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Gera: Mörder muss lebenslang in Haft - Staatsanwalt forderte nur neun Jahre

Das Landgericht in Gera hat einen Altenpfleger zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt, weil er eine 87 Jahre alte Frau ermordete.

Damit setzte sich das Gericht weit über die von der Staatsanwaltschaft geforderte Haftstrafe hinweg. Diese hatte für die Tat eine Haftstrafe von neun Jahren gefordert.

Die alte Dame wurde von dem Pfleger ermordet, weil er einen Tag vor der Tat die Kündigung von seinem Arbeitgeber bekam. Er stieg in die Wohnung der Seniorin ein, würgte sie und stopfte ihr ein Papiertaschentuch in den Mund. Die Verteidigung forderte Freispruch.


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WebReporter: leerpe
Rubrik:   Brennpunkte
Schlagworte: Urteil, Haft, Mord, Mörder, Staatsanwalt, Gera
Quelle: www.ovb-online.de

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9 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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25.05.2011 08:29 Uhr von Dark_Itachi
 
+6 | -6
 
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Was heisst "nur neun Jahre"? Für Totschlag ist das schon fast Maximum....
Und dann eine Verurteilung wegen Mord? Die Entscheidung des Gerichts würde mich brennend interessieren, da auch in der Quelle nicht einmal angedeutet wird, welches Mordmerkmal vorliegen sollte.

Achja: Er "wirkte sie", was soll das heissen?

@ Autor, ich würde liebend gern mal eine News von Dir ohne Schreibfehler sehen...wenigstens nur einmal...
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25.05.2011 08:38 Uhr von zimBow
 
+4 | -1
 
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autor und checker noch am schlafen? möööp...
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25.05.2011 08:53 Uhr von Klecks13
 
+4 | -0
 
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@ Dar_Itachi: Stellt sich die Frage, ob die Staatsanwaltschaft tatsächlich von einem Totschlag ausging oder nur auf Totschlag plädierte, weil sie eine Anklage wegen Mordes auf wackligen Beinen sah.
Ist ja öfters so, dass man einige Anklagepunkte fallen lässt oder quasie ´ne Stufe runter geht, um überhaupt zum Prozess zu kommen.

[ nachträglich editiert von Klecks13 ]
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25.05.2011 08:55 Uhr von Noseman
 
+12 | -1
 
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@Dark_Itachi: Wenn man irgendwo einbricht und das einem Tag nach dem tatauslösenden Grund und dann jemanden zu Tode bringt, dann kann da schonmal nicht im Affekt passiert sein.

Die Tat war grausam (Art und Weise der Tötung), heimtückisch (ne bettlägerige Frau kann sich nicht wehren) und erstand aufgrund von Habgier (nämlich der Kündigung mit den negativen wirtschaftlichen Folgen).

Ich sehe hier jede Menge Mordmerkmale gegeben- wenn auch zugegebenermaßen alle auf unterster Schwelle. Aber ein Totschlag war das trotzdem definitiv nicht, daher ist die Strafe jursitisch gesehen angemessen imho.
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25.05.2011 09:05 Uhr von Dark_Itachi
 
+3 | -8
 
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@ Noseman,

es ist ja schön, dass Du einige Beispiele bringst, aber:

1. Grausam = eine Tötungshandlung, die weit über die notwendige Tötungshandlung hinausgeht und mit besonderen Qualen verbunden ist. Würgen und ein Papiertuch in der Kehle? Ich glaube nicht, dass das ausreicht.

2. Heimtücke = Das Ausnutzen der Arglosigkeit und der Wehrlosigkeit in feindlicher Willensrichtung. Dafür gibt es zu wenig Anhaltspunkte. War die Frau bei Bewusstsein? Hat sie geschlafen?

3. Habgier = ein derart gesteigertes Gewinnstreben, dass es schon als verwerflich angesehen werden kann. Sorry, aber an der Stelle musste ich wirklich mal schmunzeln, da Habgier dann einschlägig ist, wenn Menschen getötet werden, UM einen Vermögensvorteil zu erlangen. Das war mit Sicherheit keine Habgier.

Ich würde allenfalls über niedere Beweggründe reden wollen, aber dafür fehlt das emotionale Motiv. Wut alleine reicht da grundsätzlich nicht aus.

"Wenn man irgendwo einbricht und das einem Tag nach dem tatauslösenden Grund und dann jemanden zu Tode bringt, dann kann da schonmal nicht im Affekt passiert sein."

Tja, wäre das eine Affekttat gewesen, würden wir nicht über Mord reden, da Mord eine Affekttat an sich schon ausschließt.
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25.05.2011 09:11 Uhr von Noseman
 
+2 | -1
 
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1. lass ich gelten, wobei ich es schon eigentlich grausam finde, erwürgt zu werden.

2. Ne bettlägerige 87jährige zu Tode zu bringen, auf welche Art und Weise auch immer, ist ganz zweifelsfrei ausnutzen von Wehrlosigkeit.

3. Ok, da geb ich mich vollends geschlagen.
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25.05.2011 09:33 Uhr von Dark_Itachi
 
+2 | -2
 
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@ Noseman

1. Grausam im gesellschaften Sinne ist das allemale...grausam im Sinne des § 211 II StGB wohl weniger, da dieses Mordmerkmal sehr restriktiv ausgelegt wird und deswegen Fälle der Grausamkeit äußerst selten sind.

2. Sozial betrachtet gebe ich Dir vollkommen recht. Es kann nur richtig sein, jemanden mit lebenslanger Strafe zu versehen, wenn er eine wehrlose Person angreift und tötet. Leider sieht die strafrechtliche Prüfung da etwas anders aus:
"Das Ausnutzen der Arglosigkeit und der Wehrlosigkeit in feindlicher Willensrichtung"
Arglos ist, wer nicht mit einem Angriff rechnet. Dafür muss man aber argwöhnisch sein können. Man muss also die Einsicht haben, dass man angegriffen werden kann. Menschen, die nicht argwöhnisch sind, können deswegen nicht heimtückisch ermordet werden. Das was hier so paradox klingt, führt dazu, dass man niemals ein Baby heimtückisch ermorden kann, weil es nicht argwöhnisch sein kann. Das gilt auch bei Koma oder Bewusstlosigkeit.
Wehrlos ist man, wenn man wegen seiner Arglosigkeit keine Verteidigung nutzen kann. Genau wie die feindliche Willensrichtung ("böses Wollen", Gegenstück ist Tötung aus Mitleid oder auf Verlangen) ist die Wehrlosigkeit kein Problem. Aber die Arglosigkeit ist eines.

Ich tippe immer noch auf die niederen Beweggründe.
Aber wie gesagt, rein gesellschaftlich gebe ich Dir absolut recht.

Wenn es Dich interessiert, versuche ich mal an das Urteil ranzukommen und gebe Dir dann Bescheid.
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25.05.2011 09:38 Uhr von Noseman
 
+1 | -1
 
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Ich weiss jetzt aber nicht: inwieweit bei den U-Bahn-Schlägern Vorsatz vorlag. Da war ja die Sachlage so, dass sie direkt im Anschluß nach dem Anlass vonstatten ging; das könnte auch sozusagen dann einfach nur aus dem Ruder gelaufen sein, theoretisch gesehen jedenfalls.
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25.05.2011 09:52 Uhr von Dark_Itachi
 
+1 | -2
 
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Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, daher hat man auch keinen Zugriff darauf. Ich habe aber das hier gefunden:

http://www.thueringer-allgemeine.de/...

Also doch niedere Beweggründe, weil der Mörder lediglich für Chaos sorgen wollte und deswegen einen Menschen getötet hat.

@ wok!
Die "Rache wegen Kündigung" hat aber nichts mit dem Opfer zu tun. Hätte das Opfer die Kündigung ausgesprochen, hätten wir darüber reden können.
hm...Mordlust....Darauf bin ich gar nicht gekommen, da hierfür ein Opfer getötet werden muss, nur um es konkret sterben zu sehen. Das sind die Fälle des "ich wollte mal einen Menschen sterben sehen". Passt hier nicht dazu.

"Völlig in Ordnung das Urteil. Sollte eigentlich immer so sein, wenn ein Mensch vorsätzlich getötet wird"

Dann bräuchten wir folgende Fälle NICHT mehr: Totschlag, Tötung auf Verlangen, erfolgsqualifizierte Delikte mit Todesfolge (Raub, Körperverletzung, Aussetzung, .....), da man für alle diese Delikte Vorsatz braucht.

@ Noseman,
ich denke, Wok spielt auf das Wissen an, was man hat, wenn man einem Menschen wiederholt gegen den Kopf tritt. Also wer jemanden zu Boden reisst und dann so lange drauf tritt, bis das Opfer nicht mehr zuckt, sollte auch wissen, dass es dabei stirbt oder sterben kann. Damit hätte man Vorsatz (Eventualvorsatz), bei dem man weiss, was passieren kann. Bei diesen münchnern Asozialen (der Türke und der Grieche) war das Urteil absolut gerechtfertigt.

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