22.03.11 16:43 Uhr
 665
 

Lebensversicherung: Unternehmen verlangen von Schwulen AIDS-Tests

Wenn Lebensversicherungen vermuten, dass ein Neukunde homosexuell sein könnte, greifen mehrere deutsche Unternehmen zu drastischen Methoden und verlangen einen Aids-Test. Dies berichtet das Nachrichtenmagazin "Focus" und beruft sich dabei auf Briefe der Cosmos, sowie der R+V-Versicherung.

Solch eine "Risikoauslese" sei notwendig, schrieb demnach die R+V-Versicherung, da sich "leider immer noch mehr Homosexuelle" mit HIV infizierten als heterosexuelle Menschen. Verdächtig macht sich ein Antragsteller schon, wenn er einen Mann im Todesfalle als Begünstigten einträgt.

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht kritisiert allerdings diese Praxis, da sie Homosexuelle diskriminiere. Die Behörde geht davon aus, dass der geforderte HIV-Test für mutmaßlich schwule Kunden "rechtsmissbräuchlich" sei.


Videoplayer auf dieser Seite ausblenden
WebReporter: pirata
Rubrik:   Brennpunkte
Schlagworte: Test, Unternehmen, Homosexualität, HIV, Lebensversicherung
Quelle: www.ngo-online.de

DAS KÖNNTE DICH AUCH INTERESSIEREN

Verfassungsgericht: Beschwerde von Muslima mit deren Argument abgelehnt
Österreich: Frau klagt erfolgreich 21.000 Euro Spam-Gewinn ein
Augustdorf: Mann reißt Prostituierten fast die Zunge heraus

Diese News zu meinen Favoriten hinzufügen Beitrag abgeben

14 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

Kommentar ansehen
22.03.2011 16:43 Uhr von pirata
 
+3 | -4
 
ANZEIGEN
Also so neu ist das nicht und als Antragsteller umgeht man nervige HIV-Tests, in dem man in das Feld „Begünstigter“ einträgt: „siehe Testament“ oder „siehe Letzter Wille“.
Diskriminierend ist die Praxis aber allemal und den Versicherungsunternehmen könnten die Behörden ruhig mal auf die Finger klopfen. Denn wie gesagt: Neu ist diese Praxis nicht.
Kommentar ansehen
22.03.2011 16:53 Uhr von Daniela1985
 
+9 | -6
 
ANZEIGEN
Grundgesetz: Artikel1:
(1) Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.

Artikel2:
(1) Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt und nicht gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder das Sittengesetz verstößt.

Artikel 3
(1) Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.
(3) Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.

Mehr brauch ich dazu wohl nicht zu sagen!

Also Jungs (und Mädels???) verklagt die ******* bis sie umfallen!!!
Kommentar ansehen
22.03.2011 16:55 Uhr von DeepForcer
 
+10 | -2
 
ANZEIGEN
Männer haben auch andere Beträge/Gebühren als Frauen und das ist mindestens genauso diskriminierend.... Aus Sicht der Versicherungen ist das Vorgehen bei Verdacht einen HIV-Test zu verlangen durchaus nachvollziehbar. Bei einer KFZ Versicherung wird man ebenfalls nach Risikogruppen klassifiziert und erhält z.B. als Fahranfänger deutlich höhere Beitragszahlungen. Das wäre ja dann auch diskriminierend.....
Kommentar ansehen
22.03.2011 16:59 Uhr von pirata
 
+3 | -1
 
ANZEIGEN
@deepforcer: genau, du hast es erfasst. Der Europäische Gerichtshof hat die verschiedenen Tarife für Männer und Frauen ja auch deshalb kürzlich verboten.
Und bei Fahranfängern werden alle ja gleich behandelt, egal ob Mann oder Frau, jung oder alt. Anfänger ist Anfänger.

http://de.news.yahoo.com/...

[ nachträglich editiert von pirata ]
Kommentar ansehen
22.03.2011 17:14 Uhr von derSchmu2.0
 
+3 | -8
 
ANZEIGEN
hmmja, dann frag ma nen Patienten obs dem egal ist, wenn Schwule bei ner Blutspende genauso behandelt werden, wie Heteros...schliesslich geniessen diese, aufgrund von anatomischen Gegebenheiten den sexuellen Verkehr haeufig ungeschuetzter. Dadurch birgen diese Gruppen Risiken, sowohl gesundheitliche, als auch finanzielle. Im Gegensatz zu der Versicherungsfrage, ob Frauen besser fahren, als Maenner, ist dies hier erwiesen und kann daher zu gewissen Fragen herangezogen werden.

Daher kann ich es auch gut nachvollziehen, wenn sowas ausgefragt wird. Und selbst, wenn nicht. Man hat heute schon genug Moeglichkeiten, an Informationen von Menschen heranzukommen, weil diese ihre Daten gerne weitergeben...
Kommentar ansehen
22.03.2011 17:39 Uhr von pirata
 
+2 | -2
 
ANZEIGEN
@nokia1234: wäre es nicht besser niemand müsste einen Test machen?
Kommentar ansehen
22.03.2011 17:50 Uhr von Copak
 
+4 | -2
 
ANZEIGEN
pirata: "Und bei Fahranfängern werden alle ja gleich behandelt, egal ob Mann oder Frau, jung oder alt. Anfänger ist Anfänger."

Falsch, 18 bis 24-jährige werden in eine eigene Risikogruppe eingestuft und müssen mehr zahlen als z.B. ein 30-jähriger Fahranfänger.
Kommentar ansehen
22.03.2011 18:06 Uhr von Jolly.Roger
 
+5 | -1
 
ANZEIGEN
Hm, bei meiner Berufsunfähigkeitsversicherung musste ich nen kompletten medizinischen Check machen lassen, inkl. AIDS-Test usw. Das war letztes Jahr.

Dass man bei Lebensversicherungen das Risiko abschätzen möchte, ist eigentlich logisch.

Was das genau mit der Würde zu tun hat, leuchtet mir auch nicht ein. Diskriminierend, ja OK, evtl. Aber es ist nunmal so, dass bestimmte Gruppen ein deutlich höheres Risiko haben als andere, egal um was es geht. Da nicht alle gleich sind, kann man auch nicht alle gleich behandeln, finde ich.
Kommentar ansehen
22.03.2011 18:36 Uhr von EyeOfTheDark
 
+1 | -2
 
ANZEIGEN
Finde ich auch: eigentlich gerechtfertigt von den Versicherungsgesellschaften..
DENN: Wenn z.B. durch AIDS u.ä. mehr Versicherungsnehmer sterben als von den Gesellschaften in ihren Berechnungen kalkuliert, macht sich das langfristig auch irgendwo bemerkbar. Und zwar bei den Zinsen. Und ich würde mal behaupten unter den SN-Usern gibt es auch eine Menge Leute, die sich bei ihrer Bank/Versicherung beschweren, dass die Zinsen so niedrig sind! Also entweder oder, aber nicht beides.
Kommentar ansehen
22.03.2011 19:14 Uhr von Götterspötter
 
+2 | -2
 
ANZEIGEN
What next ?? Schwarz-Afrikaner ..... ?

Familien-Väter im Sex-notstand ?

Jugendliche in der Pupertät ... ?

Thailandreisende .... ?

Ballermann-Tourris.... ?


Ich glaube da sollten sich einige mal am Verstand testen lassen ..... da ist bestimmt was nicht in Ordnung
Kommentar ansehen
22.03.2011 19:19 Uhr von Daniela1985
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
Dann sollen die Versicherungen von ALLEN einen AIDS-Test verlangen, dann würden wenigsten alle gleich behandelt. Oh, ich vergass, das kostet ja Geld.

Würde mal gern die Kommentare lesen wenn da stehen würde: Alle "Schwarzen mit Asylhintergrund" müssen einen Aids-Test machen, schliesslich ist die Aids-Rate in den Herkunftsländern überdurchnittlich hoch! (Dies ist nur ein Beispiel und hat nichts mit Rassismus zu tun, sonst könnt ihr den Versicherungen auch gleich Schwulenfeindlichkeit vorwerfen)

Da wäre das Geschreihe (zurecht) wieder riesen gross!

@pirata:
Zitat: "Der Europäische Gerichtshof hat die verschiedenen Tarife für Männer und Frauen ja auch deshalb kürzlich verboten." - Danke für die Antwort, hast mir Arbeit erspart :)
Das fällt nämlich unter die gleiche Schiene und fand ich früher auch schon Frauen diskriminierend (auch wenn´s vielleicht stimmt :D)

Man kann halt Menschen nicht über einen Kamm scheren, denn jeder ist ein Individuum!
Kommentar ansehen
22.03.2011 19:37 Uhr von leseratte21
 
+1 | -0
 
ANZEIGEN
... und Julius Cäsar ist auch schon gestorben! Das haut mich echt um, die Meldung. Nicht jedoch wegen des Inhalts, sondern dass der entsprechende und zitierte Focus-Bericht bereits vom 4. November 2002 (!!!) stammt.

Anm: Dieser Artikel stammt aus dem FOCUS Magazin, Ausgabe Nr.45, 2002


[ nachträglich editiert von leseratte21 ]
Kommentar ansehen
23.03.2011 00:19 Uhr von Dark_Itachi
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
@Daniela
Da muss ich Dir leider einen Dämpfer reindrücken:

Wenn Du schon Artikel des GG zitierst, solltest Du dies vollständig tun:
Art. 1 III GG
"(3) Die nachfolgenden Grundrechte binden Gesetzgebung, vollziehende Gewalt und Rechtsprechung als unmittelbar geltendes Recht."

Tja, die Grundrechte können also nur von staatlichen Institutionen verletzt werden, nicht aber von privatrechtlichen Unternehmen.

Und die Sache mit der Menschenwürde...autsch....da geht hauptsächlich darum, ob man Menschen töten/verletzen darf um andere Menschen zu retten.

Man könnte allenfalls zivilrechtlich oder mit der EMRK (was ich mal spontan anzweifele) rangehen. Auf dem öffentlichrechtlichem Weg (GG) ist da nichts zu holen.
Kommentar ansehen
23.03.2011 07:52 Uhr von tutnix
 
+0 | -1
 
ANZEIGEN
@EyeOfTheDark: "DENN: Wenn z.B. durch AIDS u.ä. mehr Versicherungsnehmer sterben als von den Gesellschaften in ihren Berechnungen kalkuliert"

keliner tip, die sterbequote liegt bei jeder versicherungsgesellschaft bei exakt 100% ;).

Refresh |<-- <-   1-14/14   -> -->|
Diese News zu meinen Favoriten hinzufügen Beitrag abgeben


SCHLIESSEN

Willst Du die Seite wirklich verlassen?


DAS KÖNNTE DICH AUCH INTERESSIEREN

Verfassungsgericht: Beschwerde von Muslima mit deren Argument abgelehnt
"Safe Shorts" sollen Frauen vor einer Vergewaltigung schützen
Viermal im Monat zu Drogentest: Harte Auflagen für Brad Pitt, um Kinder zu sehen


...oder unseren und keine aktuellen News mehr verpassen?