10.02.11 17:40 Uhr
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Winnenden: Vater des Amokläufers erkennt seine Bewährungsstrafe möglicherweise nicht an

Am heutigen Donnerstag wurde der Vater (52 Jahre) des Amokläufers von Winnenden vom Landgericht Stuttgart zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.

Der Verteidiger des Vaters erklärte jetzt, dass sein Mandat aller Wahrscheinlichkeit nach in die Revision gehen würde.

Sein 17 Jahre alter Sohn hatte vor etwa zwei Jahren 15 Personen erschossen und danach Selbstmord begangen. Die Pistole gehörte seinem Vater.


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WebReporter: rheih
Rubrik:   Brennpunkte
Schlagworte: Gericht, Vater, Amoklauf, Winnenden, Revision
Quelle: www.tv-suedbaden.de

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14 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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10.02.2011 17:54 Uhr von Noseman
 
+2 | -1
 
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Die Quelle ist schlecht: Sie hätte wenigstens noch mitliefern müssen, für welches Delikt er genau verurteilt wurde.
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10.02.2011 18:09 Uhr von Noseman
 
+7 | -1
 
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Aber was ist das juristisch gesehen? Fahrlässige Tötung? Verstoß gegen das Waffengesetz? Whatever?
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10.02.2011 18:10 Uhr von smile2
 
+5 | -7
 
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Urteil: Mein Beileid an die Betroffenen, ABER:


Was kann der Vater dafür, dass sein Sohn Amok gelaufen ist? Bzw es sein Waffe war. Klar hätte er sie ordnungsgemäß gelagert (eingeschlossen) wäre es "vielleicht" nicht so gekommen. Aber wer wirklich einen Amok-Lauf plant, der kommt auch an Waffen ran. Vielleicht wäre er dann mit nem Messer bewaffnet auf seine Mitschüler losgegangen.
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10.02.2011 18:18 Uhr von Noseman
 
+3 | -2
 
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Das sehe ich nicht ganz so: Beim Bund war es "einladung zum Kameradendiebstahl, wen man seinen spind unverschlossen ließ. Gelegenheit macht Diebe.

Einen Waffenschrank seines Vaters aufzubrechen erfordert weit mehr kriminelle Energie als eine unverschlossene Waffe an sich zu nehmen.

Ich finde zwar auch, dass man dem Vater hier nicht hart bestrafen sollte für die Fahrlässigkeit. 21 Monate sind meinem Bauchgefühl nach zuviel, auch wens zur Bewährung ist.

Apropos: das ist noch ein Manko der Quelle; die Dauer der Bewährungsstrafe nennt sie nämlich auch nicht.
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10.02.2011 18:28 Uhr von anderschd
 
+6 | -1
 
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Ich finde die Rechtsprechung: in diesem Fall ziemlich schwierig. Einerseits hätte der Täter sicher andere Wege gefunden, andererseits wussten die Eltern vom gewaltbereiten Zustand ihres Sohnes von einem Psychiater.

Der Vater wurde wegen fahrlässiger Tötung und Verstoßes gegen das Waffengesetz verurteilt.
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10.02.2011 19:21 Uhr von Copak
 
+8 | -2
 
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Wenn ich mir jetzt die Autoschlüssel von meinem Vater schnappe und mit seinem Wagen mehrere Menschen überfahre, wird er dann auch wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung verurteilt?
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10.02.2011 21:23 Uhr von Nasa01
 
+3 | -2
 
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@Copak: nein, wird er nicht.
Es gibt allerdings kein Gesetz, das dir vorschreibt auf welche Weise du deine Autoschlüssel aufzubewahren hast.
Bei Schusswaffen siehts da schon ein bisschen anders aus.
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10.02.2011 21:54 Uhr von shadow#
 
+4 | -2
 
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Scheisse gebaut aber die Strafe ist viel zu hoch: Mal ganz ehrlich: Hätte er die Knarre nicht einfach rumliegen lassen, hätte es maximal etwas länger gedauert.
Es ist nicht so dass es hier Wiederholungsgefahr gäbe oder er wahrscheinlich überhaupt nochmal irgendwo Waffen rumliegenlässt...
Verurteilt ihn lieber zu einer Geldstrafe bzw. einer hohen Spende an wen auch immer.
Damit wäre der Allgemeinheit weit mehr geholfen als mit dem jetzigen Urteil.
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10.02.2011 23:03 Uhr von Earaendil
 
+0 | -4
 
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Eltern haften für ihre Kinder .. in diesem Fall mal wieder nicht.Verkommene Generation.. ..
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10.02.2011 23:21 Uhr von Rob550
 
+3 | -2
 
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@ berechtigt und shadow: Mit der Bewährungsstrafe ist er ncoht ganz gut weggekommen.

Zum Tatvorwurf: Der ist berechtigt, da der Vater sich nciht an das Waffengesetz hielt. Er hat nähmlcih die Waffen nicht ordnungsgemäß verwahrt. Es ist auch nciht die Frage "Was wäre wenn...". Das sind Spekulationen, die gerichtlich nicht verwertbar sind. Klar: Der Amokläufer hätte mit nem Messer rumlaufen können. Geanuso hätte er sich aus dem Internet nen Bauplan für ne H-Bombe ziehen können. Fakt ist lediglich: Die Waffe war nciht ordnungsgemäß gelagert, womit sich der Vater strafbar gemacht hat.

Durch das Ausmaß der Fahrlässigkeit ist meiner Meinung nach die Strafe viel zu niedrig. Es sollte auch eine Abschreckung für andere Waffenbesitzer sein, ihre Waffen sicher wegzuschließen um Waffenmissbrauch durch Dritte vorzubeugen. Auch die Kontrollen müssen anders Ablaufen. Bisher sind sie freiwillig und man muss sogar ncoht Geld hierfür zahlen!!! Sie sollten Pflicht sein und unangekündigte Stichproben durchgeführt werden. Zu guter letzt müssen Schützenvereine in die Verantwortung genommen werden, dass auch diese kontrollieren wer Waffen hat und wie sie gelagert werden.
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11.02.2011 00:18 Uhr von shadow#
 
+4 | -3
 
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@Rob550: Das rechtfertigt kein Urteil wegen fahrlässiger Tötung.
Das ist schlicht absurd!
Der Richter hat dieses Urteil auch im Hinblick auf die Nebenkläger und das Verhalten des Angeklagten im Prozess gefällt. Diese Art von Rachejustiz ist in Deutschland aber fehl am Platz.
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11.02.2011 17:46 Uhr von uhlenkoeper
 
+4 | -1
 
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@wok! Ich habe mit dieser Art der Rechtssprechung genau solche Probleme, wie shadow:

unbestritten ist, dass der Vater seine Waffe unsachgemäß gelagert hat. Und DAFÜR hat er bestraft zu werden (dafür sieht das Gesetz seit der Waffenrechtsreform sogar eine Freiheitsstrafe von bis zu 3 Jahren vor !).

Was mir allerdings viel zu weit geht und quasi einen Präzedenzfall (nicht nur für die Haftung bei Waffenmißbrauch durch Dritte, sondern allgemein) darstellt ist die außergewöhnlich gedehnte Auslegung des Begriffs der "fahrlässigen Tötung" bzw. die Vokabel "verursacht" im entsprechenden Paragraphen.

Nur mal eine Frage:
ich habe als Koch beruflich mit ziemlichen Dingern an Messern zu tun. Alle unterliegen, sobald ich sie in der Öffentlichkeit transportiere, dem Waffenrecht und müssen entsprechend gesichert werden. Auch diese Messer können in der Hand von Dritten zu einer tödlichen Waffe werden.
Laufe ich also in Zukunft Gefahr, der fahrlässigen Tötung angeklagt zu werden, wenn mir jemand beim Transport ein solches Messer klaut und damit einen Menschen ermordet ?
Ich glaube, dass niemand auf diesen Gedanken käme, oder ?

Ich halte dieses Urteil aus diesem Grund für ziemlich heikel und schwer an der Grenze zur Rechtsbeugung.

Dass der Vater generell für den unverantwortlichen Umgang mit seiner Waffe schwer bestraft werden sollte, stellt dabei einen ganz anderen und für mich unstrittigen Punkt dar.
Aber eben auch in dem Bereich, in dem er sich strafbar gemacht hat (unsachgemäße Waffenaufbewahrung) und nicht "durch die Hintertür" und mittels eines bis zur Unterträglichkeit gedehnten Gesetzes
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11.02.2011 20:20 Uhr von Dark_Itachi
 
+4 | -2
 
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@ Wok
"Durch seine Fahrlässigkeit wurde der Tötung also mind. Beihilfe geleistet. "
Falsch, an Fahrlässigkeitsdelikten ist Beihilfe gar nicht möglich, da man dafür eine vorsätzliche Haupttat und eine vorsätzliche Beihilfe-Handlung braucht. Vorsatz und Fahrlässigkeit schließen sich rechtlich gegenseitig aus.

@ Uhlenkoeper
Richtig, ich denke auch, dass die Begriffe des StGB viel zu weit ausgelegt wurden. Hier ist vorallen der Begriff der Fahrlässigkeit zu überprüfen: Musste der Vater mit der Wegnahme der Waffen rechnen? War ihm ein "Amoklauf"-Plan (ich hasse das Wort...) bekannt?

Ich finde, der Vater ist hier genug bestraft wurden: Sein Sohn ist tot, sein Platz in der Gesellschaft ist ruiniert. Und dann noch 21 Monate Haft? Das sind fast 2 Jahre! Wie oben schon gesagt wurde, sind wohl die Richter (ich gehe mal von einer großen Kammer aus) nicht objektiv. Objektive Richter sind leider selten geworden....

Ich würde auch in diesem Fall das Urteil anfechten.
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11.02.2011 21:45 Uhr von anderschd
 
+1 | -3
 
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@Dark: Dem Vater war durch einen Hinweis eines Psychiater bekannt, dass der Sohn Probleme hat und Gewalt bereit ist. Also hätte er durchaus mit der Wegnahme rechnen können und ab Kenntnisnahme seine Waffe weg schließen müssen.

Die Richter wären gut gefahren, wenn sie die volle Spanne des Verstoßes gegen das Waffenrecht genutzt hätten.

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