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Atomkatastrophe: Harrisburg, Tschernobyl und Fukushima sind nicht vergleichbar

Das Atom-Desaster in Japan wird oft mit den Dramen von Harrisburg und Tschernobyl verglichen. Die Katastrophe im Inselstaat könnte jedoch noch schlimmer enden als die anderen beiden.

Unabhängig davon, dass in den USA und in der Ukraine nur ein Block betroffen war, handelt es sich jeweils um unterschiedliche Reaktortypen.

In Harrisburg war es ein Druckwasserreaktor, in Tschernobyl wurden die Neutronen mit Grafit abgebremst. In Fukushima übernimmt das Abbremsen dagegen Bor.


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WebReporter: Havelmaz
Rubrik:   Brennpunkte
Schlagworte: Erdbeben, Fukushima, Tschernobyl, Atomkatastrophe, Harrisburg
Quelle: www.maerkischeallgemeine.de

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20 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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17.03.2011 13:10 Uhr von Pilzsammler
 
+32 | -1
 
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Begründung warum es schlimmer sein sollte/könnte/hätte etc.?
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17.03.2011 13:14 Uhr von onkelmax
 
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vergleichbarkeit: natürlich sind die drei katastrophen nicht direkt vergleichbar. ich denke darauf will auch kaum jemand hinaus. allerdings zeigen alle drei sehr deutlich, dass der mensch diese technik nicht beherrschen kann!
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17.03.2011 13:17 Uhr von derNameIstProgramm
 
+15 | -0
 
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Ich verstehe: die News auch nicht ganz. Inwiefern ist denn die andere Bauweise von Fukushima nun der Grund, dass alles "noch schlimmer enden" soll?

Gerade der letzte Absatz verwirrt, vermittelt das Wort "dagegen" doch den Eindruck, als sei Bor eine schlechte Alternative zu Graphit. Bisher hatte ich immer überall gelesen, dass eben jener Graphit bei Tschernobyl zur der großen Katastrophe / Auswirkung geführt hat.
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17.03.2011 13:21 Uhr von smou81
 
+1 | -0
 
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Schließe mich an Ich schließe mich derNameIstProgramm an. Ich habe ebenfalls gelesen, dass Graphit und der daraus folgende Graphitbrand in Tschernobyl für die Katastrophe sorgte.
Was macht die Sache in Fukushima nun noch gefährlicher? Weil mehrere Reaktoren betroffen sind?
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17.03.2011 13:32 Uhr von Mixuga
 
+8 | -2
 
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@derNameIstProgramm und smou81: Also um ehrlich zu sein: Das thema ist zu komplex um die Unterschiede hier in SN erklären zu können. Nicht einmal die recht seriöse Quelle ist in allen Punkten fachlich korrekt. Die unterschiedliche Funktionweise von Druckwasser- Siedewasser- und Druckröhrenreaktor zu erklären würde schon allein den Umfang dieses Forums sprengen. Ich könnte reichlich darüber schreiben aber erfahrungsgemäß werden solch lange Beiträge hier sowieso kaum zu Ende gelesen.
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17.03.2011 14:21 Uhr von Nihilist76
 
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Ich frag mich nur, warum es vom Schlimmsten immer noch das Allerschlimmste sein muss.
Was sich da drüben abspielt ist schon jetzt eine Katastrophe von historischem Ausmaß
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17.03.2011 14:34 Uhr von Babykeks
 
+10 | -1
 
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In anderen Quellen steht, dass das Isotop Bor-1 In anderen Quellen steht, dass das Isotop Bor-10 als NOTMAßNAHME als NeutronenFÄNGER eingesetzt wird.

Das Abbremsen der Neutronen würde ja den Spaltprozeß anregen, deshalb wird ja ein Siedewasserreaktor der WASSER zur NeutronenABBREMSUNG verwendet automatisch unterkritisch, wenn das Wasser verdampft also weg ist.

Und deshalb war Tschernobyl auch so schrecklich, weil das zur NeutronenABBREMSUNG eingesetzte Graphit nicht einfach verdampft sondern verbrennt -> also erstens weiterhin Neutronen abbremst und für weitere Kernspaltung verfügbar macht und zweitens eine dicke schwarze Rauchwolke mit allerlei radioaktiven Isotopen in die Atmosphäre schickt.

Die Berichterstattung zu diesem Thema soll entweder auf abscheulichste Weise Angst schüren - oder ist nur noch abgrundtief peinlich.
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17.03.2011 14:54 Uhr von Loxy
 
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Die insgesamt 6,5 Tonnen Plutonium, die größtenteils in den alten abgebrannten Stäben stecken (die auch schon gebrannt haben oder zu einem Brand geführt haben sollen) dürften die Sache recht heikel machen.

Kann jemand die Menge bestätigen? Ich habe dazu bisher nur in einer Quelle eine relativ klare Berechnung gefunden. Diese war aber recht glaubhaft dargelegt.
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17.03.2011 15:13 Uhr von Mixuga
 
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@Babykeks: "In anderen Quellen steht, dass das Isotop Bor-10 als NOTMAßNAHME als NeutronenFÄNGER eingesetzt wird."

Jein. das hängt vom Reaktortyp ab und davon, wo genau das Bor eingesetzt wird. Schon allein diesen Satz auseinanderzuklamüsern würde einige seiten füllen.
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17.03.2011 15:57 Uhr von Babykeks
 
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@ Mixuga: Frankreich hatte aber auch schon vor @ Mixuga: Frankreich hatte aber auch schon vor Tagen angeboten, (vermutlich bereits angereichertes) Bor zur Verfügung zu stellen...

Ein weiteres Indiz dafür, dass man Bor nun akut einsetzt - und NICHT STÄNDIG im Betrieb der Siedewasserreaktoren zur NeutronenABBREMSUNG eingesetzt hat, wozu auch? Das Kühlwasser reicht zur Abbremsung der Neutronen und zur Erhaltung des Spaltprozesses ohne Hilfe aus.

Und das Bor-10 würde die freiwerdenden Neutronen BINDEN zu Bor-11, und somit wären die Neutronen weder ungebunden noch langsam genug verfügbar.


Aber ich kann dir zu deinem Wissen gratulieren. Du klingst absolut wie die ganzen Experten. Die reden auch in sehr vielen Worten darüber, dass sie nichts sagen können.

Das kann einerseits darauf zurückzuführen sein: Wissen bedeutet nicht, dass man Wissen auch vermitteln kann.

Andererseits auch darauf: Wissen vermitteln zu wollen bedeutet nicht, dass man selbiges auch besitzt... ;D
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17.03.2011 16:14 Uhr von Mixuga
 
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@Babykeks: "Aber ich kann dir zu deinem Wissen gratulieren. Du klingst absolut wie die ganzen Experten. Die reden auch in sehr vielen Worten darüber, dass sie nichts sagen können."

Ich habe mich niemals als Experte bezeichnet. Ich habe lediglich aufgrund meiner Berufsausbildung in einem Kernkraftwer mehr Einblick als der Durchschnittsbürger.

"Ein weiteres Indiz dafür, dass man Bor nun akut einsetzt - und NICHT STÄNDIG im Betrieb der Siedewasserreaktoren zur NeutronenABBREMSUNG eingesetzt hat, wozu auch?"

In einem Siedewasserreaktor (wie zB in Harrisburg) wird dem Kühlwasser in geringen Mengen Bor zur Regelung des Reaktors zugefügt. Dies ist in einem Siedewasserreaktor nicht möglich, da die Borkristalle die Turbine schrotten würden. Deshalb befindet sich in den Reaktoren in Fukushima das Bor nur in den Regelstäben wo es im Normalbetrieb nicht ins Kühlwasser gelangen kann. Eine Einleitung von Bor in das Kühlwasser ist bei einem Siedewasserreaktor (anders als beim Druckwasserreaktor) deshalb nur im Notfall sinnvoll.

"Und das Bor-10 würde die freiwerdenden Neutronen BINDEN zu Bor-11, und somit wären die Neutronen weder ungebunden noch langsam genug verfügbar."

Man beachte den Unterschied in der Massezahl. Tatsächlich werden die Neutronen EINGEFANGEN und nicht GEBREMST. Das Bor dient nicht als Moderator sondern als Stopper der Reaktion.

"Das kann einerseits darauf zurückzuführen sein: Wissen bedeutet nicht, dass man Wissen auch vermitteln kann."

Ich hab in den letzten Tagen schon sehr viel zu dem Thema geschrieben aber wie ich vorher schon mal gepostet habe: Die Vorgänge sind dermaßen komplex, dass es sehr schwer fällt, diese in kurzen Worten einem völlig Außenstehendem zu erklären.

[ nachträglich editiert von Mixuga ]
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17.03.2011 16:21 Uhr von Mixuga
 
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edit: Harrisburg war natürlich ein Druckwasserreaktor...
sry... ich hab etwas zu schnell geschrieben...
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17.03.2011 20:10 Uhr von certicek
 
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Mich wundert immer wieder, warum man Kyschtym nicht mehr erwähnt.
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17.03.2011 20:38 Uhr von Grauezelle
 
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News ausgedruckt und gleich in den Shredder geworfen!

Soviel halte ich von dieser News. Keinerlei Informationsgehalt.
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17.03.2011 22:00 Uhr von Babykeks
 
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@ Mixuga: Ich wollte nur noch mal klarstellen, @ Mixuga: Ich wollte nur noch mal klarstellen, dass ich dich nicht persönlich angreifen wollte.

Bei den ganzen Unwahrheiten, die in den letzten Tagen als "Nachrichten" verbreitet wurden, ist mein Entsetzen über Sätze wie "In Fukushima übernimmt das Abbremsen dagegen Bor." aus der News wohl auch ein wenig in deine Richtung gegangen.

Mir tun nur die ganzen Menschen leid, die keine Ahnung von der Materie haben und mit dem, was die Medien "Fakten" schimpfen, allein gelassen werden.

Ich habe deine Kommentare in anderen News nicht gesehen/dir zugeordnet - und habe dich deshalb als einen derer wahrgenommen, die Mitleser mit kryptischen Sätzen verwirren und sobald es um irgendwelche Fakten geht mit "das wäre zu kompliziert" abwiegeln.

Aber nun hoffe ich, du hinterlässt auch weiterhin in News wie dieser ein paar Infos wie in deinem letzten Kommentar, damit zumindest einige wenige Interessierte nicht von Autoren wie Havelmaz verwirrt werden.
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18.03.2011 02:08 Uhr von cheetah181
 
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Loxy: "6,5 Tonnen Plutonium, die größtenteils in den alten abgebrannten Stäben stecken (die auch schon gebrannt haben oder zu einem Brand geführt haben sollen) dürften die Sache recht heikel machen.

Kann jemand die Menge bestätigen?"

Laut Wikipedia (und die haben eine Präsentation von TEPCO verlinkt: http://www.nirs.org/... ) lagern 1760 Tonnen Uran in abgrebannten Brennstäben der Anlage. Bei schwach angereichertem Uran, das man für gewöhnlich in solchen Reaktoren verwendet (man korrigiere mich, wenn ich falsch liege) enthalten die Brennstäbe nach dem Abbrennen ungefähr 1% Plutonium. ( http://upload.wikimedia.org/... )

Das wären dann also ungefähr 17,6 Tonnen, die Mengen sind also zumindest mal in der gleichen Größenordnung.
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18.03.2011 10:13 Uhr von Mixuga
 
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@Babykeks: Danke für deinen letzten Post.

Tja... egal ob ich viel oder wenig sage: Offenbar verwirren meine Worte trotzdem die meisten mehr, als dass sie aufkären. Ich mache dem Autor hier übrigens keinen Vorwurf, er hat einfach nur den Unsinn aus der Quelle übernommen. Diese Aussagen zu verifizieren fällt nun mal nicht leicht, bei dem Wirrwarr, den die Presse in letzter Zeit loslässt.

@cheetah181

Die Mengen des spaltbaren Materials, die dort lagern, lassen sich praktisch nur von den Experten bestätigen. Man bedenke: wenn so ein Reaktor mit neuen Brennelementen bestückt wird dann fliegen je nach Reaktortyp nicht gleich alle Brennstäbe raus. Die ältesten Brennstäbe gehen ins Abklingbecken. Andere Brennstäbe bekommen eine neue Position im Reaktor und die freiwerdenden Stellen werden dann mit neuen Brennelementen bestückt. Alles sehr Komplex... Die genaue Menge kann deshalb wohl nur der Betreiber benennen.

[ nachträglich editiert von Mixuga ]
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18.03.2011 13:06 Uhr von cheetah181
 
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Mixuga: Das kann ich mir vorstellen, aber die Daten sind ja aus einer Präsentation von Anfang März des Betreibers.
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18.03.2011 13:23 Uhr von Mixuga
 
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@cheetah181: Diese Daten sind nur grobe Daten für Außenstehende. In jedem Brennstab verändert sich nun mal die Zusammensetzung der Radionuklide je nach Einsatzdauer. Wieviel von jedem Radionuklid sich ingesamt in Fukushima befindet wäre eine irre Rechnerei, die Außenstehende wohl mehr verwirren als aufklären würde. Hinzu kommt der Fakt, dass sich die eaktoren 4 bis 6 im Wartungszustand befanden. Welche Brennelemente sich gerade wo befanden (reaktor oder Abklingbecken) und ob gerade neue Brennelemte schon vor Ort waren für den üblichen Austausch kann niemand sagen und wahrscheinlich hat TEPCO wohl zur Zeit andere probleme als diese Dinge exakt aufzurechnen. Die exakten Daten werden wir wohl erst in einigen Monaten erfahren.
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18.03.2011 13:36 Uhr von cheetah181
 
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Mixuga: Ach so meintest du das. Dann hast du natürlich recht, denn ich wollte nicht behaupten, dass es genau 17,6 Tonnen oder 6,5 Tonnen Plutonium sind. Dazu hätte ich ja auch noch die Mox-Brennelemente addieren müssen und wieviel Plutonium die enthalten und wieviele das waren weiß ich nicht. ;)

Sieh das also als grobe Schätzung und da denke ich, dass "ein paar Tonnen" schon richtig ist.

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