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München: US-Sicherheitsberater Frank Wisner sorgt für Irritation auf der Sicherheitskonferenz

Auf der diesjährigen Sicherheitskonferenz in München hat der Sicherheitsberater des US-Präsidenten Barack Obama, Frank Wisner, für Irritationen gesorgt. Der US-Diplomat hatte gefordert, Ägyptens Präsident Husni Mubarak solle im Amt bleiben, um den Übergang einzuleiten.

Kurz nachdem die Forderungen des US-Sicherheitsexperten über die Ticker der Weltpresse gingen, kam das prompte Dementi der US-Regierung. Diese Aussage sei nicht mit der Regierung abgesprochen, hieß es. Trotz des Dementis bleibt die Position der USA im Falle Ägyptens unklar.

Die Äußerungen seien eine "unfassliche diplomatische Dummheit", kommentiert der Zeit-Redakteur Jörg Lau im Blog der Wochenzeitung. Offenbar halte der Westen bis zuletzt an einem Diktator fest, so Lau weiter.


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WebReporter: Rheinnachrichten
Rubrik:   Politik
Schlagworte: USA, München, Sicherheit, Diplomat, Irritation
Quelle: blog.zeit.de

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11 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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06.02.2011 20:30 Uhr von Rheinnachrichten
 
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Was Herr Lau da als diplomatische Dummheit bezeichnet ist Ausdruck einer gewissen Hilflosigkeit. Einen Plan B für die Stabilisierung dieser Region gibt es nicht, das Verhältnis der USA zu den Nachbarn Israels ist ambivalent. Und das Menetekel Iran schwebt weiterhin über den Köpfen der Verantwortlichen.

So wünschenswert die "Demokratisierung" der arabischen Welt auch sein mag. Die Interessen des Westen am Suez-Kanal und einem geneigten Regime drumherum sind stärker.
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06.02.2011 21:46 Uhr von maximleyh
 
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jaja so is das....
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06.02.2011 22:24 Uhr von usambara
 
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das ägyptische Volk wird mit seiner demokratischen Revolution vom Westen im Regen stehen gelassen.
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07.02.2011 01:22 Uhr von ElChefo
 
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usambara und was schlägst du realistisches vor?

Ohne ideologisches Drumrum? Was wäre machbar? Erst recht, wenn man mal das Interesse des Iran an einem weiteren Teilnehmer eines islamisierten Nahen Ostens einbezieht?

Das Regime in Teheran hat seine Ambitionen für eine zukünftige ägyptische Regierung schon dargelegt - wieso sollte eigentlich dauernd nur der Westen seine Interessen pushen? Wieso sollten die grösseren Player der Region nicht genauso handeln?
...und sie werden es versuchen.
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07.02.2011 01:37 Uhr von ElChefo
 
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globi123: Die Stärke Ägyptens lag in der traditionell starken völkischen Bindung an die Streitkräfte. Genau diese könnte sich gerade in diesen Tagen als stabilisierend bewähren.

...man muss nicht immer alles so negativ sehen.

Auch Ägypter sind erwachsene Menschen unter denen es genug vernunftbegabte gibt. Auch ohne westliche Unterstützung werden die schon ihren Staat zu richten wissen.

Schlussendlich wird ja sowieso dauernd nur gemeckert, wenn der Westen sich einmischt, egal in welche Richtung. Ich bin zwar auch nicht begeistert davon, das unsere tollen Politiker sich nicht durchringen können, einen klaren Standpunkt zu vertreten (man könnte ja Fakten schaffen, die man später nicht dementieren kann und damit Wähler verlieren), aber auf der anderen Seite steht u.a. der Iran, der unverhohlen dieselbe Interessenpolitik betreibt wie seinerzeit der Westen, als Mubarak schon im Amt war.
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07.02.2011 01:46 Uhr von certicek
 
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Überraschung: Die westlichen Politiker sind einfach überrascht von der Entwicklung in Ägypten. Man weiß, daß Mubarak nicht mehr haltbar ist und man weiß im Moment keine Alternative. Zumal die Menschen nicht wegen mehr Demokratie auf die Straßen gegangen sind. Arbeitslosigkeit und drohender Hunger sind die Hauptursachen der Entwicklung. Jeder der dort jetzt an die Macht kommt muß diese Probleme lösen. Die Ägypter sind ganz sicher so schlau, daß sie wissen, daß man Demokratie nicht essen kann. Andererseits kostet die Lösung dieser Probleme viel Geld. Wer sich vom Westen jetzt weit aus dem Fenster lehnt...der wird einen Teil der Rechnung bezahlen müssen und das bei leeren Kassen und Rettungsschirmen

Anmerkung: Im Augenblick sehe ich nur einen Gewinner: Erdogan

[ nachträglich editiert von certicek ]
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07.02.2011 07:15 Uhr von mort76
 
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schlimm ein einziger Diplomat und ein einziger Mafia-Regierungschef sprechen garantiert nicht allgemeingültig für "den Westen" oder "die USA".

Und der Herr kann fordern was er will- das ist nicht ausschlaggebend oder relevant für die ägyptische Bevölkerung.

Da kann der Herr Diktator eher froh sein, wenn er nicht noch gelyncht wird, so wie seine Gegner von seinen Schergen und Schlägertrupps...
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07.02.2011 07:32 Uhr von meisterthomas
 
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Moral und Politik: Wir werden dem ägyptischen Volksaufstand nicht gerecht, indem wir ihn zu einer Frage unserer falschen Moral degradieren und schon gar nicht zur Frage einer Moral die nach Ordnung und Sicherheit schreit.
Wenn uns unsere eigene demokratische Selbstbestimmung mehr als ein Lippenbekenntnis wert ist oder doch wenigstens werden soll, dann müssen wir jetzt unsere Unsicherheit als gering hinnehmen im Verhältnis zur Unsicherheit der Demonstranten in Ägypten. Denn das ist die Solidarität die ihnen heute jeder aufrichtige Demokrat schuldet.

Freiheit ist die Freiheit die sich das Volk erobert und die gibt es nicht ohne Risiko.
Das gab es weder zur Französischen, noch zur Revolution von 1848 und wären wir in letzterer hart geblieben und zu Demokraten geworden, so hätten wir uns wahrscheinlich den 1. Weltkrieg erspart.
Demokratie ist aber nicht nur Anspruch eines Volkes, sondern die alles entscheidende Frage unseres Weltbildes über alle Ideologien und Religionen hinaus. Und in Ägypten geht es eben nicht nur um Brot, sondern um das Prinzip Hoffnung auf eine bessere Welt für die Mehrheit der Menschen dort und womöglich der ganzen Region.

Weniger Demokratie, vielmehr liegt es im Interesse der herrschenden Ordnung das die Welt still steht und sich nur in ihrem Sinne ändert. – Aber sie dreht sich doch!
Und genau das war und ist es, was uns eine Epoche der Aufklärung und des Fortschritts beschert hat.
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07.02.2011 08:29 Uhr von mort76
 
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meisterthomas, dazu paßt das Zitat:
"es gibt kein richtiges Leben im falschen".
Das hätte unsere Elite vielleicht einmal berücksichtigen sollen, wärend sie diese Diktatur unterstützte...

Wie Kienzle gestern so schön sagte: ginge es um Rußland oder Weißrußland, hätte der Westen aufgeheult...
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07.02.2011 15:14 Uhr von ElChefo
 
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globi123: Im Endeffekt sehen wir vieles gleich, da hast du recht, wir sind uns in enigen - wenn nicht gar überwiegend - Punkten einig.

Allerdings muss ich ein wenig von der fatalistischen Sicht abrücken. Diese ganze Protestkultur im gesamten Maghreb entstand wie ein Strohfeuer - quasi aus dem Nichts. Immerhin reden wir von Diktatoren, die seit Jahrzehnten ihre Macht behaupten konnten. Jetzt auf einmal haben sich die Leute mal getraut, dagegen anzugehen. Das an sich ist schon eine positive Entwicklung.

Es ist ja mittlerweile auch weitestgehend klar, das diese Proteste höchstens am Rande politisch motiviert waren, sondern überwiegend aus der privaten Lage der Menschen, Armut, Arbeitslosigkeit, sozialer Perspektive und Armut geboren wurden.

Der Mensch - das sagt die Erfahrung, ist unter dem Druck der eigenen Existenz immer am kreativsten. Nachdem die hergebrachten Strukturen zerschlagen sind, MUSS die Bevölkerung gemeinschaftlich in einen Folgeprozess eintreten, die Postrevolution. Also genau das, was Trotzki und Lenin so peinlich zu verhindern suchten in ihrer Ideologie der andauernden Revolution der Mitte.

Es ist natürlich vollkommen klar, das man die Ausgangslage der europäischen Umstürze und Neuordnungen nicht auf den Nahen/Mittleren Osten anwenden kann. Die Menschen an sich sind jedoch dieselben. Die sind genauso weitsichtig, vernunftbegabt und interessengetrieben wie jeder sonst auch - das Potential ist zudem dasselbe wie hier.
Da werden - und das ist der wichtige Punkt - auch genug weitsichtige Menschen dabei sein, die wissen und kommunizieren können, das ein solcher Prozess, dessen erste Phase man jetzt durchgangen hat, nicht mal eben von heute auf morgen abgeschlossen ist. Das ist langwierige, schwere, aber im Endeffekt sehr dankbare Arbeit.

Wenn jetzt die Umgebung, also die Weltgemeinschaft nicht sinnlos in diesen Prozess reinfuchtelt (und da zähle ich auch und gerade den Iran herein) sondern unterstützt ohne zu lenken, dann wird sich die ganze Thematik von Instabilität von alleine regeln.

Stichwort Unterstützung:
Es gibt sie. Alleine schon, wenn man im Hinterkopf behält, das es tatsächlich Länder gibt, die ihre Erfahrung mit dem politischen und sozialen Wandel hinter sich haben. Von diesen Erfahrungen kann auch Ägypten profitieren. Ich rede nicht davon, das sie alles 1:1 für sich übernehmen, aber es gibt sicherlich nützliche Eckpunkte. Mit Rücksicht auf die ländlichen Gegebenheiten durchaus ein interessanter Ansatz.

...da müssen sich nur unsere tollen Politiker durchringen, klare Stellung zu beziehen, ohne Angst davor zu haben, später nichts revidieren zu können und ihr Fähnchen (wieder) in den Wind zu stellen.
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07.02.2011 21:52 Uhr von certicek
 
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@Chorkrin: Nun, ich muß Dir nichts erklären und vor geöffneten Fenstern habe ich keine Angst.
Aber schau Dir selbst die politische und ökonomische Situation im Mittelmeerraum an. Sieh welche Kräfteverhältnisse gestört/verändert werden, welches Machtvakuum entsteht mit dem "Zusammenbruch" Ägyptens, welche Koalitionen sich in den letzten 10 Jahren entwickelt haben, welche Position die EU gegenüber der Türkei eingenommen hat usw.
Man sollte auch bedenken, daß die Türkei unter den Muslimen des nahen und mittleren Ostens ein hohes Ansehen geniesst. Sehr oft weitaus mehr als die eigenen Regierungen. Das hängt zum größten Teil mit amerikanischer und israelischer Politik zusammen und ist sicher eher auch eine Frage des Stolzes...Aber das führt in diesem Rahmen zu weit...Bild Dir einfach eine Meinung...smile

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