
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17.06.2011 11:40 Uhr von derSchmu2.0
 
+6 | -1
 
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Ich verstehe immer noch nicht warum man diesen Leuten immer noch eine Teilschuld zustellen will...
Wie Artefaktum schon sagt, man unterschreibt nicht umsonst bei der Arbeit die Erklaerung.
Was hier wieder nur gezeigt wird:
Wie man sich den Titel erarbeitet hat, so arbeitet man auch beruflich. Das Vertrauensverhaeltnis ausgenutzt und faul eine Arbeit abgeliefert, nicht anders laeuft es bei ihr EU-politisch und auch der Gutti hat als Verteidigungsminister genauso gearbeitet, wie bei seiner Arbeit...schlampig und wahrscheinlich auch von Dritten machen lassen.

Nur, weil die Doktorvaeter und Gremien ueberarbeitet sind und wenig Zeit haben (die muessen ja mehr als eine Arbeit pruefen), heisst das noch lange nicht, dass man das ausnutzen kann. Ein derartiger Betrug muesste durch die Unterzeichnung der Erklaerung eigentlich schon strafrechtlich geahndet werden...

@Siel
Prestige/Status ist, was die Leute daraus machen...eigentlich ist er aber ein akademischer Titel fuer den Status in der Wissenschaft, also fuer angeeignetes/gelerntes und erweitertes Wissen...verfasst man eine Arbeit, sollte durch Kennzeichnungen etc darauf aufmerksam gemacht werden, was neu ist und was nicht.
Html zum Beispiel wurde damals von Wissenschaftlern entwickelt, um Texte/-Abschnitte inhaltlich hervorzuheben und dahingehend zu strukturieren (Fussnoten, Zitate etc). Eine solche Arbeit soll also den Status in der Wissenschaft widerspiegeln...

[ nachträglich editiert von derSchmu2.0 ]
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17.06.2011 11:59 Uhr von kulifumpen
 
+3 | -1
 
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Der Betreuer soll aber auch Zwischenstände einer entstehenden Arbeit einsehen. Entsprechend erhält er auch Informationen wie und wo recherchiert wird und welche Quellen verwendet werden.

Ein Doktorvater sollte auch ein Ratgeber und Richtungsweiser sein und entsprechend bewandert in der Fachliteratur sein. Das ein einzelner Mensch nicht alle Bereiche genau kennen kann ist klar. Jedoch ist die Masse an abgeschriebenen Texten schon sehr verwunderlich. Allein der reine Zufall hätte schon einen Treffer landen müssen.

Ich denke schon, dass die Universitäten auch eine Teilschuld trifft. Bei ktzg wars eventuell uch das Geld was "gespendet" wurde. Bei der aktuellen Dame weiß ich es nicht. Was jedoch merkwürdig ist, ist die bereits mit dem gutachten des doktorvaters erteilten beanstandungen.
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17.06.2011 12:36 Uhr von zocs
 
+5 | -1
 
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Politiker lügen und betrügen ... das erstmal nahezu pauschal.
Es gibt nur wenige Ausnahmen (ich kenne welche).

Aber die "Verbrecher" sind leichter zu finden, wenn man mal bei CDU/CSU/FDP vorbeischaut ... die Trefferwahrscheinlichkeit ist einfach sehr hoch.

Die Unis sind da völlig irrelevant.
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17.06.2011 12:46 Uhr von machi
 
+7 | -1
 
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Die Beanstandungen beziehen sich auf formale Fehler, falsche Absätze, unsaubere Arbeitsweise, usw. Das ist alles kein Grund eine Arbeit dann letztendlich abzulehnen, immerhin hat sie es auch nur zu einer 3 gebracht.

Plagiate nachzuweisen fällt schwer, einerseits weil nicht jeder Doktorvater sämtliche Bücher lesen kann in der man evtl was verwertbares finden könnte, inkl. Tageszeitungen, und und und.
Für sowas braucht man Programme und die existieren in der Masse halt erst seit einigen Jahren, seit dem alles digitalisiert wird und in Datenbanken zu finden ist. Jetzt fällt es einfacher Textteile zu finden die genau so oder auch ähnlich wo anders vorkommen und dann NICHT in den Quellen angegeben werden.

2000 als sie das gemacht hat wars noch nicht so möglich und schon gar nicht überall durchgesetzt, davor wars noch schwerer.

Jetzt in der Zeit von Vroniplag zu sagen "das hätte aber auffallen müssen" ist wie wenn ich mitte der 90er gesagt hätte: "Musikvideo? Geh halt auf youtube suchen" ...


Unterm Strich:
- Sie hat abgeschrieben
- Sie hat mehr als einmal gezeigt wie blöde sie ist (Hart aber Fair, wieviel Schulden hat Deutschland in 70min Sendezeit gemacht ... Antwort 6.000 Euro, richtig wäre gewesen so um die 20 Mio)
- Sie gehört als politischen Ämtern entfernt wegen Dreistigkeit und Unfähigkeit!
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17.06.2011 14:20 Uhr von Nullachtfuffzehn
 
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Wer weiß, sie wäre sicher nicht die Erste (oder die Letzte), die sich ihren Doktortitel einfach erbumst hat...^^
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17.06.2011 15:12 Uhr von talkiewookie
 
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ich glaub unsere: elite ist halb so intelligent wie sie tut ! fehlt nur noch die schuldzuweisung an die nicht genannten quellen..sie hätten nun prüfen sollen objemand sie als quelle benutzt ... erbärmlich diese menschen ...
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17.06.2011 15:20 Uhr von Nullachtfuffzehn
 
+2 | -0
 
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@ talkiewookie: Wenig Substanz und gaanz viel heisse Luft, das zeichnet sie aus, unsere selbsternannte "Elite"... ;)
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17.06.2011 15:36 Uhr von 338LM
 
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erbärmlich den Betrug auf Teufel komm raus noch zu verteidigen.

Ich bin selbst Doktorand und finde mit dem Entzug des Titels kommt die Frau noch viel zu milde davon.
Ich arbeite schwer für den Doktortitel und solche Leute ziehen alle ehrlichen Doktoranden durch ihren Betrug in den Dreck und sind eine Schande für die universitäre Forschung.
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17.06.2011 17:21 Uhr von Der Erleuchter
 
+3 | -0
 
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Für alle Schlaubis die: noch nie ne Uni von innen gesehen haben und sich ein Urteil über die schlechte Arbeit von Doktorvätern bilden wollen. Ein Doktorvater betreut meist mehrere Doktoranden - manchmal ein ganzes Dutzend, muss Vorträge halten, Vorlesungen halten, Bücher und Beiträge für Fachzeitschriften verfassen. Die Betreuung im naturwissenschaftlichen Bereich beschränkt sich j a nicht nur auf die Endkorrektur, sondern es handelt sich um eine Begleitung über viele Jahre in der man auch auf gewachsenes Vertrauen bauen können sollte. Da prüft man nicht mehr jede Zeile nach und bei den Unmengen an Fachliteratur kann man nicht alles im Auge haben und nicht jede einzelne selber lesen um mögliche Übereinstimmungen zu überprüfen. Nicht jede Quelle ist elektronisch verfügbar und damit eine Kontrolle schwierig. Wenn mans drauf anlegt, kann man immer bescheissen. Dass sie erwischt wurden, spricht auch gegen ihre Intelligenz
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18.06.2011 10:41 Uhr von artefaktum
 
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@tsunami13: "Monatelangen recherchen. Bei uns der Stadt gibt es eine geile Erfindung, die heisst Computer. Und zum Suchen nimmt man hier zu lande google. Dann dauerts vielleicht ein paar Tage."

Nö. Die meisten Quellen gibt´s ja gar nicht im Internet. Z.B. Universitätsbibliotheken, Zeitungsausschnitte, etc. Da musst du persönlich hingehen und recherchieren.

Das kannst du nicht vom Schreibtisch aus automatisiert suchen. Das siehst du ja auch bei Guttenplag: Dutzende von Leute finden da nach Monaten immer noch Kopiertes.

Du stellst dir das viel zu einfach vor.
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18.06.2011 22:38 Uhr von Karma-Karma
 
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Hehe: "Universitäten richten Doktortitelklappen ein" http://www.paramantus.net/... *g*
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22.06.2011 17:06 Uhr von shadow#
 
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Mit anderen Worten: Sie ist der Meinung den Doktortitel verdient zu haben weil sie gut genug beschissen hat...

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