15.05.11 08:56 Uhr
 1.382
 

Gesundheitsexperte prognostiziert Anstieg von Zusatzbeitrag auf bis zu 70 Euro

Aufgrund der Pleite der Krankenkasse City BKK (ShortNews berichtete), geht Gesundheitsexperte Karl Lauterbach jetzt davon aus, dass die Zusatzbeiträge bei anderen Krankenkassen noch drastischer steigen werden.

"Ich gehe davon aus, dass der Zusatzbeitrag in den nächsten fünf Jahren auf 50 bis 70 Euro pro Monat steigen wird. Ob der versprochene Sozialausgleich tatsächlich und im notwendigen Maße kommt, ist noch völlig offen", erklärte er.

Außerdem beschwert sich Lauterbach über das Gesundheitsministerium. Seiner Meinung nach hätte dieses schon längst eingreifen sollen, weil Kassen die wechselnden City-BKK-Versicherten teilweise ablehnen. Die Versicherten könnten in seinem Auge am wenigsten für die Kassenpleite der City BKK.


Videoplayer auf dieser Seite ausblenden
WebReporter: Crushial
Rubrik:   Wirtschaft
Schlagworte: Euro, Anstieg, Zusatzbeitrag
Quelle: www.rp-online.de

Jetzt Deinen
Kommentar abgeben!

DAS KÖNNTE DICH AUCH INTERESSIEREN

"Football Leaks" deckt zweifelhaftes Geschäftsgebaren im Profi-Fußball auf
Chipanlagebauer Aixtron: Obama blockiert Übernahme durch chinesischen Investor
Bundestag verabschiedet Kindergeld-Erhöhung um zwei Euro

Diese News zu meinen Favoriten hinzufügen Beitrag abgeben

20 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

Kommentar ansehen
15.05.2011 09:12 Uhr von Klassenfeind
 
+16 | -1
 
ANZEIGEN
Wie bitte, was !!? 50 -70 € / Monat ?
Das sind ja Aussichten..schönen Dank, Herr Rößler / FDP !

Sollte das passieren, gibt´s "Krach"...wer kann sich solche Zusatzbeiträge dann noch leisten ?

[ nachträglich editiert von Klassenfeind ]
Kommentar ansehen
15.05.2011 09:50 Uhr von Jlaebbischer
 
+15 | -1
 
ANZEIGEN
Warum denn nicht? Ich geb doch gerne fast 10% meines Nettolohnes an die Krankenmafia ab...
Kommentar ansehen
15.05.2011 11:57 Uhr von Daniela1985
 
+9 | -0
 
ANZEIGEN
Armes Deutschland Zitat:"Ich gehe davon aus, dass der Zusatzbeitrag in den nächsten fünf Jahren auf 50 bis 70 Euro PRO MONAT steigen wird"

Bin mal gespannt wie sich das dann ein normaler Arbeiter/Angestellte leisten kann/soll/muss?!?

Geschweige denn ein Zeitarbeier oder Arbeitslose, das ist dann ja schon fast unmöglich.

Irgendwann steuern wir auf dann auf die 100 Stunden-Woche zu und Rente schaffen wir dann am besten auch noch gleich mit ab. Wem dies nicht möglich ist der hat ja immer noch die möglichkeit kriminell zu werden...

Ich hör jetzt auf darübe weiter zu schreiben, sonst reg ich mich noch mehr auf...
Kommentar ansehen
15.05.2011 12:40 Uhr von Floppy77
 
+5 | -0
 
ANZEIGEN
Dann geht man bald nur noch dafür arbeiten
Kommentar ansehen
15.05.2011 12:54 Uhr von lou-heiner
 
+16 | -0
 
ANZEIGEN
Suisse: "Es ist nur ein Unterschied, ob du als Arbeitsloser überhaupt mal zur Kasse gebeten wirst - wie bei der Praxisgebühr. "


und wieder beweist du wie dumm und sozialneidisch du bist.

praxisgebühr sowie zusatzbeiträge müssen von arbeitslosen selber getragen werden.
aber natürlich wusstest du das wie üblich nicht.

deshalb sollte ja für sozial schwache und geringverdiener ein sozialausgleich stattfinden der bis heute nicht ausgearbeitet wurde.
Kommentar ansehen
15.05.2011 13:15 Uhr von lou-heiner
 
+8 | -1
 
ANZEIGEN
BastB: und wenn du das geld nicht hast lässte dich einfach nicht operiern und gehst halt 3 mal im monat zum doc. super vorschlag!!! das spart ne menge geld.
Kommentar ansehen
15.05.2011 17:22 Uhr von Leeson
 
+10 | -0
 
ANZEIGEN
Ja wenn es immer mehr Renter gibt: und diese wegen jedes Wehwehchen zum Arzt rennen bis dieser etwas findet.

Mein Opa ist mit 73 topfit aber er muss jeden zweiten Tag mit meiner Oma zum Arzt.
Sie ist kerngesund bis auf ihr Diabetis aber sie redet sich ein,
dass sie irgendwas hat und die Arzte sind dumm weil sie nichts finden.
Sie sitzt auch den ganzen Tag auf der Couch vor der Glotze.
Wer rastet der rostet!!!

Meiner Schwester hatte vor ein paar Jahren eine KnieOP und sollte danach eigentlich eine Physiotherapie bekommen um das Knie wieder fit zubekommen.
Aber nein, dafür ist kein Geld da und der Arzt argumentierte,
dass das Geld für die Renter gebraucht wird und meine Schwester ja noch jung ist.
Und das Ende vom Lied, das Knie ist so gut wie hin und wird ihr ganzes Leben lang schmerzen.

Sie muss noch 40 Jahre arbeiten... Der Renter, der unsinnig zu Arzt rennt, sitzt auf der Couch!

!!!!!Super Logik!!!!!!

@Krankenkassen
Reformiert euch endlich mal und baut unnützes Personal ab. Ich hab keine Lust euch euer Luxusloderleben zu finanzieren.

[ nachträglich editiert von Leeson ]
Kommentar ansehen
15.05.2011 18:03 Uhr von jschling
 
+6 | -1
 
ANZEIGEN
solange es genug Dumme gibt die mitmachen: meine DAK schreibt mir ja auch alle 3-4 Monate, dass sie gerne einen Zusatzbeitrag sehen möchte (und wie weit sich das schon summiert hat) - solange das nur als normaler Brief kommt, kommt es nicht wirklich an, Da muss man die W*chser voll auflaufen lassen und erst beim ersten Einschreiben eine Rückmeldung geben: ihr wollt Geld ? seit wann ?? hab ich da jemals zugestimmt ??? dann möcht ich das nicht, aber bei über 25 Jahren Mitgliedschaft hat man bestimmt ne passende Kündigungsfrist (in welcher ich mich dann auch von allen verfügbaren Ärtzen nochmal durchleuchten lassen werde, oder ne Kur wäre auch mal nett...*g*)
man muss diese Abzocke einfach boykottieren wo es nur geht, leider raffen das die meisten Leute aber nicht und zahlen - sind ja nur 8 Euro.... :-((

aber selbst bei der "alten Regelung" wären 35 Euro mehr für viele schon ein grosses Problem (und es geht ja auch nur um die nächsten 5 Jahre!). Von daher ist es nur eine Frage der Zeit bis man "nicht tödliche" Erkrankungen wie z.B. die Zähne aus dem Einheitsprogramm entfernt und als Zusatzleistung anbietet :-((

sinnvoll wäre eine Zerschlagung der Gesundheitsmafia, aber mit unseren Politikern ? wohl kaum, wer schlägt schon die Hand die einen füttert (und im Medizinbereich wird an allen Ecken und Enden heftigstens geschmiert - auch das zahlen wir als Kranke natürlich mit) :-(((
Kommentar ansehen
15.05.2011 18:37 Uhr von Leeson
 
+3 | -1
 
ANZEIGEN
Ich zahle im Jahr ca. 840 € an meine Krankenkasse,
gehe aber nur zweimal zum Zahnarzt und einmal zum Urologen.
Da kann mir keiner erzählen, dass ich mehr koste als ich einzahle!
Kommentar ansehen
15.05.2011 20:25 Uhr von jschling
 
+6 | -1
 
ANZEIGEN
@Terrorstorm: weil ihr beide vielleicht noch nicht den Gedanken hinter dem Wort Solidarsystem begriffen habt ?
schön das ihr so gesund seit (persönlich kann ich auch nicht klagen, war letztes Jahr mal beim Zahnarzt, wird auch nicht soviel gekostet haben wie meine Beiträge), aber das trifft eben nicht auf alle von uns zu

und das wäre möglich, wenn in der Medizinindustrie nicht horrende Gewinne abgeschöpft werden (da muss man sich nur angucken was alleine ein Pharma-Vertreter so verdient, selbstredend wird das nach oben hin in keinster Weise besser).Obwohl quasi alles billiger wird, kann ich eine (kleine) Verteuerung nachvollziehen - die Technik wird besser, die medizinischen Möglichkeiten in den letzten 50 Jahren haben sich enorm verbessert, aber es ist ja kein Geheimnis, wo die Masse an Geld letzten Endes bleibt.

vielleicht ist man da als Raucher (wie ich) von Natur aus solidarischer, aber eben: ich möchte weiter rauchen und trotzdem eine Krankenkasse und die typischen Leistungen haben, ebenso wie andere eben fressen + saufen möchten und in Kauf nehmen davon krank zu werden, oder wieder andere durch Sportverletzungen ein grosses Loch in die Kasse reissen (ja, auch gerade die gesunden Sportler verschlucken für ihre Wehwehchen unmassen an Geld)
Kommentar ansehen
16.05.2011 00:41 Uhr von Perisecor
 
+0 | -8
 
ANZEIGEN
Hört auf zu jammern. Ihr Deutschen findet doch euer Gesundheitssystem so toll, dass ihr es auch anderen Ländern aufzwingen wollt. Also freut euch gefälligst!
Kommentar ansehen
16.05.2011 11:33 Uhr von FlatFlow
 
+1 | -0
 
ANZEIGEN
tja: das ist so einfach wieso die Krankenkasse Bach runter gehen und zwar ~1,5Mil. Menschen gehen Vollzeit arbeiten und danach noch zum Amt, weil sie zu wenig verdienen, ergo was zahlt so ein Arbeiter in die Krankenkasse ein? Zweitens ~3Mil. Menschen Arbeitslos dazu kommen noch die HIV Empfänger. Wenn wir zusammen rechnen kommen wir wohl auf gut 8Mil. Menschen die wenig bis sehr wenig in Krankenkassen einzahlen. Der Versorgung Level muss aber gleich bleiben. Das Geld fehlt also vorn und hinten, da hilft nichts ein wenig Personal abbauen, das ist am ende kontraproduktiv. Die Leute sollten endlich verstehen, dass der Arbeitslohn der entscheidende Faktor ist.
Es kann nicht sein, dass, zb. Daimler (fast) jedes Jahr +/- 1,5Mrd. € Dividende ausschüttet und die Zeit/Leih-arbeiter 7,50€/Std. verdienen, hier der Link: http://is.gd/...
Kommentar ansehen
16.05.2011 12:54 Uhr von Leeson
 
+1 | -0
 
ANZEIGEN
@Perisecor: Es ist lustig wie Menschen das Volk mit der Politik verwechseln.
Ich will das G.system niemanden aufzwingen!
Das Gesundheitssystem fand das Volk vor 10 Jahren gut.
Kommentar ansehen
16.05.2011 14:26 Uhr von Perisecor
 
+0 | -2
 
ANZEIGEN
@ Leeson: Die große Mehrheit der Deutschen war dafür, dass die USA auch so ein tolles System bekommen bzw. fassungslos, wie Obama damit nur scheitern konnte...
Kommentar ansehen
17.05.2011 16:04 Uhr von ArrowTiger
 
+1 | -0
 
ANZEIGEN
@Perisecor - zum US-Gesundheitssystem: -- "Hört auf zu jammern. Ihr Deutschen findet doch euer Gesundheitssystem so toll, dass ihr es auch anderen Ländern aufzwingen wollt. Also freut euch gefälligst!"

und

-- "Die große Mehrheit der Deutschen war dafür, dass die USA auch so ein tolles System bekommen bzw. fassungslos, wie Obama damit nur scheitern konnte..."

Na ja, im Grunde kann uns das US-amerikanische Gesundheitssystem natürlich egal sein. Der Grund unserer "Fürsprache" zu einem sozialeren Gesundheitssystem dürfte eher unser Mitgefühl gewesen sein. Immerhin gilt das US-amerikanische Gesundheitssystem als das teuerste der Welt, und zudem als eines der schlechtesten - wenn man es aus der Kosten/Nutzen-Relation und der allgemeinen Verfügbarkeit betrachtet. Hier ist ja selbst das kubanische System den USA weit überlegen, wenn man Michael Moores Film "Sicko" glauben darf. (Selbst wenn man seine populistischen Überhöhungen herausrechnet, kann man keinem Bürger einer westlicher Nation ein solches System wünschen.)

Interessant ist ja auch, daß die USA bis zur Nixon-Ära ein funktionierendes solidarisches Gesundheitssystem hatten, bis Nixon dies - sei es aus Unwissenheit oder aus Gier - an private Anbieter verscherbelte, und damit den Niedergang der solidarischen Gesundheitsversorgung einläutete. Daß gegen diese inzwischen riesige Lobby selbst der Präsident der USA scheitert, wundert nicht wirklich. Bisher war dieser Versuch für jeden Politiker quasi fast schon beruflicher Selbstmord.

Ich muss mich allerdings echt darüber wundern, wieso ausgerechnet du das US-System hier zumindest implizit in Schutz nimmst. Gerade als US-Amerikaner solltest du doch mit den Zuständen dort vertraut sein, wenn auch vielleicht nicht aus persönlichem Betroffensein. Ist dort eben sehr einkommensabhängig, ob man medizinisch gut versorgt wird oder nicht.
Kommentar ansehen
17.05.2011 16:46 Uhr von Perisecor
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
@ ArrowTiger: Michael Moore Filme als (einzige?) Quelle heranzuziehen ist natürlich mutig.

Das US Gesundheitssystem ist auch etwas differenzierter als du es hier beschreibst.

Grundsätzlich sind absolut Notoperationen (Blinddarm, Autounfall etc.) in den USA für jeden innerhalb kurzer Zeit verfügbar, wobei es aufgrund der Anzahl der Menschen in einem Ballungsgebiet vorkommen kann, dass einzelne Krankenhäuser überfüllt sind und Patienten ablehnen.

"Immerhin gilt das US-amerikanische Gesundheitssystem als das teuerste der Welt,"

Das liegt daran, dass die USA auch eines der größten Länder der Welt sind. Menschen in Seattle sollen die gleiche gute Behandlung erhalten wie Leute in San Diego, Houston, Detroit, Boston oder New Orleans. Aber auch in den weniger dich besiedelten Gebieten müssen zumindest allgemeine Krankenhäuser vorhanden sein.
In Deutschland z.B. ist das kein Problem. Da fliegt einen ein Helikopter einfach in die nächste Uni-Klinik. Deutschland ist aber auch kleiner, als einzelne US Staaten.

Dass das Lohnniveau (in diesem Sektor) über dem von Deutschland liegt, ist dir sicherlich auch bekannt.

"und zudem als eines der schlechtesten"

Die Qualität des US Gesundheitssystems variiert. Die Spitzenkrankenhäuser sind weltweit absolut führend, nicht grundlos kommen auch viele Europäer für Spezialbehandlungen in die Staaten.
Das allgemeine Niveau bewegt sich in etwa auf Höhe Deutschlands, wobei es natürlich Ausreisser nach oben und unten gibt. So sind in den USA große und stark frequentierte Krankenhäuser in der Regel besser ausgestattet, als kleinere Objekte irgendwo in der Pampa. Ist aber, wie erwähnt, meines Wissens nach in Deutschland auch so.

"wenn man es aus der Kosten/Nutzen-Relation und der allgemeinen Verfügbarkeit betrachtet. "

Das habe ich weiter oben schon angesprochen. Aufgrund der größe des Landes ist das System natürlich teurer und die Krankenhäuser stehen nicht so eng bei einander. In Kalifornien, das ja immer gerne mit Deutschland verglichen wird, ist die Erreichbarkeit ähnlich gut wie in Deutschland. In Idaho dagegen nicht - was ja auch völlig logisch ist.

"Hier ist ja selbst das kubanische System den USA weit überlegen"

Das ist natürlich völliger Unsinn. Das kubanische System ist (bzw. war, soll ja nun geändert werden) komplett kostenlos. Das kann man als Vorteil werten, ist aber auch der einzige.

Bausubstanz, Spezialgeräte etc. sind in Kuba von deutlich schlechterer Qualität. Die Ausbildung der Ärzte dürfte im Durchschnitt ähnlich sein, nicht wenige kubanische Ärzte haben in den USA studiert bzw. an US Unis in anderen Ländern. Die höhere Ärztedichte ergibt sich aus der Größe beider Länder.

"an private Anbieter verscherbelte, und damit den Niedergang der solidarischen Gesundheitsversorgung einläutete."

Dann informiere dich doch einfach mal, wem deutsche Krankenhäuser gehören. Kommunen sind es nur noch in seltenen Fällen und das finde ich auch ok.

"Daß gegen diese inzwischen riesige Lobby selbst der Präsident der USA scheitert, wundert nicht wirklich."

Der President scheitert, wenn, am Kongress.


"wieso ausgerechnet du das US-System hier zumindest implizit in Schutz nimmst."

Weil viele Menschen den gleichen Fehler machen wie du.

Das US Gesundheitssystem wird mit dem System der Krankenhäuser und der Paramedics vermischt.

Ich werde weiter unten noch kurz darauf eingehen, wieso ich das US System dem in Deutschland bevorzuge.


"Ist dort eben sehr einkommensabhängig, ob man medizinisch gut versorgt wird oder nicht. "

Nein, das hängt davon ab, ob und wie man krankenversichert ist, sollte es sich nicht um eine Not-OP handeln.
Kommentar ansehen
17.05.2011 16:46 Uhr von Perisecor
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
@ ArrowTiger #2: Nun zu den Gründen, alles selbst mitbekommen;
man zahlt in Deutschland monatlich einen nicht unerheblichen Teil seines Gehalts an die Krankenkasse. Doch was bekommt man dafür?
- ich bin Brillenträger, die KK zahlt weder Gestell noch Gläser oder gar Kontaktlinsen
- die KK zahlt keine (Laser)Operation, um die Brille überflüssig zu machen
- die KK zahlt keine Zahnreinigungen, Implantate oder irgendetwas
- die KK zahlt keine Medikamente und bezuschusst wichtige kaum oder gar nicht, z.B. Antiallergene
- die KK unterstützt wenige Vorsorgeuntersuchungen, allgemeines Wohlbefinden wird überhaupt nicht gezahlt

-> Krankenhausaufenthalte im bequemen 3er oder 4er Zimmer muss man teilweise selbst zahlen, genau so quartalsweise Arzt und Zahnarzt sowie Medikamente bis zu einer sehr hohen Freigrenze


Da gibt´s sicherlich noch mehr Dinge des ´täglichen Lebens´, welche Krankenkassen nicht zahlen, mir nun aber nicht einfallen oder mit denen ich noch nichts zu tun hatte.


Das Problem ist:
Man darf den Verein nicht einfach verlassen. Man zahlt also monatlich einen Haufen Geld, ohne die Wahl zu haben.


Und genau hier setzt das US System an. In den USA ist man frei. Man kann sich selbst versichern, man kann sich normalerweise über den Arbeitgeber versichern lassen, oder eben in manchen Fällen über den Staat. Aber man wird nicht gezwungen.

Beispiel: Ich bin an und für sich gesund, kümmere mich daher selbst um meine Krankenversicherung (=> mehr Geld vom Arbeitgeber, da ich die angebotene Versicherung nicht nutze, kann aber jeder Zeit wechseln wenn ich diese Mehr-Leistungen brauche).
Von diesem deutlichen Mehr an Geld habe ich eine Versicherung abgeschlossen, die genau auf mich zugeschnitten ist. Bei Notfällen, sprich Unfall, Blinddarm, Lebensmittelvergiftung etc. bekomm ich das volle Programm. Selbstbeteiligung liegt bei mir bei $5000, dafür zahl ich eben monatlich weniger und ganz so oft bin ich ja auch nicht in schwere Unfälle verwickelt (die auf meine Kappe gehen und deshalb nicht eine andere Versicherung zahlen muss).

Von dem gesparten Geld kann ich mir nicht nur eine Augen-OP leisten, sondern auch meinen Zahnarzt. Zwei Arztbesuche (egal welcher) pro Jahr sind inklusive, das reicht mir bisher völlig aus und wenn ich mal mehr brauche, dann hab ich ja genug Geld angespart um mir das leisten zu können.

Manche Leute kaufen sich aber von dem Geld lieber einen Fernseher oder ein Auto oder machen Urlaub. Ist doch auch ok. Die haben dann halt Pech wenn sie eine nicht unbedingt notwendige OP wollen, aber das war ihre _eigene_ Entscheidung.


Und das ist letztlich auch der Unterschied. In den USA bekommt man für das gleiche Geld letztlich eine ähnliche Versicherung wie in Deutschland (nur ohne dieses ständige Zuzahlen) - man kann aber auch einfach weniger Geld investieren, wenn man bestimmte Bereiche nicht braucht oder die Versicherung so ausrichten, dass sie Bereiche, die einem wichtig sind, besonders abdecken. Man wird aber nicht zu irgendwas gezwungen. Wer das Geld lieber verhurt, der kann das tun - und genau das ist der große Vorteil gegenüber dem deutschen System.
Kommentar ansehen
17.05.2011 17:12 Uhr von ArrowTiger
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
@Perisecor: Erst einmal herzlichen Dank für deine umfangreiche Stellungnahme. Leider bin ich zeitlich gerade zu eingespannt, um auf die einzelnen Punkte einzugehen, daher nur kurz.

Sicher ist auch unser System nicht das Optimum - einige Punkte hast du ja bereits aufgezählt (gerade die Einschränkungen bei Brille oder Zahnersatz erschließen sich mir auch nicht, bzw. sind ein Ärgernis).

Daß bei uns viele Kliniken ebenfalls bereits privatisiert wurden, stimmt. Daß damit auch sehr oft Qualitätseinbußen bzw. teils sehr viel schlechtere Arbeitsbedingungen vor allem für die Pflegekräfte einhergingen, stimmt allerdings leider auch (live miterlebt bei der Privatisierung des Großteils Hamburger Kliniken an Asklepios, bei der es übrigens auch nicht mit rechten Dingen zuging). Kostengünstiger ist das Gesundheitssystem durch die Privatisierungen dennoch nicht geworden - hier geht es wohl eher ums "Reibach machen".

Um nochmals auf Michael Moore zurückzukommen: er schildert in seiner Doku ja auch einige Betrugsversuche an Versicherten seitens privater Betreiber. Welch hahnebüchenen angeblichen "Vertragsverletzungen" da herangezogen wurden um nicht in Leistung treten zu müssen, war schon haarsträubend. Ich schätze mal, in kommunalen Systemen ist dieses Phänomen weniger vertreten - aber dort geht es ja auch nicht um Profitmaximierung. (Was hast du eigentlich gegen Moore? Seine populistische Art muss man nicht mögen, da agiert er aber nicht anders als seine Gegner. Wichtiger ist doch vielmehr, daß das, was er beschreibt, nachweislich korrekt ist - selbst wenn er vermutlich fokussiert.)

Meine Kritik am US-System geht eigentlich auch eher in Richtung mangelnder Solidarität. Es gibt einfach zu viele, die sich keine ausreichende Versicherung leisten können - und so etwas sollte in einem vermeintlich reichen (und christlichen?) Land wie den USA eigentlich nicht sein.

Ich bin ja kein grundsätzlicher Gegner von Privatisierungen, aber wenn es um Dinge des Gemeinwohls und die Deckung von Grundbedarfen geht, halte ich kommunale und solidarische Systeme für deutlich besser - selbst, wenn sie teurer wären (was sie aber in der Regel nicht sind).
Kommentar ansehen
17.05.2011 17:30 Uhr von Perisecor
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
@ ArrowTiger: "Erst einmal herzlichen Dank für deine umfangreiche Stellungnahme."

Ist doch selbstverständlich. Wer ernsthaft fragt und diskutieren möchte, bekommt immer eine ausführliche Antwort :)

"Kostengünstiger ist das Gesundheitssystem durch die Privatisierungen dennoch nicht geworden"

Für die Kommunen in der Regel schon. Auch wenn der Staat das dann später durch das Gesundheitssystem zurück zahlt.

"Welch hahnebüchenen angeblichen "Vertragsverletzungen" da herangezogen wurden um nicht in Leistung treten zu müssen"

Das kann einen bei jeder Versicherung in jedem Land treffen. Und auch beim Umgang mit staatlichen Stellen, Stichwort Arbeitsamt (oder wie die sich aktuell gerade nennen) in Deutschland. Das sind aber natürlich extreme Beispiele. Michael Moore gewinnt keine Fans durch das Zeigen von Alltagssituationen, in denen (fast) alles glatt geht.

"Was hast du eigentlich gegen Moore?"

Er verrät sein Land auf eine, in meinen Augen, niederträchtige Art und Weise. Er hetzt gegen andere populistische Medien, bedient sich aber der gleichen Werkzeuge. Und seine ´Dokus´ enthalten viele gestellte Szenen - man denke nur an diese weltberühmte Szene mit der Waffe in der Bank, die extra für diesen Film so gedreht wurde, weil das normale Vorgehen anders ist.
Ich sehe durchaus, dass er mit seinen Filmen Punkte berührt, die problematisch sind - aber die Art und Weise, wie er das macht, sagt mir nicht zu. Und durch die überdrehte Darstellung macht er jegliche ernste Diskussion zur Verbesserung zunichte. Wahrscheinlich ist genau das auch, was mich am meisten ärgert... er könnte tatsächlich etwas bewirken, macht´s aber nicht.


"Meine Kritik am US-System geht eigentlich auch eher in Richtung mangelnder Solidarität."

Das ist eben leider, wie ich finde, die falsche Sichtweise. Denn viele Menschen entscheiden sich bewusst für weniger Versicherungen und dafür mehr Geld zur freien Verfügung. Bitte bedenke hierzu auch, dass Deutschland das krasse Gegenteil ist - hier gibt es extrem viele Versicherungen für alle möglichen Dinge. Das ist so in anderen Ländern einfach nicht üblich. Folglich ist die Differenz zwischen USA<->Deutschland noch viel stärker als z.B. zwischen USA<->GB oder Deutschland<->GB.

Solidarität wird in den USA dann gezeigt, wenn die entsprechende Person/die Personen sich das nicht freiwillig ausgesucht haben. Siehe z.B. Naturkatastrophen oder auch, wenn jemandes Haus abbrennt - dann ist es in vielen Orten üblich, dass die Nachbarn beim Wiederaufbau helfen und Gegenstände wie Möbel und Kleidung spenden/sponsorn.

"Es gibt einfach zu viele, die sich keine ausreichende Versicherung leisten können"

Naja, das sind halt die Leute, die keinen Job haben oder einen richtig miesen. Das sind aber auch illegale Einwanderer usw.
Durch Obamas teilweise erfolgte Reform haben nun aber auch viele der Leute Anspruch auf Aufnahme in die gesetzlichen Systeme, die vorher keinen Anspruch hatten.

Nochmal: Nicht jeder, der keine Versicherung hat, möchte auch eine.

"selbst, wenn sie teurer wären (was sie aber in der Regel nicht sind). "

Ich würde, nach deutschem System, etwa 5-6x so viel pro Jahr zahlen, wie ich jetzt zahle und hätte dabei schlechtere Absicherungen.
Letztlich wäre das deutsche System nicht schlecht, wenn man denn dann wirklich so gut wie alles inklusive hätte. Aber monatlich einen hohen Beitrag zahlen UND dann noch alles extra? Muss doch nicht sein.
Kommentar ansehen
17.05.2011 19:25 Uhr von ArrowTiger
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
Anstieg politisch gewollt! Nur am Rande ein Kommentar aus den NDS, den ich gerade gefunden habe, und der zu denken geben sollte:

"[..] Da die Beiträge aus dem prozentualen Abzug vom Einkommen nicht mehr steigen dürften, müssten die Kassen Mehrkosten für Ärzte, Krankenhäuser oder Medikamente über Zusatzbeiträge bezahlen. „Von daher ist eine solche Größenordnung denkbar und auch von der Politik gewollt“, sagte Pfeiffer. [..]

Anmerkung Jens Berger: Die zitierte Aussage, die Zusatzbeiträge seien „politisch gewollt“ ist vollkommen korrekt. Im letzen Jahr hat der Gesundheitsfonds, der für die Zuteilung der Beitragseinnahmen an die Kassen zuständig ist, ganze 4,2 Mrd. Euro Überschüsse eingefahren – würde das Gesundheitsministerium nur einen Teil dieser Überschüsse an die Kassen auszahlen, wären Zusatzbeiträge überhaupt nicht nötig." (Quelle: http://www.nachdenkseiten.de/... Punkt 7, "Probleme der Krankenkassen")

Von was für Gangstern werden wir eigentlich regiert?

Refresh |<-- <-   1-20/20   -> -->|
Diese News zu meinen Favoriten hinzufügen Beitrag abgeben


SCHLIESSEN

Willst Du die Seite wirklich verlassen?


DAS KÖNNTE DICH AUCH INTERESSIEREN

Freiburg: Frauenmord-Verdächtiger ist 17 Jähriger Afghane
The Last of Us 2 - Fortsetzung des Kult-Spiels kommt
Busenwunder Bettie Ballhaus: Nackter Adventskalender im Netz


...oder unseren und keine aktuellen News mehr verpassen?