20.02.11 14:04 Uhr
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Die Kultur des Kopierens: Interview mit Plagiatsgutachter Dr. Stefan Weber

Nach Aussage von Dr. Stefan Weber sind die bisher aufgedeckten kopierten Textpassagen der Guttenbergschen Dissertation keine Schlamperei sondern absichtliche Plagiate. Nachdem er selbst weitere Plagiate in der Dissertation fand, stellt er die Frage, was Guttenberg davon überhaupt selbst schrieb.

"Sobald Autoren etwas als persönliche Einschätzung ausgeben, dann aber - wie zu Guttenberg - von einer Zeitung unzitiert abschreiben, handele es sich um ein Plagiat, erklärt Weber." Daher seien die bisher vorgebrachten Anschuldigungen gegen Herrn zu Guttenberg angebracht.

Nach einer vom Plagiatsgutachter angefertigten Studie sind ca. 30 Prozent der in Österreich angefertigten Werke wissenschaftlich nicht korrekt. Da für Deutschland bisher keine Daten erhoben wurden, vermutet er, dass sich die Zahlen auch auf deutsche wissenschaftliche Werke übertragen lassen.


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WebReporter: lina-i
Rubrik:   Politik
Schlagworte: Kultur, Interview, Karl-Theodor zu Guttenberg, Kopie, Plagiat
Quelle: www.news.de

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16 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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20.02.2011 14:04 Uhr von lina-i
 
+11 | -6
 
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"Für die einen ein Plagiat, für die anderen ganz einfach der längste Pressespiegel der Welt" Bildunterschrift von "Pressespiegel.jpg" aus guttenplag.de

In aktuellen Annoncen bewirbt sich die Neue Zürcher Zeitung (NZZ) mit "summa cum laude", verliehen durch die Universität Bayreuth.

Unbestritten ist der Schaden für die Uni Bayreuth und die Wissenschaft. Der Schaden für die Deutsche Politik wird um so größer, je länger der Bundesplagiator an seinem Sessel klebt. Die nächste Wahl wird es zeigen.

[ nachträglich editiert von lina-i ]
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20.02.2011 14:22 Uhr von artefaktum
 
+8 | -3
 
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Nun ja, nix gegen diesen Plagiatsgutachter, aber da muss man kein Fachmann sein um zu sehen, dass da vorsätzlich in großem Stil getäuscht und kopiert wurde:

http://de.guttenplag.wikia.com/...

Das als "Schlamperei" umdeuten zu wollen ist eh lächerlich, egal wie man zum "Verfasser" der Dissertation steht.

[ nachträglich editiert von artefaktum ]
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20.02.2011 14:30 Uhr von Pils28
 
+8 | -1
 
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Fehler beim Zitieren lasse ich durchegehen, wenn an einigen Stelle Zitate nicht korrekt gekennzeichnet wurden. Aber da die entsprechenden Zeilen auch teils deutlich abgeändert wurden, ist das kein Fehler mehr, dann ist das bewusste Täuschung!
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20.02.2011 14:51 Uhr von DerN1cK
 
+10 | -18
 
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Ach was für eine Hetzjagd gegen Guttenberg.
Das ist nur der einzig beliebte Politiker in der aktuellen Regierung (gewesen), welcher nicht angreifbar war.

Man hat einfach nur verzweifelt irgendetwas gesucht um ihn "ans Bein zu pinkeln".

Traurig!
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20.02.2011 15:21 Uhr von HansBlafoo
 
+11 | -2
 
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@DerN1cK: Plagiarismus ist kein Kavaliersdelikt.
Ein normaler Student, der bei so etwas ertappt wird, hat in solch schweren Fällen in der Regel mit der Exmatrikulation - also dem Rauswurf aus der Uni - zu rechnen.

Insofern sollte man das jetzt nicht als Methode, ihm ans Bein pinkeln zu wollen auffassen (auch wenn es natürlich dafür genutzt wird). Es geht um den Ruf des deutschen Doktortitels, damit seine Akzeptanz in der Welt sowie wissenschaftliche Ethik und auch, dass er einfach dreist gelogen hat. Mit der Abgabe der Arbeit muss man in der Regel versichern (wohl manchmal sogar unter Eid), dass die Arbeit selbständig verfasst wurde. Sollten sich die Vorwürfe als wahr erweisen, war es eine bewusste Täuschung und nun ist die Frage, inwiefern er als Politiker noch eine Vertrauensperson ist.

[ nachträglich editiert von HansBlafoo ]
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20.02.2011 15:28 Uhr von :raven:
 
+9 | -2
 
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@DerN1cK: Guttenebrg war nur bei denen beliebt, die zu blöd sind, mal zwei Gedanken am stück selbst zu begehen.

Allein seine "Antrittserklärungen" zu den "umfangreichen Erfahrungen" aus dem familären Betrieb hätten eigentlich jedem die Augen öffnen sollen.
Aber...der Michel läßt sich halt gerne verkackscheissern!
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20.02.2011 15:32 Uhr von artefaktum
 
+6 | -2
 
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@HansBlafoo: Du hast natürlich völlig recht. Am spannendsten an der Geschichte find ich eher, wie seine Anhänger jetzt diese nicht mehr aus der Welt zu schaffenden Fakten versuchen 100%ig umzudeuten.

Dass sich die Opposition darauf stürzt war zu erwarten und da wird natürlich auch gerne sehr dramatisiert, was mir auch nicht immer gefällt. Aber soll bitte keiner sagen, dass würden Unionspolitiker nicht machen, wenn so was bei Ministern einer oppositionellen Partei passieren würde. Das macht es nicht besser, allerdings besteht auch kein Grund sich als besser hinzustellen.
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20.02.2011 15:37 Uhr von mysteryM
 
+4 | -2
 
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@DerN1cK: Genau getroffen.....

Verwalter des Famielienvermögens.....
was für ein Held !
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20.02.2011 15:44 Uhr von lina-i
 
+5 | -2
 
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@ DerN1ck: Nein, es gab keine verzweifelte Suche. Es gab auch keinen Anlass dazu.

Es war einfach ein Zufall, dass sich jemand die von Herrn zu Guttenberg angefertigte Dissertation durchgelesen hat. Wie es in der Wissenschaft üblich ist, beabsichtigte der Jura-Professor Andreas Fischer-Lescano die Ausarbeitung einer Rezension. Es ist ein wesentlicher Bestandteil der aller Wissenschaften, dass sich Wissenschaftler mit den Werken anderer auseinander setzen und sie diskutieren, kritisieren und kommentieren. Wenn es diese Dispute nicht gäbe, würde heute noch die Sonne um die Erde kreisen, weil niemand die Aussagen der Kirche anzweifeln würde.
(Enthält einen Guttie eines älteren Kommentars)

Auch wenn Herr Fischer-Lescano dem linken Spektrum zuzuordnen ist, so war es eigentlich sehr unwahrscheinlich, dass er ausgerechnet in einer Dissertation, die "summa cum laude" bewertet wurde, den einzig möglichen Stolperstein für Guttenberg findet.

Ich darf auch daran erinnern, dass es Zweifel an der korrekten Erstellung der Doktorarbeit von Familienministerin Kristina Schröder gab, welche aber nicht belegt werden konnten. Gewisse Teile der Arbeit von Dritten ausführen zu lassen ist sogar legal und ist Seitens der Prüfungsordnung nicht verboten.

Im Fall des Bundesplagiators ist die Dissertation nun zur Volkslektüre geworden. Es existiert ein sportlicher Anreiz herauszufinden, was der Bundesplagiator an seiner Dissertation noch selbst verfasst und nicht kopiert hat.
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20.02.2011 16:32 Uhr von The_Outlaw
 
+4 | -1
 
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Mich interessiert: die Reaktion der Uni eigentlich am meisten.

Auch, wenn ich Guttenberg nicht mag: Es wäre albern, eine Verbindung zwischen seiner Arbeit und seinem Ministerposten herzustellen. Ob man jemanden, der bewusst täuscht, in so einem Amt sehen will, ist eine andere Frage, aber wäre als Politiker ganz sicher nicht der einzige.

Ich weiß nicht, wie die Möglichkeiten einer Universität aussehen, ich studiere erst dieses oder nächstes Wintersemester. Wenn sie aber so reagiert, als sei es in diesem Fall mal tolerierbar... ich sag mal so: Ich als Student an dieser Uni würde das nicht hinnehmen, wenn mir für sowas der sofortige Ausschluss blühen würde.
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20.02.2011 17:01 Uhr von StrammerBursche
 
+4 | -1
 
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@The_Outlaw: Wenn man z.B bei den Abiturprüfungen abschreibt und dabei erwischt wird, bekommt man auch seine Null eingetragen. Ob du das hinnimmst oder nicht, interessiert keine alte Sau net.
Was du hinnehmen wirst, kannst du deinen Friseur erzählen.

Wenn du außerdem kein Problem darin siehst, dass ein Mann der in seinem Leben noch nie gearbeitet hat und sogar bei seinem akademischen Titel extrem beschissen hat, einen Posten bekleidet wo er die Verantwortung über mehrerere hundertausend Menschen übernehmen soll, dann ist deine geistige Inkontinenz wohl zu weit fortgeschritten.
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20.02.2011 18:03 Uhr von Hartz IV
 
+4 | -0
 
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Am Anfang fand ich das nur peinlich, was (Dr.) zu Guttenberg verzapft hat, jetzt halte ich das für schändlich.
Es gibt Menschen aus der Mittel- und Oberschicht, die sich gerne mit solchen Titeln schmücken, um nicht nur eine materielle, sondern auch um eine geistige Überlegenheit zu demonstrieren.
Beschämend finde ich das, weil Promotion harte Arbeit ist, härter, als sich die meisten hier dies vielleicht vorstellen mögen. Es geht hier auch nicht um falsch gesetzte Zitate, sondern um richtige Plagiate. Wenn ich an meine Texte denke, wie oft ich an manchen Sätzen gesessen habe und mir den Kopf zerbrochen habe. Guttenberg (oder sein Ghostwriter, was ich inzwischen annehme), haben nicht einmal den Anstand gehabt, die Sätze etwas umzuformulieren. Für mich ist die Arbeit ein Betrug, und die Plagiate disqualifizieren ihn, irgendwelche öffentliche Ämter zu bekleiden.
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20.02.2011 21:10 Uhr von Der_Hase
 
+2 | -0
 
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LOL: Ich kann mir genau vorstellen wie das Abgelaufen ist.

Frau Guttenberg:"Na Schatz arbeitest du heute noch an deiner
Doktorarbeit?"
Herr Guttenberg:"Ja genau Schatz. Das dauert aber nur ein paar Minuten"

http://www.google.de eingegeben, suchen....Copy....Paste....Copy....Paste.... nochmal suchen....Copy.....Paste

Herr Guttenberg:"Fertig Schatz"
Frau Guttenberg:"WOW 5 Minuten!!?? Das ging ja beinahe so schnell wie bei uns im Schlafzimmer. Du mußt wirklich schlau sein"
Herr Guttenberg:"Klar Schatz ich bin der schlauste von allen **grins**"

Was wäre wohl aus Herrn Guttenberg geworden hätte es eine Störung der Internetverbindung oder einen Stromausfall gegeben? Er würde wohl heute im Supermarkt an der Käsetheke stehen und freundlich fragen:"Darfs noch etwas mehr sein?".
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20.02.2011 21:38 Uhr von The_Outlaw
 
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@StrammerBursche: Hat dir irgendwer in´s Abendessen gepisst oder was soll diese Beleidigung?
(Nachtrag: Ich bereue es schon fast, überhaupt regiert zu haben, aber na ja.)


1.)
Um meinen Satz mal weiter auszuführen, vielleicht wird er dann deutlicher:
Ich als Student an dieser Uni würde das nicht hinnehmen, wenn mir für sowas der sofortige Ausschluss blühen würde, wenn dieselbe Uni einen bekannten und erwiesenen Betrug in einem anderen Fall nicht ahndet. Man erkennt offiziell Grauzonen beim Betrügen an, was in keiner Form zu akzeptieren ist, zumal es sich ja andeutet, dass Guttenberg vorsätzlich und gezielt vorgegangen ist.


2.)
Zeig mir mal bitte, wo ich geschrieben haben soll, dass ich keine Probleme darin sehe.
Ich habe es nüchtern formuliert, aber bitte, noch mal konkreter: Ja, es ist arg bedenklich, ob jemand, der bei etwas wie einer Doktorarbeit nicht gerade kleinlich betrügt (scheint ja immer mehr zu werden), vertrauenswürdig genug für einen Ministerposten ist. Das ist die menschliche Ebene: Man will so jemanden einfach nicht in so einem Amt sehen.

Eine Doktorarbeit ist allerdings keine Bedingung für ein Ministeramt. Das ist die faktische Ebene, daher sehe ich nüchtern betrachtet (wie gesagt, ich kann Guttenberg nicht mal leiden) nicht diesen Zusammenhang, dass er sofort zurücktreten muss, wenn der Betrug erwiesen ist.

Menschlich würde ich es mir wünschen, aber es wird leider nicht passieren, wenn man selbst über all die Jahre so viele wirtschaftliche Skandale irgendwie klein redet, bis keiner mehr daran denkt.
Daher lag mein Fokus in meinem letzten Beitrag auch auf der Frage: Wie reagiert die Universität?

[ nachträglich editiert von The_Outlaw ]
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21.02.2011 03:06 Uhr von sodaspace
 
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21.02.2011 18:24 Uhr von klaudis
 
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@HansBlafoo: wenns ging,würde ich dir 10 punkte geben.du sprichst mir voll und ganz aus der seele,aber unsere politiker sind eh nicht sauber,deshalb stört es kaum einen - höchstens,das er sich erwischen ließ.
auch wenn der titel nichts mit seiner politik zu tun hat,ist er eigentlich untragbar,wenn man bedenkt,das leute schon wegen einem cent entlassen werden können - und werden.
aber solange unsere herrschaften da oben soviele nebenjobs haben dürfen,aus der wirtschaft in die politik gehen,und dann wieder zurück - solange kann man zu denen kein vertrauen haben.
ich traue schon lange keinem politiker mehr....

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