05.05.11 07:42 Uhr
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Unternehmen nutzen Uniabsolventen als unentgeltliche Praktikanten aus

38 Prozent der Akademiker arbeiten laut Studie des DGB und HBS in den ersten dreieinhalb Jahren nach dem Studium als Praktikanten. Die Studie "Generation Praktikum 2011" zeigt, dass 40 Prozent der Praktika ohne Lohn, beziehungsweise mit 551 Euro brutto vergütet werden.

43 Prozent haben eine zusätzliche Beschäftigung, 22 Prozent erhalten soziale Leistungen und 56 Prozent werden von ihren Eltern unterstützt. Der DGB sagte hierzu "Es kann und darf nicht sein, dass qualifizierte Hochschulabsolventen als Praktikanten ausgebeutet werden."

Nur 22 Prozent erhielten nach dem Praktikum einen befristeten oder unbefristeten Arbeitsvertrag. Die Absolventen fordern ein Verbot von Praktika und sind der Meinung, dass Praktika mit einem Mindestlohn bezahlt werden sollen. Reguläre Jobs werden von vielen Unternehmen mit Praktikanten besetzt.


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WebReporter: GoWithTheFlow
Rubrik:   Wirtschaft
Schlagworte: Unternehmen, Student, Firma, Ausbeutung, Praktikum
Quelle: www.welt.de

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19 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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05.05.2011 07:42 Uhr von GoWithTheFlow
 
+29 | -3
 
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Laut Quelle kann ein Praktikum bis zu dreieinhalb Jahre dauern. Es kann nicht sein, dass diese zukünftigen Fachkräfte so ausgenutzt werden.
Who pays peanuts gets monkeys!

[ nachträglich editiert von GoWithTheFlow ]
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05.05.2011 07:56 Uhr von SoRgen
 
+22 | -0
 
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dafür "Who pays peanuts gets monkeys!" gibt von mir nen + ;)
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05.05.2011 08:00 Uhr von Lucianus
 
+12 | -7
 
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es kann: nicht sein das sich ein Hochschulabsolvent mit Diplom (Master) in der Tasche 3,5 Jahre als Praktikant ausbeuten lässt.

Natürlich ist es eine Frechheit von Firmen so, mal wieder, billige Arbeitskräfte zu bekommen, aber es scheint zu klappen.

Und nur weil, wieso auch immer (ich verstehe es echt nicht), anscheinend alle sagen "Ja gerne nehme ich einen unterbezahlten Praktikumsplatz an" solls auf einmal das Gesetz regeln ?

Mich würde Interessieren welchen Abschluss die Studenten haben, die wirklich 3,5 Jahre mit hungerlohn als Praktikanten arbeiten ... Master of Art - Fachrichtung Kunst ?

[ nachträglich editiert von Lucianus ]
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05.05.2011 08:23 Uhr von Didatus
 
+10 | -5
 
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Fachkräfte? Ich bin Programmierer und vor vier Jahren habe ich in einer Firma gearbeitet, wo wir auch einige Studenten hatten. Dort gab es für Studenten ein fast schon normales Gehalt. Aber die meisten Studenten konnte man die ersten Jahre einfach nicht gebrauchen. Reine Theoretiker mit null Praxiserfahrung. Die konnten einem super erklären, welche Arten es gibt ein Problem zu analysieren, aber dieses Wissen dann auch mal praktisch umzusetzen, war den meisten nicht möglich. Es hat erst zwei/drei Jahre gedauert, bis die ausreichend Erfahrung hatten, um die an kleine Projekte zu lassen. So sind bestimmt nicht alle. Ich habe damals bei den Studenten einen der genialsten Programmierer getroffen, den ich bis jetzt kennen lernen durfte. Aber der größere Teil war am Anfang einfach nicht zu gebrauchen. Das ist meine persönliche Erfahrun aus dem IT Bereich. Aber wenn das überall so ist, kann ich verstehen, warum die Studenten die ersten Jahre nur als Praktikanten genommen werden.
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05.05.2011 08:44 Uhr von bigJJ
 
+8 | -2
 
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ich bin student (ingenieur): und mein vater ist ingenieur und arbeitet ein einer ing-firma.

aus erzählungen kann ich bestätigen, was Didatus sagt. Wenn ich von der Uni komme (TU Berlin), bin ich Theoretiker durch und durch, ich werd euch alles erzählen können, wie man was angeht - was die besten und schnellsten Wege sind, mathematisch auf das gewünschte Ergebnis zu kommen etc pp.
Ich denke das Wissen ist da, nur eben zu wenig Erfahrung in der Praxis.

Kurz und knapp, bei meinem Vater in der Firma werden auch Studenten beschäftigt - auch als Praktikanten - und je mehr Erfahrung sie erwerben, desto mehr dürfen sie machen. Aber so kann man sie meist nicht auf Kunden/Kundenprojekte loslassen.

Ich denke allgemein dass das ein Manko des Bachlor/Master-Systems ist. Ich würde gerne noch Praktika machen - auch in den Semesterferien... aber im Semester muss man nonstop lernen, Uni-Labore/Praktika belegen, etc... in den Semesterferien muss man dann noch Klausuren schreiben und was bleibt sind dann 3 Wochen "frei"... da nimmt kein Unternehmen ein Praktikanten... weil es sich nicht lohnt.
Ich hab da Gefühl ich muss viel zu viele sinnlose Kurse belegen, die mir als Ingenieur wenig bringen werden. Wenn ich an der Uni bleiben will und in dem Bereich forschen will, dann klar, dann bringt mir mein komplettes Wissen der höheren Mathematik etwas... aber so... ich zweifle das stark an... mein Vater kennt die Hälfte der Formeln nicht, die ich da nutze...
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05.05.2011 08:50 Uhr von lina-i
 
+6 | -2
 
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@ Didatus: Sofern den "Studenten" auch ein Gehalt gezahlt wurde, was der Leistung angemessen ist (eine Art Ausbildungsvergütung), ist alles korrekt. Die Mehrzahl der Firmen zahlt Praktikanten aber kein Gehalt / keine Vergütung. Und das ist nicht korrekt.

Ein nicht unerheblicher Anteil dieser Firmen beutet die Praktikanten nur aus.
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05.05.2011 09:07 Uhr von Finalfreak
 
+3 | -2
 
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Also Arbeiten ohne Entlohnung, würde ich nie machen, warum sollte ich meine Arbeitskraft verschenken?
Ich finde es auch dreist, das die Praktikanten nicht mal eine kleine Aufwandsentschädigung bekommen.
Auch wenns nur 2€ die Stunde wären, wäre es wenigstens etwas.
So arbeitet man den ganzen Tag und fragt sich am Abend, wofür hast du gearbeitet?
In meinen Augen sind das moderne Sklaven, der einzige Unterschied zu Sklaven ist, dass die Arbeit freiwillig ist ...
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05.05.2011 09:42 Uhr von Sobel
 
+1 | -2
 
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Tja: Wer aus der Uni nur Fachidioten entlässt, die schon daran scheitern, wenn sie nur ein Brötchen schmieren müssen, dann braucht sich niemand wundern ;)

Nein, es ist halt so wie überall. Viel Leistung für wenig Mäuse. Man kann auch nicht sagen, nur weil das praktische fehlt, stellen wir jemand drei Jahre als Praktikant an. Am Ende fliegt er nach zwei Jahren raus und der nächste Praktikant steht auf der Matte.
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05.05.2011 09:52 Uhr von sicness66
 
+5 | -1
 
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Heuchler: Die Wirtschaft schreit immer wieder nach Fachkräften und dann sowas. Man stelle sich mal vor, dass man 5 Jahre studiert, endlich fertig ist und seine akademischen Fertigkeiten auf dem Arbeitsmarkt für 551€ Brutto anbieten muss.

Da kommt einem echt das Kotzen. Aber solange der DGB nur hübsche Statistiken erstellt, ist keinem geholfen. Man muss endlich von Rechtswegen dagegen vor gehen.
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05.05.2011 09:53 Uhr von Skandalnudel
 
+6 | -0
 
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Uni vs. Hochschule ? Also ich weiss nicht ob es nur an den Universitäten liegt, aber ich studiere Informatik an einer Hochschule (FH) im 6. Semester und habe für mich Pflichtpraktikum über 3 Monate knapp 1.000 € brutto (pro Monat !) bekommen.
Aber scheinbar sind den Unternehmen auch praxiserfahrene Studenten lieber als reine Theoretiker.

[ nachträglich editiert von Skandalnudel ]
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05.05.2011 09:57 Uhr von SN_Spitfire
 
+2 | -2
 
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So wirds: bei uns gehandhabt.
Jeder Student bekommt 900-1000€ Brutto für ein einjähriges Praktikum.
Würde er sich beschweren, fliegt er. Es warten noch genügend vor der Tür.
Man sollte hier wirklich differenzieren. Diese "jungen" Leute kommen von der Uni und haben keinerlei praktische Erfahrung. Ebenfalls kommt zu salopp gehaltene Verhaltensweise dazu. Sie meinen Prozesse, Anwendungen und Vorgaben nicht beachten zu müssen, wo man ihnen erstmal erklären muss, dass es so nicht geht.
Hinzu kommt, dass diese in keinster Weise die jeweilige Unternehmensstruktur kennen, weswegen dies alles erstmal angelernt werden muss. Je nach Größe der Firma kann dies mal kürzer oder mal länger gehen.

Mein allseits beliebtes Beispiel ist der IT-Sektor. Spreche hier aus mittlerweile mehrjähriger Erfahrung. Frische Absolventen meinen es würde ihnen alles zu Füßen liegen und sie müssten die IT-Welt grundsätzlich umkrempeln.
Spätestens beim Abteilungsleiter ist dann Schluss mit Wunschvorstellungen.

Gleich volles Gehalt zu zahlen halte ich für falsch, jedoch ist mit 500 € Brutto auch nicht wirklich viel zu reissen. Das halte ich auch für deutlich zu wenig.
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05.05.2011 09:59 Uhr von BoltThrower321
 
+4 | -1
 
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Schon richtig das Frischlinge nicht 100% des Akademiker Gehalts bekommen....

Allerdings eine Frechheit nichts bzw. nur wenig zu bezahlen.

Gibt den Leuten einen fairen Lohn mit Perspektive und die werden alles machen was möglich ist...kenne ich selbst zu gut.
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05.05.2011 10:17 Uhr von Teralon02
 
+7 | -0
 
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Einfache Lösung: Unentgeldliche Praktika auf 1-2 Wochen am Stück beschränken. Oder halt auf Halbtags bis zu 4 Wochen.

Bezahlte Praktika maximal 3 Monate mit einem Mindestlohn vergüten von dem man wenigstens überleben kann.


Wer unentgeldlich arbeitet, bzw. sich ausbeuten lässt ist selber schuld. UND benachteiligt ALLE anderen die genug Arsch in der Hose haben den Arbeitgebern klar zu machen das man nicht für einen Hungerlohn oder gar umsonst arbeitet.

Und das sage ich als Arbeitgeber.
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05.05.2011 11:48 Uhr von kulifumpen
 
+3 | -0
 
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nach meiner erfahrung werden praktikas im ing bereich oder informatikbereich sehr häufig vergütet.

auch in beratungsfirmen ist dies meist der fall. gegenteiliges hört man aber immer wieder aus den vor allem sozialen berufen (vereine etc. pp.), marketingbereiche bzw. kulturwissenschaften generell.

ich frage mich ehrlich wie man sich über 3 1/2 jahre finanzieren soll, wenn man nichts verdient aber vollzeit arbeitet...
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05.05.2011 13:25 Uhr von JesusSchmidt
 
+3 | -0
 
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was viele hier nicht raffen: für die "praxiskenntnisse" braucht man keine studierten leute. man benötigt sie gerade wegen ihres theoretischen wissens.
wie der hase langläuft, muss jeder neueingestellte erst lernen. das ist im wesentlichen nach 2-3 wochen abgeschlossen. falls nicht, kann der arbeitgeber denjenigen immernoch kündigen. das geht unglaublicherweise sogar nach ablauf der probezeit! hört! hört!

hat man an universitäten eigentlich keine praxissemester? ich kenne nur fh-studenten. die haben nach abschluß ihres studiums definitiv praxiserfahrung.

grundsetzlich darf es keine unbezahlte arbeit geben. meinetwegen staatliche förderung für den arbeitgeber, aber arbeitnehmer müssen bezahlt werden.
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05.05.2011 13:30 Uhr von Danielsun87
 
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wie kann man nur: Also mal erlich...
ich studiere schon seit drei jahren dabei in vier fachrichtungen..im bwl bereich..

und ich muss sagen jeder der nen job macht nur für ein stück papier ist ist dümmer als man sein darf...

ich habe schon in einige firmen in der geschäftführung gearbeitet, wo man meist krasse entscheidungen beeinflusst...und sich den arsch aufreisen muss..dafür kein geld zu sehen würde ich schon vergleichen, wie von ner klippe zu springen....

aber ehrlich irgend jemand muss auch das studentenleben finanzieren und ja alle eltern sind nicht reich oder wollen das studium net finanzieren...und geld vom staat kann man auch net immer bekommen...

der größte fehler ist doch das es leute gibt die es machen und annehmen..so wie unternehmen die denken sie seien ein weltkonzern, nur weil sie da und hier ein projekt auf internationaler ebene haben...

ich denke deutschland sollte seine grenzen dicht machen und die DM wieder einführen den wir sind in europa wirtschaftlich am stärksten...wenn man schon bedenkt wie viel schwarz passiert...

ich kann nur sagen nehme die 25% der deutschen wirtschaft, das sind die konzerne...da werden schwarzgelder in milliarden höhe von a nach b geschoben...und der staat spielt mit, ohne was an steuern zu bekommen..
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05.05.2011 13:40 Uhr von Kabeltrommel
 
+1 | -5
 
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kein mitleid: kein mitleid mit den praxisfernen fachidioten aus dem uni-elfenbeinturm. erst wenn man sich seine sporen verdient hat, kann man auch forderungen stellen.
wems nicht passt und wem die stellung als praktikant gegen seine "würde" geht, kann ja was anderes machen.
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06.05.2011 14:48 Uhr von Bloedi
 
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Einige verwecheln das ein wenig Es geht nicht um Studenten, die ein Praktikum während des Studiums absolvieren, sondern um die Praxis, daß hoch qualifizierte Abgangsstudenten mit fertigem Abschluss auf Basis eines Praktikumsvertrags angestellt werden, was absolut nicht angehen kann.

Für solche Zwecke gibt es die Probezeit. Was viele Unternehmen hingegen praktizieren, ist das gezielte Lotsen von qualifizierten Studenten mit fertigem Abschluss in das Beschäftigungsverhältnis einer Praktikantentätigkeit.

Solche Praktiken müssen dringend gesetzlich unterbunden und die Studenten mehr darauf getrimmt werden, klare Forderungen an die Unternehmen zu stellen, wenn sie sich bewerben.


Ich persönlich würde solchen Unternehmen im Falle der Vorlage eines derartigen Arbeitsvertrages harte rechtliche Konsequenzen androhen, aber leider ist dieses Bewußtsein bei vielen Absolventen nicht vorhanden.
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11.08.2011 09:11 Uhr von Seravan
 
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keine News: da schon leider ein atler Hut.
Praktikanten kosten nix und Unternehmen machen den dicken Reibach

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