06.01.11 09:52 Uhr
 1.345
 

Linksparteichefin relativiert ihre Aussagen zum Kommunismus

Die Vorsitzende der Linkspartei, Gesine Lötzsch, ist in Teilen von ihren umstrittenen Aussagen zum Kommunismus zurückgetreten. Die Zeitung "Junge Welt" hatte vorab Auszüge aus einer geplanten Rede auf der bevorstehenden Rosa-Luxemburg-Konferenz veröffentlicht. Das sorgte für erhebliche Unruhe.

Neben Lötzsch sollte auch eine Funktionärin der DKP sowie eine ehemalige und verurteilte Terroristin (Inge Viett) sprechen. Lötzsch philosophierte dabei über den richtigen "Weg zum Kommunismus". Die CSU forderte unterdessen eine flächendeckende Überwachung durch den Verfassungsschutz.

Während die demokratischen Parteien mit Empörung reagierten und eine Richtigstellung forderten, verteidigte Bodo Ramelow seine Parteichefin. Sie sei falsch verstanden worden. Lötzsch relativierte derweil. Die Linke sei "linkssozialistisch, nicht kommunistisch", so Lötzsch gegenüber dem Spiegel.


Videoplayer auf dieser Seite ausblenden
WebReporter: Rheinnachrichten
Rubrik:   Politik
Schlagworte: Verfassungsschutz, Kommunismus, Bodo Ramelow, Gesine Lötzsch
Quelle: www.sueddeutsche.de
Diese News zu meinen Favoriten hinzufügen Beitrag abgeben

40 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

Kommentar ansehen
06.01.2011 09:52 Uhr von Rheinnachrichten
 
+26 | -31
 
ANZEIGEN
Harharhar.

Die Linken zeigen wieder einmal ihr wahres Gesicht und das ist gegen die freiheitlich-demokratische Grundordnung gerichtet.

Und es beweist einmal mehr, dass Links wie Rechts kein Interesse an der Aufrechterhaltung der Demokratie haben. Wie es sich für bornierte Ideologen gehört, ist die Demokratie für beide Seiten nur "Mittel zum Zweck".

Damit hat sich Lötzsch und ihre Partei selbst disqualifiziert. Jeder Wähler sollte sich daran beim nächsten Wahlgang erinnern.
Kommentar ansehen
06.01.2011 10:11 Uhr von usambara
 
+26 | -19
 
ANZEIGEN
@Autor: das Volk sollte auch die Freiheit besitzen, mehrheitlich über ihre Wirtschaftsordnung entscheiden zu dürfen- angesichts der Staatspleiten, Währungskrisen, Bankenkrisen...
Wir zahlen die Krise des Kapitalismus und einer wenigen Reichen.

[ nachträglich editiert von usambara ]
Kommentar ansehen
06.01.2011 10:19 Uhr von Rheinnachrichten
 
+12 | -17
 
ANZEIGEN
@usambara: Genau das ist der Hebel, mit dem die Linken arbeiten.
Aber Gegenrede:

Sie betonen die "kollektiven" Menschenrechte. Dem stehen die individuellen menschenrechte gegenüber und genau da haben die Linken ihre Schwächen.

Wenn ich mir die Diskussionen hier anschaue, habe ich schon den Eindruck, dass die individuellen Menschenrechte höher bewertet werden.

Richtig ist: Die deutsche Verfassung macht keine Aussage über das Wirtschaftssystem. Richtig ist aber auch, dass ein System zentraler Verwaltungswirtschaft in der Vergangenheit nicht so effizient war wie der viel kritisierte Kapitalismus.

Außerdem ist Deutschland nicht alleine auf dieser Welt. Das wird bei manchen Debatten gerne vergessen. Auch daraus kann eine Ideologie werden, die mehr verbrämt als sie aufklärt.
Kommentar ansehen
06.01.2011 10:23 Uhr von Teffteff
 
+27 | -16
 
ANZEIGEN
Nix begriffen? Ich glaube hier haben die meisten nicht in Sozialkunde aufgepasst. Scheinbar kennt niemand das Hauptwesen des Kommunismus. Kommunismus hat nichts mit Staatswirtschaft zu tun oder Einparteiensystem. Das Hauptmerkmal des Kommunismus bedeutet dass es kein Privatbesitz an Produktionsmitteln gibt. Alles andere sind Stammtisch-BILD-Zeitungsparolen- nichts anderes.
Kommentar ansehen
06.01.2011 10:29 Uhr von quade34
 
+16 | -3
 
ANZEIGEN
Kapitalismus wird von den Kommunisten: gern als Ausbeutung des Menschen durch den Menschen definiert und "im Kommunismus ist es genau umgekehrt".
Kommentar ansehen
06.01.2011 10:30 Uhr von hellerkopp
 
+18 | -14
 
ANZEIGEN
Teffteff: Zitat:
Das Hauptmerkmal des Kommunismus bedeutet dass es kein Privatbesitz an Produktionsmitteln gibt. Alles andere sind Stammtisch-BILD-Zeitungsparolen- nichts anderes
Zitatende

Hmm, hatten wir diesen Schwachsinn nich schon mal vor 20 Jahre 50km weiter östlich?

Das Ergebnis ist bekannt.

Kommunismus bedeutet immer Unterdrückung und die Beschneidung der persönlichen Freiheiten jeden einzelnen Menschen.

Die Einsicht in diese Zusammenhänge ist leider nicht jedem gegeben. Damit müssen wir leben.

[ nachträglich editiert von hellerkopp ]
Kommentar ansehen
06.01.2011 10:32 Uhr von usambara
 
+12 | -13
 
ANZEIGEN
@Rheinnachrichten: die Wirtschaft dient dem Menschen- nicht umgekehrt.
Warum sollte eine andere Wirtschaftsordnung demokratische Verhältnisse ausschließen?
Auch der Kapitalismus hat Diktaturen hervor gebracht.
Das Denkverbot was von der CSU verhängt wird, zeugt auch nicht gerade von Freiheit.
Kommentar ansehen
06.01.2011 10:33 Uhr von Rheinnachrichten
 
+10 | -5
 
ANZEIGEN
@teffteff: Doch wir haben wohl alle mal ein bisschen Marx gelesen.

Wir wissen allerdings auch, was machtbewusste "Kommunisten" aus dieser schönen Utopie gemacht haben.

Marx hat eine Sache bei seiner Theorie vergessen. Dass die Menschen unterschiedlich sind und "Ansprüche" haben. Der Anspruch des Kommunismus selbst ist ein "totaler". Und er duldet keine anderen Utopien oder Philosophien neben sich.

So schön das "Märchen" von der absoluten Gerechtigkeit unter einer kommunistischen Ideologie ist, so unwahrscheinlich ist es mit Menschen und ihren individuellen Wünschen, Bedürfnissen und Anforderungen umzusetzen. Es bleibt aber ein schönes Märchen.
Kommentar ansehen
06.01.2011 10:35 Uhr von Jummi
 
+10 | -12
 
ANZEIGEN
Demokratie: ist gefährdet durch den Kapitalismus selbst.
Der Kap. bringt Krisen und Kriege hervor, der Kap. ist für Massenarbeitslosigkeit, Armut und Billigjobs verantwortlich.
Das kap. System trägt dafür Verantwortung, daß Kommunen pleite sind, auch weil sie Unsummen dafür ausgeben müssen, Billigjobs aufzustocken mit Hartz-IV.
3 Millionen offizielle Arbeitslose plus 7 Millionen Hartz-IV Empfänger, einschließlich Billigjobber, die trotz Arbeitauf Almosen angewiesen sind.

Gesine Lötzsch braucht nichts zu relativieren, wer den Originaltext in der Jungen Welt gelesen hat, der weiß warum:

http://www.jungewelt.de/...
Kommentar ansehen
06.01.2011 10:42 Uhr von Jummi
 
+4 | -6
 
ANZEIGEN
Aufschrei der Neolieralen :-): "Ein Gespenst geht um
Von Arnold Schölzel

Morgens Sonnenfinsternis in der Bundesrepublik, abends Spiegel-Halluzinationen

Kommunismus wirkt, in der Bundesrepublik 2011 reicht die bloße Vokabel. Am Montag veröffentlichte jW unter dem Titel »Wege zum Kommunismus« einen Artikel der Linksparteivorsitzenden Gesine Lötzsch. Sie nimmt am kommenden Sonnabend im Rahmen der von jW und zahlreichen Organisationen in Berlin veranstalteten Rosa-Luxemburg-Konferenz an einer Podiumsdiskussion unter dem Titel »Wo bitte geht’s zum Kommunismus? Linker Reformismus oder revolutionäre Strategie – Wege aus dem Kapitalismus« teil. Der Beitrag diente der Vorbereitung auf die Debatte, an der auch die Betriebsratsvorsitzende Katrin Dornheim, die DKP-Vorsitzende Bettina Jürgensen, Claudia Spatz von der Antifa Berlin, das frühere RAF-Mitglied Inge Viett für die Radikale Linke sowie die Bundestagsabgeordnete Ulla Jelpke (Die Linke) als Moderatorin teilnehmen. Die Anwesenheit Inge Vietts hatte bereits am Dienstag den innenpolitischen Sprecher der CDU-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus, Robbin Juhnke, veranlaßt, in der stark rechtslastigen Wochenzeitung Junge Freiheit von »Skandal« zu sprechen (siehe auch jW vom 5.Januar). Am Dienstag abend setzte die Internetseite Spiegel online auf die bräunliche Postille eins drauf und verkündete: »Linke-Chefin erklärt Kommunismus zum Ziel der Partei.« Autor Stefan Berg hält auch »das Umfeld der Veröffentlichung« für einen »Skandal«: Der Text, den er falsch als Vorabdruck einer Rede bezeichnet, stehe im »Marxistenblatt junge Welt«. Berg empörte sich: »Mit der gleichen Selbstverständlichkeit, mit der Lötzsch über den Kommunismus spricht, vergißt sie dessen Blutspur.«

Am Mittwoch meldete Bild die Spiegel-Enten auf Seite eins, Welt online phantasierte eine Zeitlang von »dem DKP-Vorsitzenden« als Teilnehmer der Diskussion – dann brachen im Politikbetrieb alle Dämme. CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe warf Lötzsch eine »skandalöse Kommunismussehnsucht« vor. CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt sekundierte, die Politikerin stehe »außerhalb unserer Verfassung«. Die Linkspartei müsse nun unbedingt wieder flächendeckend in ganz Deutschland vom Verfassungsschutz beobachtet werden. Der Leiter der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, Hubertus Knabe, fand den Lötzsch-Text »schmerzlich und unerträglich« für die Opfer des Kommunismus und forderte Lötzsch auf, ihre Teilnahme an der Rosa-Luxemburg-Konferenz abzusagen. Aus der eigenen Partei kam u.a. das etwas irrlaufende Statement des Berliner Landesvorsitzenden Klaus Lederer: »Wir haben Gesine Lötzsch bislang nicht als eine Vorsitzende erlebt, die die Linke in eine kommunistische Partei umwandeln will. Wir gehen davon aus, daß die vollständige Rede von Gesine Lötzsch uns keinen Grund geben wird, unsere Ansicht zu ändern.« Argumentationsstark äußerten sich auch SPD-Größen mit Bundestagsfraktionschef Frank-Walter Steinmeier an der Spitze: »Ich faß’ mir an den Kopf«.

Gesine Lötzsch kommentierte die Aufwallungen in einer Presseerklärung: »Der wutschnaubende Verriß meines jungeWelt-Beitrages durch den Spiegel zeigt, wie verunsichert das Establishment ist, wenn es um Alternativen zum kapitalistischen System geht.« Sie habe die Fragestellung der Podiumsdiskussion aufgegriffen, plädiere für linke Reformen und einen demokratischen Sozialismus nach den Ideen Rosa Luxemburgs."

Zitiert aus Junge Welt online, heute
Kommentar ansehen
06.01.2011 10:42 Uhr von quade34
 
+12 | -11
 
ANZEIGEN
diese Demokratiefeinde: predigen Marx, haben aber Stalin, Lenin und Mao im Sinn. Wer Hitlers Faschismus gutheißt wird vor Gericht gestellt, wer Kommunismus anstrebt kommt in den Bundestag. Zweierlei Mass bei den Verantwortlichen in der deutschen Politik? Es darf einfach keine Unterstützung dieser beiden Freiheits- und Demokratiefeinde geben. Verbot der NPD und der Linken ist der Weg zur Stabilisierung der freiheitlichen, demokratischen Grundordnung.
Kommentar ansehen
06.01.2011 10:42 Uhr von talon100
 
+9 | -9
 
ANZEIGEN
@jummi: Und im Kommunismus waren alle reich?
Kommentar ansehen
06.01.2011 10:50 Uhr von Teffteff
 
+17 | -5
 
ANZEIGEN
Rheinnachrichten: Ja man muss nicht mal Marx gelesen haben. Denn ich habe das nie. In jedem Sozialkunde- oder Volkswirtschaftskundekurs werden die Grundsätze der verschiedenen Wirtschaftsordnungen gelehrt. Selbst konservative Wirtschaftswissenschaftler tun dies.
Leider nehmen die wirtschaftsliberalen Medien mittlerweile so viel Einfluss, dass die meisten Menschen Kommunismus mit der ehemaligen DDR oder Sowjetunion in Verbindung bringen, die nachweislich ein System von Staatskapitalismus und Parteiendiktatur pflegten. Dies hat nix mit Kommunismus zu tun. Ansonsten ist Kommunismus eine Sozial- und Wirtschaftstheorie. Das Wort Utopie ist mir etwas zu sehr "behaftet".
Kommentar ansehen
06.01.2011 11:01 Uhr von usambara
 
+10 | -7
 
ANZEIGEN
@quade34: "Hitlers Faschismus"- wo da der "nationale Sozialismus" war frage ich mich auch...
nochmal: eine andere Wirtschaftsordnung bedeutet nicht die Einführung einer Diktatur- auch wenn uns das die Oberen glauben lassen wollen.

[ nachträglich editiert von usambara ]
Kommentar ansehen
06.01.2011 11:04 Uhr von usambara
 
+3 | -9
 
ANZEIGEN
@j.wankelbrecher: oder das sozialistische Vietnam- das "zufriedenste Volk 2010"
Kommentar ansehen
06.01.2011 11:11 Uhr von Jummi
 
+10 | -9
 
ANZEIGEN
@talon100: "Und im Kommunismus waren alle reich? "

Quatsch, Kommunismus gabs noch garnicht.
Sozialismus und Kommunismus heißt, daß alle Menschen frei sind, frei von sozialen Ängsten, frei von Arbeitslosigkeit, frei von Armut- weil sie sozial abgesichert sind, das nenne ich Reichtum für jeden Einzelnen und für die Gesellschaft, das ist Freiheit für alle Menschen.


Das kann der Kaptalismus nicht leisten, er ist am Ende.
Die Verteilung des gesellschaftlichen Reichtums, des von allen Menschen erarbeitete Volksvermögen, wird zur Zeit von unten nach oben verteilt, so daß immer weniger Geld in den Wirtschaftskreislauf fließt und dadurch immer mehr Menschen in die Arbeitslosigkeit und Biligjobs gedrängt werden.
Auch dadurch haben Kommunen immer weniger Geld zur Verfügung, weil sie mehr Sozialleistungen erbringen müssen, weil sie die Billiglöhne aufstocken müssen.
Die Gewinne kassieren die Unternehmer, die "Löhne" (Hartz-IV) zahlt die Kommune?!
Das kann nicht gut gehen.

Im Sozialismus haben alle Menschen Arbeit, weil es dort so gehandhabt wird, daß die Arbeit auf viele Schultern verteilt wird.
Das heißt wiederum, daß auf Grund der Technisierung in der Produktion, die Arbeitszeiten verringert werden, das kann bedeuten, daß in Zukunft nicht mehr 40 - 45 Std. gearbeitet wird, sondern nur noch 30 - 25 Std.
Reich wird man durch Arbeit doch eh nicht, wer sich heute als reich bezeichnen kann, ist durch Ausbeutung oder Spekulation und Zinsgewinn reich geworden.

Sozialismus/ Kommunismus heißt auch nach Plan produzieren, nicht auf Halde, wie es zur Zeit geschieht.
Das schont die Umwelt und sorgt dafür, daß auf der einen Seite nicht gehungert werden muß, auf der anderen Seite wird weniger weggeschmissen.


Gruß

[ nachträglich editiert von Jummi ]
Kommentar ansehen
06.01.2011 11:26 Uhr von usambara
 
+5 | -7
 
ANZEIGEN
@BastB: dann führen wir den Sozialismus in Griechenland, Irland... ein,
denn da funktioniert der Kapitalismus nicht...
Kommentar ansehen
06.01.2011 11:32 Uhr von Jummi
 
+6 | -5
 
ANZEIGEN
@BastB: "Glaubst du wirklich den Schwachsinn, den du hier schreibst?
Und noch mal: Kommunismus funktioniert NICHT!
Und gerade die letzten beiden Absätze hatten wir alles schon in der DDR und ist dort ganz groß gescheitert. "

Ja ich glaube an den Sozialismus, weil der wissenschaftlich begründet ist und eben kein Schwachsinn.

"Momentan wird nicht auf Halde produziert, sondern auf Nachfrage. Planwirtschaft sorgt dafür, dass die Bedürfnisse der Menschen nicht befriedigt werden können und ist somit für Unterversorgung und sinkende Lebensqualität verantwortlich."


Soso, das erzähl mal den vielen Billigobbern und Arbeitslosen, Tendenz steigend! :-)
Kommentar ansehen
06.01.2011 11:43 Uhr von usambara
 
+4 | -5
 
ANZEIGEN
@BastB: nicht das Volk hat sich dort bereichert, sondern einige wenige- wie auch hierzulande und damals in der DDR.
Warum gerade die CSU so wettert ist mir unverständlich, hat doch gerade sie der DDR Milliardenkredite gegeben und so deren "Laufzeit" verlängert.

[ nachträglich editiert von usambara ]
Kommentar ansehen
06.01.2011 11:54 Uhr von wordbux
 
+8 | -2
 
ANZEIGEN
die demokratischen Parteien: Guter Witz.
Kommentar ansehen
06.01.2011 12:39 Uhr von Jummi
 
+3 | -6
 
ANZEIGEN
@BastB: "Vor allem die Krise in Griechenland ist hausgemacht. Kapitalismus in Form einer sozialen Marktwirtschaft würde dort sehr gut funktionen, wenn dieses Volk nicht so korrupt wäre. Die Griechen sind einfach nur selbst Schuld."

Wasn das fürn Schwachsinn?
Hier mal was zur politischen Bildung:

"Die Zeit der Demagogen

Aus den vorhergegangenen Ausführungen müsste vor allem eins klar geworden sein: Es ist Unsinn, die lohnabhängige Bevölkerung Griechenland als eine Ansammlung von faulen "Schmarotzern" darzustellen, die von der harten Arbeit der deutschen Arbeitnehmer leben würden. Dieses propagandistische Muster fand in der hiesigen Boulevardpresse enorme Verbreitung.

Es geht aber auch anders, wie diese Passage aus einem Artikel der "Deutschen Welle" veranschaulicht:



Griechenland steckt unter anderem in einer tiefen ökonomischen Krise: Die Jugendarbeitslosigkeit liegt bei über 20 Prozent. Hinzu kommen sinkende Einkommen bei denen, die dennoch Arbeit finden. Viele müssen mit 800 bis 1000 Euro im Monat zurechtkommen, trotz Studium. Von der "Generation 700 Euro" ist bereits die Rede. ... Hinzu kommt eine soziale Spaltung des Landes. Ein Fünftel der elf Millionen Griechen lebt unterhalb der Armutsgrenze.
Deutsche Welle

Wohlgemerkt, dieses Zitat stammt aus dem Dezember 2008, als schwere Unruhen Griechenland erschütterten, nachdem ein Jugendlicher von Polizisten erschossen wurde. Damals diente Griechenland - das Land mit dem nach Portugal zweitniedrigsten Lohnniveau in der Eurozone - noch nicht als kollektiver Sündenbock der veröffentlichten Meinung in Deutschland. Es ist schlicht absurd, hier eine auf Kosten deutscher Steuerzahler ein Lotterleben führende Bevölkerung halluzinieren zu wollen....
Kommentar ansehen
06.01.2011 12:41 Uhr von Jummi
 
+8 | -5
 
ANZEIGEN
Und weiter: Krisenmythos Griechenland:

"Bei der gegen Griechenland losgetretenen Kampagne sind neoliberale und nationalistische Demagogen bemüht, die Hoheit über den Stammtischen zu erringen. Hierbei sollen Sündenböcke präsentiert werden, die von den wahren Ursachen der jüngsten Etappe der kapitalistischen Krise ablenken sollen. Es ist nicht zufällig, wenn gerade die schärfsten neoliberalen Einpeitscher – wie Hans-Werner Sinn oder Thilo Sarrazin – sich nun auch am lautesten über die "faulen Griechen" empören.

Die aggressive, exportorientierte Ausrichtung der deutschen Industrie ist sowohl für die schleichende Verelendung breiter Bevölkerungsschichten in Deutschland, wie auch für die griechische Defizitbildung verantwortlich. Diese expansive Ausrichtung ist aber kein ewiges Naturgesetz, sondern Produkt einer bestimmten Politik, die spätestens seit den Hartz-IV-Gesetzen unter Rot-Grün forciert wurde. Es sind die wichtigsten Propagandisten dieser aggressiven außenwirtschaftlichen Strategie, die sich nun am lautesten gegen die Opfer dieser Politik wenden – seien es nun griechische Arbeiter oder deutsche Arbeitslose.

Das perverseste Moment an dieser nationalistischen und demagogischen Kampagne, die von den Massenmedien und weiten Teilen der deutschen Politik getragen wird, bildet die Tatsache, dass ein Großteil der Opfer dieser Politik sich nun im nationalistischen Hass gegen die Griechen mit den politischen Kräften und gesellschaftlichen Klassen verbrüdert, die für Sozialraub und Lohnkahlschlag verantwortlich sind. Unter den circa 65% der Deutschen, die laut einer Umfrage jegliche Hilfen an Griechenland ablehnen, befinden sich auch viele Lohnabhängige, die Einkommenskürzungen oder Arbeitszeitverlängerung in den letzten Jahren hinnehmen mussten – oder auch viele Rentner und Arbeitslose.

In gewisser Weise werden bei der derzeitigen Kampagne genauso Neidreflexe gegenüber den Griechen geschürt, wie sie bei der Durchsetzung der Hartz-IV-Gesetze gegenüber den Arbeitslosen entflammt wurden. Letztendlich wurde in beiden Kampagnen die Wut der vom sozialen Kahlschlag betroffenen Menschen auf die schwächsten Mitglieder der deutschen Gesellschaft und der Eurozone gerichtet. Die Implementierung einer nationalistischen Kampagne ist für die Profiteure und Propagandisten dieser Politik äußerst verführerisch, liefert sie doch den verunsicherten Menschen konkrete handgreifliche Sündenböcke für die kommenden Spar-Grausamkeiten.

Griechenland ist nur das schwächste Glied einer Kette von Staaten, die durch eine ausartende Defizitbildung auf die Exportoffensive deutscher Unternehmen reagierten. Der europäische Währungsraum war charakterisiert durch den Exportvizeweltmeister Deutschland im Zentrum und die Defizitkonjunkturen Südeuropas in der Peripherie, die durch stetige Verschuldung die Exportüberschusse Deutschlands aufnahmen. Diese als Defizitkreislauf bezeichnete Wirtschaftsstruktur innerhalb der Eurozone ist längerfristig selbstverständlich nicht aufrecht zu erhalten – Deutschland wird sich nicht dauerhaft "aus der Krise exportieren" können. "

Zit. aus Heise de.
Kommentar ansehen
06.01.2011 13:11 Uhr von Jummi
 
+8 | -3
 
ANZEIGEN
@BastB: "Dann glaubst du wahrscheinlich auch an den Weihnachtsmann und andere Märchen."

Ja, ich glaube an den Weihnachtsmann und an Märchen, weil die den Menschen Freude bringen.


"Das sind hauptsächlich gering qualifizierte Arbeitskräfte."

Soso, Hartz-IV Empfänger sind hauptsächlich gering qualifiziert?
Schon wieder so eine Ente!


DGB :

"Hartz IV ist heute keineswegs ein System nur für Langzeitarbeitslose, sondern es ist ein breites gesellschaftliches Auffangbecken: Gut qualifizierte Studienabgänger ohne Arbeit, Alleinerziehende ohne Kinderbetreuung oder arbeitende Menschen im Niedriglohnsektor, die aufstockend Hartz IV benötigen, sind im Hartz-System gelandet. Hartz IV ist eben nicht das allerletzte soziale Netz geworden, sondern ein erzwungener »Lebensstil« von Menschen mit ganz unterschiedlichen Erwerbsbiografien. Das ist auch ungerecht, denn alle werden gleich (schlecht) behandelt.

Hartz IV hat auch zu erheblichen Verwerfungen auf dem Arbeitsmarkt geführt. 1,3 Millionen Hartz-IV-Empfänger sind erwerbstätig, verdienen aber so wenig, dass sie ergänzende Leistungen beziehen müssen. Rund 400.000 dieser »Aufstocker« arbeiten Vollzeit und verdienen mit ihrer geleisteten Arbeit so wenig, dass sie nicht davon leben können. Damit hat sich in den vergangenen zehn Jahren die Zahl der arbeitenden Armen verzehnfacht. 22 Prozent der Beschäftigten arbeiten inzwischen zu Stundenlöhnen, die nach internationalem Standard als Niedriglohn gelten. Die Subventionierung dieses Niedriglohnsektors kostet den Steuerzahler nach DGB-Berechnungen inzwischen rund vier Milliarden Euro im Jahr."

"BastB", vielleicht mal besser informieren, bevor man Unsinn weiterverbreitet?!
Kommentar ansehen
06.01.2011 13:30 Uhr von Jummi
 
+6 | -4
 
ANZEIGEN
@A_PEER_RENT: "Danke für die Klarstellungen.
Auch wenn sie sicherlich bei Vielen hier auf taube Ohren stoßen werden.

Denn - so schließen diese Leute messerscharf
Es nicht sein kann was nicht sein darf. "

Jo, so ist es!
Es gibt eben immer noch Leute die meinen, der Arbeitslose ist selbst schuld an der Arbeitslosigkeit, ohne mal zu überlegen, wo die Ursachen liegen.
Das ist das Gleiche, als wenn man einem Schiffbrüchigen Passagier, der in der rauhen See umhertreibt vorwirft, selbst schuld zu sein, obwohl der "Kapitän" am falschen See-Manöver schuld war.

Gruß
Kommentar ansehen
06.01.2011 13:48 Uhr von frozen_creeper
 
+7 | -2
 
ANZEIGEN
@ Autor: Selten so einen Mist gelesen. Weil man sich also gegen den Kapitalismus und für den Kommunismus entscheidet, heißt das also, dass man gegen die Demokratie ist? Ich weiß ja nicht ob es dir noch nicht aufgefallen ist, aber das was wir als Demokratie bezeichnen, in welcher wir angeblich leben, entpuppt sich so langsam als Diktatur. Was bitte schön hat also das Wirtschaftssystem eines Landes mit der Herrschaftsform zu tun? Wenn der Kapitalismus = Freiheit bedeutet, dann scheiss ich auf diese Freiheit, denn ich habe keinen Bock auf diese Art der Ausbeutung!

Refresh |<-- <-   1-25/40   -> -->|
Diese News zu meinen Favoriten hinzufügen Beitrag abgeben


Copyright ©1999-2016 ShortNews GmbH & Co. KG

Die News auf dieser Website werden eigenverantwortlich von Nutzern erstellt. Die Shortnews GmbH & Co. KG nimmt keinen redaktionellen Einfluss auf die Inhalte.

impressum | agb | archiv | usenet | zur mobilen Ansicht
SCHLIESSEN

Willst Du die Seite wirklich verlassen?


...oder unseren und keine aktuellen News mehr verpassen?