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Warum Unschuldige ein Verbrechen zugeben, das sie nicht begangen haben

Ein Forschungsteam um Stephanie Madon von der Iowa State University hat sich intensiv mit der Frage beschäftigt, warum unschuldige Verdächtige das ihnen zur Last gelegte Verbrechen gestehen, obwohl sie es nicht begangen haben. Die Professorin für Psychologie konnte nun neue Erkenntnisse darüber gewinnen.

Demnach gestehen unschuldige Verdächtige ein Verbrechen, um dem unmittelbaren Stress durch die Verhörsituation zu entgehen. Über die langfristigen Auswirkungen - eine Verurteilung mit drohender Gefängnis- oder Todesstrafe - denken sie nur ungenügend nach, weil dies in weiter Ferne zu liegen scheint.

Außerdem haben sie die feste Überzeugung, dass die Wahrheit früher oder später doch ans Licht kommen werde. Die Studie basiert auf psychologischen Versuchen mit insgesamt 224 Studenten. Die Ergebnisse der Untersuchung sollen nun dabei helfen, weniger stressauslösende Verhörmethoden für die Polizei zu entwickeln.


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WebReporter: alphanova
Rubrik:   Wissenschaft
Schlagworte: Geständnis, Verbrechen, Verhör, Unschuldige
Quelle: www.astropage.eu

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13 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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23.02.2011 10:48 Uhr von alphanova
 
+16 | -0
 
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Die durchgeführten Versuche sind was die Logik angeht recht simpel, aber ich hatte nicht genug Platz, um die genaue Vorgehensweise der Psychologen für jedes Experiment genau nachzuzeichnen. Deswegen ist es hier eine Zusammenfassung der Ergebnisse geworden. Interessierte können in der Quelle nachlesen, welche Versuche man mit den Studenten gemacht hat.
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23.02.2011 11:41 Uhr von DeepForcer
 
+15 | -1
 
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ich glaube schon das es stark darauf ankommt WO diese Studie durchgeführt wird. Ich vermute mal das die Verhörmethode in den USA eine andere ist als in DE und diese sich wiederum stark von der in China unterscheidet. Somit würde sich auch der Grad des "zugebens" verändern.
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23.02.2011 11:45 Uhr von alphanova
 
+13 | -0
 
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@DeepForcer: sehe ich auch so, aber das würde sich nur in der Anzahl der falschen Geständnisse niederschlagen. Der Grund, WARUM die unschuldigen Verdächtigen sich dazu entschließen, dürfte in allen Ländern ähnlich gelagert sein.
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23.02.2011 12:05 Uhr von kirgie
 
+6 | -8
 
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sind Verhörmethoden nicht absichtlich stressintensiv damit sich der Verbrecher in Widersprüche verwickelt oder von selbst gesteht?

Stelle ich mir interessant vor wenn ein Polizist mit Kamillentee und Kuchen zu Meeresklängen einen potenziellen Mörder fragt: möchten sie Kuchen vielleicht Kamillentee es beruhigt? Wo waren sie zu dem Tatzeitpunkt?

Folter als Stressfaktor ist vielleicht nicht das beste, aber davon sind wir doch ab und wer einem normalen Verhör nicht standhält sollte Selbstbewusstseinskurse besuchen

[ nachträglich editiert von kirgie ]
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23.02.2011 12:10 Uhr von Hase25
 
+5 | -8
 
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In Deutschand könnt ich es sofort nachvollziehen: weil es einem im Knast besser geht, wie einem freien Menschen der von Hartz IV leben muss. Einige begehen sogar wieder straftaten, damit sie wieder rein kommen.
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23.02.2011 12:42 Uhr von Schwertträger
 
+7 | -0
 
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Das alte Folterdilemma: Und weil ein Verhör auch nur die mildeste Form von Folter ist, unterliegt logischerweise auch das Verhör diesem Problem, dass man nicht weiss, ob jemand gesteht, weil er etwas getan hat, oder nur, um dem Verhör zu entgehen.

Manche Leute empfinden ja schon eine peinliche Nachfrage als unerträglich.
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23.02.2011 13:02 Uhr von Nebelfrost
 
+1 | -7
 
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zitat: "Warum Unschuldige ein Verbrechen zugeben, das sie nicht begangen haben"

weil sie grenzdebil sind.

die wissen offenbar nicht, dass nach einem umfassenden geständnis die ermittlungen weitestgehend eingestellt werden. die hoffnung, dass doch noch die wahrheit ans tageslicht kommt, ist daher äußerst gering. jeder weiß zudem was einem blüht wenn er verurteilt wird. "nicht daran zu denken" klingt sehr sehr schwachsinnig. und das was man nach der verurteilung so erlebt, dagegen ist das bisschen verhörstress noch wie sandburgen bauen im buddelkasten.
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23.02.2011 13:12 Uhr von Delios
 
+2 | -0
 
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@kirgie: Du hast sogar Recht mit deiner Vermutung in deinem zweiten Absatz. Vor einiger Zeit kam eine Doku über Verhörmethoden in den USA und dort wurde eben genau das gesagt. Nämlich, dass die Verdächtigen erstmal als Zeugen geladen werden und dann wird in gemütlicher Runde (soweit das in einem Polizeirevier möglich ist) über Gott und die Welt gelabert und dabei wird auch zusammen gegessen. Ob nun Kuchen oder warme Mahlzeiten ist ja erstmal egal. Erst nach und nach, teilweise Tage später wird man die Gespräche so lenken, dass es ein Verhör wird.
Diese Methoden werden allerdings nicht generell angewendet sondern wenn man fürchten müsste, der Angeklagte würde von vornerein lügen um sich aus der Schusslinie zu bringen respektive die Beweislage recht dünn ist.
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23.02.2011 14:02 Uhr von Schwertträger
 
+2 | -0
 
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@Nebelfrost: >und das was man nach der verurteilung so erlebt, dagegen ist das bisschen verhörstress noch wie sandburgen bauen im buddelkasten.<

Das weiss man aber auch erst hinterher.

Es gibt jede Menge Leute, die in Tränen ausbrechen, wenn irgendwo ein Kind von einer Lawine verschüttet wird. Willst Du so einem Menschen zutrauen, bei einem Verhör, in dem er hart angegangen wird, an irgendwelche späteren Folgen zu denken, von denen es Dank seiner eingeschränkten Interessen noch nie gehört hat?

Falls Du daraus schliesst, dass sehr viele Menschen grenzdebil sind, dann kann ich Dir in in Bezug auf diesen Aspekt nicht widersprechen.


Was Du über das Einstellen der Ermittlungen erwähnst, ist natürlich wahr.
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23.02.2011 14:22 Uhr von Clockworkorange
 
+1 | -0
 
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Siehe den Mord: am Bauern Rudolf Rupp. Seine Familie gestand ihn ihm Keller zerstückelt zu haben, einige Jahre später wurde Rupp´s Auto mit seiner Leiche aus der Donau geborgen.
Der Prozess wurde neu aufgerollt und soll diesen Monat beendet werden.
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23.02.2011 15:32 Uhr von xlibellexx
 
+0 | -0
 
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und was ist mit diesen Mördern die es wirklich getan haben und so Perfekt lügen, dass sich die Balken biegen und hier sogar das Opfer dafür bestraft wird und als Lügner bezeichnet wird !


Obwohl dieses Thema , das Menschen unter Beschuldigungen etwas zugeben ? und dabei Unschuldig sind ?
Wäre dies zu beachten , wie dieses Geständnis zustande kommt !
Es ist ja in jedem Land anders ....Verhörmethoden
Amerika
vergleich mit anderen Rechtsstaaten ist diese Studie bestimmt nur für Amerika Sinvoll und auch berechtigt ...um einfach die Opferzahlen der Unschuldigen , die in der Todeszelle landen ...und warten

[ nachträglich editiert von xlibellexx ]
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23.02.2011 16:41 Uhr von Floppy77
 
+1 | -1
 
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Dann haben: wir bald eine Aufklärungsquote von NULL Prozent...

Ohne Stress verstrickt sich keiner in seinem Lügengerüst.
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23.02.2011 20:08 Uhr von Ramsi_Binalshid
 
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moment mal: die hauptinfo der news ist doch kein geheimnis.
jeder der nur einen funken menschenkenntnis besitzt, weiß das.
von demher ist das für mich keine news.

und jetzt bin ich auf die reaktionen der alphanova fanboys gespannt^^

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