20.01.11 12:38 Uhr
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Interview mit dem Islamisten-Parteichef in Tunesien:"Europäer voller Vorurteile"

Bei einem Interview mit "die Presse" erklärte der Parteichef der tunesischen Islamisten-Partei Hamadi Jabali seine Absichten, die Denkweise der Europäer und die Pläne seiner Partei.

Laut ihm sei Ben Ali nur so erfolgreich gewesen, weil die Europäer voller Vorurteile gegenüber dem Islam seien, er spricht sogar von einer "Psychose". Auf die Frage nach einer Einführung der Scharia antwortete er, dass es in der Hand des Volkes liege.

Als nächstes Ziel sieht er die Beruhigung der Lage in Tunesien und Errichtung funktionierender Strukturen.


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WebReporter: XvT0x
Rubrik:   Politik
Schlagworte: Interview, Tunesien, Europäer, Parteichef, Psychose
Quelle: diepresse.com

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18 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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20.01.2011 13:42 Uhr von Jesus_From_Hell
 
+25 | -6
 
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Also "Auf die Frage nach einer Einführung der Scharia antwortete er, dass es in der Hand des Volkes liege."

Der Mann muss aus der Politk...entfernt werden.
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20.01.2011 13:57 Uhr von Manpower
 
+4 | -22
 
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20.01.2011 14:03 Uhr von JG-SN
 
+4 | -9
 
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@Jesus: "Welches Gesetz in Tunesien angewandt wird, haben nicht wir zu entscheiden, sondern das Volk. Wir sind für eine demokratisch legitimierte Macht."
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20.01.2011 14:09 Uhr von a.berwanger
 
+17 | -7
 
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Jaja: was dabei rauskommt, seh ich jetzt schon vor mir....der nächste Islamwahnstaat wo behauptet wird, die Bürger entscheiden und die Frauen tragen alle aus Lust und Laune Kopftuch und Zwangsehen etc. gibts angeblich nicht. Hier stehts ganz schön wies ist http://www.newsbote.com/...
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20.01.2011 14:14 Uhr von Alh
 
+12 | -8
 
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Gequirltes: Gesülze.
Die Realität sieht anders aus.
Wo werden die Menschenrechte geachtet? Wo gibt es Demokratie? Wo ist die Wirtschaft in Ordnung und wo gibts Arbeitsplätze?
Sicher in Tunesien? Ja ja, ganz klar.
Nein, in Europa siehts gut aus und in islamischen Ländern verheerend. Die Tatsachen sprechen für sich und somit muß nicht in Frage gestellt werden, wer wo was richtig macht.
Diese kleine Diktatoren sollte man schleunigst zum Teufel jagen.
Islam ist keine Religion sondern eine gefährliche Ideologie und somit kann einer aus diesem Lager nichts über Dinge erzählen, von denen er nichts versteht.
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20.01.2011 15:02 Uhr von ROBKAYE
 
+3 | -13
 
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20.01.2011 15:08 Uhr von CoffeMaker
 
+9 | -3
 
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"....er spricht sogar von einer "Psychose". "

Ein Psychose die wohl bei Blick auf die Länder in dem der Islam die Mehrheit bildet wohl berechtigt ist. In Europa schreien sie nach Toeranz, in ihren eigenen Ländern aber ist nix mit Toleranz und zeigt wie Europa mal in Zukunft aussehen kann.
Von daher muss man sich über die Ablehnung nicht wundern.

"Und zur News: Recht hat der Mann... wir werden in Europa alle den ganzen Tag nur noch mit islamfeindlicher Propaganda vollgepumpt und alle dummen Schafe lassen sich gleich das Islam-Feindbild indoktrinieren... so wie 1933... lasst euch nur weiter für Dumm verkaufen und mit Angst unter Kontrolle bringen... "

Das ist Bullshit. Wo bitte werden Feindbilder proklamiert? Schon mal die Politik beobachtet wie sehr sie sich den moslemischen Einwanderern anpassen will? Und du erzählst was von Feindbilder. LOL
Man braucht sich nur die Gesetze dieser islamischen Länder ansehen um selbst entscheiden zu können ob sie ins Feindbild passen.

[ nachträglich editiert von CoffeMaker ]
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20.01.2011 15:12 Uhr von Jesus_From_Hell
 
+9 | -3
 
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Manpower, JG-SN: Die Sharia ist religiöses, antidemokratisches sowie frauenfeindliches, homophobes und auf Rache ausgelegtes "Recht". Das er überhaupt in Betracht zieht diese anzuwenden ist für mich Grund genug diese humanoidenähnliche Subjekt zu beseitigen.

Die Tunesier müssen derartig Subjekte komplett beseitigen, sonst endet der Freiheitskampf im Desaster.

Und an ROBKAYE:
"(...)alle dummen Schafe lassen sich gleich das Islam-Feindbild indoktrinieren... so wie 1933.."

Die Nazis haben gegen eine "Rasse" gehetzt, Menschen wegen ihrer Abstammung verfolgt. Der Islam ist allerdings eine radikale Religion/Ideologie, der man angehhört oder eben nicht.

[ nachträglich editiert von Jesus_From_Hell ]
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20.01.2011 15:19 Uhr von Canoa-Quebrada
 
+7 | -1
 
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Was sind das denn für lächerliche Aussagen von Hamadi Jabali?
Der Mann scheint selbst unter einer Psychose zu leiden.
Na da kommt Tunesien ja vom Regen in die Traufe, mit so einem geistigen Uboot als Parteichef.
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20.01.2011 15:33 Uhr von ROBKAYE
 
+1 | -11
 
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20.01.2011 15:49 Uhr von Jesus_From_Hell
 
+11 | -2
 
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ROBKAYE: "Zur News: Auch wenn er ein Fundamentalist ist. Recht hat er.. aber dass der Islam mittlerweile als "böse" in den Köpfen der (meist dummen) Menschen umhergeistert liegt an der seiten Jahren währenden Propaganda der Massenmedien und am "Krieg gegen den Terror" der ins Leben gerufen wurde, nachdem Geheimdienste ein paar Flugzeuge in ein paar Wolkenkratzer gelenkt haben!"

Toller Text, damit kann man echt jede Ideologie verteidigen, man muss nur die Wörter wie Islam zB durch "Nationalsozialismus", "Stalinismus" usw. ersetzen.
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20.01.2011 16:18 Uhr von CoffeMaker
 
+11 | -3
 
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....@ROBKAYE: Volksverhetzung scheint wohl das Schlagwort zu sein wenn man Kritik nicht vertragen kann.
Keine Ahnung woher du deine Zahlen herzauberst, aber sie stimmen definitiv nicht. In Europa wird nur eine Minderheit zugeben dieses Ziel zu haben. Das nennt man den Wolf im Schafspelz. Erst wenn der Islam eine bestimmte Prozentzahl der Bevölkerung ausmacht und sämtliche Bereiche der Demokratie unterwandert sind wird das Überraschungspaket ausgepackt.

Und ich lese nicht die Bild. Warum auch, wenn du dich mit den Sprüchen der türkischen Politiker mal befassen würdest, würdest du erraten können woher ich diese Vermutungen habe. Und ich denke wenn das Fernsehen diese Sprüche mal bundesweit bringen würde auch ein Großteil der Bevölkerung etwas anders darüber denken würde. Zu deinem Glück wissen das aber die meisten nicht.

Und deine herablassene Art von "dummen Menschen" zu sprechen, nun diese Art Menschen werden dir vielleicht deine Propaganda von dem friedlichen und toleranten Islam abkaufen., jeder der ein wenig Grips in der Birne hat rechnet sich selbst aus was folgen wird.
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20.01.2011 16:58 Uhr von ROBKAYE
 
+1 | -9
 
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@Coffeemaker: Toleranz und Respekt anderen Menschen gegenüber beginnt im Kopf...

Ein Mensch, der gleich lapidar eine ganze Religionsgemeinschaft mangels schlechter Schulbildung in den Dreck zieht, ist nunmal dumm, was soll es da noch zu diskutieren geben?...

Schon mal etwas von christlichen Fundamentalisten gehört? Die Laufen, gerade in den USA, in Scharen herum... darüber regt sich komischer Weise niemand auf...

http://www.youtube.com/...

Sollten wir jetzt nicht besser in die USA einmarschieren um die armen Kinder die gerade zu "Jesus-Kriegern" erzogen werden, zu beschützen?

Du hast von deiner Umwelt anscheinend nur ein sehr einseitiges Bild, hm?
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20.01.2011 17:15 Uhr von Jesus_From_Hell
 
+7 | -0
 
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Robkaye: Man könnte nun auch behaupten, dass Menschen mangels schlechter Schuldbildung in Religionsgemeinschaften sind.
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20.01.2011 17:16 Uhr von XL-Schrauber
 
+8 | -1
 
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ROBKAYE: "Toleranz und Respekt anderen Menschen gegenüber beginnt im Kopf... "

Ja, das fängt auch da an, dass jeder Mensch ein "Recht auf körperliche Unversehrtheit" hat.


"Schon mal etwas von christlichen Fundamentalisten gehört? Die Laufen, gerade in den USA, in Scharen herum
... darüber regt sich komischer Weise niemand auf... "

Wieso versucht ihr immer zu relativieren oder mit den Fingern auf andere zeigen?
Schreib eine News darüber und dann kann man sich mit diesem Thema auseinander setzen.


"Sollten wir jetzt nicht besser in die USA einmarschieren um die armen Kinder die gerade zu "Jesus-Kriegern" erzogen werden, zu beschützen? "

Soll das Sarkasmus sein?
Diese Idioten kommen selten nach Europa/Deutschland. Mit diesen Leuten müssen sich die Ami`s rumschlagen.


"Du hast von deiner Umwelt anscheinend nur ein sehr einseitiges Bild, hm? "

Schau mal in den Spiegel. Genau das gleiche tust du.
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20.01.2011 21:57 Uhr von Registrator
 
+2 | -1
 
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Man ersetzt, wie ein Kommentator der Quelle sagt, Psychose durch Erfahrung und „TATA“, kommt´s reeller rüber. Und da ist noch der Rechtsruck in ganz Europa. Überall Nazis (oder Rechtspopulisten oder wie man sie auch nennen will) in Europa. Die, die früher von Nazis drangsaliert wurden. Überall hat man plötzlich was gegen eine bestimmte Gruppe, die sich irgendwie „daneben benimmt“. Muss irgendein Virus sein. ;-)

Los, beleidigt mal das Fliegende Spaghettimonster. Viel Spass bei Flaggenverbrennungen und Ausschreitungen. Religion, was will man erwarten. Glauben statt Wissen war schon immer viel cooler.
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21.01.2011 18:48 Uhr von Jummi
 
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Wie gehts weiter?: »Der Diktator ist gestürzt – die Diktatur aber noch nicht«
Gespräch mit Hamma Hammami. Über die Revolte in Tunesien, die Rolle internationaler Konzerne, die historische Verantwortung europäischer Regierungen – und wie es weitergehen könnte
Interview: Gitta Düperthal


Hamma Hammami ist Vorsitzender der Kommunistischen Arbeiterpartei Tunesiens (Parti Communiste Des Ouv­riers Tunisiens, PCOT). Er wurde während der 23jährigen Amtszeit des tunesischen Präsidenten Zine Al Abidine Ben Ali und dessen Partei RCD (Konstitutionelle Demokratische Versammlung) insgesamt zehn Jahre als politischer Gefangener inhaftiert. Weitere zehn Jahre mußte er im Untergrund verbringen.
Am 17. Dezember 2010 hat sich der 26 Jahre alte Universitätsabsolvent Mohamed Bouazizi in Sidi Bouzid selbst verbrannt, nachdem die Polizei seinen Obst- und Gemüsekarren konfisziert hatte, mit dem er seinen Lebensunterhalt verdiente. Nach seinem Tod explodierte die Lage – die Menschen gingen auf die Straße und forderten Arbeitsplätze, bessere Lebensbedingungen und ein Ende der Korruption. Wie ist die Situation im Moment? Gibt es noch Straßenkämpfe – geht die Revolte weiter?


Zur Zeit findet eine machtvolle und populäre Revolution in Tunesien statt. Das tunesische Volk hat den Diktator Ben Ali verjagt – und ist nun dabei, sich energisch Gehör zu verschaffen, damit es künftig eine demokratische Regierung geben wird.

Aber es gibt auch Rückschlage: Die Machthaber des alten Systems und die Anhänger Ben Alis versuchen jetzt mit aller Gewalt, die Macht wiederzuerlangen und das alte System wieder zu stabilisieren. Mit diesem Ziel haben sie eine Übergangsregierung eingerichtet, die die alten Kräfte berücksichtigt. Die Oppositionsparteien und die fortschrittlichen Kräfte in der Bevölkerung will man erneut ignorieren und zur Seite schieben. Aber die tunesischen Bürger haben wiederum deutlich gemacht, daß sie das nicht akzeptieren. Sie haben nicht nachgelassen und erneut mit Kundgebungen und Demonstrationen in vielen Städten Tunesiens manifestiert, daß sie keine Wiederherstellung der Diktatur und keinen Polizeistaat – mit welchen Mitteln auch immer! – dulden werden. Sie fordern erneut eine Regierung mit glaubwürdigen Persönlichkeiten aus der Mitte der Bevölkerung, die das Land in eine Demokratie führen soll. Es muß eine neue demokratische Verfassung und eine neue Republik geben, das ist die Forderung der Bevölkerung.
Es hat nach offiziellen Zahlen bisher bereits 78 Tote gegeben – oder waren es mehr?


Das wissen wir auch nicht genau. Wir sehen jedoch, daß das Regime diesen Aufstand jetzt immer noch mit brutalen Polizeieinsätzen niederzuschlagen versucht. Die Polizei hat Demonstranten getötet, die für die Menschenrechte eingestanden sind, sie versucht, diese Revolution zu verhindern. Noch ist gar nichts entschieden – alles ist offen. Jetzt ist der Diktator weg – die Diktatur aber ist noch nicht gestürzt.
Am 17. Dezember hat die Revolte begonnen. Was motiviert die Leute, seit mehr als vier Wochen immer wieder auf die Straße zu gehen?


Das dringlichste Anliegen ist, sicherzustellen, daß diese von alten Kräften durchsetzte Übergangsregierung nicht zustandekommt. Es scheint auch, daß das gelingen könnte. Zur Zeit haben bereits zwei Oppositionsparteien ihre Minister wieder zurückgezogen und somit die Zusammenarbeit mit dem alten Unterdrückungsregime verweigert.
Hat die PCOT sich an dieser Übergangsregierung nicht beteiligen wollen? Oder durfte sie nicht?


Wir als kommunistische Arbeiterpartei haben es von Anfang an abgelehnt, uns überhaupt an einer Übergangsregierung zu beteiligen, in der Vertreter des alten diktatorischen Regimes sitzen – zudem auch noch in Schlüsselpositionen.
Was sind die Hintergründe für diesen Massenaufstand – was hat die Tunesier nach der 23jährigen Herrschaft des Diktators derart erbittert?


Unter den Bedingungen der Weltwirtschaftskrise ist der Zerfall des Landes durch die Diktatur immer offensichtlicher geworden. Die Macht wurde immer repressiver ausgeübt. Der brutale Charakter der staatlichen Polizei trat zunehmend deutlicher zutage. Viele Betriebe mußten schließen, die Arbeitslosigkeit stieg an. Die Preise schossen rasant in die Höhe. Die öffentlichen Dienstleistungen verschlechtern sich immer mehr. Für normal Arbeitende und selbst die kleinen Beamten und Kleinbauern ist es immer schwieriger geworden, ein halbwegs normales Leben zu führen. Immer häufiger sind sie gezwungen, sich einen zweiten Job zu suchen. Armut und Verelendung sind immer unübersehbarer geworden. Zugleich mußte die tunesische Bevölkerung mit anschauen, wie der Clan Ben Alis und seine Gefolgschaft im Luxus schwelgten und immer reicher wurden. Jetzt richten sich die Proteste vor allem gegen den mächtigen Parteiapparat.
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21.01.2011 18:50 Uhr von Jummi
 
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weiter: Was sind die dringlichsten Forderungen der PCOT, um einen Demokratisierungsprozeß einzuleiten?




Wir brauchen eine Übergangsregierung, die willens und in der Lage ist, demokratische Wahlen einzuleiten und eine neue Verfassung zu erarbeiten. Daran müssen alle maßgeblichen gesellschaftlichen Gruppierungen der tunesischen Bevölkerung beteiligt werden: Die Arbeiter, die Jugendlichen, die Frauen – Repräsentanten aller unterschiedlichen Bevölkerungsschichten sollten beteiligt sein, vor allem auch die Mittelschicht. Die Bevölkerung muß sich organisieren und den Kampf gegen die noch nicht beseitigte Diktatur bis zum Schluß tragen.
Es wird in vielen Medien immer wieder betont, daß das Militär eine andere Position einnimmt als die Polizei, die diese Diktatur weiterhin stützt. Wie ist das zu verstehen? Gibt es, nachdem durch den Sturz des Diktators Ben Ali ein Machtvakuum entstanden ist, nicht auch die Gefahr einer Militärdiktatur?


In Tunesien hatte sich jahrzehntelang eine Polizeidiktatur etabliert – die Armee war nicht sehr stark involviert und hat insofern tatsächlich eine andere Funktion. Selbstverständlich fürchten die Tunesier nichts mehr als eine Militärdiktatur – die will niemand. Das Militär ist nur so lange quasi als Schutzmacht vonnöten, wie die Unruhen andauern und Ben Alis Milizen mit ihren gewalttätigen Aktionen gegen die Bevölkerung vorgehen.

Es ist im Interesse der noch immer agierenden Unterstützer und Sicherheitskräfte Ben Alis, das Land in Chaos und Unruhe zu stürzen. Die Kräfte des alten Regimes wollen, daß das Land Sicherheitsprobleme bekommt und kriminelle Banden sich ausbreiten können – genau das muß verhindert werden. Aber danach muß die Armee in die Kasernen zurückkehren. Der Demokratisierungsprozeß muß von der Zivilgesellschaft eingeleitet werden.
Was ist von den Komitees der Bürger auf den Straßen zu halten, die sich jetzt gegründet haben, um für Sicherheit zu sorgen? Es gibt Berichte über Straßensperren aus Betonklötzen, Plastikstühlen, Holzmöbeln, Blumentöpfen und Abfalleimern – von Anwohnern errichtet.


Das sind Demokraten, die einen Rückfall in die Diktatur verhindern wollen. Sie agieren in verschiedenen Regionen teils spontan, teils organisiert – weil sie sich von Ben Alis Milizen bedroht sehen. Die Gewerkschaft hat jedenfalls dazu aufgerufen, sich kollektiv gegen mutwillige Zerstörungen und Plünderungen zu schützen.
Wird es nicht schwierig, wenn jetzt bald eine Regierungsbildung ansteht? Hatten Oppositionsparteien überhaupt eine Chance, unter den Verhältnissen der Diktatur in der Bevölkerung an Popularität zu gewinnen?


Es gab ständig Repressionen, wie sie auch wir Kommunisten zu spüren bekamen. Natürlich bilden sich jetzt Oppositionsparteien heraus. Es gibt Gewerkschafter, Islamisten, aber auch unabhängige Leute, die trotzdem immer wieder versucht haben, politischen Einfluß zu nehmen. Aber wem es tatsächlich gelungen sein sollte, sich unter diesen Verhältnissen bei der Bevölkerung bekannt zu machen, kann man nicht wirklich sagen. In Funk und Fernsehen kamen sie nicht zu Wort.
Wie ist es der Kommunistischen Partei gelungen, sich unter den diktatorischen Verhältnissen zu behaupten – wie viele Mitglieder gibt es eigentlich?


Wir können nicht sagen, wie viele Mitglieder wir exakt haben, weil wir sie aus Sicherheitsgründen nicht registriert haben. Denn unsere PCOT war ja eine verbotene Partei. Aber sie ist in der Öffentlichkeit sehr bekannt, weil wir immer gegen diese Diktatur Stellung genommen haben. Wir sind sehr bekannt in der Gewerkschaftsbewegung, in der Jugend- und der Frauenbewegung sowie bei den Intellektuellen.
Sie wurden am 12. Januar in Ihrer Wohnung von mehreren Beamten des Sicherheitsdienstes des tunesischen Präsidenten Ben Ali festgenommen. Gab es Repressionen?


Ja, es war eine sehr gewalttätige Aktion, sie haben unsere Tür eingetreten. Andere Leute, die bei mir zu Besuch waren, wurden terrorisiert – sogar meine halbwüchsige Tochter. Mit mir zusammen wurde eine Genossin festgenommen. Sie haben mich mit Handschellen abgeführt und so im Gefängnis festgehalten. Der Grund war wohl, daß unsere Partei kurz zuvor als einzige sehr deutlich den Rücktritt des Diktators gefordert hat. Am 14. Januar wurde ich freigelassen, nachdem Präsident Ben Ali sich in sein Flugzeug gesetzt hatte und nach Saudi-Arabien geflohen war. Vermutlich habe ich das aber auch dem Druck der öffentlichen Proteste zu verdanken.
Zuvor mußten Sie schon lange Zeit im Untergrund leben, sie haben auch lange im Gefängnis gesessen, nachdem man Ihnen am 2. Februar 2002 den Prozeß gemacht hatte.

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