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Alles wird teurer - EZB will deshalb den Leitzins anheben

Die Inflation innerhalb der Währungsgemeinschaft wird wohl stärker ausfallen, als bislang angenommen. Jean-Claude Trichet, der Präsident der Europäischen Zentralbank will deshalb den Leitzins erhöhen. Dabei betont er immer wieder, dass es unabdingbar wäre, die Inflation stabil zu halten.

In den Monaten April und Mai lagen die Teuerungsraten bei 2,8 und 2,7 Prozent. Von der EZB werden aber nur maximal zwei Prozent akzeptiert. Es sei "höchste Wachsamkeit" geboten, so Trichet. Dies wird als Signal gedeutet, dass eine Leitzinserhöhung bevorsteht - obwohl erst im April auf 1,25 Prozent erhöht wurde.

Im Juli wird dann die nächste Erhöhung erwartet. Trichet verspricht sich davon eine Stabilität der Preisgestaltung und der Löhne. Hohe Energie- und Rohstoffpreise treiben momentan die Inflation an. Für Banken soll nach wie vor die Möglichkeit bestehen, sich unbegrenzt mit Geld einzudecken.


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WebReporter: handstand
Rubrik:   Wirtschaft
Schlagworte: Euro, EZB, Leitzins, Jean-Claude Trichet
Quelle: www.faz.net

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7 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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13.06.2011 17:54 Uhr von _Illusion_
 
+30 | -4
 
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Ihr wisst dass es zu Ende geht aber ihr macht immer weiter.

Die übliche Flickschusterei, die, wie die Geschichte zweifelsfrei beweist, am Ende nie gehalten hat.

Danke für nichts.
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13.06.2011 18:49 Uhr von weedalicious
 
+13 | -2
 
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eine farce sie verarschen uns von vorne bis hinten, labern etwas von hohen energie- und rohstoffpreisen, inflation, wenig arbeitslose, tolle wirtschaftslage, rekordeinnahmen bei den steuern, ich kann es nicht mehr hören ....
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13.06.2011 19:13 Uhr von no_trespassing
 
+19 | -2
 
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Der Mechanismus ist genauso pervers wie die Bankgebühren.

Wer keinen monatlichen Geldeingang von 1200 oder 1600 EUR hat, muss hohe Gebühren von 5-8 EUR pro Monat zahlen.

Das paradoxe: Wer kein oder wenig Geld hat, muss viel zahlen wer mehr hat, muss nichts zahlen.

Aus logischer Sicht ist das für die Bank verständlich, weil sie sich mit dem unlukrativen "Kleinvieh" nicht groß abgeben will. Aus rationaler Sicht macht der Mechanismus aber keinen Sinn, denn der, der wenig Geld hat, der kommt aus dem Teufelskreis nicht raus, wenn er überall mehr zahlen muss.

Derselbe unlogische Mechanismus ist bei Schuldenstaaten: Wer hohe Defizitquoten aufweist, muss noch höhere Zinsaufschläge zahlen. Aus ökonomischer Sicht logisch, aus rationaler Sicht kann das nur gegen die Wand fahren.

Mit dem EZB-Zinsmechanismus ist es genauso. Weil das Leben teurer wird, steigen die Zinsen. Zinsen müssen aber die Schuldner zahlen, die den höheren EZB-Leitzins vorgesetzt bekommen.
Aus dem Grund wird es immer mehr Insolvenzen geben, sowohl bei Firmen als auch privat.

Und was das allerbeste ist: Die hohen Energie- und Rohstoffpreise, die als Referenz für die Inflation herangezogen werden und als Begründung für die Zinsanhebung dienen, sind durch Spekulation VON GENAU DENSELBEN WIRTSCHAFTSSUBJEKTEN gemacht, die an den steigenden Zinsen verdienen.

Zahlreiche Banken verkauften Privatanlegern ja auch Zertifikate, wonach alles Geld weg ist, wenn aus einem Leitindex wie DAX oder DJ ein bestimmter Titel 75% an Wert verliert. Mit Geldanlegen hat das nichts mehr zu tun, es ist eine Wette wie beim Black Jack ob mit der nächsten Karte die 21 überschritten wird oder nicht.

Bloß: Solche Zertifikate wurden auch von Banken wie Hypovereinsbank (Unicredit) verkauft. Duuuumerweise verlor dann tatsächlich ein Blue-Chip-Wert aus dem Leitindex DAX 75% an Wert. Nämlich die Hypo Real Estate (HRE), der der Staat dann aufwendig mit zig Milliarden unter die Arme greifen musste.

Die Leute von der HRE wie Georg Funke wussten ja von den Leichen, die sie im Keller haben. Im Prinzip lautete die Wette also: "Wetten Sie gegen uns, dass wir keine Leiche im Keller haben!" Mit Lehman Bros. lief es genauso ab.

Das tolle ist: 70% der Bevölkerung kapieren die Mechanismen nicht, selbst für manche Studenten ist das zu hoch. Dabei ist es eigentlich trivial und selbst der letzte kapiert das ganze, wenn er selbst Schuldner ist oder jemand mit geringem Einkommen, der dann Bankgebühren latzen muss.

Für alle Leute, die wenig Geld haben und kein Geld über haben zum Anlegen wird zu der Inflation das Leben mit jeder Anschaffung auf Pump noch teurer.
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13.06.2011 19:14 Uhr von shadow#
 
+3 | -29
 
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13.06.2011 20:43 Uhr von Baron-Muenchhausen
 
+2 | -0
 
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Inflation: Preis für den Fortbestand des Euros: Jahrelang wurde in gigantische Blasen hineingewirtschaftet. Die wahre Inflation ist noch viel größer...

siehe --> http://is.gd/...

Dazu kommt:
1)
"Importierte Inflation" nennt die EZB neuerdings den verharmlosenden Zustand, dass der Außenwert des Euros längst nicht mehr dem Zustand der Wirtschaft - geschweige denn der gleichzeitigen Bescheidenheit der Menschen (Lohnzurückhaltung, Realeinkommensverluste etc...) gerecht wird, während in China und überall woanders Löhne, Kaufkraft und Produktionskosten steigen.

2)
Inflation aufrund der ungelösten (und unlösbaren) Schuldenkrise in Südeuropa. Längst wird diese monetarisiert.

Die EZB erhöht Leitzinsen nicht, da Millionen von frischen Häuslebauern zwischen Spanien, Portugal, Irland und Griechenland aus ihren Krediten kippen würden. In den Büchern der Geschäftsbanken - etwa in Spanien - schlummert eine zweite Subprime-Krise in einer Dimension möglicherweise noch größer als in den USA. Die meisten Kredite in Spanien etwa haben gerade mal Zinsbindung von zwei Jahren, in Portugal 99% gerade mal von einem Jahr. Das Problem ist nur lösbar, indem die EZB die Inflation laufen lässt.


Das Wallstreet-Journal predigt es seit Monaten. Die Eurokrise wird gleich an mehreren Fronten die Deutschen fordern:

- Massiver Kaufkraftverlust durch ungewöhnlich höhe Inflation zwischen 5-8% über Jahre (IWF "fordert" sogar >4 Prozent).

- Höhere Kreditkosten durch Vergemeinschaftung des Schuldzinses in der EU (faktisch schon geschaffen) und rapide steigende Staatsverschuldung Deutschlands und Risiken. Alleine zwischen 2008 und 2011 steigen die Staatsverschuldung der BRD um über ein Viertel - und darin sind noch nicht mal die Rettungspakete, Bürgschaften, Garantien, Kreditausfälle, Umschuldungen sowie Bareinlagen in den EMS eingerechnet. Ebensowenig wie die zu erwartenden Abschreibungen der EZB als Riesenbadbank infolge massenhaften Aufkaufs von Ramschanleiehen sowie die Abschreibungen der bundesstaatlichen Badbank als Folge von Finanzkrise 1.0.

Ifo-Chef Sinn: Das wahre Staatsdefizit Deutschlands liegt dieses Jahr über 12,8%.

- Driekte Transferzahlungen in infolge von nicht mehr eintreibare Multimilliarden-Direktkredite an Schuldenstaaten bzw. über Rettungsfond sowie Bareinlagen in den EMS.

- Kaufkraftverluste in Deutschland trotz "Boom" in Deutschland, weil die EZB zu Lohnzurückhaltungen mahnt. "Einer muss in Europa sparen" - sonst würden Zweiteffekte die Inflation blitzschnell in die Höhe treiben.
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13.06.2011 21:51 Uhr von »fRemdkörpeR«
 
+3 | -0
 
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Dabei hätte alles so schön sein können http://www.youtube.com/...
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14.06.2011 06:45 Uhr von Tim000
 
+0 | -0
 
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Wie Toll. Für Banken soll nach wie vor die Möglichkeit bestehen, sich unbegrenzt mit Geld einzudecken.
-------------------
Und die Banken leihen einen den das Geld mit 10% auf Schlach, obwohl die 10% gar nicht auf dem Markt sind. Man muss also den anderen Leuten das Geld stehlen um die 10% mehr Aufschlag zurückzuzahlen. Ein faszinierendes System.

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