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Neuer MRSA-Stamm nicht mit Tests nachweisbar

Methicillin-resistant Staphylococcus aureus (MRSA) ist der Name einer Krankheit, die besonders Patienten in Krankenhäusern bedroht und aufgrund seiner Vielzahl an Antibiotikaresistenzen immer schwerer zu behandeln ist.

Eine neue Mutation des Keims konnte nun in Kühen und auch bei Menschen gefunden werden. Die genetische Veränderung ist offenbar so stark, dass herkömmliche Nachweisverfahren für MRSA bei diesem Stamm nicht anschlagen.

Momentan ist die Zahl der Betroffenen noch relativ gering, Mark Holmes von der Universität Cambridge geht jedoch davon aus, dass der Keim sich bald ausbreiten wird.


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WebReporter: KingPR
Rubrik:   Wissenschaft
Schlagworte: Keim, Resistenz, Stamm, Antibiotikum, MRSA
Quelle: www.aerztezeitung.de

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05.06.2011 15:49 Uhr von KingPR
 
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MRSA hat großes Potenzial irgendwann einmal tausende von Menschen dahinzuraffen. Hoffen wir, dass wir bald ein "Wundermittel" finden, das gegen diese Erkrankung eingesetzt werden kann und gegen das sich keine Resistenz entwickeln kann - wie Chinin beim Malariaerreger.
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05.06.2011 15:52 Uhr von Blutfaust2010
 
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NEIN! MRSA ist nicht der Name einer Krankheit. Es ist der Name eines Keims!
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05.06.2011 15:59 Uhr von Mankind3
 
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jaja: MRSA, das Produkt einer Gesellschaft die zu sorglos mit ihrem Wundermittel Antibiotika umging.
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05.06.2011 16:52 Uhr von Pils28
 
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@Mankind3: Antibiotika sind halt die wichtigste Waffe gegen Erkrankungen und werden gegeben, wenn es impliziert ist. MRSA züchten am effektivsten Patienten, die ihr Antibiotika eigenwillig absetzen, weil sie sich gesund fühlen.

Generell seh ich kein Problem in der Mutation, entwickelt man eben einen neues Nachweis. Und solange es noch wirksame, gut verträgliche Antibiotika gibt, mache ich mir auch keine Sorgen.
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06.06.2011 08:20 Uhr von Der Herdecker
 
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@Pils28: das mag auf Deutschland noch "fast" zutreffen - der Trend in anderen Ländern und bei vielen Deutschen ist > Schnupfen = AB - in Thailand z.b. wird AB als Prophylaxe gegen Geschlechtskrankheiten dauerhaft eingenommen.

Mal nebenbei - MRSA kommt hauptsächlich in Krankenhäusern vor und das ist eigentlich DER Ort an dem Antibiotika meist bis zum Ende der Therapie eingenommen bzw. gleich i.v. durchgeführt werden.

Und soweit ich gelernt habe, kommt MRSA auch auf jedem Menschen vor - auf der Haut in sauerstoffreicher Umgebung - und da die Natur normalerweise nicht darauf ausgelegt ist aufgeschnitten, behandelt und wieder "luftdicht" verschlossen zu werden, kommt es in dem aneroben Zustand zur Vermehrung und zur Wirkung des Toxins, das erst unter Luftabschluss gebildet werden kann.

Ähnlich wie Tetanus - solange man kein Klebeband um die Wunde wickelt oder ein Raucherbein hat kann man sich fast nicht damit umbringen.

Achja ... Medizin ist schon ne tolle Sache ;)
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16.10.2011 14:41 Uhr von 338LM
 
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@Herdecker: MRSA ist fakultativ anaerob und kommt bei einem hohen Prozentsatz der Menschen als Kommensale an der Stirn-Haagrenze, am Perineum und im Nasopharynx/Oropharynx vor.

MRSA kommt nicht am häufigsten in Krankenhäusern vor, die Durchseuchung der Bevölkerung ist hoch und nimmt mit steigendem Lebensalter zu.

Zum Problem wird der Keim dann, wenn der Patient in einer geschwächten Abwehrlage ist (Alt, Krankheit, nach schweren Eingriffen). Allerdings machen dann auch eine Vielzahl anderer, eigentlich harmloser Keime des eigenen Körpers Probleme (Katheterinfektionen durch St. epidermidis z.B.).

Die vielen Produkte/Toxine, die MRSA bildet, brauchen keinen Sauerstoffausschluss....

Und dein Beispiel mit Tetanus verstehe ich nicht, Tetanus hat eine sehr hohe Mortalitätsrate.

Medizin ist eine tolle Sache, aber du solltest dir ganz offensichtlich eine andere Betätigung suchen.

@Rest: Die News stimmt so natürlich nicht. Auch der neue Stamm lässt sich nachweisen, denn auch er ist Koagulase-positiv und Katalase-negativ und kann mittels PCR nachgewiesen werden. Hier geht es um Schnelltests, die nicht anschlagen, nachweisbar ist der Keim trotzdem.

[ nachträglich editiert von 338LM ]
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16.10.2011 15:45 Uhr von Der Herdecker
 
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@338LM alles was ich geschrieben habe hast Du bestätigt - super soweit.

- Tetanus bildet Toxine nur anerob - also kein luftdichtes "Klebeband" um eine Wunde - dann hat man schon die halbe Miete. Ein Diabetikerfuß oder Raucherbein hat eine schlechte Sauerstoffsättigung - gerade im Bereich der Zehen - und dort kann sich Teatnus auch bei nicht luftdicht verschlossener Wunde ausbreiten und Toxine bilden.

So - das war noch einmal in "lang", damit Du als Student das auch verstehst. Den Rest haste gut auswendig gelernt (oder Dr. Google hat geholfen).

Ich denke auch, dass die meisten Shortnews-Leser mit Koagulase und Katalase nix anfangen können - also habe ich es mal "umgangssprachlich" und "alltagstauglich" umschrieben.

Um MRSA (die Infektion) zu bekommen braucht man nur eine Schönheitsoperation zu machen und MRSA von der Oberhaut in die Wunde einschleppen - nix mit alt und krank.

Ich suche mir eine andere Betätigung wenn ich meine Praxis mit 55 - 85 Jahren schließe - ich denke es wird Golf und/oder Jagen.

[ nachträglich editiert von Der Herdecker ]
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16.10.2011 16:31 Uhr von 338LM
 
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@Herdecker: 1. Tetanus ist kein Toxin, sondern eine Erkrankung.

2. Tetanospasmin wird zwar anaerob gebildet, allerdings ist dazu kein luftdichter Wundverschluss notwendig, es reichen Wunden, in denen Aerobier ein anaerobes Milieu erzeugen.

3. Diabetikerfuß (ich denke du meinst ein Gangrän und in Folge ein diabetisches Vorfußsyndrom) ist eine Mikro- und Makroangiopathie. Jemand mit diesem Syndrom hat in der Regel keine Probleme mit Tetanus, denn eine Amputation ist dabei fast unausweichlich. Die 5-Jahres-Überlebensrate ist nicht besonders hoch. Mit der Sauerstoffsättigung hat das NICHTS zu tun, wärst du Mediziner, wüsstest du das.

4. Ich brauche weder Google zu Rate zu ziehen, noch nachzuschlagen. Ich bin Doktorand der Mikrobiologie und verstehe ein klein bisschen was von MRSA.

5. MRSA als Kommensale ist keine MRSA Infektion, lies meinen vorherigen Post nochmal durch.

6. MRSA Infektionen passieren nicht beim Immunkompetenten bei kleinen Eingriffen. Kleines Beispiel, ich hab sicher mehr als 50 Patienten Platzwunden an der Stirn-Haargrenze genäht. Beim Fäden ziehen waren die Wunden reizfrei und ohne Entzündungszeichen, und das bei einer Wunde in einem Gebiet, dass besonders frequent vom MRSA besiedelt wird.

6. Falls du wirklich praktizierst, würde ich dir raten, nochmal zu uns Studenten herabzusteigen und dein Wissen aufzufrischen. Allerdings bin ich mir ziemlich sicher, dass du ein Blender bist, dein Unwissen spricht Bände.

7. Dein letzter Satz......bist du 12 ?

[ nachträglich editiert von 338LM ]
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16.10.2011 19:23 Uhr von Der Herdecker
 
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@338LM: Naja, ich habe mir schon gedacht, dass Du Student bist - das hat mit Auf- oder Abstieg nichts zu tun. Natürlich hat man im oder kurz nach dem Studium noch mehr Tiefenwissen. Also kurzum, Deine Antworten sind goldrichtig - man macht halt dann in der Praxis manchmal andere Erfahrungen.

Ich beschäftige mich 99,9% mit gesunden Patienten - mit präventiver Medizin. MRSA gibt es bei mir kaum, aber halt bei Diabetikern kommt es vermehrt vor - wie mir Kollegen berichten.

http://diabetes.about.com/...

(oder auch die Zeitungen)

.. und das liegt an der Sauerstoffmangelversorgung in der Fußregion - beginnend an den Zehen - so dass schon falsche Nagelpflege eine Katastrophe auslösen kann.

zu 2.)

Der luftdichte Wundverschluss ist natürlich kein "Muss" - es tun auch Turnschuhe von D***mann aus 100% atmungsunaktivem Obermaterial - aber es ist der Hauptgrund für Tetanus in der Vergangenheit gewesen - es gab nur Klebebandpflaster.

Die Sache mit aeroben Bakterien, die Rahmenbedingungen schaffen für anerobe Bakterien ist mir neu - aber wie gesagt - man kann nicht alles wissen ;) Wahrscheinlich eher selten, oder?

5./ 6. Es gibt so gut wie keine Erkrankung ausserhalb des Krankenhause - aber auch bei Schönheitsops ist es eine Gefahr, die man bedenken sollte ... also lieber die Wunde mit AB behandeln (auch bei "Gesunden" - präventiv. (bei Brust-Ops z.b.)

Da kann Dir EINER bei 1000 Ops die komplette Karriere versauen. (Praxis vs. Theorie)

Ansonsten bist Du da besser im Bilde.

7. Nein :)

8. Friede! Ich lese es mal alles nach - mein Thema sind eher Mitochondrien und komische Stoffwechselvorgänge. :)
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17.10.2011 11:30 Uhr von 338LM
 
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@Herdecker: jetzt würde mich wirklich interessieren, als was du konkret praktizierst. Bist du tatsächlich Arzt ?

Zu Tetanus: Ich zitiere nur ausnahmsweise das DGR, nur "etwa 15 Fälle pro Jahr in Deutschland". Der Impfschutz ist in Deutschland flächendeckend und Tetagam+Tetanol überall zur Postexpositionsprophylaxe vorhanden. Man müsste schon sehr viel "Glück" haben, um Zeuge einer Tetanuserkrankung in Deutschland zu werden. Da ich allerdings einige Zeit in einem Armenhospital in Manila gearbeitet habe, kann ich sagen, dass es eine furchtbare Krankheit ist, die in anderen Teilen der Welt noch häufig vorkommt und in aller Regel durch die Infektion verschmutzter Wunden Entsteht. Die Leute dort tragen häufig keine Schuhe und auch sonst keine "Abdeckung" die auch nur im Mindesten Luftabschluss gewährt.
Die Hauptursache für Tetanus war in der Vergangenheit niemals falsches Schuhwerk oder luftdichter Wundverschluss, sondern mangelnde Impfungen (sonst hätte jeder Vacuseal Patient akute Tetanusgefährdung).

Um ein anaerobes Milieu vorzufinden, muss man nicht tief gehen, Propioniebakterien leben im Bereich der Schweißdrüsenausführungsgänge und sind Anaerobier. Bei einer verschmutzten Wunde liegt ja immer eine Mehrfachkontamination vor, so dass auch Aerobier (z.B. der residenten Hautflora) mit in die Wunde gelangen. Diese verstoffwechseln den Sauerstoff und schaffen ein anaerobes Milieu, ein ganz häufiger Vorgang und z.B. im Hinblick auf Clostridien ein Problem.

Bei einer Mikro-/Makroangiopathie (DMII) ist natürlich nicht die Sättigung des Blutes reduziert sondern die Menge oxygenierten Blutes, die das betroffene Körperteil noch erreicht. Das erleichtert natürlich die Besiedelung anaerober Keime (diabetisches Gangrän).

Schönheitsoperationen sind ein verschwindent geringer Teil, verglichen mit "normalen" Operationen, daher ist das Beispiel nicht gut gewählt.

MRSA versaut einem Operateur nicht die Karriere....Patienten die bereits eine Infektion (nicht Besiedlung) mit MRSA aufweisen, werden unter besonderen Sicherheitsmaßnahmen operiert (der OP wird im Anschluss z.B. direkt geschlossen, gereinigt und desinfiziert).
Der Patient wird dann antimikrobiell "saniert" und so lange im Isolationszimmer belassen, bis zumindest die Wunde MRSA frei ist (in einigen Häusern in denen ich gearbeitet habe, wurde zusätzlich noch Nase und Rachen saniert).
Postoperative MRSA Infektionen gehen zu ca. 70 % von der eigenen Hautflora aus, der Rest geht auf das Konto von Besuchern, Mitpatienten, Pflegern und Ärzten.

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