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Urteil: Sadomaso praktizierender Arzt freigesprochen

Einem Lüdenscheider Neurochirurg wurde vor Gericht nun doch nicht die Approbation entzogen, nachdem die Ärztekammer dies gefordert hatte. Dem Mann wurde Unzuverlässigkeit und berufliche Unwürdigkeit vorgeworfen.

Eine 45-jährige Frau hatte gegen den Arzt geklagt, der sie während ihrer Beziehung bei Sadomaso-Sexpraktiken gequält haben soll. Sie leide selbst Jahre nach dem Ende der Liebesbeziehung noch unter psychischen Schmerzen, so die Frau.

Allerdings wurde durch private E-Mails nachgewiesen, dass diese Praktiken in beiderseitigem Einvernehmen stattfanden. Das Gericht konnte dem Arzt so keine berufliche Unzuverlässigkeit nachweisen. Was er privat mit der Frau getan habe, habe nichts mit seinem Beruf zu tun, so das Gericht.


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WebReporter: Giagl
Rubrik:   Brennpunkte
Schlagworte: Urteil, Arzt, Sexualität, Sadomaso
Quelle: www.derwesten.de

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12 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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17.06.2011 09:48 Uhr von Iron_Maiden
 
+11 | -1
 
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@chorkrin: *unterschrieben*
So.Ist.Es.
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17.06.2011 09:49 Uhr von atrocity
 
+10 | -4
 
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@Chorkrin: Danke für die gute Zusammenfassung!

Allerdings muss man hier noch erwähnen: Wer seine BDSM-Sessions filmt oder solche Aufnahmen verbreitet macht sich in Deutschland leider strafbar. Auch wenn die Aufnahmen einvernehmlich entstanden sind:

§ 184a StGB
Wer pornographische Schriften (§ 11 Abs. 3), die Gewalttätigkeiten oder sexuelle Handlungen von Menschen mit Tieren zum Gegenstand haben,
- verbreitet,
- öffentlich ausstellt, anschlägt, vorführt oder sonst zugänglich macht oder
- herstellt, bezieht, liefert, vorrätig hält, anbietet, ankündigt, anpreist, einzuführen oder auszuführen unternimmt, (gekürzt)

Mal ganz abgesehen davon das BDSM-Praktiken im selben Atemzug mit sexuellen Praktiken an Tieren genannt wird...
Manche unserer Gesetze sind einfach zum kotzen.
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17.06.2011 09:55 Uhr von w0rkaholic
 
+6 | -0
 
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Manche Menschen verstehe ich nicht, die Frau: stimmt offensichtlich Sexpraktiken zu, die sie nicht mag bzw. noch schlimmer, die sie offensichtlich stark psychisch belasten. Wieso denn nur? Aus Liebe? Ich mein, die ist 45, die müsste doch wenigstens ein bisschen Erfahrung haben.

Das es Praktiken gibt, die auf den ein oder anderen vielleicht verstörend wirken weiß ja fast jeder, seit das Internet überall Einzug genommen hat.

Hätte der Mann einmalig eine Grenze überschritten, hätte man ihn in meinen Augen dafür belangen sollen (beispielsweise die Frau ist bereits gefesselt und er dreht durch) - wenn sie aber immer wieder kommt, dann kann der Mann wohl davon ausgehen, dass die Frau mit den Praktiken einverstanden ist (das ist ja nicht besonders ungewöhnlich).

Ich finde das Urteil daher in Ordnung. Die Frau soll sich nicht immer nur als Opfer sehen, sie entscheidet selbst über ihr Leben, ob sie den Praktiken zustimmt oder nicht hat sie in der Hand. Das nachher an die große Glocke zu hängen, ja den Arzt gar anzuklagen finde ich von der Frau überhaupt nicht in Ordnung.
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17.06.2011 09:55 Uhr von Giagl
 
+4 | -3
 
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@ Atrocity: Der Paragraph bezieht sich NUR auf Sex mit Tieren. Du kannst deine Sadomasospiele filmen, so viel du willst. Das ist völlig straffrei.
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17.06.2011 10:02 Uhr von atrocity
 
+3 | -4
 
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@Giagl: nein, ist es nicht!

"Wer pornographische Schriften (§ 11 Abs. 3), die Gewalttätigkeiten ODER sexuelle Handlungen von Menschen mit Tieren zum Gegenstand haben,"

Oder bedeutet das das eine oder das andere erfüllt sein muss.
Damit sind Pornos mit Gewalttätigkeiten in Deutschland nicht erlaubt. Einschränkungen bezüglich des Einvernehmes gibt es nicht.
http://de.wikipedia.org/...
Siehe dort die juristische Interpretation des Paragraphen! Bitte ganz durchlesen, es gibt unterschiedliche Interpretationen, aber alle beziehen sich darauf das mit diesem Paragraphen Pornographie mit Gewaltinhalten verboten ist.
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17.06.2011 10:34 Uhr von SXMPanther
 
+5 | -0
 
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@atrocity: Giagi hat zum einen Recht. Du kannst SM Spielchen Filmen soviel du willst, und du kannst sie in großen Mengen besitzen. Das ist absolut Straffrei. Du darfst sie nur nicht herstellen um sie zu vertreiben, sprich verkaufen oder anderen zugänglich zu machen, das wäre ein Verstoß gegen das Verbreitungsverbot.
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17.06.2011 10:59 Uhr von atrocity
 
+1 | -1
 
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@SXMPanther: Bleibt die Frage warum man sein Sex leben nicht verfilmen & dann verkaufen darf ;-)
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17.06.2011 11:51 Uhr von EvilMoe523
 
+1 | -1
 
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@ atrocity: Da du den Satz offenbar falsch liest hier nochmal etwas verdeutlicht:

Wer pornographische Schriften (§ 11 Abs. 3), die Gewalttätigkeiten von Menschen mit Tieren zum Gegenstand haben ODER sexuelle Handlungen von Menschen mit Tieren zum Gegenstand haben..."

Jetzt besser?
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17.06.2011 11:56 Uhr von atrocity
 
+4 | -1
 
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@EvilMoe523: Ja, du hast geschrieben wie DU den Satz verstehst.

Die Juristen, Anwälte, Richter und auch die Urteile interpretieren den Satz aber als:
"Wer pornographische Schriften (§ 11 Abs. 3), die Gewalttätigkeiten zum Gegenstand haben"
Oder "Wer pornographische Schriften (§ 11 Abs. 3), die sexuelle Handlungen von Menschen mit Tieren zum Gegenstand haben"

Kann schon sein das es ursprünglich mal so gedacht war wie du das schreibst, es hilft aber nichts wenn die Gerichte das ganze anders sehen.
Fazit ist das BDSM-ler sich zwar mit Partner ausleben dürfen wie sie lustig sind aber mit einem Fuß im Knast stehen wenn sie Single sind und sich en Porno besorgen der ihnen gefällt und genau das abbildet das sie davor mit einem Partner ausleben konnten.
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17.06.2011 13:50 Uhr von Schwertträger
 
+1 | -0
 
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@EvilMoe: Wäre schön, wenn es so eindeutig im Gesetz stehen würde, wie Du es ausformuliert hast.
So, wie es momentan drin steht, muss ich atrocity Recht geben, lässt es eben auch Raum für die andere Auslegung.

Allerdings muss man sagen, dass ein Gericht jemand Privatem kaum einen Strick daraus drehen wird, wenn der seinen privaten, einvernehmlich entstandenen und einvernehmlich zur Veröffentlichung vorgesehenen SadoMaso-Film an seine Bekannten weitergibt.
Und auch wenn auf einer evtl. Webseite eine persönliche Einladung notwendig ist, um an den Download zu kommen, müsste der Faktor "privat" ausreichend erfüllt sein, um nicht im Sinne des Paragraphen belangt zu werden, da ja kein Geld damit verdient wird.

In der Praxis wird man also eher auf der sicheren Seite sein.