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Immer mehr Selbstständige müssen mit Hartz-IV aufstocken

Die Agentur für Arbeit beobachtet mit Sorge, dass immer mehr Selbstständige von ihren Einkünften nicht leben können und Hartz-IV beziehen.

Da jedoch selbst Firmeninhaber mit mehreren Angestellten die Hilfe vom Staat benötigen und auch bekommen, zweifelt die BA daran, dass die Berechnungen der Selbstständigen immer korrekt sind.

Die Arbeitsagentur könne nicht überprüfen, ob die eigenen Angaben der Selbstständigen stimmen oder ob dieses sich nicht bewusst arm rechnen würden. Im Jahr 2010 brauchten 125.000 Selbstständige zusätzlich Hartz-IV zum Leben.


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WebReporter: mozzer
Rubrik:   Wirtschaft
Schlagworte: Hartz IV, Arbeitslosigkeit, Bundesagentur für Arbeit, Selbstständigkeit
Quelle: www.sueddeutsche.de

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11 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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14.06.2011 11:11 Uhr von Baron-Muenchhausen
 
+12 | -2
 
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Es geht im Artikel viel mehr um Missbrauch: Hartz-IV wird meist mit Arbeitslosigkeit in Vebindung gebracht. Doch offenbar wird die existenz-sichernde Hilfe bei Selbstständigen immer beliebter. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit (BA) stieg die Zahl der lohnaufstockenden Chefs zwischen 2007 und 2010 von im Jahresdurchschnitt 50.000 auf 125.000.

85.000 Selbstständige gaben auf dem Papier an, über weniger als 400 Euro im Monat verfügt zu haben, weitere 25.000 rechneten den Behörden ein verfügbares Einkommen von 800 Euro vor. Sie waren somit ALG-II-berechtigt. Jobcenter-Mitarbeiter beobachten diese Entwicklung mit Argwohn, der Verdacht: Viele sind auf die Gelder gar nicht angewiesen.

Wie die Sueddeutschen Zeitung erfuhr, sprechen immer öfters selbstständige Unternehmer samt Personal vor, um gemeinsam Antrag auf Hartz-IV zu stellen. BA-Vorstand Heinrich-Alt fordert nun eine Diskussion über eine Begrenzung der Bezugsdauer von Hartz-IV für Selbstständige, um dem Trend zu begegnen.

FDP wählen, Hartz-IV kassieren. Es ist längst eine Mär, die Gelder kämen überwiegend Langzeitarbeitslosen zu: 49 Mrd. hätten Bund und Kommunen im Jahre 2010 für Hartz-IV-Empfänger ausgegeben, doch nur 24 Mrd. kamen unmittelbar den Betroffenen zu, davon wiederum rund 12 Mrd. für Lohnaustockungsmaßnahmen. Der Rest fließt in Fortbildungseinrichtungen, an private Arbeitsvermittler, an Rechtsanwälte und an Wohlfahrtskonzerne. Experten vermuten, dass rund 25 Mrd. einer florierenden Armutsindustrie zukommen.

[ nachträglich editiert von Baron-Muenchhausen ]
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14.06.2011 11:36 Uhr von Mui_Gufer
 
+8 | -12
 
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dann sind die ja garnicht mehr selbständig, wenn diese strauchdiebe von einer anderen stelle geld beziehen.
selbständigkeit bedeutet mit seiner eigenen hände arbeit, seinen lebensunterhalt zu verdienen oder das unternehmen aufzugeben, wenn´s nicht mehr wie gewünscht läuft.

dann hätten nämlich andere, die eine firma gründen wollen, auch mal die chance sich auf dem markt zu etablieren...
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14.06.2011 11:37 Uhr von fuxxa
 
+2 | -5
 
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Schuld sind nicht die Leute, die das System ausnutzen, sondern der Staat. Wenn der Staat einem Gewerbetreibenen die Möglichkeit bietet seinen Gewinn zu steigern, wenn dessen Buchhaltung nicht genug Gewinn ausweist, dann wird es logischerweise ausgenutzt. Genauso lassen größere Unternehmen Kurzarbeit vom Staat subventionieren,obwohl die Mitarbeiter Vollzeit arbeiten.
Wenn jemand nicht genug Gewinn einfährt um davon leben zu können, dann muss er sein Gewerbe aufgeben oder sich rechtzeitig ein anderes Geschäftsfeld suchen um den Karren rechtzeitig aus den Dreck zu ziehen.
Solange weiterhin Sozis und Kommunisten die Parteien unterwandern und Hinz und Kunz fleißig Subventionen zugesteckt werden, wird sich das auch nicht ändern
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14.06.2011 11:47 Uhr von Baron-Muenchhausen
 
+5 | -3
 
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Die Republik bananisiert und Banken, Vermögende sowie Industrielle machen vor, wie man durch kreative Buchhaltung, kriminelle Machenschaften und viel Vitamin B Vorteile auf dem Rücken von anderen erwirtschaftet.

Da ist der HartzIV-beantragende Gastronom, Pizza-Budenbesitzer, das Döner-Familienunternehmen, der selbstständige Maler -oder Zahntechniker-Familienbetrieb ein noch vergleichweise kleiner Fisch.

Nicht Griechenland wird deutscher - längst ist es umgekehrt und die einstige Stärke eines vergleichbar fairen Sozialstaats wird gegen levantinische Lebenskunst eingetauscht.

Am Ende zeigt man gemeinsam mit Uschi von der Leyen auf die Schächsten: Hartz-IV-Bezieher, die tatsächlich nicht mehr aus der Armutsspirale herausfinden und der viel zu schwach ist, von sich aus diesen Argumenten entgegenzutreten.

[ nachträglich editiert von Baron-Muenchhausen ]
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14.06.2011 11:51 Uhr von w0rkaholic
 
+2 | -1
 
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Wow, dass Selbständige MIT Arbeitnehmern: beantragen, hätte ich nicht gedacht! Beim Lesen der Überschrift dachte ich an viele kleine Firmengründer, die vielleicht mit ihrer Geschäftsidee (noch) nicht über die Runden kommen. Das kann ich mir bei Neugründern ja schon sehr gut vorstellen und in der jetzigen Situation kommen wohl auch viele Neugründer dazu (evtl. aus der Arbeitslosigkeit heraus).

Das aber jemand (mehrere) Angestellte hat und für sich selbst Hartz IV beantragt, da muss man ja misstraurisch werden!
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14.06.2011 12:24 Uhr von Sobel
 
+4 | -1
 
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Ich weiß gar nicht mehr wie oft ich dieses Argument schon brachte, dass die wirklichen "Schmarotzer" legal "schmarotzen" dürfen. Dennoch dienen die Subventionen für Selbständige auch dazu, die Arbeitslosenquote niedrig zu halten, denn ein "Selbstständiger" mit Aufstockung gilt nicht als arbeitslos.

Gäbe es diese Förderung jedoch nicht, hätten wir einen ordentlichen Anstieg an Erwerbslosen, da nicht alle legale "Schmarotzer" sind und einige diese Hilfe wirklich benötigen.

@fuxxa Zitat;

"Solange weiterhin Sozis und Kommunisten die Parteien unterwandern"

Dazu braucht es keine Kommunisten. Noch nicht bemerkt, dass diese als Erzfeind schlechthin dargestellt werden, aber unsere Regierung sich immer mehr dessen Methoden annehmen? Eine perfekte Methode, um die Menschen an der Nase herumzuführen, weil sie glauben, ein Regierung, die so gegen den Kommunismus wettert, wird kaum deren Methoden annehmen.

China 2.0 wird kommen, keine Sorge ;)

[ nachträglich editiert von Sobel ]
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14.06.2011 12:28 Uhr von DieterKuhn
 
+4 | -5
 
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@Mui_Gufer: Ich glaube nicht, dass Du weißt, was selbständig ist.

Ich glaube auch, dass Du nicht weißt, was der Unterschied zwischen einem Unternehmer und einem Selbständigen ist.
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14.06.2011 14:58 Uhr von FrauVany
 
+2 | -2
 
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FAIL! selbstständig sein an sich lohnt sich ja auch überhaupt nicht, der staat nimmt einem ja über 50% des geldes weg deswegen muss man ja auf sowas zurückgreifen. selbst schuld!
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14.06.2011 15:29 Uhr von CoffeMaker
 
+4 | -1
 
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"...sind die ja garnicht mehr selbständig, wenn diese strauchdiebe von einer anderen stelle geld beziehen.
selbständigkeit bedeutet mit seiner eigenen hände arbeit, seinen lebensunterhalt zu verdienen oder das unternehmen aufzugeben, wenn´s nicht mehr wie gewünscht läuft."

Was ist der Unterschied zwischen einem Arbeitgeber der sich sein Gehalt aufstocken muss oder der Arbeitnehmer der sein Gehalt aufstocken muss?
Da gibt es keinen. In beiden Fällen wird eine Arbeit getätigt die (angeblich) wirtschaftlich nicht läuft.

Ich sehe da kein Problem, weil wenn du als Arbeiter aufstocken musst weil der Lohn unter aller Sau ist kräht auch kein Hahn und fragt ob der Arbeitgeber denn nicht mehr zahlen könnte. Hauptsache Arbeit , das hört man doch aus allen Ecken, wenn einer sich nicht hinstellt für 4-6€ die Stunde wird er als Asozialer betitelt.

[ nachträglich editiert von CoffeMaker ]
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15.06.2011 11:10 Uhr von ArrowTiger
 
+1 | -1
 
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Diese miesen Agitatoren! Hier wird doch wieder manipuliert, was das Zeug hält!

Hier mal ein paar Zusatzinfos, wie es zu dieser Situation kommen kann:

Punkt 1, "Hartz IV für Selbständige – Arm gerechnet":
http://www.nachdenkseiten.de/...

Dort bitte die diversen Anmerkungen lesen. Ein Beispiel: als Freischaffender wird man auch gerne mal von der BA zum Selbstständigen erklärt. Oder Stichwort "Notselbstständigkeit".

Jedenfalls wieder typisch: zuerst diesen Zustand aktiv herbeiführen, und dann den schwarzen Peter an die Betroffenen weitergeben, indem man sie zu "Sozialschmarotzern" erklärt. Vermutetes Ziel: die Streichung des durchaus sinnvollen und im Übrigen auch nachgewiesen wirksamen Existenzförderungszuschusses zu "verargumentieren".

Diese asoziale und obszöne neoliberale Politik ist so widerwärtig, daß man auf die Verantwortlichen 24/7 einschlagen möchte!
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15.06.2011 11:36 Uhr von ArrowTiger
 
+0 | -1
 
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@fuxxa - Denkfehler? -- "Solange weiterhin Sozis und Kommunisten die Parteien unterwandern und Hinz und Kunz fleißig Subventionen zugesteckt werden, wird sich das auch nicht ändern"

Das ist völlig unangebrachtes "Linken-Bashing", welches zudem die wahren Schuldigen verschleiert. Ich hoffe, das war unbeabsichtigt.

Das Arbeitsmarkt- und Sozialstaatsproblem existiert und wächst beständig, seit dem sich die Neoliberalen (aka NeoCons - also "neu-konservativ") in allen maßgeblichen Parteien das Steuer in die Hand reißen konnten. Die Agenda 2010 und Hartz I-IV (u.a. zur Implementierung eines starken Billiglohnsektors in DE) sind auf deren Mist gewachsen. (Bzw. auf dem ihrer "Think-Tanks" aus Industrie und Medien, z.B. der Bertelsmann-Stiftung.)

Bei der SPD ist das z.B. der "Seeheimer Kreis", bei den Grünen viele der "Realos". Die FDP ist da außen vor, das sind wenigstens keine "versteckten" NeoLibs, wie bei SPD und Grünen.

Diese Verschiebung der politischen Ausrichtung von Sozialdemokratie in Richtung neoliberaler Plutokratie (oder gar Kleptokratie) v.a. Seitens der SPD unter Schröder führte dann ja schließlich auch zur Gründung der Partei DIE LINKE. Ich fand das damalige, schon fast peinlich überzogene Bashing gegen diese Partei recht aufschlussreich, da diese Partei im Wesentlichen nur das alte SPD-Programm der Vor-Schröder Ära fortführte. Propaganda kann also auch belustigend sein, wenn man sie mit etwas Abstand betrachten kann.

Der Zustand selbst ist natürlich alles andere als lustig! Wenn wir als Bürger nicht bald etwas dagegen unternehmen, werden wir vielleicht ebenfalls in wenigen Jahrzenten griechische Zustände haben...

[ nachträglich editiert von ArrowTiger ]

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