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Nach Aufruf zur "Judenjagd": Niederländischer Fußballprofi fünf Spiele gesperrt

Lex Immers, Fußballprofi des in der Erendivisie spielenden ADO Den Haag, ist vom niederländischen Fußballverband KNVB für fünf Spiele gesperrt worden. Außerdem muss er eine Geldstrafe entrichten. Trainer John van den Brom und Mitspieler Charlton Vicento müssen jeweils für eine Partie zuschauen.

Bei einer Fan-Feier hatte Immers auf der Theke stehend "Wir gehen jetzt auf Judenjagd" angestimmt und damit die begeisterten Anhänger auf die anstehende Partie gegen Ajax Amsterdam einschwören wollen. Trainer und Mannschaftskollege machten bei den antisemitischen Hassgesängen ebenfalls mit.

"Immers, van den Brom und Vicento haben mit ihrem Verhalten dem Profifußball und dem Sport im Allgemeinen geschadet", ließ der KNVB verlauten, der durch Filme im Internet auf die antisemitischen Kneipengesänge aufmerksam wurde. Außerdem gehört Vicento nun nicht mehr zur U21-Nationalmannschaft.


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WebReporter: Junginho
Rubrik:   Brennpunkte
Schlagworte: Strafe, Aufruf, Fußballprofi, Judenhetze, KNVB
Quelle: de.eurosport.yahoo.com

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8 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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25.03.2011 10:27 Uhr von Conner7
 
+5 | -7
 
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Ajax: Vielleicht sollte man dazu schreiben, dass Ajax immer als Judenverein bezeichnet wurde, da viele Juden damals in der Gegend um das Ajax-Stadion gewohnt haben. Die ganze Aufregung jetzt kann ich nicht nachvollziehen. Sogar die Ajax-Anhänger bezeichnen sich als Juden, obwohl sich nichts mit der Glaubensrichtung zu tun haben. Da ist eher der niederländische Verband gefragt als die Medien.

Zum Spruch "Judenjagt": Damit ist das Einholen von Ajax in der Tabelle gemeint und kein reiner Rassismus!

[ nachträglich editiert von Conner7 ]
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25.03.2011 10:32 Uhr von Junginho
 
+6 | -0
 
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Naja: Nicht alle Ajax-Anhänger bezeichnen sich als "Juden" - ich würde das nicht pauschalisieren.

Wikipedia bringt einen eigenen Abschnitt über die jüdische Symbolik bei Ajax, der m.E. korrekt ist:

Jüdische Symbolik [Bearbeiten]

Ajax Amsterdam wird von Fans seit mehreren Jahrzehnten mit dem Judentum assoziiert. Die Anhänger des Klubs tragen neben den Vereinsfarben auch die israelische Fahne und den Davidstern (oftmals tätowieren sie sich diesen auch auf den Körper). Es ist eine Form des Philosemitismus, die den Fußballklub Ajax Amsterdam prägt. Ajax-Ehrenmitglied und Ex-Vorstand des Klubs Uri Coronel (verlor einen Großteil seiner Familie im Holocaust) ist der Auffassung, es sei „unsinnig, Ajax einen Judenklub zu nennen“. Der Verein sei dies nach seiner Aussage nie gewesen.

Tatsache ist jedoch, dass sich viele Juden nach dem Zweiten Weltkrieg zu Ajax hingezogen fühlten und dass es in Ajax´ Geschichte einige wichtige Figuren gab, die Juden waren. Dazu gehören die Spieler Sjaak Swart, Bennie Muller und vor allem Jaap van Praag, der in den glorreichen 1970er Jahren Vorsitzender des Vereins war (er überlebte die deutsche Besatzung im Zweiten Weltkrieg in einem Versteck).

Das Image vom Judenklub hat sich bei Ajax Amsterdam im Laufe der Zeit verselbständigt und von den historischen Fakten gelöst, wie etwa der Tatsache, dass vor dem Zweiten Weltkrieg das Ajax-Stadion neben einem größeren jüdischen Stadtviertel gelegen war und der Klub naturgemäß von jüdischen Holländern besucht und mitgeprägt wurde. Ende der Siebzigerjahre wurde „Jude“ zu einer Art Kampfname der Ajax-Anhänger. Dieser ist aus Trotz entstanden, weil die Ajax-Spieler zuvor als Juden „beschimpft“ worden waren.

Als Reaktion auf den entgegengebrachten Antisemitismus (vor allem aus Rotterdam, Den Haag und Utrecht) entstand so eine philosemitische Fanszene, die auf den Antisemitismus mit Israel-Fahnen antwortete. Bei Spielen in niederländischen Stadien sind Sprechchöre gegnerischer Zuschauer wie Hamas, Hamas, joden aan het gas! (Hamas, Hamas, Juden ins Gas!) Normalität, genauso wie Zischlaute, die ausströmendes Gas imitieren.

Im holländischen Fußball sind verbale und körperliche Gewalt ein viel größeres Problem als in Deutschland. Fans von Ajax Amsterdam nehmen dabei keineswegs nur die Opferrolle ein. Das angebliche Judentum hindert Ajax-Fans nicht daran, bei Spielen gegen Feyenoord die Zerstörung Rotterdams durch die deutsche Luftwaffe zu feiern (bommen op Rotterdam - nach der Melodie von „Tulpen aus Amsterdam“).

Ajax versucht bereits seit längerem, die Fans zu einer Abkehr von ihrer jüdischen Identität zu bewegen. Man erhofft sich, wenn die Ajax-Fans von den Judenrufen abließen, man somit auch gegen die antisemitischen Äußerungen der gegnerischen Fans vorgehen könne.
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25.03.2011 10:46 Uhr von str8fromthaNebula
 
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im fussball wird gegen alles und jeden: gesungen und sich eingestimmt immer passend zum jeweiligen verein gegen den es geht....aber die juden brauchen wieder ne extra wurst war klar...
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25.03.2011 13:53 Uhr von custodios.vigilantes
 
+2 | -5
 
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nicht nur rechtsradkal sondern auch antisemitisch: das überrascht nicht wirklich:
http://www.youtube.com/...
auch nicht bei sturmfontnebelimkopp.

saufen, gröhlen, beim saufen gröhlen und die rechte Sosse.....

Aber solches Verhalten wird hier ja inzwischen toleriert.
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25.03.2011 13:57 Uhr von JustMe27
 
+3 | -4
 
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Is doch mit Tottenham Hotspurs dasselbe. Da nennen sich die Fans selber Juden und die Hools nutzen als Symbol sogar den gelben Stern. Alles nicht so ernst nehmen würde helfen.
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25.03.2011 15:04 Uhr von Alice_undergrounD
 
+1 | -1
 
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sowas kommt doch öfters vor: man erinnere sich ans altbekannte "gas chamber hiss"
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25.03.2011 17:54 Uhr von Achtungsgebietender
 
+2 | -2
 
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Was für ein widerlicher Typ. Der müsste für so: etwas für immer gesperrt werden! HORROR!!!
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26.03.2011 05:48 Uhr von KamalaKurt
 
+0 | -3
 
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Hier werden wieder einmal Dinge hochgesschaukelt nur um die Juden wieder ins Rampenlicht und die Nazizeit zu stellen. Wenn man den Wiki bericht über das Verhalten der Fans oder Spieler verfolgt, ist das was Spieler und Vereinsmitglieder gesungen haben natürlich nicht gegen das Jüdische Volk gerichtet sondern gegen den Verein. Solche Stimmungsmache wird es immer wieder geben, da es bisher keiner gesschafft hat dem Einhalt zu gebieten und das schon über Jahrzehnte.

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