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Gerhard Schröder wettert gegen Angela Merkel: Zu späte Reaktion auf Eurokrise

Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder hat wieder seine "Basta"-Rhetorik ausgepackt und kritisiert Kanzlerin Merkel in Sachen Eurokrise.

Auch der von Merkel vorgeschlagene Bundesbank-Chef Axel Weber für den EZB-Chefposten bekommt sein Fett weg, denn Schröder favorisiert diesen gar nicht: "Ich würde es befürworten, wenn ein Vertreter eines kleineren, stabilitätsorientierten Landes, wie zum Beispiel Luxemburg, dieses Amt übernimmt."

Zudem verlangt er eine Aufstockung des Rettungsfonds und wettert gegen die zu späte Reaktion von Merkel in Sachen Eurokrise.


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WebReporter: mozzer
Rubrik:   Politik
Schlagworte: Angela Merkel, Gerhard Schröder, Reaktion, Eurokrise
Quelle: www.sueddeutsche.de

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8 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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03.02.2011 12:44 Uhr von quade34
 
+2 | -2
 
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Herr Schröder: sollte sich zur Ruhe setzen und darauf warten, dass ihn später einmal die Altersweisheit erreicht. Vorbild Helmut Schmidt.
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03.02.2011 12:53 Uhr von Pils28
 
+4 | -5
 
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Was habt ihr gegen Schröder? Nach 16 Jahren Stillstand hat er umfangreiche Reformen auf den Weg gebracht, die zweifelsfrei nötig waren. Das hat ihn zwar Mißtrauensvotum und miese Wahlergebnisse eingebracht aber dass Notwendiges oft nicht gerne gesehen ist, ist nichts Neues.
Und Merkel reagiert nicht langsam, die reagiert gar nicht! ;-) Bevor die sich traut mal irgendetwas wirklich durchzuziehen oder nur irgendwas verbindlich zuzusagen muss schon mehr passieren als eine Krise. Die kann nur seichte Worte Worte reden.
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03.02.2011 13:42 Uhr von Mixuga
 
+5 | -1
 
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@Pils28: "Was habt ihr gegen Schröder?"

Es gibt nur eines, was ich Schröder hoch anrechne: Die Ablehnung des Irak-Krieges.
Ansonsten hat er nur Mist gebaut, den deutschen Binnenmarkt kaputt gemacht und Niedriglohnpolitik etabliert: Gesetz gegen die Scheinselbständigkeit, Sozialabgaben auf Minijobs und nicht zu vergessen Hartz IV (allerdings mit Zustimmung der Opposition)

@MiaWuaschd
"die Suppe erst einbrocken und dann beschweren"

Welche Suppe meinst du? Den Euro? Den haben uns Kohl & Co eingebrockt. Als Schröder an die Macht kam, war der Drops längst gelutscht.
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03.02.2011 13:59 Uhr von Pils28
 
+2 | -0
 
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@Mixuga: Mit dem, was du Schröder vorwirfst, hat sich Merkel bis zur Krise gebrüstet. Denn all ihre Erfolge waren Resultate der Agenda 2010. Merkel hat in alter CDU Tradition wunderbar auf der Stelle getrippelt. In der Politik sind die Guten Leute die, die sich zum Wohle aller auch mal unbeliebt machen.
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03.02.2011 14:04 Uhr von Mixuga
 
+1 | -2
 
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@Pils28: sry... aber ich habe mit keinem Wort Merkel gelobt...
Mit dem Regierungwechsel von Schröder zu Merkel sind wir vom Regen in die Traufe gekommen. Die Merkeln ist doch nur noch eine Marionette der US-Regierung.
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03.02.2011 15:05 Uhr von Jummi
 
+3 | -2
 
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schröder: muß doch ruhig sein, der hat doch Hartz-IV und Billigjobs erst eingeführt, das sind nämlich auch Gründe für die hohe Staatsverschuldung und die lahmende Binnenwirtschaft.
Aber nicht die einzigen.

Merkel und Westerwelle setzen Schröders Politik fort, nur eben noch etwas krasser als Schröders SPD.

[ nachträglich editiert von Jummi ]
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03.02.2011 15:13 Uhr von Jummi
 
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die Gründe der Eurokrise: und was dagegen zu tun ist, oder auch nicht:

"»Wenn sich nichts ändert, ist der Euro gefährdet«
Schuld ist Deutschlands Exportstärke – die aber erst durch Lohndrückerei möglich wurde. Gespräch mit Axel Troost
Interview: Mirko Knoche

Axel Troost ist Ökonom und finanzpolitischer Sprecher der Linksfraktion im Bundestag

Ein Gespenst geht um in Europa – der Zusammenbruch der Einheitswährung Euro. Ist für Sie die Bedrohung real?


Wenn sich nichts ändert und die Regierenden so weitermachen, ist der Euro zumindest mittelfristig gefährdet.
Die Staatsschulden könnten zum Kollaps der Währung führen.

Wie kam es dazu?


Eine Reihe von Ländern sind massiver Spekulation ausgesetzt. Man kann aber die Lage beispielsweise Griechenlands und Irlands überhaupt nicht miteinander vergleichen. Athen hatte schon lange ein Haushaltsproblem. Bis zur Finanzkrise war Irland davon aber gar nicht betroffen. Dort hat erst die folgende Bankenrettung die momentanen Schwierigkeiten verursacht. Portugal und Spanien sind möglicherweise die nächsten Opfer der Spekulation. Ohne die ständigen Versuche, diese Länder mit Finanzwetten in den Ruin zu treiben, hätten wir die heutigen Probleme aber nicht. Nun benötigen wir einen Schutzschirm.

Woher kommen denn die Mittel der Spekulanten? Erst vor zwei Jahren mußten die Nationalstaaten doch die Finanzmärkte aus einer drohenden Implosion herauspauken.


Soviel Geld wurde in der Finanzkrise nicht vernichtet, denn nach wie vor kreisen täglich viele Billionen Dollar um den Globus und suchen nach spekulativen Anlagen. In den letzten beiden Jahren hat sich außerdem wieder viel überschüssiges Kapital aufgebaut. Die Händler an den Finanzmärkten interessiert es dabei gar nicht, ob sie früher vielleicht einmal von den Nationalstaaten gerettet wurden.

Also verwenden die Kapitalmarktakteure die Rettungsgelder der Staaten, um gegen die Defizite zu spekulieren, die durch die Schutzschirme erst entstanden sind?


Das wäre zu kurz gegriffen. Gerettet wurden zunächst die großen Geschäftsbanken. Die Spekulation geht eher von Hedgefonds und sonstigen institutionellen Anlegern aus, die nach Schnäppchen jagen.

Über die Finanzmärkte wird derzeit viel diskutiert. Einige Ökonomen machen aber die deutsche Außenhandelspolitik für die Defizite im Euro-Raum verantwortlich. Stimmt das?


Sicher. Die Geldtransfers bilden nur die Oberfläche, die wahren Ursachen liegen in der unausgeglichenen europäischen Handelspolitik. Einige Länder – wie Griechenland – haben riesige Defizite. Besonders die Bundesrepublik hat diese Staaten aber mit ihren Exporten erst in Schwierigkeiten gebracht. Im Rahmen einer Solidargemeinschaft wäre es deshalb nur vernünftig, wenn die BRD an der Finanzierung der Krisenkosten beteiligt würde.

Die Bundesregierung stellt die Exportüberschüsse aber als ein Zeichen der Stärke dar ...


Natürlich ist es eine Stärke der deutschen Wirtschaft, gute Produkte herzustellen. Auf diese Arbeitsleistung darf man auch stolz sein – nicht aber auf das Lohndumping, das Deutschland betreibt. Über viele Jahre wurde der verteilungsneutrale Spielraum – also Inflationsausgleich plus Produktivitätszuwachs – nicht ausgeschöpft. Dadurch sinken die Lohnstückkosten, während die europäischen Nachbarn ihre Arbeitsbevölkerung am Wohlstandszuwachs beteiligen. Die Exportstärke hängt also an der Lohndrückerei.

Von allen europäischen Staaten hat die BRD die geringsten Lohnstückkosten. Wenn aber die Lohnkosten pro Stück fallen, steigt der Gewinn. Wie wirkt sich das auf die Preise aus?


Im Inland steigt der Profit. Gegenüber dem Ausland werden die deutschen Güter aber relativ billiger, weil dort die Löhne verteilungsneutral gestiegen sind. Damit sind deutsche Produkte gegenüber griechischen, aber auch französischen oder anderen Waren konkurrenzfähiger.

Was kann die schwarz-gelbe Bundesregierung tun, um die Löhne real wieder steigen zu lassen? Immerhin herrscht hierzulande Tarifautonomie.


Direkt einmischen kann die Regierung sich nicht. Mit der Fortführung von Agenda 2010 und Hartz IV hat sie die Belegschaften und Gewerkschaften so geschwächt, daß diese keine wirksamen Tarifkämpfe führen konnten. Deshalb brauchen wir einen gesetzlichen Mindestlohn, um eine Untergrenze für das Lohnniveau zu schaffen. Den Gewerkschaften muß es gelingen bessere Tarife durchzusetzen. Tatsächlich benötigte Abschlüsse von rund fünf Prozent werden wir aller Voraussicht nach leider nicht erleben."

Aus Junge Welt
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03.02.2011 15:46 Uhr von Pils28
 
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@Mixuga: Man muss das realistisch sehen. Man hat nur die Wahl zwischen Regen und ganz vielen Traufen. Oder nur Traufen, da bin ich mir momentan nciht so sicher. Vllt sollten wir ein belgisches Modell fahren und einige Zeit komplett mal auf Regierung verzichten. Dort wo dies passierte, war es im Nachhinein nicht wirklich zum Nachteil des Volkes.

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