07.06.11 12:31 Uhr
 3.030
 

WikiLeaks: USA drückt Mindestlohn auf Haiti nach Druck von Levi´s & Co.

Nach Informationen der Enthüllungsplattform WikiLeaks soll die US-Regierung die Erhöhung von Mindestlöhnen auf Haiti verhindert haben, weil Levi´s & Co. massiven Druck ausgeübt hätten.

Konkret soll Barack Obama Haiti daran gehindert haben, den Mindestlohn auf umgerechnet fünf Dollar am Tag heraufzusetzen, sondern ihn wie bisher bei zwei Dollar zu lassen.

Die US-Regierung warf Haiti vor, ausländische Betriebe mit der Mindestlohnerhöhung aus dem Land zu treiben, denn die Bekleidungskonzerne müssten damit 12,5 Millionen Dollar mehr im Jahr ausgeben und dazu wären sie nicht bereit. Hanes machte 2010 211 Millionen Dollar Gewinn.


Videoplayer auf dieser Seite ausblenden
WebReporter: mozzer
Rubrik:   Wirtschaft
Schlagworte: USA, Druck, Mindestlohn, Haiti, Levi´s
Quelle: www.sueddeutsche.de

DAS KÖNNTE DICH AUCH INTERESSIEREN

Dakota-Pipeline: Donald Trump wird Baustopp wohl aufheben - Er hat Anteile
Sparmaßnahmen: Air Berlin streicht Flüge nach Mallorca
Umfrage: Personalchefs kritisieren Uni-Absolventen als unselbstständig

Diese News zu meinen Favoriten hinzufügen Beitrag abgeben

14 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

Kommentar ansehen
07.06.2011 12:36 Uhr von Tobi1983
 
+32 | -1
 
ANZEIGEN
Widerlich: Politiker sind nur noch Marionetten.
Kommentar ansehen
07.06.2011 12:41 Uhr von Really.Me
 
+9 | -4
 
ANZEIGEN
Abartig das es dann aber immer noch Bürger gibt die Hosen für 10€ kaufen und sich dann über Lohndumping beschweren ;-)

Wir wollen es doch alle nicht anders, unterstützen dieses Dumpin auch noch.
Kommentar ansehen
07.06.2011 13:50 Uhr von w0rkaholic
 
+29 | -0
 
ANZEIGEN
Ein paar Sachen verstehe ich nicht: Lohnt es sich für die Leute da überhaupt zu arbeiten? Wieso streiken die nicht oder werden Selbstversorger (Bauern)? Ich hab hier natürlich leicht Reden... aber ich frage mich das ernsthaft, weshalb rasten die Leute nicht aus?

Im Moment bekommen die Menschen dort 24 Cent pro Stunde. Hier in Deutschland müsste man dafür ziemlich genau eine Pfanddose pro Stunde aufsammeln und abgeben.

Wenn eine Firma 211 Millionen Dollar Gewinn (!) macht, wieso ist sie nicht bereit, den Leuten, die ihren Gewinn ermöglichen (die billigen Arbeiter) lächerliche 6% des Gewinns (diese 12,5 Mio Mehrkosten) abzugeben. Es bliebe immer noch ein satter Gewinn von fast 200 Mio Dollar, dazu ein besseres Image!

Aus der Quelle:
[...]Anders geht es den Textilarbeitern: Eine vierköpfige Familie in Haiti benötigt etwa zehn Dollar am Tag, um angemessen leben zu können. Selbst wenn beide Eltern in einer Hanes-Fabrik arbeiten, verdienen sie also nicht genug.[...]

[...]Aber unter den zusätzlichen Kosten, so argumentierten die Konzerne gegenüber der US-Regierung, hätten vor allem die Jeans-Käufer dieser Welt zu leiden gehabt: Die Preise für Klamotten wären gestiegen.[...]

Ja meine Fresse, die armen Jeanskäufer - die Klamottenpreise sind gestiegen - wo bleibt das Rettungspaket?!

Klar, man könnte sich ja auch mal mit ein paar Prozentpünktchen und Milliönchen weniger Gewinn zufrieden geben, damit die armen armen Jeanskäufer nicht leiden - aber nein, dann lässt man doch lieber die Arbeiter verhungern - das nennt man Gewinnmaximierung. Dass die Sklaverei abgeschafft wurde war glaub ich ein Riesenglück für die Unternehmer, denn die Sklaven wurden in der Regel mit Essen + Trinken + Unterkunft versorgt, laut Quelle wäre das aber teurer - da kann man ja nur Gratulieren und freut sich auf die nächste Dividende von der man dann gleich eine tolle Hose kauft!

Die Welt ist sowas von bekloppt!
Kommentar ansehen
07.06.2011 14:00 Uhr von DrGonzo87
 
+8 | -0
 
ANZEIGEN
@w0rkaholic: Hört hört, schön zusammengefasst wie die meisten Großkonzerne denken. Genau wie damals, als es laut der Pharmaindustrie "gegen die Gesetze der Marktwirtschaft" war, Südafrika eigenen HIV-Impfstoff herstellen zu lassen, um diesen dann billig an die Armen weiterzugeben.
Kommentar ansehen
07.06.2011 14:03 Uhr von Really.Me
 
+6 | -10
 
ANZEIGEN
@w0rkaholic: Ach bitte...die bösen Unternehmen...ja das sind die schlimmsten.

Falsch, du und ich tragen da genauso dazu bei. Kaufst du noch Kleidung? Du weisst doch das sie zu 99% von Billigarbeitern hergestellt wurde, warum also bezahlst du nicht einfach einen Schneider. Wir pulvern auf die schnelle tausend Euro für nen neuen TV raus und kaufen im Gegenzug billigste Klamotten.
Nicht anders machen das Firmen! Für Dinge wo sie meinen es muss Geld ausgegeben werden tun sie das, für andere eben nicht.

Von dem her ist deine Moral ein Stück weit eine große Doppelmoral.

Und warum sie nicht streiken ist eigentlich auch klar, kein Geld, kein Essen. Selbstversorgung...in Deutschland jammern auch alle über teure Preise und es gibt keine "Selbstversorger".
Kommentar ansehen
07.06.2011 14:04 Uhr von kulifumpen
 
+3 | -0
 
ANZEIGEN
ghf: "Wenn eine Firma 211 Millionen Dollar Gewinn (!) macht, wieso ist sie nicht bereit, den Leuten, die ihren Gewinn ermöglichen (die billigen Arbeiter) lächerliche 6% des Gewinns (diese 12,5 Mio Mehrkosten) abzugeben. Es bliebe immer noch ein satter Gewinn von fast 200 Mio Dollar, dazu ein besseres Image!"

ist alles richtig, steht aber dem Grundprinzip der BWL, der Gewinnmaximierung gegenüber.

Das ist reinster Kapitalismus. Wenn Haiti dann doch mal zu teuer wird, wird halt irgendein anderes Land ausgebeutet. Dabei gehört Haitit schon zu den ärmsten der armen.
Kommentar ansehen
07.06.2011 14:24 Uhr von w0rkaholic
 
+5 | -0
 
ANZEIGEN
@Really.Me: Ja, da hast Du Recht. Wir sind da alle Mitschuld - Aber das mit Levi´s zum Beispiel hab ich (mal wieder) nicht gewusst, schon gar nicht, dass es so extrem ist!

Ich kaufe meine Lebensmittel nicht beim Discounter und meine Kleidung nicht bei KiK. Ich versuche alles was ich habe (besonders meine Kleidung, aber auch mein Auto etc.) so nachhaltig und so lang zu benutzen wie es geht. Selbst mein Handy ist jetzt 4 Jahre alt.

Ich bin übrigens selbst Kleinunternehmer und verdiene nicht schlecht, ich habe 2 Angestellte und ich käme niemals auf die Idee, ihnen den Lohn soweit zu kürzen, dass sie davon nicht mehr leben könnten! Ich habe tatsächlich gedacht, dass würden viele andere Unternehmen auch machen, besonders wenn sie eine Marke sind oder ein Image haben.

Und jetzt sage ich mal noch was:
Wenn das hier 100% stimmt und das genauso breit getreten würde, wie beispielsweise die Hochzeit vor ein paar Wochen, oder es würde so oft wiederholt wie zur Zeit EHEC - dann würde keine SAU mehr Levi´s kaufen - die könnten den Laden innerhalb von 6 Monaten dicht machen wenn sich nichts ändert! Die meisten Leute sind nicht wirklich schlecht, meinetwegen naiv, ignorant und manipulierbar, oft auch genug mit ihren eigenen Problemen beschäftigt, dass ihnen einfach die Zeit und die Lust fehlt sich zu informieren.

Der Großteil der Konsumenten ist einfach nur verblendet, von der Werbung, selbst von der Politik ("Wir brauchen Wachstum!"). Und doch gibt es in meinen Augen einen Riesenunterschied, der Konsument kauft es weil er "doof" ist, aber der Unternehmer macht es, weil er ein Arschloch ist!
Kommentar ansehen
07.06.2011 14:40 Uhr von w0rkaholic
 
+1 | -0
 
ANZEIGEN
@Really.Me - Nachtrag: [...]Und warum sie nicht streiken ist eigentlich auch klar, kein Geld, kein Essen. Selbstversorgung...in Deutschland jammern auch alle über teure Preise und es gibt keine "Selbstversorger".[...]

Also ich muss ja zugeben, ich kenne die Situation in Haiti nicht. Hier in Deutschland gibt es fast keine Selbstversorger, weil es nicht erlaubt ist. Sämtliches Land ist verteilt, Du darfst hier nicht hergehen und irgendwo Kartoffeln anbauen wenn es nicht Dein Land ist. Du darfst auch nicht in den öffentlichen Wald gehen und ein Tier erlegen ("Wilderei"). Beim Versuch hier als Selbstversorger durchzukommen, macht man sich fast immer strafbar.

Es kann natürlich gut sein, dass es in Haiti auch so ist. Außerdem greift hier ja noch der Staat bei Dumpinglöhnen ein, so dass man zumindest bei uns nicht verhungern muss, auch hier kenne ich nicht die Situation in Haiti. Wenn eine Familie dort 10 Dollar am Tag braucht, aber nur 4 Dollar bekommt dann reicht es nicht - die müssen dort also entweder klauen, betteln (nur bei wem?), ihre Kinder oder Organe verkaufen oder wie auch immer an Lebensmittel gelangen. Da stellte sich mir nur die Frage, spare ich mir nicht die Zeit in der Fabrik und gehe gleich auf Beeren- und Bärenjagd wenn Du verstehst was ich sagen will?

[ nachträglich editiert von w0rkaholic ]
Kommentar ansehen
07.06.2011 15:11 Uhr von Really.Me
 
+0 | -2
 
ANZEIGEN
@w0rkaholic: Sein Handy und Auto solange zu benutzen wie es möglich ist bringt keinen Arbeitnehmer was...weder den Deutschen noch denen in Haiti.

Und die Konsumenten sind nicht verbelndet, ihnen ist es einfach egal solange es sie selber nicht betrifft. Da wird für den dicken Audi gespart und bei Takko um die Ecke die Kleidung gekauft.
Es wird nur für bestimmte Produkte Geld ausgegeben wo es auch bei den Arbeitnehmern ankommt, wie z.b. Automobilbranche. Da wird fast überall gut verdient.

Jetzt sag ich mal nochwas:

Warum sollte sich ein deutscher dafür interessieren wieviel jemand in Haiti verdient der Levis Jeans herstellt. Solange die ab und an im Angebot für 29,99 bekommen zu sind ist uns alles Recht. Von dem her könnten die Medien es breit treten wie sie wollen, es würde keinen stören.
Kommentar ansehen
07.06.2011 15:44 Uhr von Baron-Muenchhausen
 
+1 | -0
 
ANZEIGEN
Domrep: Niedriglöhne unter 1000€ steigen 30%: Im Nachbarland Domrep ist man da sozialer.

Siehe ---> http://www.shortnews.de/...

Der nationale Lohnausschusses (CNS) der alle zwei Jahre die Arbeiterlöhne erhöht, reagierte im April auf die Sorgen der Bevölkerung und regte 30 Prozent Lohnerhöhung für Mindestlohnempfänger verschiedener Branchen an.

Plan ist: Löhne für Geringverdiener, die umgerechnet weniger als 1.000 Euro (rund 50.000 Dominikanische Pesos) monatlich verdienen, sollen 25 Prozent steigen.

Auslöser waren u. a. gestiegene Beförderungskosten, etwa für Busse und Autos (Benzin). So etwa kosten 200 Kilometer mit dem Bus ca. 3-4 Euro.

Aber auch die Häuser sind recht teuer: 20.000 Dollar kostet ein konfortables großes Haus mit Grundstück, die monatlichen Heinzungskosten für die schneereichen Wintermonate kommen noch dazu!

Es kann schließlich nicht jedem Arbeiter so gut gehen wie den "Exportvizeweltmeistern" in Deutschland.

[ nachträglich editiert von Baron-Muenchhausen ]
Kommentar ansehen
07.06.2011 16:07 Uhr von Really.Me
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
@Warpilein2: Na dann weissst du ja was Leute verdienen die eine Jeans herstellen die dann für 10€ im Laden ausliegt.

Und es gibt genug Leute die sich die Hose dann kaufen und einen Tag später über zu niedrige Löhne beschweren.
Kommentar ansehen
07.06.2011 18:08 Uhr von artefaktum
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
@Really.Me: "..das es dann aber immer noch Bürger gibt die Hosen für 10€ kaufen und sich dann über Lohndumping beschweren ;-)

Wir wollen es doch alle nicht anders, unterstützen dieses Dumpin auch noch."

Hast du schon mal eine Hose von Levi´s für 10 Euro gekauft? Dass sog. Markenhosen, die einige hundert Euro kosten, auch in solchen Ländern gefertigt werden ist dir schon klar? Da geht nur ein Bruchteil in die Fertigungskosten und der Großteil in den Gewinn. Oder was meinst du, warum Levi´s da so Druck macht? Damit wir weiter "günstige" Hosen kaufen können? Träum weiter.
Kommentar ansehen
07.06.2011 18:18 Uhr von artefaktum
 
+2 | -0
 
ANZEIGEN
"Konkret soll Barack Obama Haiti daran gehindert haben, den Mindestlohn auf umgerechnet fünf Dollar am Tag heraufzusetzen, sondern ihn wie bisher bei zwei Dollar zu lassen."

Man stelle sich mal vor, Haiti würde Washington versuchen vorzuschreiben, wie die ihre Wirtschaftspolitik machen!

"Die US-Regierung warf Haiti vor, ausländische Betriebe mit der Mindestlohnerhöhung aus dem Land zu treiben, denn die Bekleidungskonzerne müssten damit 12,5 Millionen Dollar mehr im Jahr ausgeben und dazu wären sie nicht bereit."

Na und? Was geht das die USA an. Haiti ist ein freies Land. Die USA halten doch sonst auch immer so viel auf die "Freiheit". Zudem glaubt doch wohl kein Mensch, dass es der USA-Regierung hier um die Interessen Haitis geht.

Das ganze erinnert schon fast an die ehemalige Sowjetunion, die haben ihren Satellitenstaaten auch immer in alles reingequatscht.
Kommentar ansehen
07.06.2011 18:27 Uhr von certicek
 
+1 | -0
 
ANZEIGEN
"US military helping to repress organizing of textile worker´s unions in Haiti"

http://www.youtube.com/...

"Seit der Erdbebenkatastrophe dieses Jahres haben sich die Arbeitsbedingungen der Angestellten in der haitianischen Textilindustrie massiv verschlechtert. Unbezahlte Mehrarbeit, quasi Verbot von Gewerkschaften und deren Unterdrückung durch das US Militär."

http://futurologischer-kongress.blogspot.com/...

Refresh |<-- <-   1-14/14   -> -->|
Diese News zu meinen Favoriten hinzufügen Beitrag abgeben


SCHLIESSEN

Willst Du die Seite wirklich verlassen?


DAS KÖNNTE DICH AUCH INTERESSIEREN

Wien: Anklage gegen 9 Vergewaltiger einer Deutschen fertig
Intertoys-Spielzeugkatalog voll mit Rechtschreibfehlern
Lady Gaga wurde vergewaltigt und leidet an PTSD


...oder unseren und keine aktuellen News mehr verpassen?