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Zusicherung keine Bewilligung: 17-Jährige scheitert an Hartz-IV-Gesetzen

Sie ist jung und unerfahren. Doch die Behörden verlangen, dass Tina Haag die Details der Hartz-Gesetze versteht und lassen sie hängen.

Damit sie ihre Ausbildungsstelle antreten konnte, musste das Mädchen umziehen. Da ihre Familie sie finanziell nicht unterstützen konnte, fragte sie beim zuständigen Amt nach, ob es die Miete übernehmen würde. Von der Behörde kam "die Zusicherung für den Erstbezug".

Alle Unterlagen wurden dementsprechend eingereicht, doch Geld floss nicht. Der Leiter der Hartz-Behörde sagte, dass "eine einfache Zusicherung" nicht gleich eine "Bewilligung" ist. Zudem würden Unterlagen fehlen, so das Amt. Dem widerspricht die Familie der 17-Jährigen.


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WebReporter: Havelmaz
Rubrik:   Brennpunkte
Schlagworte: Kündigung, Behörde, Miete, Bewilligung
Quelle: www.maerkischeallgemeine.de
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18 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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27.05.2011 13:41 Uhr von d1pe
 
+104 | -5
 
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Unterlagen fehlen immer. Als ob die dir sagen, was du alles einreichen musst. Wenn man erstmal alles eingereicht hat, dann fällt denen noch ein, dass dies und jenes fehlt, sodass man dort vier, fünfmal hingehen kann.
Die 17-Jährige wird nach ihrer Ausbildung durch Steuern dem Staat wohl vielmehr zurückzahlen, als sie jemals bekommen hat.
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27.05.2011 13:46 Uhr von kostenix
 
+73 | -6
 
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@Suisse: edit: schreib das nächste mal dazu, dass es ein zitat aus der quelle ist ;)

[ nachträglich editiert von kostenix ]
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27.05.2011 13:47 Uhr von Winneh
 
+31 | -46
 
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27.05.2011 13:48 Uhr von lou-heiner
 
+24 | -10
 
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das is egal: der satz käme auch von suisse.
man siehe nur die kommentare von ihm/ihr in den anderen themen.
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27.05.2011 13:55 Uhr von Bildungsminister
 
+21 | -3
 
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Wisse und lerne, egal ob nun H4, Behörden, Job oder andere Dinge, verlasse dich nie, nie, nie auf mündliche Zusagen. Und ja, auch wenn in Deutschland sogar der Handschlag vertraglich bindend sein kann, auch darauf sollte man sich nicht verlassen. Nur schwarz auf weiß ist Gold wert, und auch nur darauf sollte man sich verlassen.

Nun kann ich verstehen das eine 17-jährige junge Frau eben diese Lebenserfahrung nicht hat, wobei wir es wohl alle so oder anders gelernt haben wie sie, aber den Eltern darf man dann doch ein Stück weit einen Vorwurf machen. Denn die Tochter ohne wirklich etwas Handfestes wegziehen lassen, das ist schon sehr grenzwertig. Und auf das Wort und die Erzählungen einer 17-jährigen würde ich mich als Vater auch nicht verlassen, zumindest würde ich es in so einem Fall prüfen.

Davon ab haben wir hier das typische Beispiel für deutsche Bürokratie. Ich weiß aus der eigenen Firma, das z.B. Leute über 25 erst gar nicht drüber nachdenken sollten eine Ausbildung zu machen und dabei auf den Staat zu hoffen. Einer 17-jährigen hingegen sollte man doch entgegen kommen, sonst kommt sie nämlich bald nicht mehr nur um Miete zu beantragen, sondern direkt das komplette Programm. Auch wenn man natürlich nicht erwarten kann das alles einfach so bezahlt wird, muss es doch auch hier Wege geben um eine Lösung zu finden.
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27.05.2011 14:02 Uhr von Seridur
 
+12 | -40
 
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27.05.2011 14:17 Uhr von fruchteis
 
+41 | -1
 
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Zusicherung: Zusicherung, das klingt wie: Na sicher übernehmen wir die Kosten, nur bis du deinen Schriebs dazu hast, das kann noch paar Tage oder Wochen dauern. So hätte ich das jedenfalls mit 17 verstanden.

Ich verstehe allerdings das Jobcenter nicht. Wenn eine 17-Jährige einen Ausbildungsplatz bekommt und es nur an der Miete hapert, dann zahl ich als Amt doch lieber nur die Miete, als dass die Kleene mir dann Wochen später mit dem Vollantrag auf ALG II plus Miete und Nebenkosten kommt! Ich denke, auf solchen Ämtern müssten auch mal paar "Köpfe rollen". Die wollen doch sowieso abbauen, da sollen sie solche unfähigen Mitarbeiter zuerst rauskanten!

Es betrifft zwar die Sache nur am Rande: Ich bin jetzt 51 und langzeitarbeitslos. Bis ich 50 war, durfte ich noch im zweiten Arbeitsmarkt (ABM, AGH, 1-Euro-Job) arbeiten. Das ist jetzt hinfällig. Jetzt heißt es: Entweder erster Arbeitsmarkt oder gar nix. Wie soll man denn als 51-jähriger Langzeitarbeitsloser noch einen festen Job auf dem ersten Arbeitsmarkt bekommen? Anzubieten hatten sie auch keinen, nur ein 3-monatiges "Wiedereingliederungsprogramm" (da ist man offenbar mal ein Vierteljahr aus deren Statistik raus...).
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27.05.2011 14:23 Uhr von Gorxas
 
+12 | -4
 
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Hartz IV-Unterstützung gibt es NICHT bei einer Berufsausbildung. Dafür ist entweder das Arbeitsamt mittels BAB (nicht die ARGE !!!) oder das Amt für Jugend und Soziales (via Wohngeld) zuständig.
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27.05.2011 14:46 Uhr von menschenfeind
 
+17 | -1
 
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das die auf dem Amt sowieso nicht ganz rund laufen scheint ja mittlerweile wohl jedem klar zu sein der dort mal aufschlagen musste.

Ich für meinen Teil durfte dort bislang 4mal antanzen; das erste mal nach meiner Ausbildung, als mir ein unentgeltliches Praktikum für 2 Wochen im 500km entfernten Freiburg angeboten wurde... *lach* und die anderen 3x wegen 2 Tagen Arbeitslosigkeit zwischen meiner Kündigung und meinem neuen Job, den ich bereits unterzeichnet hatte und nur weil ich jedesmal andere Ansprechpartner hatte und meine komplette Vita wiederholen musste... Sauverein.
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27.05.2011 16:56 Uhr von wwewrestling
 
+20 | -3
 
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Ach: das ist in Deutschland irgendwie mode geworden.

Als ich mein Gewerbe angemeldet habe, habe ich den Zettel für die Steuererfassung erhalten. Hab also daraufhin alles ausgefüllt und zurückgeschickt. Nach einer Woche kommt ein Brief vom Finanzamt und verlangt irgendwelche nachweise,weil ich sie angeblich in der Steuererfassung nicht angegeben habe.
Ich hab glaub ich drei mal gesagt, wieviel Mitarbeiter ich habe und wo sich das Lager befindet und die habens erst beim dritten mal erfasst -.-

Hier ist nicht die 17 Jährige schuld sondern diese beknackte Bürokratie...
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27.05.2011 17:14 Uhr von keakzzz
 
+7 | -1
 
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@fruchteis
genau so ist es. so zahlt die arge (und damit der steuerzahler) letztlich in zweiter instanz mehr als wenn man ihr einfach den zuschuß (darum gehts ja, sie wird schließlich eine geringe ausbildungsvergütung bekommen) bewilligen würde.

@dr. stufeyy
kannst du lesen, genau darum geht es ja hier?! sie HAT sich einen job gesucht, bei dem sie vollzeit arbeitet. leider bekommt sie dafür aber NOCH nicht genug lohn.
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27.05.2011 18:00 Uhr von StrammerBursche
 
+2 | -14
 
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27.05.2011 18:56 Uhr von Gorli
 
+1 | -2
 
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Ämterstress hat man spätestens mit 18 eh am laufenden Band. Das Mädchen hats lediglich ein Jahr früher erwischt als alle anderen.

Ich erinnere mich noch mit grauen an die Beantragung eines Urlaubsemesters wegen Krankheitsfall....*schauder*

[ nachträglich editiert von Gorli ]
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27.05.2011 19:06 Uhr von MOTO-MOTO
 
+5 | -5
 
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Es gibt keine Grundlage für das Mädel Sie kann aufrund ihrer Berufsausbildung "Berufsausbildungsförderung", auch Bafög genannt, beantragen.

Die Behörden lassen sie nicht hängen. Sie sagen ihr nur, was eh schon im Gesetz drinne steht.
Leistungen nach dem ALG 2 bekommt, wer bei Ausschöpfung sämtlicher vorrangiger Alternativen auf Leistungen angewiesen ist.

Da "arme" Mädel hat so z. B. neben der Ausbildungsvergütung (geschätzt mindestens 300 Euro) Anspruch auf Unterhalt gegen ihre Eltern, sie kann verlangen, dass ihr das Kindergeld (154 Euro) direkt auf ihr eigenes Konto überwiesen wird (weil sie nicht mehr bei den Eltern lebt) und könnte Bafög beantragen.

Eine Zusicherung ist kein Bescheid. Punkt. Einfachste juristische Grundkenntnis. Zusicherung ist kein Verwaltungsakt.
Ein Bescheid in diesem o. g. Falle mit Bewilligung von ALG2 (Hartz IV) dürfte auch rechtswidrig sein d. h. gegen das Gesetz verstoßen.
So wie ich hier die meisten Hetzer verstehe, darf das Amt schließlich nicht egen Gesetze verstoßen.... oder etwa doch?
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27.05.2011 22:17 Uhr von Mensch68
 
+6 | -3
 
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Leider die bittere Wahrheit: Vielleicht kann ich nicht mitreden, da ich noch nie zur Arge gehen mußte. Ich zahle seit 25 Jahren ununterbrochen Steuern.

Das dumme an der Sache ist, das wir Steuerzahler die Mitarbeiter der Arge ebenfalls mit durchfüttern.

Wenn die Mitarbeiter des Jobcenters nur ein wenig Mitgefühl und Einschätzungsvermmögen hätten, würde es solche Fälle gar nicht geben.

Deshalb arbeiten diese Personen ja auch nicht in der freien Marktwirtschaft, weil sie da keiner haben wollte.
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28.05.2011 01:36 Uhr von chewy2k
 
+4 | -4
 
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nun hat die kleine die früchte von rot/grün kennen: gelernt.
ich war auch einmal dort. nach ca. einer million fragebögen und abartiger KZ mäßiger gängelung habe ich mich entschieden es ganz zu lassen und zur notüberbrückung lieber geld geliehen.
so eine behörde würde ich nur noch mit einer uzi 9mm betreten.
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28.05.2011 09:41 Uhr von Webdevil71
 
+0 | -1
 
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Freie Marktwirtschaft: Mensch68 schreibt:"Deshalb arbeiten diese Personen ja auch nicht in der freien Marktwirtschaft, weil sie da keiner haben wollte."

„Zugelassene kommunale Träger“ z.B. sind GmbH´s
(http://de.wikipedia.org/...)
und unterliegen damit schon den Gesetzen des Marktes.
Es liegt in der Natur der Dinge, dass es in erster Linie dann von diesen "Trägern" eher darum geht für sich Geld zu verdienen. Der Bund ist doch nur noch Auftraggeber und ob die wirklich mitbekommen, was da bei den Jobcentern so abgeht?

[ nachträglich editiert von Webdevil71 ]
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28.05.2011 13:33 Uhr von Webdevil71
 
+3 | -1
 
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systematisch: "Die Klagewelle gegen Hartz-IV-Bescheide hat einen neuen Rekord erreicht. An Deutschlands größtem Sozialgericht in Berlin gingen 2010 fast 32.000 Beschwerden ein, fast 20 Prozent mehr als im Vorjahr. Fast jede zweite sei zumindest zum Teil erfolgreich," Quelle:http://www.n24.de/...

Also 50% der 32.000 Beschwerden alleine in Berlin waren nach der Meinung der Sozialrichter begründet.
Da könnte man schon eine Systematik drin erkennen.
Und 32.000 ist wahrscheinlich nur die Spitze vom Eisberg.
Was ist mit den Leuten, die gar nicht wissen, welche Rechte sie haben?

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