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Der Scharia sei Dank: Nach Blutgeld-Deal kommt angeklagter CIA-Spion aus Pakistan frei

Die Kritik an der US-Regierung wird immer lauter. Ausgerechnet das islamische Recht der Scharia kam einem angeklagten CIA-Agenten nun zur Hilfe, der im Vorfeld zwei Pakistaner erschossen hatte. Ein Dritter wurde von einem Auto des US-Konsulats überfahren und starb ebenfalls.

Zunächst beharrten die USA auf die diplomatische Immunität des ehemaligen Blackwater-Mitarbeiters und forderten die Einhaltung internationalen Rechts. Nachdem man sich aber mit den Angehörigen der Opfer auf einen Blutgeld-Deal geeinigt hatte, siegte die Scharia - zur Freude des Angeklagten.

An die Hinterbliebenen wurden unterschiedlich hohe Summen bezahlt - ein Vorgehen, dass auf der Sunna und dem Koran beruht und ausgerechnet Teil des Systems ist, das die USA bekämpfen und kritisieren. Ob das Geld aus Kassen der USA stammt, ist bisher noch nicht bekannt.


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WebReporter: maude
Rubrik:   Brennpunkte
Schlagworte: USA, Pakistan, CIA, Spion, Scharia, Blutgeld
Quelle: www.spiegel.de

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17.03.2011 13:11 Uhr von usambara
 
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eine gescheiterte CIA-Operation: Der 36-jährige amerikanische Staatsbürger Raymond Allen Davis wurde am 27. Januar von der pakistanischen Polizei verhaftet, nach dem er zwei Männer in Lahore tötete. Er behauptete, sie hätten versucht ihn auszurauben, nach dem er von einem Bancomat kam und im Auto vor einer roten Ampel wartete. Die Behörden sagen aber, seine Opfer waren zwei Mitglieder des pakistanischen Geheimdienstes Inter-Services Intelligence (ISI), die ihn auf einem Motorrad beschatteten, Faizan Haider (22) und Faheem Shamshad (26). Der Grund war, pakistanische Sicherheitskräfte hatten an Hand der Überwachung seines Handys entdeckt, er hatte ohne ihre Genehmigung Kontakte zu den pakistanischen Taliban in den Stammesgebieten von Waziristan.
Davis behauptete, er wäre vom US-Konsulat gekommen. Tatsächlich zeigen aber GPS-Aufzeichnungen, er kam von einem privaten Haus, das möglicherweise das geheime Quartier der CIA-Agenten in Lahore ist. Er fuhr einen weissen Honda Civic, als die zwei Männer seitlich vor ihm auf dem Motorrad anhielten. Davis behauptet, nach dem einer der Männer eine Pistole zog, eröffnete er aus Selbstverteidigung das Feuer mit seiner 9mm Glock-Pistole. Kein Augenzeuge kann aber diese Darstellung bestätigen. Als Davis auf Faizan und Faheem schoss, sassen sie mit dem Rücken zu ihm auf dem Motorrad. Ausserdem waren ihre Waffen gar nicht geladen, wie die Polizei danach feststellte.
Es wird vermutet, die jungen ISI-Agenten haben sich bei der Beschattung zu offensichtlich verhalten, Davis geriet in Panik über seine Enttarnung und schoss darauf los.
Davis schoss fünf Mal durch die Scheibe seines Autos auf die beiden, stieg aus und feuerte weitere vier Schüsse auf einen der am Boden lag und in den Rücken des anderen der weglief. Alle Schüsse trafen, was die pakistanische Behörden annehmen lässt, er ist ein ausgezeichneter und bestens ausgebildeter Schütze.
Er rief über Funk nach Verstärkung und ein herbeieilender Toyota Land Cruiser Prado mit gefälschten Nummerschildern versuchte ihn zu erreichen. Der Fahrer des Geländewagens übersprang den Mittelstreifen, fuhr gegen die Fahrtrichtung und überfuhr und töte dabei den Motorradfahrer Ebadur Rehman. Ohne anzuhalten flüchtete der Wagen danach zum US-Konsulat, wobei die Insassen unterwegs Sachen aus dem Auto warfen, wie vier Magazine mit 100 Schuss Munition, zahlreiche Batterien, einen Schlagstock, Schere, Handschuhe, Kompass, Messer und schwarze Masken.

Davis versuchte vom Tatort mit seinem Auto zu fliehen, wurde aber durch den Volksauflauf daran gehindert und von der mittlerweile eingetroffenen Polizei verhaftet. Aufnahmen seiner Flucht durch die Menschenge wurden im pakistanischen TV gezeigt. Später blockierten aufgebrachte Menschen die Strassen und zündeten aus Protest über den Vorfall Reifen an. Die Demonstration bewegte sich dann vor die Polizeistation, wo das Auto von Davis beschlagnahmt wurde.
Im Fahrzeug befanden sich mehrere GPS-Sender, die laut pakistanischen Offiziellen dazu benutzt werden, um Ziele zu markieren, die von Drohnen angegriffen werden können, eine Glock-Pistole, eine Beretta, eine Taschenlampe die am Stirnband befestigt wird, ein Taschenteleskop, eine grosse Menge an Handys, einschliesslich eines Satellitentelefons, eine Sammlung von Batterien, ein Eimer voll mit Munition, für die Glock und Beretta, sowie eine Menge Patronen für ein M-16 Sturmgewehr. Laut Polizei bestanden die Patronen aus hochexplosiver Spezialmunition, die in vielen Ländern verboten ist.
Dann fand man Militärmesser, Kabel und eine ganze Auswahl an extra grossen Magazine für die Pistolen. Es wurde auch eine Kamera sichergestellt, vollgeladen mit Aufnahmen von Madrassen und anderen Gebäuden rund um Lahore. Davis hatte mehrere Bancomat-Karten bei sich und Militärausweise, sowie Kosmetiksachen, um sein Gesicht zu tarnen. Er soll auch Ausweise des US-Konsulat von Lahore und Peshawar bei sich gehabt haben, aber keins der Botschaft in Islamabad.
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17.03.2011 13:13 Uhr von shadow#
 
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Netter Titel: Stimmt aber.
Auch wenn die Angehörigen wohl dazu genötigt wurden.
Das war überhaupt ein seltsamer Fall. Ein bewaffneter schießwütiger Botschaftsmitarbeiter dessen Status aber nie so ganz offiziell bestätigt wurde.
Der Agent hatte Glück, würde ich sagen...
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17.03.2011 13:37 Uhr von shadow#
 
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@usambara: Quelle?

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