Funktionsprinzip der Kolibrizungen erklärt
Obwohl die Funktionsweise der Kolibrizungen niemals experimentell bestätigt wurde, glaubten Wissenschaftler seit rund 180 Jahren, dass die Vögel den sogenannten Kapillareffekt zur Nahrungsaufnahme verwenden. Alejandro Rico-Guevara, ein Doktorand an der University of Connecticut, hat diese Theorie nun widerlegt.
Der Kapillareffekt ist ein physikalisches Prinzip, durch das Flüssigkeiten (wie Nektar) in engen Röhren (wie Kolibrizungen) nach oben steigen. Rico-Guevara konnte mit Hilfe von Hochgeschwindigkeitsvideoaufnahmen nachweisen, dass Kolibris ein völlig anderes Prinzip zur Nahrungsaufnahme benutzen.
Kommt die gespaltene Zunge eines Kolibris in Kontakt mit dem Nektar in einer Blüte, so verändert sich automatisch ihre Form. Es entstehen winzige Fransen, die den Nektar mit sich zurück in den Mund des Vogels reißen. Die Formveränderungen geschehen vollkommen passiv, das Tier muss dafür keine Energie aufbringen.