02.04.11 10:19 Uhr
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Weiße Zwerge als Zentralgestirne für erdähnliche Planeten

Eric Agol von der University of Washington vertritt die Ansicht, dass man verstärkt in der Umgebung von Weißen Zwergen nach Exoplaneten suchen sollte. Exoplaneten, die Weiße Zwerge umkreisen, lassen sich ihm zufolge nicht nur relativ einfach nachweisen, sondern könnten auch durchaus erdähnlich sein.

Weiße Zwerge sind die zurückgebliebenen Kerne von Roten Riesen, die am Ende ihres Lebens ihre äußere Atmosphäre in den Weltraum abgestoßen haben. Als langsam auskühlende Sternleichen geben sie deutlich weniger Energie ab als die Sonne, weshalb die habitable Zone sehr viel näher an dem Stern liegen würde.

Nach Abstoßung der äußeren Atmosphäre besteht die Möglichkeit, dass weit entfernte Exoplaneten in die Nähe des Weißen Zwerges migrieren. In der richtigen Entfernung könnten sie flüssiges Wasser beherbergen und wären sogar von verhältnismäßig kleinen bodengestützten Teleskopen nicht schwer zu entdecken.


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WebReporter: alphanova
Rubrik:   Wissenschaft
Schlagworte: Planet, Exoplanet, Weißer Zwerg
Quelle: www.astropage.eu
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10 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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02.04.2011 10:19 Uhr von alphanova
 
+12 | -0
 
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Hm wenn ein Stern sich zu einem Roten Riesen aufbläht, werden alle in seiner Nähe befindlichen Exoplaneten sowieso zerstört. Weiter entfernte Exoplaneten wären zunächst außer Gefahr. Aber wenn der Rote Riese dann seine äußere Atmosphäre abstößt, würde sie (eventuell verdünnt) auch diese Exoplaneten erreichen und quasi sterilisieren. Die Abstoßung einer Sternhülle ist ja nicht mit einem kleinen Sonnensturm vergleichbar, sondern ein fatales Ereignis. Oder hab ich da irgendwo einen Denkfehler?
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02.04.2011 11:21 Uhr von kirgie
 
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@alphanova: diese Gedankenkette hatte ich auch. Der Eric Agol setzt wohl darauf das der Stern erst explodiert und dann, wenn er schon ein weißer Zwerg ist sich von irgendwo einen passenden Planeten einfängt.
Ich frage mich nur wie wahrscheinlich das ist.
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02.04.2011 11:24 Uhr von Wurstwasserpfeiffe
 
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@ Autor: Genau diesen Gedanken habe ich auch gehegt bevor ich Deinen Kommentar gelesen habe.
Wenn ein Planet in der habitalen Zone eines weissen Zwergs existieren soll, dann muss er NACH Abwurf der äußeren Schichten in einer engeren Umlaufbahn "gelandet" sein.Denn anders ist es nicht möglich.

Da weder das auf dem Planeten vorhandene Wasser, noch eine etwaige Atmosphäre dieses aufblähen "überleben" könnte.

Ich glaube da hat Eric wohl nicht weit genug gedacht.

@ Vorposter.
Da haben wir wohl zeitgleich gepostet:D

[ nachträglich editiert von Wurstwasserpfeiffe ]
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02.04.2011 12:06 Uhr von K.T.M.
 
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Frage zur Temperatur: In der Quelle steht folgendes:
"Am Schluss stößt der Stern seine äußere Atmosphäre ab und hinterlässt den glühenden, schnell abkühlenden Kern als Weißen Zwerg mit einer Oberflächentemperatur von etwa 5.000 Grad Celsius"

Müsste eine Weißer Zwerg nicht eine deutlich höhere Temperatur als 5000 K haben um als weiß erkennbar zu sein? Die Farbe eines Sternen hängt doch mit der Oberflächentemperatur zusammen. Je größer die Oberflächentemperatur desto bläulicher wird das Licht.
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02.04.2011 14:05 Uhr von Hansus
 
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@kirgie: "Der Eric Agol setzt wohl darauf das der Stern erst explodiert und dann, wenn er schon ein weißer Zwerg ist sich von irgendwo einen passenden Planeten einfängt.
Ich frage mich nur wie wahrscheinlich das ist. "


Von einfangen ist ja garnicht die rede.. Gasriesen wandern im laufe der Zeit von den aussenbereich des Sonnensystems, in den innenbereich! Durch die starken Sonnenwinde bzw das abstoßen der äußeren Sonnenhülle, kann der Gasriese soviel Masse verlieren das ein "normaler" Gesteinsplanet übrigbleibt! Wie dieser Gesteinsplanet dann aber zu Wasser etc kommt ist eine andere Frage.

grüße
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02.04.2011 14:06 Uhr von alphanova
 
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@KTM: ich verstehe das so, dass der Weiße Zwerg diese Temperatur nach der sehr langen Abkühlungsphase erreicht. Direkt nach Abstoßung der Atmosphäre liegt die Temperatur noch wesentlich höher. der Rekordhalter bei Weißen Zwergen hat glaub ich 200.000 Grad Celsius an der Oberfläche (wenn ich grad keinen Quark erzähle.. so aus dem Gedächtnis heraus)
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02.04.2011 17:34 Uhr von RicoSN
 
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@alpha: mit den 200.000 Grad Celsius hast Du völlig recht. habe mal eine Quelle dazu rausgesucht:

http://www.astronews.com/...

ich finde die News auch sehr interessant und schließe mich den anderen Kommentatoren an. Ich versuche mir auch vorzustellen wie ein Planet so nahe an "seinen" weißen Zwerg herankommt. Aber, ich bin ein absoluter Laie auf diesem Gebiet.

Wie sieht es denn mit dem Schwerkraftfeld eines weißen Zwerges aus? Er vereinigt doch auf kleinerem Raum eine potentiell größere Masse, oder wie ist das? Werden die verbliebenen Planten dann näher in die Umlaufbahn ihres Zentralgestirns gezogen? Eigentlich dürften ja nur die äußeren Planeten "überlebt" haben nach dem der rote Riese seine Atmosphäre abstieß.

[ nachträglich editiert von RicoSN ]
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02.04.2011 18:55 Uhr von alphanova
 
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@RicoSN: Nach Agols Theorie migrieren die Exoplaneten relativ nah an die Weißen Zwerge. Weil der (vermutete) Abstand mit 800.000 bis 3,2 Millionen Kilometern sehr klein ist, muss die Umlaufgeschwindigkeit der Exoplaneten entsprechend hoch sein. Deswegen lassen sich Exoplaneten um Weiße Zwerge relativ einfach und schnell nachweisen: sie müssen ihren Stern schnell umkreisen und sollten dann bei einem Transit von den Teleskopen entdeckt werden können.

edit: Natürlich funktioniert die Transitmethode nur, wenn wir auf die Ebene des jeweiligen Systems schauen.

[ nachträglich editiert von alphanova ]
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02.04.2011 19:05 Uhr von RicoSN
 
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@Alpha: Aber wie kommen die verbliebenen Planeten so nahe an den Stern. Die inneren Planeten müssten ja vom roten Riesen "verschluckt" worden sein.

Werden die äußeren Planeten durch die veränderten Schwerkraftverhältnisse an ihren Stern gezogen?
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12.07.2011 12:57 Uhr von Zephram
 
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uhh 200K°C: hört sich an, wie das Leben vor einer Röntgenröhre ^^

jm2p Zeph

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