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Urteil: Werkstatt muss bei Inspektion auf anstehende Wartungen hinweisen

In Schleswig-Holstein wurde eine Kfz-Werkstatt zu Schadensersatz verurteilt, da sie es versäumt hatte, im Inspektionsbogen auf einen in Kürze anstehende Wechsel des Zahnriemens hinzuweisen.

Eine Frau hatte ihr Fahrzeug zur Inspektion gebracht. Routinemäßig hätte der Zahnriemenwechsel 1.600 Kilometer nach der Inspektion durchgeführt werden müssen. Die Werkstatt wies die Frau nicht darauf hin. Kurz darauf hatte das Fahrzeug deswegen einen Motorschaden.

Das OLG Schleswig-Holstein verurteilte die Werkstatt zu Schadenersatz. Es ist Pflicht bei einer Inspektion auch auf anstehende Wartungen und Reparaturen hinzuweisen, wenn sie innerhalb der nächsten 5.000 Kilometer oder in den nächsten drei Monate nötig sind.


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WebReporter: Klopfholz
Rubrik:   Auto
Schlagworte: Urteil, Werkstatt, Wartung, Inspektion
Quelle: www.welt.de

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16 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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28.03.2011 13:51 Uhr von Klopfholz
 
+7 | -1
 
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Das Urteil sollte man sich merken! Die Qualität in den Werkstätten ist ja ziemlich unterschiedlich und man ist ja meistens selbst in der Beweispflicht wenn es Streit gibt.
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28.03.2011 14:11 Uhr von ted1405
 
+5 | -3
 
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tjo Das Urteil sehe ich sehr zweischneidig!

In meinen Augen gehört es zum Service, den Kunden auf solche Dinge hinzuweisen. Mit dem Urteil wird dieser Service nun aber zwingend erforderlich - Eigenverantwortlichkeit wird zunehmend abgeschafft. Auch wenn es hier um etwas technisches geht, was nicht jeder wissen muss - in letzter Konsequenz erinnert es mich doch sehr an "Mc Donnalds" und den zwingend notwendigen Hinweis auf seinen Kaffeebechern, daß der Inhalt heiß sein könnte.

Als mögliche Konsequenz sehe ich es kommen, daß man mit seinem Autoschlüssel künftig auch noch eine mindestens ein DinA4-Blatt umfassende Beschreibung von Gefahren, Terminen und ähnlichem erhält, welche letztlich auch wieder niemand ließt. Aber dem Gesetz ist mit dem Altpapier wieder genüge getan ...
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28.03.2011 15:02 Uhr von Jlaebbischer
 
+1 | -1
 
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...das die in meiner Nähe war?

Wegen Radlager hin, ungefragt wurde auch noch der Spurstangenkopf auf der selben Seite mitgetauscht. Und als ich am nächsten Tag wegen dem schief stehenden Lenkrad noch mal hin bin, hab ich dann erfahrten, dass ich doch mal gaaaanz dringend das vordere Fahrwerk einer Komplettüberholung unterziehen lassen sollte...
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28.03.2011 15:17 Uhr von jo-82
 
+4 | -2
 
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Der Zahnriemen: hätte gleich gewechselt gehört... 1600km :lach:
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28.03.2011 15:30 Uhr von LocNar
 
+6 | -1
 
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.... finde ich korrekt das Urteil.

Wenn wir unser Auto zur Inspektion geben und so etwas würde denen auffallen dann klingelt bei mir das Telefon und die Werkstatt fragt dann ob sie es gleich mitmachen sollen oder nicht.

1600km sind nicht viel und schnell heruntergefahren.

[ nachträglich editiert von LocNar ]
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28.03.2011 15:32 Uhr von JesusSchmidt
 
+0 | -13
 
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28.03.2011 16:11 Uhr von maretz
 
+3 | -0
 
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@Ted: Naja, die Sache ist ja die: ich fahre zur Inspektion damit die sich das Fahrzeug ansehen und kontrollieren ob alles soweit in Ordnung ist. Wenn da die Bauteile schon soweit verschlissen sind das man einen Wechsel dringend durchführen sollte dann kann ich einen Hinweis erwarten - sonst ist das von der Werkstatt grob fahrlässig!

Als ich letztes mal mit dem Mopped zur Inspektion war ist z.B. die Prüfung des Ventil-Spiels auf dem Plan gewesen. Wenn der Tech da festgestellt hätte: Ok, noch gehts, aber in 2000 km fliegt dem das um die Ohren -> wie soll ich sowas selbst merken? Ich baue nicht jeden Tag den Motor auseinander um sowas anzusehen - und ich habe auch nicht zwingend die Erfahrung/das Wissen um sowas überhaupt festzustellen. Wenn ich das hätte - dann brauch ich keine (teure) Werkstatt um ne Inspektion zu machen -> DANN kann ich das auch selbst erledigen!

Von daher geht das Urteil m.E. so in Ordnung. Zumindest wenn der Verschleiß offentsichtlich war dann muss die Werkstatt da auch nen bisserl helfen ...
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28.03.2011 17:00 Uhr von MeisterH
 
+6 | -3
 
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@JesusSchmidt: Sei bitte einfach ruhig. Alles was ich sonst sagen möchte wird hier eh gelöscht...

Zahnriemen gehört ausgetauscht sonst irreparabler Motorschaden! Endeaus.
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28.03.2011 17:15 Uhr von Jlaebbischer
 
+3 | -0
 
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@Jesusschmitt: Da ja nicht jeder hier ein MeisterH ist ;)

Der Zahnriemen verschleisst tatsächlich mit der Zeit. Mal schneller, mal langsamer. In der Regel liegt das Wechselintervall bei 100k Kilometern oder X Jahren. Bei meinem Wagen sogar nur bei 60k Kilometern oder 4 Jahren.

Wenn der nun reisst, gibt es zwei Möglichkeiten:

Die Gute. Der Motor hat keine Kompression mehr und man kommt nicht mehr vom Fleck. Neuen Zahnriemen drauf, Steuerzeiten neu einstellen und weiterfahren. Das fgeht mit Motoren, die sogenannte Freiläufer sind.

Die Schlechte. Der Zahnriemen reisst und die Ventile krachen mit voller Wucht auf die Hubkolben im Zylinder. In der Regel sind dann mindestens alle Zylinderkolben und Ventile hinüber. Wenn man Pech hat, gibts noch weitere Schäden an der Zylinderinnenwand und dem Zylinderkopf. Je nach Fahrzeugwert kannst du jetzt entweder Tausende in die Rep stecken oder dir die Verkaufanzeigen für ein neues Fahrzeug ansehen.

Der Riemen kann natürlich auch wesentlich länger halten. Bei meinem alten Seat Ibiza hätte der nach 10 Jahren gewechselt werden müssen. Hat aber 18 Jahre gehalten. Der Wagen hat in der Zeit allerdings auch nur 77k Kilometer gelaufen.

Aber ansonsten mal einfach in der Wikipedia unter zahnriemen nachlesen. Bin selbst nämlich auch nur ein Laie ;)
http://de.wikipedia.org/...
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28.03.2011 17:25 Uhr von HeiligerSchnitter
 
+2 | -0
 
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@MeisterH: Irreparabel nicht unbedingt. Aber dann verdammt teuer. Ein Kumpel von mir durfte ca. 3.000€ für die Reparatur blechen.

Kann man sich dann halt aussuchen: Entweder regelmäßig ein neuer Zahnriemen oder tief in die Tasche greifen.
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28.03.2011 18:08 Uhr von brezelking
 
+2 | -1
 
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@DerBelgarath: Dann denk doch bitte noch etwas weiter über die Kausalität nach.
Warum wurde die Reparatur nicht durchgeführt?
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28.03.2011 18:22 Uhr von jschling