22.05.11 19:23 Uhr
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Griechen in Wut: Mit Aktivismus und Zivilem Ungehorsam gegen Staatsschulden

Griechenland steht finanziell das Wasser bis zum Hals. Den Bürgern drohen Steuererhöhungen, Abgaben, Lohnkürzungen und weitere finanzielle Einschnitte. "Austritt aus der Euro-Zone, Rückkehr zur Drachme, Nichtanerkennung der Staatsschulden", hält Vassilis Sarantopoulos (50) für potentielle Lösungen.

Die Bürger lehnen sich inzwischen auf. 30.000 Demonstranten gingen auf die Straße und skandierten: "Ich schulde nichts". Von Europa wollen sie keine Hilfe. Über ein EU-Memorandum riefen Demonstranten: "Nehmt das Memorandum und haut ab". Selbst Schranken, Ticketautomaten und Mautstellen werden manipuliert.

Als nächstes soll ein Steuerboykott und Widerstand gegen die neu eingeführte Praxisgebühr organisiert werden. Ein aufgebrachter Bürger meinte über Hilfe von deutscher Seite, Deutschland solle erst mal 165 Milliarden Euro für NS-Zwangsanleihen und Kriegszerstörung tilgen.


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WebReporter: no_trespassing
Rubrik:   Politik
Schlagworte: Griechenland, Wut, Staatsschulden
Quelle: www.spiegel.de

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5 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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22.05.2011 19:23 Uhr von no_trespassing
 
+10 | -2
 
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Ich empfehle jedem die Quelle durchzulesen.

Fakt ist ja wohl: Griechenland hat die Kredite aufgenommen, um das Land von heute auf morgen auf westlichen Standard zu bringen.

Was oft übersehen wird: Deutschland brauchte 50 Jahre für den heutigen Wohlstand und musste für die Wiedervereinigung die Rentenkassen plündern und Milliardenschulden machen.

Viele EU-Länder wollen das in weniger als 20 Jahren erreichen, haben aber eine viel geringere Produktivität. Das kann gar nicht so gelingen.
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22.05.2011 19:40 Uhr von Exilant33
 
+9 | -2
 
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wenn denen nichts besseres einfällt, wird immer gleich die nazikeule rausgeholt. gibts eigentlich noch andere länder die ihre kriegsschulden zahlen?! ich glaube nicht
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22.05.2011 19:50 Uhr von Captain-Iglo
 
+3 | -1
 
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Wieso 165 Milliarden Euro für NS-Zwangsanleihen? Es waren doch weniger, die man hätte zahlen müssen.



Nach der Kapitulation 1945 wurde im Rahmen des Pariser Reparationsabkommens vereinbart, dass Griechenland 7,1 Milliarden US-Dollar Entschädigung und 7,5 Milliarden Reichsmark zurückerhalten soll, letztere Zahlung betraf eine sog. Zwangsanleihe, die die griechische Zentralbank 1942 an das Deutsche Reich zahlen musste.

Zu diesen Zahlungen kam es aber nicht. Im Londoner Schuldenabkommen 1953 wurden unter anderem vereinbart, dass Zahlungen ausgesetzt werden, bis zu einer endgültigen Regelung der Reparationsfrage im Rahmen eines Friedensvertrags.

1960 bezahlte die Bundesrepublik Deutschland an Griechenland insgesamt 115 Millionen DM. Dieser als „Globalabkommen“ bezeichnete bilaterale Vertag sollte jedoch die Forderungen, die 1953 ausgesetzt wurden ausdrücklich nicht mit abgelten.
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23.05.2011 05:48 Uhr von Miauta
 
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